Sonntag, 4. September 2011

Wort Gottes für den Tag - 5. September 2011

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An einem anderen Sabbat ging er in die Synagoge und lehrte. Dort saß ein Mann, dessen rechte Hand verdorrt war. Die Schriftgelehrten und die Pharisäer gaben Acht, ob er am Sabbat heilen werde; sie suchten nämlich einen Grund zur Anklage gegen ihn. Er aber wusste, was sie im Sinn hatten, und sagte zu dem Mann mit der verdorrten Hand: Steh auf und stell dich in die Mitte! Der Mann stand auf und trat vor. Dann sagte Jesus zu ihnen: Ich frage euch: Was ist am Sabbat erlaubt: Gutes zu tun oder Böses, ein Leben zu retten oder es zugrunde gehen zu lassen? Und er sah sie alle der Reihe nach an und sagte dann zu dem Mann: Streck deine Hand aus! Er tat es und seine Hand war wieder gesund. Da wurden sie von sinnloser Wut erfüllt und berieten, was sie gegen Jesus unternehmen könnten (Lk 6,6-11).

Schon oft habe ich mich darüber geärgert, und vielleicht kennen Sie als Autofahrer auch diese Situation: Es ist nachts um drei Uhr, man steht vielleicht minutenlang an einer roten Ampel. Kein Auto weit und breit, und die Ampel brennt stur rot. Mal Hand auf’s Herz: Es juckt, einfach weiterzufahren. Schließlich ist die Ampel ja für mich da, und ich nicht für die Ampel.

Eine Gesetzes oder Ordnungsübertretung geschieht häufig, wenn das Gesetz oder die Ordnung als Einschränkung oder als Ärgernis angesehen wird. Dann nimmt man sich gelegentlich das „Recht“ einer Übertretung heraus...

Im heutigen Evangelium geht es auch um eine Gesetzesübertretung im strengen Sinn: Jesus heilt am Sabbat einen Kranken und bricht das Verbot, am Sabbat zu heilen. Jesus stellt die Frage: Was ist am Sabbat erlaubt zu tun? Er stellt, indem er den Mann heilt, den Menschen über das Verbot, am Sabbat Kranke zu heilen. Ein Gesetzesbruch? Nein, denn Jesus hat das Heil der Menschen im Blick, das Heil, das eigentlich auch das Sabbatgebot im Blick haben sollte. Und er ist derjenige, der die Autorität besitzt, ein Gebot neu zu definieren.

Wenn wir also wieder nachts an einer roten Ampel stehen bleiben müssen, sollten wir daran denken, dass wir nicht die Autorität haben, weiterzufahren – und wenn wir es dennoch tun, haben wir nicht das Heil und das Leben der anderen Verkehrsteilnehmer im Blick, sondern nur wieder unsere eigene Ungeduld.

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