Montag, 14. November 2011

„Doctor universalis“ zum Gedenken

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„Doctor universalis“ und „Bischof Bundschuh“, das sind zwei äußerst gegensätzliche und doch treffende „Kosenamen“ für den Tagesheiligen Albert den Großen. In Bayern geboren, trat er in Padua in den jungen Dominikanerorden ein, studierte Theologie, lehrte u.a. in Paris (wo Thomas von Aquin einer seiner ersten Schüler war) und kam 1248 nach Köln, wo er eine Ordensuniversität gründete (die Basis der Kölner Uni).

Er schätzte die Philosophie des Aristoteles und machte sie zur Grundlage wissenschaftlichen Denkens und Arbeitens im Mittelalter. So entdeckte der Theologe Albert die Naturwissenschaften neu, war Fachmann in Medizin und Biologie, Chemie und Physik, Astronomie und Geografie – eben der „Doctor universalis“.

Ab 1254 zog Albert als Provinzial von Kloster zu Kloster und stärkte seine Brüder. 1260 gab er den Wünschen des Papstes nach und übernahm für zwei Jahre das desolate Bistum Regensburg. Auch in diesem Amt blieb er demütig und bescheiden (er trug das Schuhwerk der Bauern, daher sein zweiter Kosename) und ein frommer Beter. 1269 durfte er ins Kölner Kloster zurückkehren und schon bald erschien seine „Summa theologiae“; sie blieb unvollendet, anders als das gleichnamige Werk seines Schülers Thomas von Aquin.

Im Alter von 74 Jahren starb der Ausnahmegelehrte, seine Gebeine ruhen in der Kölner Dominikanerkirche St. Andreas. Erst 1931 wurde er heiliggesprochen und zehn Jahre darauf zum Patron aller Naturwissenschaftler ernannt.

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