Mittwoch, 14. September 2011

Donnerstag, 15. September: Gedächtnis der Schmerzen Maiens.

In Kriegen und bei Seuchen leiden Mütter besonders. So wurde im Mittelalter Maria in ihren Schmerzen zu einer Identifikationsgestalt für die Christen, vor allem für die Mütter: Wenn jemand im Himmel sie verstand und mit ihnen fühlen konnte, dann die Mutter Jesu, die selbst solches Leid ertragen musste. So entwickelte sich die Verehrung der sieben Schmerzen Mariens, viele Bildwerke wurden geschaffen, die Maria unter dem Kreuz zeigen, Maria mit sieben Schwertern in der Brust und vor allem die „Pieta“, das „Vesperbild“: Maria mit ihrem toten Sohn auf dem Schoß. In der Verehrung der Schmerzen Mariens zeigt sich auch die Tendenz, Maria möglichst dicht an Jesus heranzurücken: neben den „Schmerzensmann“ die schmerzgequälte Frau, neben den Gekreuzigten die von Schmerzen aufgewühlte Mutter, neben den „neuen Adam“ die „neue Eva“. Nicht zufällig folgt der heutige Gedenktag dem Fest Kreuzerhöhung.


Maria hatte Ja gesagt zu Gottes Plan und sich ganz in diesen Plan hinein nehmen lassen, ohne zu ahnen, was das für sie bedeuten würde. Sie wusste nicht, dass sie einmal unter dem Kreuz ihres Sohnes stehen musste. Aber wer von uns weiß denn, was seine Lebensentscheidung einmal bedeuten wird? Wie wird sich meine Ehe entwickeln? Was wird aus den Kindern werden? Wie werde ich das Ordensleben konkret erleben, wie das Leben als Priester? Die Zukunft ist immer dunkel, es gibt keine Garantie auf ein Gelingen des Lebens und auf Glücklichsein. Es gibt keine Versicherung gegen Leid und Schmerz. – Als Maria in tiefstem Schmerz und innerer Dunkelheit unter dem Kreuz stand, stand sie zu ihrem Ja. So kann sie uns Vorbild sein und ihren Sohn bitten, dass er uns Kraft schenke, zu unserem Ja zu stehen und unser Kreuz zu tragen zum Segen für uns und für andere Menschen.

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