Donnerstag, 20. Oktober 2011

Wort Gottes für den Tag 21. Oktober 2011

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 Jesus sagte zu den Leuten: Sobald ihr im Westen Wolken aufsteigen seht, sagt ihr: Es gibt Regen. Und es kommt so. Und wenn der Südwind weht, dann sagt ihr: Es wird heiß. Und es trifft ein. Ihr Heuchler! Das Aussehen der Erde und des Himmels könnt ihr deuten. Warum könnt ihr dann die Zeichen dieser Zeit nicht deuten? Warum findet ihr nicht schon von selbst das rechte Urteil?


Wenn du mit deinem Gegner vor Gericht gehst, bemüh dich noch auf dem Weg, dich mit ihm zu einigen. Sonst wird er dich vor den Richter schleppen und der Richter wird dich dem Gerichtsdiener übergeben, und der Gerichtsdiener wird dich ins Gefängnis werfen. Ich sage dir: Du kommst von dort nicht heraus, bis du auch den letzten Pfennig bezahlt hast. (Lk 12,54-59)



„Die Zeichen der Zeit erkennen“ – das ist ein geflügeltes Wort geworden; kaum jemand weiß, dass es ein biblisches Wort ist. Wer die Zeichen der Zeit erkennt, versteht Zusammenhänge, erkennt Entwicklungen und sieht, was wichtig für die Zukunft ist. Im Rückblick sagt sich leicht: Das konnte nicht gut gehen! Aber die Gegenwart zu deuten und an der Zukunft zu bauen, das ist tägliche Arbeit. Wir erleben heute manche ungute Entwicklung; den wunden Punkt zu erkennen und entsprechend zu handeln, das ist eine Herausforderung.

Was sind die Zeichen der Zeit? Im Hinblick auf die Person Jesu hatten die Menschen damals schon viele Zeichen gesehen: Kranke werden geheilt, Tote stehen auf, den Armen und Ausgestoßenen wird ihre Würde wieder gegeben. Er selbst bezieht schon zu Beginn seines öffentlichen Wirkens die Prophezeiung des Jesaja auf sich: „Heute hat das Schriftwort ... sich erfüllt.“ (Lk 4,21) Mit ihm hat das Reich Gottes begonnen und kann sich entfalten, wenn – ja, wenn die Menschen die Zeichen der Zeit erkennen und umkehren, um Jesus, seinem Wort und seinem Beispiel, zu folgen. 


Und heute: Nach wie vor ist das Reich Gottes nahe. Die Zeichen der Zeit aber geben Anlass zur Sorge: Die Umwelt ist in Gefahr, die Schere zwischen Arm und Reich geht weiter auseinander, die Würde des Menschen ist vielfach in Frage gestellt. Paulus bringt in der Lesung auf den Punkt, woran es fehlt: Nicht der Mensch ist das Maß aller Dinge, sondern „e i n Gott und Vater aller, der über allem und durch alles und in allem ist“. Welchen Platz geben wir Gott in unserer Welt und in unserem ganz persönlichen Leben?

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