Donnerstag, 10. November 2011

Zum Fest des heiligen Martinus: Ein Heiliger mit Mut

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Er lebte zwar schon vor 1500 Iahren. Aber er ist alles andere als ein verstaubter Heiliger. Er ist ein lebendiger, ja geradezu moderner Heiliger, der den Mut zum ganzen Christ-Sein hatte, den Mut, Glaube, Hoffnung und Liebe zu leben: der heilige Martinus.

Mut zum Glauben

Das Christentum war erst wenige Jahre zuvor frei geworden von staatlichen Fesseln, als Martinus den Weg zum Glauben fand. Seine Eltern huldigten noch dem Heidentum. Im Volk steckte selbst dann noch tiefer Aberglaube, als er Bischof von Tours wurde. Und wo christlicher Glaube schon eingedrungen war, da suchte bereits die Irrlehre des Arianismus sich einzuschleichen, die Christus als Sohn Gottes leugnete und die Christenheit spaltete.

Dies alles entmutigte Martinus nicht, den Weg des Glaubens zu suchen und zu gehen. Gegen den Unglauben seiner Eltern wurde er Christ. Als Katechet und später als Abt und Bischof wurde er nicht müde, den christlichen Glauben zu verkünden und auf ein Leben aus dem Glauben zu drängen.

Mut zur Hoffnung

Martinus hatte keinen leichten Stand. Oft hatte er Grund zum Verzagen. Aber
der Mut zur Hoffnung siegte. Die Reste der heidnischen Priesterschaft bekämpften ihn. Auch kirchliche Kreise waren bisweilen dem herben Aszeten nicht wohlgesinnt. Vor allem waren die arianischen Irrlehrer seine geschworenen Gegner.

Doch der kriegsgewohnte Soldat hatte keine Angst. Er zog sich auf die Insel
Gallinaria bei Genua in die Einsamkeit zurück, um neue innere Kräfte zu sammeln. Unverzagt kehrte er ins Frankenreich zurück und führte ein einfaches Leben im Vertrauen auf Gott. Und was geschah? Gleichgesinnte sammelten sich um ihn und bauten Hütten. Sie gründeten eine Mönchsgemeinde, das erste Kloster Galliens. Es wurde daraus ein religiöses Kraftzentrum, das ausstrahlte und mit entscheidend Wurde für die Erneuerung des Glaubens in Gallien.

Sind wir heute nicht oft in Gefahr zu resignieren? Was kann ich als einzelner

da schon tun? Wir passen uns an und schwimmen mit der Masse. Oder wir setzen unser Vertrauen auf unsere eigene Kraft, auf Menschen, auf Geld. - Martinus vertraut auf Gott. Er vertraut darauf, dass sein Leben einen Sinn, dass Gott ihm eine Aufgabe zugewiesen hat. So sammelt er Menschen, wirkt missionarisch und bildet Gemeinde. Er vertraut darauf, dass der ins Wasser geworfene Stein Kreise zieht.

Mut zur Liebe

Wir kennen jene Szene mit dem frierenden Bettler, mit dem er vor Amiens seinen Offiziersmantel teilte. Die Augenzeugen hatten nicht den Eindruck, einer großen Tat beizuwohnen. Das Geschehen erschien ihnen lächerlich. „Die Umstehenden fingen zu lachen an“, vermerkt der Biograph Sulpizius Severus. Bei grimmiger Kälte mit einem Armen den Mantel zu teilen, sich als Soldat des Mitleids nicht zu schämen, mit einem halben Mantel unter dem Spott der Kameraden in die Kaserne einzuziehen, das braucht Mut, Mut zur Liebe.

Seinen Mut zur Liebe bewahrte er bis zum Ende. Er bot sogar Feinden, die in Not geraten waren, seine Hilfe an. Martinus ließ sich vom Wort Jesu leiten: „Was ihr für einen meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr mir getan“ (Mt 25, 40). So konnte Sulpizius Severus von ihm sagen: „Martinus zeigte, dass Christus in ihm wirksam war.“

Vielleicht haben wir daheim auf dem Schreibtisch auch zwei verschiedene Kalender. Im Geschäftskalender heißt es nur “Freitag, 11. November“. Im Kirchenkalender aber steht: Freitag, 11. November, Hl. Martin von Tours“. Sind wir nicht reich, dass unsere Tage und alles, was in unserem Kalender vermerkt ist, begleitet wird von Heiligen? Sie sind uns den Weg vorausgegangen, sie leuchten in unser Leben als Widerschein des göttlichen Lichtes und machen uns Mut, ihrem Vorbild zu folgen.

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