Mittwoch, 26. Oktober 2011

Hören – Tiefer Hören – Mit dem Herzen hören - Den Anruf Gottes in meinem Leben hören


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Stille


Wenn heute die Forderung nach Stille stärker geäußert wird, verbirgt sich dahinter kein methodischer Trick, unruhige und nervöse Kinder ruhig zu bekommen und zu disziplinieren. Vielmehr ist die Erfahrung prägend, dass nur aus der Stille heraus ein tiefes Hören möglich wird, dass die Stille die Voraussetzung für ein tieferes Aufnehmen und Bedenken unserer Wirklichkeit ist.

Stille hat eine innere Kraft, die den Menschen ganz zu sich selbst führt und zugleich weit über ihn hinausweist. Stille kann heilen und stärken, kann die innersten Fähigkeiten und Gefühle bewusst machen, die innere Kraft eines Menschen erwecken. Stille räumt die Oberflächlichkeit des Alltags beiseite: Hinter all den Alltagsgeräuschen, hinter der beständigen Kulisse von Lärm und akustischen Reizen, die uns in unserer Kultur heute umgibt, wird etwas Tieferes erfahrbar. Stille ist die Chance zu geistigem Wachstum.

Stille als Weg

Somit ist die Stille nicht selbst das Ziel. Es geht nicht um Stillsein als eigenen Wert, sondern darum, durch die Stille zu tieferen Werten zu finden. Stille ist also der Weg, nicht das Ziel. Alle Religionen, die östlichen in besonderer Weise, aber auch Teile der christlichen Tradition, haben die Stille so erfahren und für religiöse Erfahrungen nutzbar gemacht.

Den meisten Menschen ist Stille zuerst einmal fremd, leben sie doch in einer Welt vielfältiger Geräusche auf, in der es richtige Stille kaum gibt. Dennoch lassen sich die meisten überraschend gern auf Stilleübungen ein, sind dann sogar dankbar für solche „stillen Zeiten“. 



Hören

 
Wo Stille ist, dort erst kann gehört werden. Es geht auch bei der Begegnung des Menschen mit Gott zuerst einmal nicht um das Reden des Menschen, sondern darum, dass er still wird, dass er „ein Hörer“ wird, ein „Hörer des Wortes“. Erst in der Stille wird der Mensch offen für das in unserer lauten Welt oft unscheinbare Wort Gottes, für den inneren Frieden, für den Weg der Religion.





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Gott, Lass, mich still werden,
um uns sind viele Geräusche und Stimmen.
Und du bist leise.

Gott,
in mir ist oft so viel Lärm,
Melodien, Träume, laute Sehnsüchte,
Streit, Rede und Widerrede.
Und du bist leise.

Viele Menschen rufen jeden Tag nach mir.
Was wollen sie schon wieder?
Manchmal ist es schön und gut,
manchmal ist es schwer und lästig.
Und du bist leise.

Lass mich still werden,
dass ich innen höre,
mit dem Herzen höre,
und wenn es noch so dunkel ist,
wenn ich mutlos oder lustlos bin.

Rufe mich,
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ich will hören.
Sag mir, dass du da bist.

Und ich will hören,
ich will auf dich hören,
ich will tun, was ich höre.
 

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