Mittwoch, 30. November 2011

Bereitet dem Herrn den Weg – Eine Übersicht der Gottesdienste im Monat Dezember

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Die Lesungen der beiden ersten Adventssonntage klingen recht herb und herausfordernd. Da passen die Schrifttexte der ersten Werktage viel eher zu unserem gewohnten Adventsgefühl – und genau das mahnt zur Vorsicht: Vorsicht, dass wir nicht nur das Gewohnte erhoffen und erwarten und ganz vergessen und übersehen, dass in diesem Advent Gott selber auf uns zukommen will, dass er das Leben von Grund auf verändern und erneuern möchte.

 

Donnerstag, 1. Dezember

Wir sind mitten in der 2. Adventswoche. In den Lesungen spricht der Prophet Jesaja zum Volk Israel (und zu uns): „Öffnet die Tore, damit ein gerechtes Volk einziehen kann, das die Treue wahrt und dessen Sinn standhaft ist. Vertraut allezeit auf den Herrn, denn der Herr ist ein ewiger Fels.“ Dieses alte Lied bei Jesaja (26,2.4) ist viel mehr als das Signal zum Öffnen des ersten Türchens im Adventskalender. Es spricht von einem Gott, der den Unterdrückten und Armen Recht verschafft. Das Vertrauen auf Gott, der kommt, der unerwartet kommt, der schon da ist, der uns begegnet in den Menschen, die mit uns leben, in den vielen Völkern und Rassen – auch in den Menschen, die durch HIV infiziert oder schwer erkrankt sind.

Heute, am Weltaidstag, rufen uns verschiedene Organisationen rund um den Globus dazu auf, Solidarität mit Infizierten, Kranken und den ihnen Nahestehenden zu zeigen. Solidarität schaut nicht zuerst auf Erfolg; Solidarität hält die Treue. So verkündet sie einen Wesenszug Gottes, der „ein ewiger Fels“ ist.

Freitag, 2. Dezember

Es ist, als würde der weltliche Kalender die Themen des Advent aufgreifen: Der Internationale Tag zur Abschaffung der Sklaverei fällt auf den Herz-Jesu-Freitag im Advent und fordert uns auf, die Unantastbarkeit der Würde aller Männer, Frauen und Kinder zu betonen. „Niemand darf in Sklaverei oder Leibeigenschaft gehalten werden.“ So steht es im Artikel 4 der allgemeinen Erklärung der Menschenrechte. Die Abschaffung der Sklaverei bleibt höchste Priorität der Vereinten Nationen. Dabei geht es keineswegs bloß um rechtliche und strafrechtliche Schritte: Wir können zur Abschaffung der Sklaverei beitragen, indem wir die sozialen Bedingungen verändern helfen, die Menschen für Ausbeutung anfällig machen, und indem wir Menschen helfen, die Kontrolle über ihr eigenes Leben zu erlangen. Menschen sind kein Eigentum.

Treffendes sagt dazu Jesaja in der Lesung: Allen Armen und Demütigen, allen Ausgebeuteten, Blinden und im Dunkeln Sitzenden, allen ungerecht behandelten Menschen wird das Heil verkündet. „Nur noch kurze Zeit, dann verwandelt sich der Libanon in einen Garten“ (Jes 29,17).

„Nur noch kurze Zeit“ – bei Gott gibt es keine Zeit, dennoch birgt jeder neue Tag die Chance, an der Verwandlung zur Freiheit, zum Licht, zur Freude, zum Leben mitzuwirken.

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2. Woche im Advent:

Vertraut auf den Herrn, schöpft Kraft



Montag, 5. Dezember

1985 erklärten die Vereinten Nationen den 5. Dezember zum Welttag des Ehrenamts. Genau genommen heißt er „Internationaler Tag der Freiwilligen für wirtschaftliche und soziale Entwicklung“. Dieser Tag würdigt den Einsatz und das Engagement aller Freiwilligen weltweit.

Stellen wir uns eine Welt ohne Freiwillige vor! Es wäre eine Welt, in der jeder alles nur noch für Geld erledigt. Gewiss auch eine Welt, in der noch viel weniger gelacht wird, in der lokale Gemeinschaften auseinanderfallen. Laut einer Umfrage von 2006 sind drei von zehn Europäern ehrenamtlich tätig. Eine Studie der John Hopkins Universität (USA) zählt in 37 Ländern über 140 Millionen Menschen, die in Vollzeit ehrenamtlich tätig sind. Würden die Ehrenamtlichen also einen eignen Staat bilden, gehörte er zu den bevölkerungsreichsten Staaten der Welt! Gäbe es keine Ehrenamtlichen, würde die Weltbevölkerung deutlich schrumpfen, ebenso die globale und unsere lokale Wirtschaft, und Millionen Angestellte wären ihre Jobs los. Obwohl das Ehrenamt so große soziale, wirtschaftliche und menschliche Bedeutung hat, wird es von der Allgemeinheit und den Entscheidungsträgern gerne übersehen. Dabei sind Freiwilligenarbeit und Ehrenamt „in“!


Dienstag, 6. Dezember / Hl. Nikolaus


Über viele Christen auch von denen der ersten Jahrhunderte sind wir gut informiert. Es gibt Märtyrerakten und andere schriftliche Zeugnisse. Vom heiligen Nikolaus, der in der ersten Hälfte des 4. Jahrhunderts lebte, gibt es keine zeitgenössischen Schriften. Erst einige Jahrhunderte später hat ein Mönch eine Nikolausvita geschrieben.


Auf Grund dieser Vita lässt sich für uns nicht mit letzter Sicherheit sagen, welche der zahlreichen Geschichten, die wir von Nikolaus kennen, historisch ist, welche nicht. Mit Sicherheit aber lässt sich sagen, Nikolaus war weder ein Schreckgespenst, so wie er zumindest in der Vergangenheit immer wieder hingestellt wurde. Er war auch keine farblose, maskenhafte Gestalt, wie es die heutigen Weihnachtsmänner sind, sondern ein Christ, dem es ernst war mit seinem Glauben und der mit beiden Beinen auf der Erde gestanden ist und der deshalb auf seine Mitmenschen einen großen Eindruck machte. „Nikolaus“ feiern bedeutet, uns damit auseinanderzusetzen, was Nachfolge Jesu bedeutet.


Mittwoch, 7. Dezember

Ein Bienenkorb symbolisiert seinen Fleiß und seine Gelehrsamkeit; das Buch kennzeichnet ihn als Lehrer und Kirchenvater, die Geißel als erfolgreichen Kämpfer gegen Irrlehren: Wir feiern den heiligen Ambrosius.

„Den unergründlichen Reichtum Christi verkündigen“, dieses Wort aus dem Epheserbrief kann als Leitwort über dem Lebenswerk des heiligen Ambrosius stehen. Ambrosius empfand sein Bischofsamt nicht  als etwas wofür er sich rühmen müsste, sondern als große Aufgabe und als Dienst für Gott und die Menschen. Von ihm wird berichtet, dass er ein hervorragender Redner gewesen sei und kompromisslos den Glauben der Kirche verteidigte. Als Bischof von Mailand hat er das kulturelle Leben seiner Zeit wie kein zweiter geprägt: als Hymnendichter und Prediger ebenso wie als Seelsorger und Kirchenpolitiker. Er zog mit seinem Charisma Menschen in seinen Bann. Er war ein begnadeter Prediger und gehört zu den vier großen abendländischen Kirchenvätern. Seit dem 11. Jahrhundert wird der Tag seiner Bischofsweihe als sein Gedenktag gefeiert.

Das ist schon sehr viel, was wir über Ambrosius wissen. In den Verzeichnissen der Heiligen der Kirche wird Ambrosius als der Patron der Wachszieher und Bienenzüchter aufgelistet. Mit dem Honig und mit dem Imkern hat Ambrosius aber nie etwas zu tun gehabt. Vielleicht hat er ja gerne Honig gegessen, wir wissen es nicht. Aber fleißig wie die Bienen war er, der Patron der Imker auf jeden Fall.

Donnerstag, 8. Dezember


Hochfest der ohne Erbsünde empfangenen Jungfrau
und Gottesmutter Maria


Maria ist aller Ehren wert – aber unbefleckt, makellos, ohne Erbsün­de empfangen: diese Ausdrücke machen uns zugegebenermaßen etwas hilflos. Das heutige Marienfest wurde zwar erst durch den Franziskanerpapst Sixtus IV. 1476 für die ganze Kirche übernommen, aber der feste Glaube und die Verehrung der Gottesmutter sind we­sentlich älter. Maria ist eine von uns, ganz Mensch. Glanz und Ehre hat sie nur von ihrem Sohn Jesus Christus her. In ihr feiert die Kirche die Mütterlichkeit in Reinform. In Maria ist die ganze Menschheit dem Gottessohn Jesus Christus unmittelbar nahe, hautnah sozusagen. Wir feiern heute Maria als die von uns, die uns wie niemand sonst zur Heiligkeit und Christusliebe einlädt.

Samstag, 10. Dezember

Der Prophet Elija, ein „Mann wie Feuer“, trat auf, um den Glauben an den lebendigen Gott wiederherzustellen. Die Lebendigkeit Gottes wird sichtbar, indem wir Menschen mit Würde, Liebe und Anerkennung begegnen. Das ist unsere Lesart des Internationalen Tages der Menschenrechte. „Der Mensch braucht auf der Welt nicht irgendeine Sache, sondern irgendjemanden, der ihm Bedeutung und Wertschätzung schenkt“, sagte Msgr. Etchegaray zur Eröffnung des Weltkongresses von Justitia et Pax 1998. 


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3. Woche im Advent:

Ein neuer Himmel, eine neue Erde

 

 

 

Mittwoch, 14. Dezember

Jesaja spricht uns heute Trost und Hoffnung zu: Gott wird kommen. Er ist unser Gott, und außer ihm gibt es keinen Gott, der uns Heil und Kraft schenkt, der sich uns zuwendet in seiner Größe und in seiner Demut. Seine Liebe wird sichtbar in den vielen Gaben, die uns tagtäglich stärken, die uns durch Finsternis und Leere tragen, die uns die Schöpfung als Gabe Gottes erfahrbar machen.

Juan de Ypes, besser bekannt als Johannes vom Kreuz, dessen Gedenktag wir heute feiern, war erfüllt vom Glauben an den einzigen Gott. Der Mann schloss sich Mitte des 16. Jahrhunderts dem Karmeliterorden an und unterstützte als Eremit das Reformwerk der Teresa von Avila. Gott war seine Kraft gegen alle Widerstände und machte ihn frei, immer wieder der neuen Vision zu folgen. Die von Juan betriebene Reform führte im Orden zu einem Konflikt, dem die Trennung in „beschuhte“ und „unbeschuhte Karmeliter“ folgte.

Juan wirkte als Seelenführer und verfasste viele Werke der Mystik. Sein Beiname „vom Kreuz“ deutet die Mühen und feindseligen Behandlungen an, die sich durch sein ganzes Leben zogen. 1591 starb er im Kloster Úbeda, erst 1726 wurde Johannes vom Kreuz durch Papst Pius XI. heiliggesprochen und zum Kirchenlehrer ernannt.

Donnerstag, 15. Dezember

Der schiefe Turm von Pisa ist der bekannteste Glockenturm der Welt. Schon 1173, gleich zu Beginn seines Baus, begann er sich einseitig zu senken, weil das Fundament in zu weichem Boden gelegt war. Über Jahre hat man ihn immer wieder zu stützen versucht; zuletzt neigte sich der Turm mehr als fünf Meter aus seiner Achse. 1990 wurde er aus Sicherheitsgründen geschlossen; den Restauratoren gelang es, die Neigung um 44 Zentimeter zu korrigieren, sodass die Turmspitze (wie 1838) „nur noch“ 4,1 Meter aus dem Lot steht.

Warum ich das alles erzähle? Weil heute beide Bibeltexte vom „Wanken“ und „Schwanken“ reden: Die Lesung zeichnet das Bild eines erbarmenden Gottes, dessen Zorn nicht von Dauer ist, wohl aber sein Bund. Der wankt nicht. Darum bietet Gott jedem Menschen eine Chance, will jeden „aufrichten“. Das ist auch die Sendung Johannes des Täufers, der alles andere ist als ein schwankendes Schilfrohr: Der Bote Gottes ruft mit aller Klarheit Gottes Bund in Erinnerung, bahnt Gott den Weg. Das ist für die einen Verheißung, für die anderen Gericht.


4. Woche im Advent: Selig ist die, die geglaubt hat


Das Geheimnis von Weihnachten: Um in das Geheimnis des Kommens Gottes in unsere Welt hineinzufinden, schenkt uns die Kirche die Wochen der Adventszeit. Am Sonntag hat nun die vierte und letzte Woche begonnen. Wir sind diesem Geheimnis nun schon sehr nahe. Spüren wir schon etwas davon? Ahnen wir schon etwas von dem kostbaren Geschehen, das wir in wenigen Tagen feiern werden? Maria steht im Mittelpunkt der Überlegungen der nächsten Tage.

Dienstag, 20. Dezember

Es ist die Liebe, die Maria so werden lässt, wie sie uns erscheint: Sie kann ganz von sich absehen, sie ist ganz offen für das, was kommt. Sie vergisst ihre Selbsteinschätzung und ihr eigenes Kleinsein und kann ein neuer, ein ganz anderer Mensch werden. Sie ist fähig, über sich – das junge jüdische Mädchen – hinauszuwachsen, sich von Gott berühren zu lassen. So wird sie zu einem Urbild menschlicher Existenz. Nur wer sich selbst wagt, kann gewinnen. Nur wer sich nicht selbst festhält, gewinnt sich selber. Wer so lebt, wer JA sagt zu seinem Leben, der lebt in Gott. Glücklich der Mensch, der das Ja-Sagen in seinem Leben gelernt hat. Glücklich der Mensch, der sich – wie Maria – einmal seinem Gott schenken kann.

Mittwoch, 21. Dezember

„Selig, die geglaubt hat“ – dieses Wort steht über beiden Frauen, Elisabeth und Maria. Maria, die Frau, die JA gesagt hat zu der Zumutung Gottes, wird zur Lichtträgerin. Ihr Gesicht kann strahlen, weil ihr Herz sich entschieden hat. Noch trägt es Maria in sich: das Wort Gottes, das Mensch werden will; das Wort Gottes, das eine Chance bekommen hat durch ihr JA. Elisabeth, die alte, gesegnete Frau, spürt das und bringt es zum Ausdruck: „Gesegnet bist du mehr als alle anderen Frauen, und gesegnet ist die Frucht deines Leibes. Selig ist die, die geglaubt hat, dass sich erfüllt was der Herr ihr sagen ließ.“ Maria antwortet: „Der Mächtige hat Großes an mir getan.“ Gott ist der Handelnde, der kommt, der da ist – und der Mensch ist Gottes Acker, ist Erdreich, in das Gottes Wort hineinfällt, wächst und zur Frucht reift.

Gott wird Mensch in dieser Frau Maria. Gottes Gnade wird für alle Geschlechter erfahrbar, weil Gott Mensch wird und uns so zeigt, wie sehr er uns liebt, achtet und annimmt. Im Mensch gewordenen Wort Gottes ist alles gesagt, was Gott sagen kann. Gott ist Liebe, Licht, Leben in Fülle. Aus dieser „Fülle haben wir alle empfangen Gnade über Gnade“ (vgl. Joh 1,16).

Donnerstag, 22. Dezember

„Mein Herz ist voll Freude über den Herrn.“ Der Glaube Marias schafft Begegnung und erfüllt auch sie selbst mit Freude. Ihr Lied ist ein Lobpreis, ein kraftvoller Dank für die „Wirkung“ ihrer Begegnung mit Gott.


Selig, der Mensch, der die Wunder in seinem Leben sieht, der an Wunder glaubt und Gott dafür preisen kann: Tritt bei uns ein, Herr, bleibe bei uns. Von dir erleuchtet wollen wir anfangen, selbst Licht zu werden und anderen zu leuchten. Alles Licht kommt von dir. In uns und durch uns willst du andere erleuchten. Lehre uns, dein Lob, deine Wahrheit und deinen Willen zu verkünden. Lass uns dich verkünden – nicht durch Worte, sondern durch unser Handeln, durch unseren Dank, unser Lob, wie Maria es jubelt im Lobgesang des Magnifikat: Das Erbarmen, das er dem Abraham verheißen hat und all seinen Kindern – an mir ist es wahr geworden!


Quelle  1. bis 22. Dezember:  Gabriela Lochmann RSCJ in Liturgie für die Wochentage und besondere Anlässe. Verlag Bergmoser und Höller


Bereitet dem Herrn den Weg! Dieser Ruf hat uns durch den Advent begleitet. Wie ernst haben wir ihn genommen? Der Rummel der Welt, in den wir in diesen letzten Tagen zwangsläufig eingebunden sind, darf uns nicht davon abbringen, immer wieder an den zu denken und dem den Weg zu bereiten, für den das Weihnachtsfest eigentlich gedacht ist. 


Die Sehnsucht nach dem Kommen des Messias wurde vor 2000 Jahren erfüllt. Das feiern wir übermorgen. Ist unser Advent heute dann nur noch ein Nachspielen dieser biblischen Erwartung von damals? Die liturgischen Texte der vergangenen Wochen zeigen, dass der Advent noch eine zweite Erwartung beinhaltet, nämlich das Warten auf das Kommen des Herrn am Ende der Zeit. Und in diesem Advent stehen wir heute. Christus wird wiederkommen, zu richten die Lebenden und die Toten. Er wird wiederkommen, um die Welt zu vollenden. Dafür braucht er auch Propheten, dafür braucht er Vorläufer, dafür braucht er uns. Das ist der Auftrag der Kirche, das ist der Auftrag an jeden von uns: Dem Herrn den Weg bereiten. Und das ist in einer weitgehend säkularisierten Gesellschaft gar nicht so einfach. Der liturgische Advent geht morgen zu Ende. Der Advent unseres Lebens geht weiter.

Sonntag, 25. Dezember


Ein Kind ist uns geboren, ein Sohn ist uns geschenkt. Bei der Menschwerdung seines Sohnes hat Gott sicher nach guten Partnern Ausschau gehalten. Und es fällt auf, er hat sie vor allem unter den Kleinen und Geringen gefunden. Angefangen mit Maria und Josef, kommen heute die Hirten dazu. Ihnen, den Hirten, nach denen keiner fragt, den Hirten, die von den meisten schief angesehen wurden, gerade ihnen wird eigenartiger Weise die Botschaft von dem göttlichen Kind im Stall als erste anvertraut.

Jene Botschaft, die für die ganze Welt bestimmt ist und die uns Gott heute von neuem ans Herz legen will. In die Dunkelheit von Schuld und Leid bringt er Licht und Vergebung. In das Spannungsfeld von Hass und Gewalt kommt er als versöhnendes Zeichen der Liebe und des Friedens.

Montag, 26. Dezember: Hl. Stephanus


St. Stephanus-Pfarrkirche in Burg Reuland
Gestern noch feierten wir die Geburt des göttlichen Kindes im Stall von Betlehem. Heute schon feiern wir den Gedenktag des ersten Märtyrers, der für das Bekenntnis zu diesem Kind sein Leben ließ. Ein Kontrast, wie er größer nicht sein könnte. Aber so ist das: Leben und Sterben liegen nahe beieinander.

Die Parallelen zwischen seinem Tod und Jesu Tod sind überdeutlich. Beide sind für die Wahrheit des Glaubens eingetreten und haben für diese Wahrheit ihr Leben hingegeben. Stephanus hat wie Jesus im Angesicht des Todes Gott um Erbarmen für seine Verfolger gebeten. Ein Mensch mit christusähnlichem Antlitz. Solch ein Mensch der Liebe und der Wahrheit kann den Himmel offen sehen, der für andere verschlossen bleibt.


Freitag, 30. Dezember / Fest der Heiligen Familie


Der Friede und die Ruhe des Weihnachtsfestes liegen über diesen Tagen. Die berufliche Arbeit kommt ein paar Tage zum Erliegen. Die Familie rückt in den Mittelpunkt. Nochmals in besonderer Weise am heutigen Tag, am Fest der heiligen Familie. Doch auch das Leben der Familie Jesu ist nicht nur von Glück und Seligkeit geprägt: Das Kind kommt in einem armseligen Stall zur Welt, von König Herodes verfolgt, müssen sie nach Ägypten fliehen und später: Jesus trennt sich von seinen Eltern und kann erst nach langer Suche im Tempel wieder gefunden werden, wie wir heute im Evangelium hören werden. Und zum Schluss: Er stirbt am Kreuz. Eine Familie mit sicherlich vielen schönen gemeinsamen Zeiten, über die kaum etwas in der Heiligen Schrift zu finden ist, aber eben auch mit der Erfahrung von Schicksalsschlägen, die einen in tiefe Zweifel stürzen können. – Wenn wir uns das vor Augen halten, ist die weihnachtliche Idylle vorbei und unsere Welt mit ihren Sorgen und auch unseren eigenen Erfahrungen hat uns wieder.

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