Freitag, 7. Oktober 2011

Wort Gottes für den Tag, 8. Oktober 2011





Ihr seid alle durch den Glauben Söhne Gottes in Christus Jesus. Denn ihr alle, die ihr auf Christus getauft seid, habt Christus als Gewand angelegt. Es gibt nicht mehr Juden und Griechen, nicht Sklaven und Freie, nicht Mann und Frau; denn ihr alle seid «einer» in Christus Jesus. Wenn ihr aber zu Christus gehört, dann seid ihr Abrahams Nachkommen, Erben kraft der Verheißung. (Gal 3,26-29)

Mit uns Menschen ist es oft wie im Märchen „Des 
Kaisers neue Kleider“: Wir tragen stolz unsere Anständigkeit, unsere Leistungen, unsere Fähigkeiten vor uns her, aber am Ende genügt manchmal ein Kind, um hinter die Fassaden zu schauen, dann sind wir, wie der Kaiser im Märchen, am Ende nackt, steckt hinter all den Fassaden auch nur ein Mensch mit seinen Ängsten, seinem Versagen und Scheitern, mit seiner Schuld. Am Ende sind wir alle gleich und auf die Barmherzigkeit Gottes angewiesen. 

Dass alle Menschen gleich und gleichberechtigt sind, können wir schon im Alten Testament lesen, wo es heißt, dass der Mensch als Ebenbild Gottes erschaffen wurde. Damit erlangen alle Menschen auch im religiösen Sinn eine unantastbare Würde. Aber auch im Neuen Testament wird diese Thematik an
verschiedenen Stellen aufgegriffen: Heute hören wir den Völkerapostel Paulus, der in seinem Brief an die Galater davon spricht , dass durch den Glauben an Jesus Christus alle Unterschiede zwischen Menschen aufgehoben werden. Auch alle Unterscheidungen, die es zwischen den Menschen gegeben hat wie Mann und Frau, Jude und Grieche, Sklave und Freier, werden bedeutungslos. In der Urkirche herrschte die Überzeugung, dass es keine Unterschiede mehr zwischen den Menschen gibt; nach diesem Prinzip wurde in den ersten urchristlichen Gemeinden auch gehandelt. Von der Überwindung der Kluft zwischen Männern und Frauen zeugt die Tatsache, dass neben den Männern auch Frauen kirchliche Ämter übernahmen.

Für uns heute gilt zu überlegen, wo es in unserem Alltag Klüfte gibt und in welchen Bereichen wir selbst einen Beitrag leisten können, für die Einheit und Gleichheit aller Menschen im Namen Jesu Christi einzustehen. Letztlich wird es nur einen Weg geben, die zwischen den Menschen bestehenden Unterschiede und Spaltungen zu beseitigen: Nur wenn wir „einer in Christus sind“ dann und nur dann werden wir alle eins sein untereinander.

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