Dienstag, 27. September 2011

Wort Gottes für den Tag - Mittwoch 28. September 2011

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Jetzt ganz hier sein und nur das tun, was wir gerade tun: Dazu sind wir immer wieder eingeladen – und gleichzeitig scheint es manchmal eine der schwierigsten Aufgaben zu sein. Die Gedanken schweifen, die Probleme drücken, die Aufgaben warten. Jetzt ganz hier sein und sich ganz auf das Heute konzentrieren. Weder zurückschauen noch in die Zukunft planen, dazu fordert auch Jesus im Evangelium auf, wenn er sagt: Keiner, der zurückblickt, taugt für das Reich Gottes.


Als sie auf ihrem Weg weiterzogen, redete ein Mann Jesus an und sagte: Ich will dir folgen, wohin du auch gehst. Jesus antwortete ihm: Die Füchse haben ihre Höhlen und die Vögel ihre Nester; der Menschensohn aber hat keinen Ort, wo er sein Haupt hinlegen kann. Zu einem anderen sagte er: Folge mir nach! Der erwiderte: Lass mich zuerst heimgehen und meinen Vater begraben. Jesus sagte zu ihm: Lass die Toten ihre Toten begraben; du aber geh und verkünde das Reich Gottes! Wieder ein anderer sagte: Ich will dir nachfolgen, Herr. Zuvor aber lass mich von meiner Familie Abschied nehmen. Jesus erwiderte ihm: Keiner, der die Hand an den Pflug gelegt hat und nochmals zurückblickt, taugt für das Reich Gottes. (Lk 9,57-62)


Verstehen Sie Jesus? Da möchte ihm ein Mensch nachfolgen und äußert den verständlichen Wunsch, zuerst noch seinen Vater zu begraben, und Jesus sagt einfach „Nein!“ Ein anderer möchte sich nur kurz verabschieden und es folgt ein ebenso klares „Nein!“

Ist es nicht ein Werk der Barmherzigkeit, die Toten zu begraben? Ist es nicht normal, wichtig und ein Zeichen der Achtung, sich von der Familie zu verabschieden?

Jesus sieht das hier wohl anders: „Keiner, der die Hand an den Pflug gelegt hat und nochmals zurückblickt, taugt für das Reich Gottes.“ Wie sollen wir das verstehen? Vielleicht kann das Wort von Kohelet: „Alles hat seine Zeit“ uns dabei auf die richtige Spur bringen. Die Tradition kennt hier den griechischen Begriff „kairos“, - den einen richtigen Moment für eine Entscheidung - ist er vergangen, kehrt er nicht wieder. Im Evangelium erscheint so ein Moment, der „kairos“. Zwei Männer treffen auf Jesus und haben hier und jetzt die Chance, ihm nachzufolgen. Doch sie sind so mit ihrer Vergangenheit beschäftigt, mit ihren Aufgaben, dass sie nicht erkennen können, was jetzt wichtig ist.

So können wir Jesu Wort als Hinweis darauf verstehen, dass es notwendig ist, den jetzigen Augenblick zu leben und mit wachem Blick immer wieder zu entscheiden, was hier und jetzt dran ist, damit der „kairos“ des Augenblicks, in dem er zu uns spricht, in dem er uns nahe sein will, nicht ungenutzt verstreicht. (Claudia Schneider )

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