Mittwoch, 7. September 2011

"Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag", Maria

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Voll Freude feiern wir heute am 8. September, das Geburtsfest der Jungfrau Maria, aus ihr ist hervorgegangen die Sonne der Gerechtigkeit, Christus, unser Gott.“

Ja, die Kirche feiert den Geburtstag nur von zwei Heiligen, von Maria und von Johannes dem Täufer, ansonsten feiern wir von den Heiligen immer den Todestag. Jesus sagt bei Matthäus: Unter al­len von einer Frau Geborenen hat es keinen größeren gegeben als Johannes den Täufer. Vielleicht deshalb hat die Liturgie Johannes ein eigenes Fest der Geburt zugestanden. Und Maria ist die Mutter des Erlösers. Ihr Leben und ihr Ja-Wort bei der Verkündigung ist die Voraussetzung dafür, dass der Messias geboren werden konnte, deshalb wohl das heutige Fest.


Die vielen Mariengedenktage im Lauf des Kirchenjahres weisen immer wieder auf das Geheimnis der Menschwerdung Gottes hin, darauf, dass er von einer Frau geboren wurde, einer Frau, die sich - wie viele Mütter - freut über ihr Kind und mit ihm leidet.

Gott hat - darauf verweist das heutige Fest - Maria von Anfang an erwählt, mitzuwirken an dem großen Erlösungsgeschehen.

Voll Vertrauen und Glauben lässt diese junge Frau sich ein in den Dialog, den Gott mit ihr beginnt. So wirkt sie aktiv mit am Werden des Reiches Gottes – mit ihr seither ungezählte Frauen und Mütter. Um so mehr befremdet es, dass die Kirche zwar in Maria diese einzigartige Frau verehrt und gefeiert hat, dass aber daraus keine Konsequenzen gezogen wurden, die Position der Frauen aufzuwerten. Im Gegenteil: Verschiedene Aspekte der Person Mariens wurden dazu benutzt, Frauen prinzipiell festzulegen, z. B. auf das Ideal der Mütterlichkeit (und damit Häuslichkeit) oder Jungfräulichkeit. Der Gehorsam Gott gegenüber wurde zum Gehorsam dem Manne gegenüber umgedeutet.

Trotzdem oder gerade deshalb muss die Tatsache, dass Gott einer Frau eine solch herausragende Rolle im Erlosungsgeschehen zugeteilt hat, heute Anlass sein, neu nachzudenken über die Rolle, die Frauen spielen bzw. spielen sollten, nicht zuletzt in der Kirche.

Wir sollten nicht vergesen: Gott hat sowohl Maria als auch Josef in das Geheimnis der Menschwerdung seines Sohnes mit einbezogen. Deshalb sollten wir nicht  irgendwelchen emanzipatorischen Zeitströmungen nachzugehen, sondern die Zeichen der Zeit angemessen im Lichte des Evangeliums und der Handlungsabsicht Gottes zu deuten und uns fragen:  Wie können dann heute Männer und Frauen gleichwertig und in gemeinsamer Verantwortung ihre je eigenen Aufgaben im Volk Gottes gemeinsam neu formulieren und erfüllen?

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