Montag, 12. September 2011

12. September: Fest Mariä Namen

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Verspätung!  Wegen eines Blitzeinschlags, am Sonntagmittag  war mein Internet-Anschluss seit gestern gestört. Ich hatte bereits den neuen Post vorbereitet, zum Fest "Mariä Namen". Leider war es mir aber dann nicht mehr möglich diesen ins Internet zu stellen, da kein Kontakt mehr zustande kam. Ich möchte diesen Post trotzdem noch veröffentlichen, wenn auch mit einem Tag Verspätung.

Viel Freude bei der Lektüre.



Im Liturgischen Kalender steht für den 12. September Mariä Namen. Ein Fest, das im 16. Jahrhundert von Spanien herkommend, bald im ganzen abendländischen Raum gefeiert wurde.

Der Name Maria ist abgeleitet vom hebräischen Miriam. Er bedeutet ,,die von Gott Geliebte“. Maria, die Mutter Jesu ist zunächst eine unbekannte junge Frau. Niemand nimmt von ihr Notiz. In keinem Geschichtsbuch wird sie erwähnt. Wir begegnen Maria real erst im Evangelium des Lukas bei der Verkündigung des Herrn durch den Engel. Unauffällig und somit unter Ausschluss der Öffentlichkeit verläuft das Leben Marias in Kindheit und Jugend in ihrem Elternhaus. In der Schilderung des Lukas tritt sie aus ihrer Verborgenheit heraus auf die Weltbühne - auf Gottes Weltbühne, als Mitwirkende am Erlösungswerk der gesamten Menschheit.

Drei Wegstrecken

Drei »Wegstrecken« legte Maria im Laufe ihres Lebens zurück:

1- Verheißung, Aufbruch in die neue, von Gott durchdrungene Zeit
 2- Alltag, Zurückweisung, Treue, die man durchhalten muss,
3- Nachfolge, einmündend in die neue Gemeinde, die junge Kirche.

1.   Wegstrecke: Verheißung, Aufbruch in die neue, von Gott durchdrungene Zeit

Für Verheißung und Aufbruch im Leben Marias stehen die Verkündigung des Engels und die Begegnung mit Elisabeth, der Mutter des Johannes.
An Marias »ja, mir geschehe!« hat Gott die Erlösung der Welt geknüpft. Wer mit ihr diese Worte zu sprechen versucht, ist mit unterwegs, der Welt Gottes Erlösung und Befreiung zu bringen.

Mit Maria können wir sprechen: »Großes hat an mir getan der Allmächtige. Er erhöht die Niedrigen. Er stürzt die Mächtigen vom Thron. Er macht die Hungrigen satt«.  Mit solchen Worten bekennen wir uns zur Gerechtigkeit Gottes für diese Welt. Wir treten dafür ein, dass die Demütigen an die Macht kommen, dass Reiche ihre Güter mit den Armen teilen. Maria besingt dies voller Zuversicht und Hoffnung. Sie zeigt keine Angst vor den Umwälzungen, die eine solche Veränderung der Welt mit ich bringen wird. Sie glaubt fest an Gott, den Befreier.

2. Wegstrecke: Zurückweisung und Treue

Auf die Begeisterung des Anfangs folgt der Alltag. Die Bibel berichtet an drei Stellen von solchen ernüchternden Alltagserfahrungen im Leben Marias.

Die erste Ernüchterung erfährt sie mit dem heranwachsenden Jesus. Als das Kind seine Sendung entdeckt, bedeutet dies Abschied, Trennung, Verlust. Im Tempel bleibt der Zwölfjährige zurück. »Wusstet ihr nicht, dass ich im Hause meines Vaters sein muss?«  Sie wird diese Äußerung zunächst nicht verstanden haben. Erst allmählich wird ihr bewusst, dass dieses »Haus des Vaters« nicht die Heimat des Elternhauses ist.

Eine weitere schmerzhafte Erfahrung erlebt Maria, als sie den Sohn, der mit seinen Jüngern unterwegs ist, besucht. Den Besuch seiner Mutter und seiner Verwandten weist der Wanderprediger Jesus ab. Sein Auftrag ist die Verkündigung des Gottesreiches.

Und auf der Hochzeit zu Kana distanziert sich Jesus ganz klar von seiner Mutter, als sie ihn auf die leeren Weinkrüge aufmerksam macht. »Frau, was habe ich mit dir zu tun«?  so seine Antwort.

Trotzdem bleibt Maria ihrer Verheißung treu. Sie versucht immer wieder, Gottes Willen durch alle Schwierigkeiten hindurch für sich zu erkennen und danach zu leben. So kann sie trotz der Distanz, die das Wort ihres Sohnes zwischen den beiden aufrichtet, den Dienern in Kana sagen: »Was er euch sagt, das tut«. Ein Wort, das auch Botschaft an uns ist.

3. Wegstrecke: Die neue Gemeinde

In der Apostelgeschichte erzählt der Evangelist Lukas, dass Maria sich unter denen befindet, die im gemeinsamen Gebet die Sendung des Heiligen Geistes erwarten. Diese Menschen sind der Kern der zukünftigen Kirche. So schließt sich im Pfingstgeschehen der Kreis: Der Geist, der bei der Verkündigung Maria erfüllt hat, erfüllt sie von neuem, jetzt allerdings in der Gemeinschaft der Urgemeinde, die mit diesem Ereignis Kirche wird.
So sind in Maria zwei Dinge unauflöslich miteinander verbunden: Der persönliche Glaubensweg, den sie als Mutter Gottes gegangen ist und ihre Sendung als eine der ersten Christinnen. 
 

Wenn wir Maria auf ihrem Lebens- und Glaubensweg begleiten, können wir an vielen Wegstrecken Gemeinsamkeiten erkennen, helle und dunkle Stunden, in denen sie uns wie eine Schwester nahe ist. Wir dürfen uns Maria aber auch anvertrauen als der Mutter, die Jesus unsere leeren Krüge bringt, damit er sie füllen kann, die uns in schweren Stunden ihren Arm um die Schulter legt, weil Jesus uns Maria anvertraut hat als Töchter und Söhne.

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