Sonntag, 9. Oktober 2011

Unser tägliches Brot gib uns (nicht nur) heute

Wie schon am vergangenen Wochenende standen auch an diesem Sonntag in einigen Kirchen des Pfarrverbands die Gottesdienste im Zeichen des Dankes für die Lebenserhaltenden Gaben Gottes, so in Burg Reuland und in Bracht. Sehen Sie dazu eine Fotonachlese (Fotos von Ludwig Wirtzfeld)


Ein Erntedankfest kannten schon die alten Israeliten, die jährlich an einem festgesetzten Tag die Erstlingsgarbe der Gerstenernte Gott zum Opfer brachten. Wer Gott für die Ernte und die Nahrung zum täglichen Leben dankt, macht damit deutlich, dass er zwar Mühe und Arbeit in den Gewinn und die Produktion der Nahrung investieren kann, dass er Wachsen und Gedeihen aber dennoch nicht in der Hand hat und somit letztendlich sein Leben nicht sich selber, sondern Gott verdankt. Sehen Sie Fotos aus der Kirche von Bracht:


Ein fruchtbares Feld, günstige Witterung, eine gute Ernte bleiben weitestgehend etwas Unverfügbares. Die Grundlagen des Lebens gehören uns nicht. Weder die Luft, die wir atmen, noch das Wasser, das wir trinken noch die Erde, die wir bebauen. Das vergessen wir, weil wir nicht mehr säen und ernten müssen. Das vergessen wir, weil unsere Lebensmittel von überallher kommen. Das vergessen wir in den Gängen der Supermärkte, in den Geschäften und an den Kassen. Dort erfahren wir etwas anderes: dass man alles kaufen kann und der einzige Mangel der Mangel an Geld ist. 

 
Sinn und Ursprung des Erntedankfestes allerdings sind vielen Menschen heute, zumal dort, wo kein unmittelbarer Kontakt zu Acker und Boden vorhanden ist, problematisch geworden: auf der einen Seite erleben die wenigsten Großstädter Säen und Ernten noch aus eigener Anschauung. Treibhäuser und Düngemittel lassen die Obst- und Gemüseerträge von ungünstiger Witterung unabhängiger werden, und durch das reiche Angebot an Importwaren genießen wir, was andere Menschen gesät und geerntet haben und was ihnen selbst oft auch vorenthalten bleibt. Text Quelle: http://www.petrus-giesensdorf.de / Pfarrer Michael Busch

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