Donnerstag, 29. September 2011

Papst: Wir sind Kirche

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Der deutschen Kirche hat Benedikt XVI. bei seinem Besuch einiges ins Stammbuch geschrieben - deutliche Worte ohne Drumherum. Der Tenor: Reform der Kirche fängt bei uns selbst an. Zurück zu Christus, zurück zu den Quellen, zurück zu einer bescheideneren Kirche. Das ist das eine.

Das andere ist: Fühlt euch als Teil der Weltkirche, in Verbindung mit dem Papst. Was kaum einem auffiel: In einer Stegreif-Rede an Priesteramtskandidaten in Freiburg am Samstag deutete der Papst die Formel „Wir sind Kirche“ (so heißt auch ein kirchenkritischer Verband) auf seine Weise.

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Er riet den Seminaristen:



„das Hinausschauen über das konkrete, beschränkte „wir“ ins große „wir“ der Kirche aller Orte und Zeiten hinein; dass wir uns nicht allein zu Maß nehmen. Wenn wir sagen: Wir sind Kirche, ja - es ist wahr. Wir sind es, nicht irgendjemand. Aber das „wir“ ist weiter als die Gruppe, die das gerade sagt! Das „wir“ ist die ganze Gemeinschaft der Gläubigen, heute und aller Orten und Zeiten.Wir sind Kirche: Seien wir es, seien wir es gerade dadurch, dass wir uns öffnen und hinausgehen über uns selber und es mit den anderen sind.“(rv)


Glaube ist mehr als Tradition ...

In der volkskirchlich geprägten Eifel hatte katholisches Christsein eine große Breitenwirkung: Man wurde und blieb Christ allein durch Geburt und Tradition; der Glaube selbst stand fraglos da. Im derzeitigen Übergang zu einer neuen Weise, Kirche zu sein, wird man immer mehr Christ werden und vor allem bleiben aus Einsicht und Entscheidung. Wer Glaube nur als Tradition und ohne Inhalt wahrnimmt, wird auf Dauer nicht bestehen können.

Glaubensbildung geschieht heute immer weniger durch Tradition, dafür aber immer mehr durch Glaubensvertiefung: Denn der Glaube selbst ist fragwürdig geworden und verlangt nach neuen, zeitgemäßen Antworten. Christen sind deshalb heute mehr denn je eingeladen, eine eigene Sprache für ihren Glauben zu finden, auskunftsfähig zu werden, Rede und Antwort stehen zu können über das, was sie im Innersten bewegt.

Darum ist es wichtig sich in den Gremien der Pfarren bzw. des Pfarrverbands nicht nur mit Strukturfragen und organisatorischen Dingen zu befassen. Es sollte einmal wieder intensiv in den Blick genommen werden, was Kirche eigentlich ausmacht - nämlich der christliche Glaube selbst. Darum möchte ich noch einmal Papst Benedikt XVI.  zitieren: “
Zurück zu Christus, zurück zu den Quellen, zurück zu einer bescheideneren Kirche“.

Auf dem Gebiet der Glaubensvertiefung muss in nächster Zeit also noch einiges unternommen werden. Die Mitglieder der Kontaktgruppen (vormals Pfarrgemeinderäte) müssen die Gemeindemitglieder anregen, miteinander über ihren Glauben ins Gespräch zu kommen, darüber nachzudenken, neu zum Gebet und zum geistlichen Leben zu finden.  Diese  Gremien sollten sich bemühen, nach und nach diesbezüglich einige interessante Veranstaltungen anzubieten. 


Mit anderen Menschen über den Glauben reden
Hier ist ein Angebot für Sie:




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