Sonntag, 25. Dezember 2011

Die Pfarre Reuland begeht ihr Patrozinium


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Geschichtliches zur Pfarre Reuland

Eine Kapelle in „Ruland“ wird zuerst im Jahre 1213 in einer Urkunde des Abtes Alard von Stablo-Malmedy genannt, worin dieser den Herren von Reuland das Präsentationsrecht (Ernennung des Pfarrers) für die Kirche in Thommen überträgt, deren Pfarrer auch die Kapelle unserer Lieben Frau im Ulftal, in Reuland versehen soll. Erster namentlich bekannter capellanus in Rulant ist ein gewisser Johannes, der in einer Urkunde 1330 genannt wird. 1336 wird die Kapelle von Reuland als uralt und baufällig bezeichnet. Als Patrone werden U. L. Frau und der hl. Stephan genannt. Der Ort gehörte mit seiner Kapelle zur Pfarre St. Hubertus Weweler.

Seit 1803, der Neuordnung der Pfarren des Bistums Lüttich, verlegte Bischof Johann Evangelist Zaepffel den Sitz der Pfarre Weweler-Reuland, als deren Patron jetzt ausdrücklich der hl. Stephanus genannt wurde, endgültig nach Reuland.

Zur Pfarre Reuland gehören neben Reuland, die Dörfer Weweler, Stoubach, Lascheid, Alster, Bracht und Maspelt. (Maspelt erst seit 1803; vorher gehörte es zu Thommen). Die beiden letztgenannten bilden ein Rektorat innerhalb der Pfarre Reuland.


Die Geschichte der Pfarre Reuland ist eng verbunden mit der Geschichte der Burg von Reuland. Bereits 963 wird sie als Wehrburg erwähnt. Vom 12. bis zum 18. Jahrhundert ist sie nacheinander im Besitz der Herren von Reuland, der Blankenheim (14. Jh), der Grafen von Luxemburg, der Engelsdorf, der Pallant (15. - 17. Jh.), der Glymes und schließlich der Berghe, bis zum Übergang an die französischen Truppen, welche die Burg in Brand setzen. Sie wird im 19. Jh. geplündert und in den Jahren 1901-1902 durch die Verwaltung der Rheinprovinz restauriert. Seit 1988 tiefgreifende Restaurierung durch den belgischen Staat. Eine dem hl. Martin geweihte Kapelle gab es noch im Jahre 1795.





Der heilige Stephanus


Einen Tag nach dem Geburtsfest Jesu feiert die Kirche ihren ersten Märtyrer, den hl. Stephanus. Der Kontrast zwischen dem Gesang der Engel und ihrer Botschaft des Friedens gestern - und der Ermordung des Stephanus heute könnte nicht größer sein. Gestern noch feierten wir das Geburtstagsfest des göttlichen Kindes im Stall von Bethlehem.  Heute schon feiern wir den Gedenktag des 1. Märtyrers, der für das Bekenntnis zu diesem Kind sein Leben ließ. Leben und Sterben liegen oft sehr nah beieinander.

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Die Parallelen zwischen Stephanus Tod und dem Tod Jesu sind überdeutlich: Beide sind für die Wahrheit des Glaubens eingetreten und haben für diese Wahrheit ihr Leben hingegeben. Stephanus hat, wie Jesus, im Angesicht des Todes Gott um Erbarmen für seine Verfolger gebeten. 

Im 21. Jahrhundert ist ein solches Bekenntnis zwar normalerweise nicht mehr tödlich. Dennoch braucht es manchmal Mut, dazu zu stehen, dass man als Christ oder Christin an Jesus, den Sohn Gottes, glaubt.  Furchtlose Menschen wie Stephanus sind daher auch Vorbilder für unsere Zeit. Wer sich an ihnen orientiert, wird auch dann "JA" zu Christus sagen, wenn die Lichter am Christbaum erlöschen und der Weihnachtsglanz dem Alltag weicht.  

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Die Kirche braucht Vorbilder

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Wir Christen hier in Mitteleuropa dürfen in einer Gesellschaft leben, in der das Leben als Christ keine Gefahr für Leib und Leben bedeutet. Dafür können wir dankbar sein. Zugleich liegt darin aber auch eine große Versuchung. Es ist die Gefahr, dass wir träge und müde werden; dass wir gar nicht mehr für unseren Glauben eintreten, auch dann nicht, wenn es dringend nötig wäre; dass wir uns gar nicht mehr bewusst machen, was unser Glaube bedeutet, ob er uns wirklich etwas wert ist. Es ist die Versuchung, dass uns der Glaube erst
selbstverständlich und dann gleichgültig wird - und irgendwann verdunstet und zuletzt verschwindet.

Im christlichen Altertum gab es das Sprichwort „Das Blut der Märtyrer ist der Same für neue Christen“. Mit anderen Worten gesagt: Dort, wo Menschen ihr Leben einsetzen für ihren christlichen Glauben, dort ist dieser Glaube lebendig, begeisterungsfähig und ansteckend.

Gewiss brauchen wir uns keine Gesellschaft zu wünschen, in der wir Christen 
-->um unser Leben fürchten müssen. Aber denken wir an diesem Märtyrerfest neu darüber nach, was uns der Glaube an Jesus wirklich wert ist!

 Was ist mir mein Glaube wert?

Ist mir mein Glaube wert, dass ich meinen Terminkalender nach den Gottesdienstzeiten richte? Dass ich die Auseinandersetzung in der Familie immer wieder einmal ertrage, wenn es darum geht, das Familienleben christlich zu gestalten? Ist mir mein Glaube wert, dass ich spöttelnden Arbeitskollegen oder Mitschülern erkläre, dass und warum ich zu dieser Kirche gehöre? Dass ich im Sportverein das Training am Sonntagmorgen infrage stelle, oder die Probe des Musikvereins am Sonntag Morgen? Dass ich auch einmal öffentlich den Mund aufmache, wenn es um Grundfragen meiner Überzeugung geht?

Was ist Dir Dein Glaube, was ist Dir Deine Nachfolge Jesu Christi wert? Und wo kommt Deine Hingabebereitschaft an ihre Grenzen? Ihr dürft euch eure ganz persönliche Antwort auf diese Frage geben. Hier darf es nicht um Vergleiche oder gar Hochleistungen gehen. Aber wir Christen sollten unsere Antwort auf die Frage wissen. Und ich kann euch versichern: der Glaube macht viel mehr Freude, wenn man ab und zu mal gegen den Strom schwimmt, oder wenn man mal öffentlich seine Meinung zu gewissen Gesellschaftlichen Themen kund tut.

Der Glaube bekommt einfach mehr Geschmack. Man merkt so richtig wie man zum Salz in der Suppe wird. Ein solcher Glaube kann überzeugen. Er überzeugt nicht durch ein Ende mit Terror und Schrecken. Er überzeugt durch unser ehrliches Zeugnis und dadurch dass wir dem Glauben ein Gesicht geben, nämlich das unsrige.

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