Dienstag, 15. November 2011

Wort Gottes für den Tag, Mittwoch, 16. November 2011

-->
-->
Der Aufstand der Makkabäer als Wort Gottes

Das zweite Makkabäerbuch, aus dem in dieser Woche die Tageslesungen entnommen sind, schildert ausführlich die Vorgeschichte des makkabäischen Aufstandes. Mit aller Gewalt wollen die syrischen Herrscher ihre Staatsreligion auch den Juden aufzwingen. Der Tempel in Jerusalem wird entweiht und nach dem olympischen Zeus benannt. Heidnische Bräuche sollen an die Stelle der jüdischen treten, und es fehlt nicht an Juden, die das alles mitmachen.

Mit ihrem Blut legen die Märtyrer Zeugnis für den Glauben ab

Kapitel 6 und 7 schildern zwei Fälle, in denen fromme Juden ihren Glauben bis zum Tod die Treue halten. Der neunzigjährige Eleasar soll bei einem Opfermahl Schweinefleisch essen. Das war nach dem jüdischen Gesetz verboten. Eleasar weigert sich weil er, wie er sagt „von Jugend an vorbildlich gelebt und den heiligen, von Gott gegebenen Gesetzen gehorcht hat“. Darum möchte er „wie ein Mann sterben“ und sich seines Alters würdig zeigen“. Außerdem, so seine Argumentation, wolle er „der Jugend ein leuchtendes Beispiel sein, wie man mutig und mit Haltung für die ehrwürdigen und heiligen Gesetze stirbt“. Man prügelte ihn zu Tode. Er starb und hinterließ – nicht nur der Jugend – „ein Denkmal der Tugend“.

Auch heute hören wir eine dramatische und zu Herzen gehende Makkabäer-Geschichte. Sieben Söhne muss eine Mutter sterben sehen, weil sie sich weigern Schweinefleisch zu essen.  Sie macht jedem einzelnen Mut, treu und standhaft zu bleiben im Blick auf den allmächtigen Schöpfer. Ihm traut sie zu, das Leben auch über den Tod hinaus sichern zu können. So klingt Auferstehungshoffnung im Alten Testament!

Die Standhaftigkeit zahlt sich aus


In der Zeit um 160 v.Chr., sollte das Judentum aufgerieben werden. Durch die Verpflichtung des Königs Antiochius IV. dass alle jüdischen Bürger den heidnischen Göttern opfern müssen, sollte dieses Ziel erreicht werden. Viele Juden wurden schwach und fielen vom Glauben ab, doch die Familie der Makkabäer setzte sich zur Wehr, ihr Freiheitskampf gegen die zu bröckeln beginnende Weltmacht der Seleukiden wurde angeführt durch den Priester Mattatias, von dem die Lesung am Donnerstag erzählt: Mattatias soll als Erster seiner Stadt den Göttern opfern. Die königlichen Beamten hatten nämlich herausgefunden, dass dieser Priester viel Einfluss hat. Seinem Beispiel würden viele folgen. Damit hatten sie Recht – allerdings zu ihren Ungunsten. Denn Mattatias verließ die Statt und verschanzte sich in den Bergen. Von dort aus organisierte er mit seinen fünf Söhnen und weiteren Gefolgsleuten den bewaffneten Widerstand gegen die Fremdherrschaft. Er war erfolgreich und der jüdische Glaube durfte wieder gelebt werden.

 
-->
Und Heute?



Wir tun uns schwer damit, so etwas heute zu hören. Die Texte der Makkabäerbücher sind gezeichnet von Gewalt und Blutvergießen. Ich verstehe solche Texte heute zum einen als eine Mahnung, nie wieder in diese Verhaltensmuster zurückzufallen. Diese Lesungen dürfen aber auch als Hinweis gelesen werden, dass Verfolgung und Unterdrückung wegen des Glaubens auch heute noch in vielen Teilen der Welt zum Tagesgeschehen gehört. Und auch diese Frage muss erlaubt sein: Wie würde ich mich verhalten, wenn ich wegen meines Glaubens verfolgt und  mit Folter oder gar dem Tod bedroht würde? Denn dieses Zenario dürfen wir nie ganz ausschließen! Zum anderen sollten wir nicht müde werden, nach Wegen der Toleranz und der Verständigung zu suchen in einer Zeit, da wir mit Menschen unterschiedlichster Religionen und Weltanschauungen zusammenleben, ohne die eigene Beziehung zu Gott über Bord zu werfen.



Keine Kommentare: