Donnerstag, 22. Dezember 2011

Gute Vorsätze im Advent

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Die Schwätzerin und das Ei



Eine arme Frau fand ein Ei. Da rief sie ihre Kinder und sagte ihnen: „Kinder! Von nun an brauchen wir uns nicht zu sorgen. Es wird uns nichts mehr fehlen. Seht, ich habe ein Ei gefunden. Aber wisset, wir werden es nicht essen, sondern wir werden den Nachbarn bitten, dass er das Ei unter seine Henne legen soll, damit aus dem Ei eine Henne hervorkomme. Auch die Henne werden wir nicht essen, sondern wir werden sie auf Eier setzen, und von den Eiern werden neue Hennen hervorkommen, und die Hennen werden noch Eier legen, und wir werden viele Eier und viele Hennen haben. Wir werden aber weder die Eier noch die Hennen essen, sondern wir werden sie verkaufen und ein Kalb kaufen. Auch das Kalb werden wir nicht essen, sondern wir werden es großziehen, bis aus ihm eine Kuh wird. Aus der Kuh werden Kälber geboren werden, und wir werden eine ganze Herde haben. Wir werden die Herde verkaufen und ein Feld kaufen, wir werden verkaufen und kaufen, wir werden verkaufen und kaufen ...“ Während diese arme Frau so schwätzte, fiel das Ei aus ihrer Hand und zerbrach.



So sind auch wir wie jene Frau. Wenn die Adventszeit kommt, tun wir Buße und denken uns aus, was sich mit Weihnachten alles ändern wird in unserem Glaubensleben: „So und so werden wir handeln, das und das werden wir

Machen“. Aber die Tage gehen nur mit Geschwätz vorüber. Spätestens am Beginn des neuen Jahres haben wir unsere guten Vorsätze schon wieder vergessen. Nach einer Geschichte von Willi Hofsümmer. Kurzgeschichten, 3, S. 25.





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