Dienstag, 6. September 2011

Maria als Meerstern gab hunderten Pilgern Orientierung

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56. Marienfeier „Im Dienste der Königin“ 
als beeindruckendes Eifeler Glaubenszeugnis 
am vergangenen Sonntag, 04.09.2011, in Born


750 Pilger mit Maria als Wegweiser zu Christus. 

 Text und Fotos von Lothar Klinges

"Maria hat nichts an Anziehungskraft verloren. Und das aus gutem Grund: Ist Maria doch für viele Christen ein Meerestern, an dem sich jeder orientieren kann, betonte Pater Jünemann am Sonntagnachmittag  in Born.


 
Rund 750 Menschen nahmen am Sonntag trotz sehr ungünstiger Wetterbedingungen und im Beisein von Bischof Aloys Jousten aus Lüttich an der großen Marienfeier „Im Dienste der Königin“ teil.




„Uns sind heute so viele Wegweiser aufgestellt, und jeder verspricht uns angeblich den Weg zu einem glücklichen Leben. Wie den einen herausfinden, der auch hält, was er verspricht?“, fragte sich Pater Hermann Josef Jünemann, der seit seiner Berufung zum Direktor des Montfortaner-Missionswerkes 2002 jedes Jahr die Marienfeiern „Im Dienste der Königin“ leitet. 


Diesmal weilte er in der Pfarre Born, wo das Marienfest zum 56. Mal gefeiert wurde. Große Freude kam auf, als Bischof Aloys Jousten sich zu den vielen Marienverehrern gesellte, an der Prozession teilnahm und den Schluss-Segen erteilte. 

Noch kein GPS fürs eigene Leben

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Im Zeitalter von GPS und Navigationsgeräten brauche es scheinbar keine Orientierung mehr an Sternen, die höchstens noch romantisch als geheimnisvolle Lichter am nächtlichen Himmel betrachtet oder für Horoskope herangezogen werden. Für das eigene Leben gebe es aber noch kein GPS. Da seien wir weiterhin auf Wegweiser angewiesen, meinte der Festprediger. „Es gibt Irrwege und Holzwege, und so manches Mal fahren wir uns fest oder fahren gar mit Vollgas gegen die Wand.“



Auf dem Lebensweg seien viele Wegweiser zu sehen, die dem Menschen angeblich den Weg zu einem glücklichen Leben versprechen. Als Kinder habe man sich von Vater und Mutter an die Hand führen lassen. Danach hätten wir die Hand loslassen und den eigenen Weg finden müssen. Der Wegweiser für einen Christ sei kein Schild, sondern eine Person: Jesus Christus, der dem Menschen vorangeht, Weg und Ziel kennt und zur Nachfolge einlädt. Mehr noch: „Ich bin der Weg Gottes zu euch, und deshalb kann ich auch zugleich zu eurem Weg zu Gott werden“, erklärte Pater Jünemann. Am Kreuz habe Jesus den Rat gegeben, seine Mutter zu „deinem Meerestern zu machen, zu deinem Polarstern, der dir immer die Richtung weist und dir Orientierung gibt. Sie ist mir nachgegangen bis zur Vollendung, sie weiß den Weg.“

Die Erfahrung so vieler Christen zeige, dass Maria zu einem Stern wurde, der „mit seinem milden, mütterlichen Licht die Menschen so geleitet und geführt hat, dass sie Jesus nie ganz aus den Augen verloren haben“, erläuterte der Montfortaner-Pater am Ende seiner mit viel Aufmerksamkeit verfolgten Ansprache.


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Bereits im Herbst 2010, kurz nach der letzten Marienfeier in Burg-Reuland, liefen die Vorbereitungen in Born an. Mit der praktischen Organisation des Festes waren viele Vereine und Einzelpersonen betraut.


Dem Marienfest am Sonntag gingen Gottesdienste am Freitag und Samstag voraus, die Pater Hermann Josef Jünemann, für den ein solches Fest einmalig im gesamten Einzugsgebiet der Kongregation ist, dazu nutzte, den Christen aufzuzeigen, wie Jesus Christus durch seine Mutter als „Meeresstern“ Orientierung im Leben der Menschen gibt.





Nach dem sakramentalen Segen wurde den vielen Helferinnen und Helfern sowohl für die praktische als auch für die inhaltliche Vorbereitung gedankt. Für die hervorragende und pannenfreie Durchführung zeichnete das Festkomitee verantwortlich, dem wiederum viele fleißige Hände im Hintergrund zur Seite standen. Allein am Sonntag waren über hundert Personen vor und hinter den Kulissen im Dauereinsatz, um die zahlreichen Pilger bestens zu empfangen und zu bewirten. 


 Besonders hervorzuheben ist hier ebenfalls die Feier, die während der Prozession für weniger mobile Menschen auf dem Kirchplatz gehalten wurde. Den Verantwortlichen des Marienfestes war es ein großes Anliegen, den älteren Menschen so die Teilnahme zu erleichtern. Interessant ist dabei zu erwähnen, dass die Organisatoren bewusst auf Wege mit Steigung verzichtet haben, um den vielen älteren Pilgern das Mitgehen zu erleichtern.

Abschließend war in den beiden Dorfsälen Zeit zur Begegnung und Gelegenheit zum Beisammensein und Austausch. Auch hierbei zeigte sich die einladende und gastfreundliche Art der Borner mit einem hervorragenden Organisationstalent.

Die Pfarre Manderfeld freut sich auf 2012

Mit Spannung wird alle Jahre wieder der Entscheid des Förderkreises „Im Dienste der Königin“ erwartet, welcher Pfarre denn nun das Recht und vielleicht mehr noch die Ehre und angenehme Pflicht zufällt, im nachfolgenden Jahr die bedeutende Marienfeier zu organisieren. 

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Gotische Kirche aus der Mitte des 16. Jhdt. mit römischem Turm
in Manderfeld
Nachdem vor zwei Jahren die Pilger ihre Schritte in die Nordeifel nach Mürringen und im vergangenen Jahr nach Burg-Reuland gelenkt haben, wird im kommenden Jahr wieder eine Pfarre im Dekanat Büllingen, nämlich die Pfarrgemeinde St. Lambertus Manderfeld Ausrichterin der Marienfeier sein.

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