Sonntag, 25. September 2011

Die Welt braucht Engel


Einem jeden Gläubigen steht ein Engel zur Seite als ein Erzieher und Hirte, der das Leben leitet.“ Der heilige Basilius der Große, Bischof und Kirchenlehrer im 4. Jahrhundert, von dem dieses Zitat stammt, hatte keinen Zweifel: Jeder Mensch hat einen Engel.

In Kitsch und Kunst haben Engel Hochkonjunktur. Wieweit sie im Glauben der Menschen von Bedeutung sind hängt wahrscheinlich vom Einzelnen ab. Wie auch immer - Ist es nicht wunderbar zu glauben, dass Gott jeden von uns im Blick und in der Hand hat?

Dass er sie so sehr liebt, dass sie nicht aus seiner Hand fallen, diese Zusage haben die Lascheider Christen gestern, am Festtag der Erzengel Michael, Rafael und Gabriel bedacht und gefeiert.

Nachdem am Samstag Jung und Alt das Tanzbein geschwungen hatte, fand sich die Christengemeinde am Sonntagmorgen zum Gottesdienst ein. Dieser wurde gesanglich gestaltet und verschönert durch den Kgl. Kirchenchor „St. Stephanus Reuland“ unter Leitung von Toni Kandels.

Die Lascheider Kapelle ist dem Erzengel Michael geweiht, dessen Festtag - zusammen mit den Engeln Gabriel und Raphael - am 29. September gefeiert wird. Sie sind die großen Botschafter Gottes. Sie zeigen und sagen uns, wie Gott ist. Ihr Name ist Programm: Michael = Wer ist wie Gott?, Rafael = Gott hat geheilt!, Gabriel = Gott hat sich stark gemacht!

Engel in der Kunst, als "Putte"



Die ,,Engel” sind wieder in. In den Buchhandlungen unserer Städte boomen die Titel von Engel-Büchern, allerdings nicht in der Abteilung Theologie, sondern
bei der Esoterik. 

Die Menschen sehnen sich offenbar nach Erfahrungen jenseits ihrer eigenen Erfahrungswelt und suchen daher den Kontakt zu den Außer- und Überirdischen. Und all diese Leute welche diese Bücher kaufen haben ihre eigenen Vorstellungen von Engeln. Diese Ansichten decken sich aber nicht immer mit dem, was die heilige Schrift über Engel aussagt.

Alles in allem betrachtet sind es zwei Weisen, in denen die Bibel von den Engeln redet: einmal, dass Gott die Fülle und Vielfalt des Lebens um sich herum will. Deshalb redet man von Engelheeren, die um den Thron Gottes herumschwirren, die Gott dienen und sein Lob singen und das Tag und Nacht und immerfort ohne Ende. Das schöne Lied  - GL 605 - besingt diese Vorstellung, besonders in der vierten Strophe wo es heißt: „Mit Weisheit sind sie angetan, sie brennen, leuchten, beten an. Ein großes Lob ertönt im Chor: ihr Heilig, Heilig steigt empor“.

Das ist die eine Vorstellung von Engeln, wie die heilige Schrift sie uns vermittelt. Die zweite Redeweise besagt, dass Gott sich um die Menschen kümmert und ihnen seine Boten sendet. Ich stelle mir das so vor dass diese himmlischen Wesen, die sonst nichts anders tun als um Gott herum schwirren, singen, tanzen und Gott Freude bereiten, nun auch einmal zu richtiger Arbeit herangezogen werden.  Gott schickt sie nämlich zur Erde. Zunächst um sein Wort zu den Menschen zu bringen. Denken wir an Maria, bei der Verkündigung, der Engel spricht nicht für sich, sondern überbringt Gottes Wort. Er schickt sie aber auch in allen möglichen Lebenssituationen, da, wo Menschen in Not und Gefahr sind.

Auffälligerweise beginnen die biblischen Engelbegegnungen nahezu immer mit dem Gruß „Fürchte dich nicht“ Damit ist nicht das menschliche Erschrecken über das plötzliche Auftreten, über ein leuchtendes Antlitz, über ein weißes Gewand gemeint, sondern wegen der Situation in welcher der Mensch sich befindet, denn oft treten Engel dann auf, wenn der Mensch in Angst und Ratlosigkeit, in Mutlosigkeit oder in Verzweiflung steckt.

Solche Engel brauchen wir heute sehr dringend. Angst wird uns von allen Seiten gemacht. Denken wir nur an Stichworte wie Umweltzerstörung, Genmanipulation, Risiken der Kernenergie, unbekannte Krankheitserreger, Bankenkrisen, Zukunftslosigkeit usw.

Brauchen wir da nicht ganz dringend „Engel“, die uns zurufen: „Fürchtet euch nicht!“? Engel für unsere Gesellschaft, Engel für unsere Kirche, Engel für unseren Freundes- und Familienkreis, Engel für uns selber?

Nach der Messe zog die Festgemeinde zum Kriegerdenkmal, wo Vertreter des Junggesellenvereins „St. Michael Lascheid“ einen Kranz nieder legten. Dieses Jahr war der Weg dorthin allerdings steiniger als in den anderen Jahren, denn die Ortsdurchfahrt wird zur Zeit gründlich saniert.


Am Ehrenmahl, wo ein Kranz seitens des Junggesellenvereins nieder gelegt wurde,  erinnerte Kaplan Ludwig Hilger an die vielen Soldaten und Zivilkriegsopfer, die in den beiden letzten Weltkriegen ihr Leben verloren haben. “An einem solchen Tag sind es besonders die älteren Menschen unter uns, deren Gedanken zurückgehen an Orte wie Stalingrad, Leningrad, die Normandie, oder wie sie sonst heißen, wo sie selber Kriegsdienst geleistet haben und ihre Kameraden sterben sahen”.

“Heute gehen die Gedanken der Angehörigen von gefallenen und vermissten Vätern, Ehegatten und Söhnen zurück,  zu Orten auf der ganzen Welt, wo das Leben, die Zukunft dieser Angehörigen auf tragische Weise ein Ende gefunden hat”.

“Heute gehen die Gedanken zurück, zu den Menschen die ihr Leben durch Kriegseinwirkung zu Hause, in den Konzentrationslagern oder durch Spätfolgen des Krieges eingebüßt haben”.

“In Erinnerung an den Krieg und die Not in der Nachkriegszeit ziehen wir Bilanz. Eine traurige Bilanz unserer Geschichte. Diese Bilanz sagt uns, dass viele, viel zu viele Menschen die Irrtümer der Politik mit ihrer Gesundheit oder mit ihrem Leben bezahlen mussten. Niemand von uns kann sagen, dass sich solche Geschehnisse nicht wiederholen. Darum ist die Mahnung zum Frieden dringender denn je”!


Nach der Feier am Kriesopferdenkmal zog der Musikverein zum Dorfeigenen Saal wo er zum Frühschoppen aufspielte. Den ganzen Nachmittag über wurde Kurzweil geboten getanzt und die Menschen freuten sich am geselligen Beisammensein.

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