Montag, 28. November 2011

Abraham und Sarah - Wege des Glaubens und des Loslassens


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In dieser Adventszeit können uns Menschen wie Abraham und Sarah begleiten. Sie waren Menschen wie wir, unterwegs auf ihrem Lebens- und Glaubensweg. Dabei vertrauen sie auf Gott. Sie trauen ihm zu, dass er ihr Leben zu einem guten Ziel führt. Sie mussten aber auch erfahren,  dass sie auf diesem Glaubensweg vieles los- und zurücklassen müssen: geliebte Menschen, Vorstellungen, Pläne ...

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Der Herr sprach zu Abram: Zieh Weg aus deinem Land, von deiner Verwandtschaft und aus deinem Vaterhaus in das Land, das ich dir zeigen werde. Ich werde dich zu einem großen Volk machen, dich segnen und deinen Namen groß machen. Ein Segen sollst du sein. Ich will segnen, die dich segnen; wer dich verwünscht, den will ich verfluchen. Durch dich sollen alle Geschlechter der Erde Segen erlangen. Da zog Abram weg, wie der Herr ihm gesagt hatte
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Wie wird Abram wohl damals aufgebrochen sein? War er neugierig oder war er eher verunsichert und fühlte sich alleine gelassen? Wäre er gerne in seinem Vaterhaus, bei den Menschen geblieben, die ihm vertraut und lieb waren, oder zieht er voll Tatendrang hinein in eine neue Zukunft, in seine Zukunft. Wir wissen es nicht. Wir erfahren nur, dass er Gottes verheißungsvollem Ruf gefolgt ist.


Als über das Land eine Hungersnot kommt, führt Abrams Weg nach Ägypfen, wo er seine Frau Sarai als seine Schwester ausgibt, damit es ihm ihretwegen gut ergeht und er um ihretwillen am Leben bleibt. Der Name „Sarai“ bedeutet ‚meine Prinzessin’ und wirklich behandelt Abram seine Frau wie seinen Besitz, da er Angst hat vom Pharao getötet zu werden.

Der Weg Abrams mit Sarai ist überschattet von ihrer Kinderlosigkeit. Und Trotz der Zusage einer Nachkommenschaft ist das Vertrauen der beiden in diese Zusage Gottes nicht groß genug. Sie verstehen Gottes Plan nicht und so
gehen sie Wege, wie sie Menschen seit jeher gegangen sind. Sie fassen Pläne, wie sie Menschen fassen. Abram zeugt mit der ägyptischen Magd Hagar einen Sohn. Doch was haben solche Pläne aus Menschenhand manchmal für Folgen? Die beiden Frauen verlieren die Achtung und den Respekt voreinander. Wahrscheinlich werden sie von Neid und Eifersucht zerfressen.

Und wieder erhält Abram, der von nun an nicht mehr Abram (= mein Vater ist erhaben) heißt, sondern Abraham (= Vater der Menge, Vater vieler Menschen) die Zusage einer Nachkommenschaft, diese Mal durch seine jüdische Frau
Sarai, die von nun an Sara (= Herrin, Prinzessin) heißt. Aus der unfruchtbaren Frau wird nach dem Anerkennen ihrer Eigenständigkeit, nach dem Anerkennen ihrer eigenen Persönlichkeit eine Mutter.

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Das ist mein Bund mit dir: Du wirst Stammvater einer Menge von Völkern. Man wird dich nicht mehr Abram nennen. Abraham wirst du heißen; denn zum Stammvater einer Menge von Völkern habe ich dich bestimmt. Ich mache dich sehr fruchtbar und lasse Völker aus dir entstehen; Könige werden von dir abstammen. Ich schließe meinen Bund zwischen mir und dir samt deinen Nachkommen, Generation um Generation, einen ewigen Bund: Dir und deinen Nachkommen werde ich Gott sein. Dir und deinen Nachkommen gebe ich ganz Kanaan, das Land, in dem du als Fremder weilst, für immer zu Eigen und ich will ihnen Gott sein.
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Weiter sprach Gott zu Abraham: Deine Frau Sarai sollst du nicht mehr Sarai nennen, sondern Sara soll sie heißen. Ich will sie segnen und dir auch von ihr einen Sohn geben. Ich segne sie, sodass Völker aus ihr hervorgehen; Könige über Völker sollen ihr entstammen.
 
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Isaak (= er lacht, Gott lacht) wird geboren.

Gott hat am Ende Recht behalten mit seiner Zusage eines Nachkommens und Gott ist derjenige, der lacht - auch weil er sich mit den Menschen über ihren Sohn freut; er lässt die Menschen lachen...

Wie die Geschichte mit Abraham und Isaak weitergeht, wissen wir... Am Ende ist Abraham bereit, den geliebten Sohn loszulassen. Er hat verstanden, dass alles, was er hat, dass jeder Mensch ein Geschenk an ihn ist. Nichts gehört ihm. Nichts sollte er festhalten wollen, an nichts klammern. Der Sohn wurde ihm geschenkt, anvertraut für eine bestimmte Zeit. Er darf nicht über ihn verfügen.

Die Geschichte von Abraham und seiner Familie, lädt uns ein über unser eigenes Leben nachzudenken und darüber, warum wir selber uns so schwer tun mit dem Loslassen:

- Wen oder was möchte ich festhalten?
- Mit welchen Meinungen und Entscheidungen meiner Mitmenschen tue ich mich schwer?
- Von welchen Vorstellungen, Plänen oder Überzeugungen habe ich es schwer, Abschied zu nehmen?
- Welche negativen Gefühle beherrschen mein Leben?
- Kann ich mich wirklich ganz Gott überlassen oder wünsche ich mir insgeheim, dass er meinen Vorstellungen entspricht?

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