Dienstag, 8. November 2011

9. November: Weihetag der Lateranbasilika

-->

„Mutter und Haupt aller Kirchen des Erdkreises“ – so lautet der feierliche Titel der Lateranbasilika in Rom, deren Weihetag wir katholischen Christen heute begehen. Sie ist die älteste Papstkirche und symbolisiert bis heute als mächtiger Bau aus Steinen die weltumspannende Einheit der Kirche.

Die Lateranbasilika – eine Kirche mit einer langen Geschichte. Im Jahr 324 wurde sie eingeweiht. Brand, Erdbeben und Plünderungen hat sie erlebt und musste im Lauf der Jahrhunderte immer wieder restauriert werden. „Ecclesia semper reformanda“ (die Kirche muss immer wieder erneuert werden) – so heißt ein altes Wort, an das ich heute besonders denke.

Aber das Symbol aus Stein allein ist nicht entscheidend. Unsere Kirche hat auch als Glaubensgemeinschaft eine Geschichte, auch sie hat Erschütterungen und Katastrophen erlebt und erlebt sie noch. Die Lesungstexte erinnern uns daran, dass es auf das Leben der Kirche ankommt, und dazu kann jeder von uns viel beitragen.

Der Apostel Paulus schreibt an die Gemeinde in Korinth:
Wir sind Gottes Mitarbeiter; ihr seid Gottes Ackerfeld, Gottes Bau. Der Gnade Gottes entsprechend, die mir geschenkt wurde, habe ich wie ein guter Baumeister den Grund gelegt; ein anderer baut darauf weiter. Aber jeder soll darauf achten, wie er weiterbaut. Denn einen anderen Grund kann niemand legen als den, der gelegt ist: Jesus Christus. Ob aber jemand auf dem Grund mit Gold, Silber, kostbaren Steinen, mit Holz, Heu oder Stroh weiterbaut: das Werk eines jeden wird offenbar werden; jener Tag wird es sichtbar machen, weil es im Feuer offenbart wird. Das Feuer wird prüfen, was das Werk eines jeden taugt. Hält das stand, was er aufgebaut hat, so empfängt er Lohn. Brennt es nieder, dann muss er den Verlust tragen. Er selbst aber wird gerettet werden, doch so wie durch Feuer hindurch.  Wisst ihr nicht, dass ihr Gottes Tempel seid und der Geist Gottes in euch wohnt? Wer den Tempel Gottes verdirbt, den wird Gott verderben. Denn Gottes Tempel ist heilig, und der seid ihr (1 Kor 3,9-17).


Es macht mir Mut, dass es die Kirche immer noch gibt, weil der Herr selbst sie leitet und mit ihr unterwegs ist, der vom Niederreißen und Neubau des Tempels sprach. Es ermutigt mich, dass an bestimmten Stationen dieser Geschichte Veränderungen und Erneuerungen geschahen, damit die Kirche ihrem Ursprung treu bleiben konnte.

Der heutige Weihetag ist ein Tag, an dem wir uns das neu ins Bewusstsein rufen dürfen. Bitten wir den Herrn, dass wir als Kirche wieder neues Leben spüren.

Keine Kommentare: