Donnerstag, 27. Oktober 2011

Vorbereitungstreffen zur 28. Sternsingeraktion in Bütgenbach


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Sternsinger bald wieder als Türöffner unterwegs


von Lothar Klinges

Am Dienstagabend fanden sich etwa 70 Verantwortliche aus vielen Ortschaften der Deutschsprachigen Gemeinschaft zu einem Treffen im Franziskanerinnenkloster „Jungfrau der Armen“ in Bütgenbach ein, um die Sternsingeraktion 2012 vorzubereiten.


Müssten Sternsinger wie beim heiteren Berufe-Raten eine typische Handbewegung machen, läge es nahe, ein Klopfzeichen zu geben. Jeder Hausbesuch, den jährlich etwa 1200 Kinder aus 57 Dörfern und Städten in Ostbelgien mit dem Stern von Bethlehem machen, beginnt damit, an Haus- und Wohnungstüren anzuklopfen bzw. anzuklingeln.

Im Januar 2012 werden die Sternsinger(innen) zum 28. Mal durch die neun ostbelgischen Pfarrverbände ziehen – gleichzeitig geht die Aktion neue Wege. Die Rede ist vom Aktionsplakat zum Thema Kinderrechte, das sich in Optik und Ansprache von seinen Vorgängern unterscheidet.

Im Mittelpunkt der Sternsingeraktion stehen die Kinder: Kinder in Entwicklungsländern, aber auch Kinder in Ostbelgien, die bereit sind, sich für Gleichaltrige in den Ländern des Südens stark zu machen. „Gerade im Brückenschlag der Solidarität von Kindern für Kinder liegt die Seele des Sternsinger-Gedankens“, erklärte Myriam Hennes,

Die Sternsinger sind mit ihrem tatkräftigen Einsatz für andere Kinder Türöffner. Sie klopfen in den Häusern an die Herzenstür vieler Menschen. Mit ihrem Einsatz verstärken sie den O-Ton des Herzensanliegen Jesu für eine gerechtere Welt, damit Kinder zu ihrem Recht kommen. Ihr Anklopfen ist wie ein Pochen, das nicht verhallen will.

Wie in den vergangenen Jahren oblag es wieder Pfarrer Claude Theiss aus Schönberg die Träger(innen) der Aktion 2012 anhand einer Katechese „zur Mitte zu führen“ und sie inhaltlich auf das Ereignis vorzubereiten. Das Motto der diesjährigen Aktion knüpft an das biblische Leitwort an: „Wer anklopft, dem wird geöffnet.“ Anklopfen – öffnen. Bitten – erhören. Diese klaren Bilder in den Worten Jesu sind nah am Leben der beteiligten Kinder und Jugendlichen, betonte Claude Theiss. „Die Sternsinger gehen von Haus zu Haus, klopfen an und bitten um Gehör. Wenn ihnen Türen geöffnet werden, erleben sie, dass Menschen sich bewegen lassen, anderen zu helfen.“ So verbinde das Motto der Aktion das Tun der Sternsinger mit dem Einsatz für Kinder in der Einen Welt.

Nicht zuletzt auch anhand eines eindrucksvollen und hoffnungsfrohen Dokumentarfilms wurde deutlich, wie Türen für Kinder in Not in Nicaragua geöffnet werden. „Abschaum der Menschheit“ werden Straßenkinder in diesem Land genannt. In verschiedenen Zentren wird ihnen die Möglichkeit geboten, ihrem harten Leben zumindest zeitweise zu entfliehen.


Die Sternsinger/innen in Ostbelgien unterstützen mit ihrer Aktion im Januar 2012 den Neubau eines Mädchenheims in Nicaragua. „Vor allem Mädchen leiden unter Missbrauch und Gewalt“, erklärte Myriam Hennes. In diesem Haus finden Mädchen Schutz und Hilfe. Ein zweites Projekt, das von Ostbelgien aus unterstützt wird, ist der Bau eines Zentrums für Kinder, die bereits in jungen Jahren hart arbeiten müssen und denen es verwehrt ist, eine Schule zu besuchen. Das Zentrum möchte diese Kinder fördern, damit sie bei einer späteren schulischen Ausbildung den Anschluss nicht verpassen.

Die Sternsingeraktion erbrachte im Januar 2011 insgesamt 79.741,73 Euro in Ostbelgien. Im Jahr 2010 wurden bei der Aktion 65.530,75 Euro in der DG gesammelt. Damit lag der Betrag 2011 um 14.210 Euro über den Erlös von Januar 2010.

ECHOS

Elvira Schoffers-Küpper (46) aus Weywertz leitet seit vier Jahren zusammen mit Doris Henkes die Sternsingeraktion in ihrer Pfarre. „Durch meine eigenen Kinder bin ich mit der Sternsingeraktion in Berührung gekommen. Ich habe mich mitverantwortlich gefühlt, die Aktion auch mit den anderen Kindern tatkräftig zu unterstützen. Seit einigen Jahren wird diese Aktion auch mit einem Film den Kindern sehr nahe gebracht, was mir sehr gut gefällt. Die Kinder spüren noch besser, worum es im Grunde geht. Ich freue mich, dass zahlreiche Eltern die Aktion bei uns mit unterstützen. Ich stelle fest, dass die Kinder viel seltener abgewiesen werden, wenn sie von Erwachsenen bei der Aktion begleitet werden. In vielen Häusern werden sie herzlich aufgenommen, man bietet ihnen Kakao und sogar ein Essen an. Wichtig ist mir bei der Aktion, dass die Kinder genau wissen, weshalb sie daran teilnehmen.“

Caroline Spoden aus Montenau nahm zum ersten Mal am Vorbereitungstreffen in Bütgenbach teil. Für die 17-jährige Schülerin am Maria-Goretti-Institut St.Vith ist es vor allem die Gemeinschaftserfahrung der Sternsinger, die ihr zusagt. „Ich finde es gut, dass die Kinder und Jugendlichen nicht allein, sondern in Gruppen von Haus zu Haus gehen. Wichtig ist es, dass die Kinder genau informiert werden, aus welchem Geist heraus sie an der Aktion teilnehmen.“

Horst Reiter (42) aus Manderfeld leitet seit fast zwanzig Jahren die Sternsingeraktion in der Lambertuspfarre. Als Verantwortlicher der örtlichen Ministrantengruppe lag es nahe, diese Aktion zu organisieren, nachdem sie von der Schule der Messdienergruppe übertragen wurde. „Es ist eine sehr gute Sache, dass Kinder Kindern in Not helfen. Die Katechese, die wir mit den Jungen und Mädchen in der Vorbereitung auf die Aktion durchführen, ist sehr wichtig, um sie gut auf das Projekt vorzubereiten.

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