Dienstag, 13. September 2011

14. September: Fest Kreuzerhöhung

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Mit der Kirche feiern wir heute das Fest “Kreuzerhöhung“. Das Kreuz ist Mittelpunkt unseres Glaubens, Zeichen unserer Erlösung. Wir blicken auf das Kreuz Jesu, an dem er die Arme für uns ausbreitet, von dem herab er seine grenzenlose Liebe kundtut, die nicht einmal seine Peiniger ausschließt. Für uns ist das Kreuz das große Ja Gottes zu uns Menschen.

Geschichtliches zum Fest "Kreuzerhöhung"

Altkirchliche Schriftsteller schreiben über die Auffindung des Kreuzes Jesu: Helena, die Mutter des Kaisers Konstantin, unternahm eine Pilgerreise durch das Heilige Land, in der Hoffnung das Kreuz Christi zu finden. In Jerusalem ließ sie nach dem Kreuz Jesu suchen; in einer Zisterne wurden drei Kreuze gefunden. Helena wusste nun nicht, an welchem der Herr gestorben ist. Doch durch die Berührung mit dem wahren Kreuz wurde ein todgeweihte Frau geheilt und pries die Größe Gottes. Dies geschah im Jahr 325.

Helena ließ an der Stelle, an der das Kreuz gefunden wurde, eine Kirche bauen. Diese, die heutige Grabeskirche, wurde am 13. September 335 eingeweiht. Tags darauf wurde dort das Kreuz Jesu öffentlich verehrt. Seitdem ist es für die Christen Zeichen des Sieges und der Hoffnung.
 

"Wer mein Jünger sein will, der verleugne sich selbst, nehme täglich sein Kreuz auf sich und folge mir nach. Denn wer sein Leben retten will, wird es verlieren; wer aber sein Leben um meinetwillen und um des Evangeliums willen verliert, wird es retten" (Lk 9,23)

Viele Menschen tragen an einer Halskette ein Kreuz - auch junge Menschen. Was bedeutet solch ein Kreuz für uns, was ist es? Ein teures Schmuckstück? Ein Geschenk, an dem man hängt, ein Modeschmuck? Oder ist das getragene Kreuz eine Art Glaubensbekenntnis? Für die meisten wird es wohl ein Zeichen der Christusnachfolge sein. Ein Bekenntnis zu dem, der alle Kreuze der Welt getragen hat!

Jeder nehme sein Kreuz auf sich bedeutet nicht, dass wir uns alle kreuzigen lassen müssen. Es bedeutet auch nicht, dass wir uns absichtlich Leid zufügen, um so am Kreuz Jesu mitzutragen. Sein Kreuz tragen bedeutet vielmehr, geduldig und mit Gottvertrauen das zu ertragen, was sich nicht ändern lässt. Dass wir dabei schon mal stöhnen und jammern und unter der Last stürzen ist verständlich. All das hat Jesus beim tragen seines Kreuzes selber erlebt. Aber er ist den Weg zu Ende gegangen.

Als nächstes könnten wir versuchen andere Kreuze mit zu tragen. Kein Kreuz dieser Welt ist so groß, dass es nicht von anderen Menschen mitgetragen werden könnte. Wie viele Menschen tragen heute ihr Kreuz? Kranke tragen ein Kreuz. Viele leiden nicht nur körperlich, sondern auch seelisch. Oft fühlen sie sich isoliert. In gesunden Tagen kamen Freunde, die mit ihnen feierten und Schönes erlebten. Aber jetzt ist ihre Zahl klein geworden. Alte Leute tragen oft ein Kreuz: Die Kräfte haben nachgelassen, Angehörige und Bekannte sind gestorben. Dann ist da das Kreuz der Einsamkeit und der Trauer. Es ist besonders schwer zu tragen, wenn niemand da ist, der Trost spendet oder Nähe schenkt.

Manche Leute tragen auch ein Kreuz einfach nur deshalb, weil sie es anderen nicht aufbürden möchten. Sie sagen "Es geht schon!", und wissen oft, dass es fast gar nicht mehr geht. Oder sie schweigen einfach, meinen, Gott hat es so gefügt.

Manchmal werden Menschen sogar dazu gezwungen das Kreuz eines anderen zu tragen. Simon von Zyrene, den wir aus der Passionserzählung kennen, wurde dazu gezwungen, das Kreuz Jesu mit zu tragen. Auch heute werden Menschen dazu gezwungen, das Kreuz anderer zu tragen. Es bleibt ihnen keine Wahl. Pflegende Angehörige haben sich ihre Aufgabe oft nicht ausgesucht. Nicht immer ist ein Pflegeheim möglich und so tun sie ihr bestes ihre Angehörigen zu betreuen. Oder Menschen bekommen ein behindertes Kind. Sie haben sich dieses Kreuz auch nicht ausgesucht. Aber sie tragen es oft Beispielhaft. Oder der Ehepartner entwickelt sich im Laufe der Ehejahre zum Trinker oder zum Tyrannen. Auch dieses Kreuz war nicht vorgesehen, am Tag der Hochzeit. Wer nachdenkt, weiß um die vielen Kreuze in der Weit, die Menschen zu tragen haben. Denken wir an die Hungergebiete oder an Länder mit Krieg.
Die Kreuzesnachfolge ist das Herz der Botschaft Jesu. Diese Botschaft ist aber nicht etwas theoretisches, sondern Jesus hat selbst alles Leid der Welt erfahren. Er geht mit den Vielen, die ungerecht verurteilt werden, leiden, fallen, gekreuzigt werden und sterben. Er starb unseren Tod. Aber nicht Golgatha war das Ende, sondern danach kam der Ostermorgen, die Auferstehung.

Die Kreuzesnachfolge will uns Menschen nicht so einfach in den Kopf! Es ist nicht leicht unserer eigenes zu tragen oder das Kreuz des anderen mitzutragen. Wir dürfen uns aber dessen bewusst sein, dass jedes Tragen und Mittragen eines Kreuzes Segen bringt.

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