Dienstag, 29. November 2011

30. November: Gedenktag des Hl. Apostels Andreas


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Gleich zu Beginn des Advents feiern wir einen Menschen, für den die Ankunft des Herrn das ganze Leben umwarf: “Als Jesus am See von Galiläa entlang ging, sah er zwei Brüder, Petrus und Andreas. Er sagte zu ihnen: Kommt her, folgt mir nach!”  “Sofort ließen sie ihre Netze liegen und folgten ihm.”


Am Tag darauf stand Johannes wieder dort (am Jordan) und zwei seiner Jünger standen bei ihm. Als Jesus vorüberging, richtete Johannes seinen Blick auf ihn und sagte: Seht, das Lamm Gottes! Die beiden Jünger hörten, was er sagte, und folgten Jesus. Jesus aber wandte sich um, und als er sah, dass sie ihm folgten, fragte er sie: Was wollt ihr? Sie sagten zu ihm: Rabbi - das heißt übersetzt: Meister -, wo wohnst du? Er antwortete: Kommt und seht! Da gingen sie mit und sahen, wo er wohnte, und blieben jenen Tag bei ihm; es war um die zehnte Stunde. Andreas, der Bruder des Simon Petrus, war einer der beiden, die das Wort des Johannes gehört hatten und Jesus gefolgt waren. Dieser traf zuerst seinen Bruder Simon und sagte zu ihm: Wir haben den Messias gefunden. Messias heißt übersetzt: der Gesalbte (Christus). Er führte ihn zu Jesus. Jesus blickte ihn an und sagte: Du bist Simon, der Sohn des Johannes, du sollst Kephas heißen. Kephas bedeutet: Fels (Petrus).  Joh 1,35-42).


Jesus lockt und Andreas wagt das Abenteuer mit ihm. Erst nach und nach geht ihm auf, worauf er sich da eingelassen hat – und er bleibt und führt auch andere zu Jesus.

Der Name des Apostels Andreas könnte sein Programm gewesen sein. Er kommt aus dem Griechischen und bedeutet „mannhaft“ oder „tapfer“. Also ein richtiger Mann auf den man sich verlassen kann, kein Draufgänger und Wichtigtuer, sondern jemand, der in Freud und Leid zu seinen Überzeugungen steht.

Solche Menschen sind ein Segen für eine Gemeinschaft und für das Gemeinwesen. Menschen, die sich nicht wie ein Fähnchen im Wind drehen, sondern zu ihren Überzeugungen stehen und dies auch bestimmt und überzeugend versuchen zu vertreten. Andreas macht uns Mut, die eigenen Überzeugungen in den Blick zu nehmen und kritisch auf unser Leben zu schauen, auf welche Überzeugungen wir uns stützen und wie wir sie in unserem Alltag vertreten.

In der johanneischen Berufungserzählung (Joh 1,37–39) wird noch ein weiterer wichtiger Wesenszug deutlich. Auf die Einladung Jesu, zu sehen wo er wohne, geht Andreas ein und bleibt den Tag über bei Jesus. Die Botschaft Jesu hat ihn wohl beeindruckt und vielleicht auch unruhig gemacht. Er nimmt sich Zeit, um mehr zu erfahren und tiefer zu erkennen, wer dieser Jesus ist. Danach macht er sich auf und gibt seine eigene Erfahrung weiter.

Advent: Jesus kommt auf uns zu, ruft: “Kommt her, folgt mir nach!” Und er wartet auf unser Kommen. Wer wagt das Abenteuer?


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