Montag, 5. Dezember 2011

Heut' ist Nik'laus Abend da

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„Er hat der Herzen Not geheilt, gefüllt die leeren Hände“. Diese Liedzeile aus dem „Gotteslob“ Nr. 612,3, beschreibt treffend den Heiligen, dessen wir heute gedenken: Bischof Nikolaus von Myra. Wenn wir auch kaum historisch Verbürgtes von ihm wissen, so lassen die zahlreichen Legenden doch das Bild eines Menschen entstehen, der Not wahrgenommen und den Notleidenden vielfältig geholfen hat. Sein Vorbild ist Auftrag für uns – wie Nikolaus im Hier und Jetzt die Not der Menschen zu heilen und ihre leeren Hände zu füllen, seelisch wie körperlich.

Eine der Legenden, die von Nikolaus erzählt werden, ist die folgende: In Myra herrschte eine große Hungersnot. Im Hafen lag ein mit Getreide beladenes Schiff. Nikolaus bat den Kapitän, den hungernden Menschen seiner Stadt Getreide abzugeben. Doch dies war für den Kaiser bestimmt, und der Kapitän fürchtete sich. Da versprach ihm Nikolaus, ihm werde kein Getreide fehlen, wenn er helfen würde. Und tatsächlich: soviel Getreide die Menschen auch vom Schiff nahmen, es blieb stets gleich voll. – Durch Glauben und Vertrauen von Nikolaus konnte das Wunder der Brotvermehrung auch in Myra geschehen und alle Menschen wurden satt.

Es gibt noch so viel interessantes über den heiligen Nikolaus zu erzählen. Lassen wir ihn lieber selber zu Wort kommen:


Das bin ich

Das wissen die Menschen vom heiligen Nikolaus   

Viel wissen die Menschen leider nicht von mir. Sie kennen mich als den "liebenswerten Nikolaus", als "Freund der Kinder", "Patron der Gefangenen" und als "Helfer in der Not". Und die Menschen haben Recht damit. Es gibt viele Geschichten, die von meinem Leben erzählen. Ihr kennt sicherlich einige davon.

Geboren wurde ich um das Jahr 280/286 in Patra, das ist eine Stadt die ungefähr 60 Kilometer von meiner späteren Bischofsstadt Myra entfernt ist. Früher war Patara eine kleine Stadt. Jeder kannte Jeden. Schon dort war ich sehr bekannt.

Um das Jahr 350 nach Christus war ich Bischof von Myra, dem heutigen Demre (oder auch Kale) in der Türkei. Heute stehen dort noch Reste einer alten und schönen Nikolauskirche.


Wie ihr wisst, geht das Leben der Menschen eines Tages zu Ende. So war es auch mit meinem Leben auf der Erde. Gestorben bin ich um das Jahr 351 in Myra in der Martyrionkirche. Dort war ich auch begraben. Viele Menschen sind zu meinem Grab gekommen und haben gebetet. Sie haben sich an die wunderbaren Dinge aus meinem Leben erinnert und baten um meine Hilfe. Diese Kirche war bald zu klein und die Menschen bauten eine größere und schönere Kirche, der sie meinen Namen gaben.

Meine Gebeine wurden aber im Jahr 1087 von Kaufleuten gestohlen und nach Bari in Italien gebracht. Dort liegen sie heute in einer schönen und großen Nikolausbasilika und viele tausende Menschen kommen jedes Jahr, um mein Grab zu besuchen. Auf den Bildern könnt ihr sehen, wie diese Kirche heute aussieht. Heute werden dort aber keine Gottesdienste mehr gefeiert. Sie ist heute ein Nikolausmuseum.


Wie Nikolaus aussieht

Obwohl er nachts kommt und ihn eigentlich nie jemand zu sehen bekommt, wissen die Kinder ganz genau wie er aussieht. Er trägt einen weißen Rauschebart, einen langen roten Mantel und einen dicken Sack mit Geschenken über der Schulter. Früher waren da Apfel, Nuss und Mandelkern drin. Damit lassen sich die Kinder heute nicht mehr gerne abspeisen. Dass der Nikolaus als Bischof im kirchlichen Ornat mit Mitra, Bischofsstab und goldenem Buch kommt, ist ganz normal, denn das ist sozusagen seine „Berufskleidung“ als Bischof.

in Deutschland und vielen anderen Ländern in den letzten Jahrzehnten immer mehr in Vergessenheit geraten.



Insignien

Insignien sind Zeichen, die ein Mensch trägt, damit man sieht, dass er eine besondere Würde hat. So trägt ein König eine Krone, ein Zepter und einen Reichsapfel. Eine Prinzessin trägt ein Diadem. In der Kirche gibt es auch heute noch Insignien. Auch der Nikolaus trägt Insignien, so kann man erkennen, dass er ein Bischof ist. Ich möchte Euch hier die Insignien des Nikolaus zeigen und erklären.

 
Bischof Aloys von Lüttich
Die Mitra
Am Auffälligsten ist sicherlich die Kopfbedeckung des Nikolaus, die Mitra.
Wahrscheinlich haben schon römische Würdenträger im Römischen Reich vor ungefähr 2000 Jahren Mitren getragen. Im Laufe der Zeit haben dann auch die Bischöfe der Kirche diese Kopfbedeckung übernommen.

Der Bischofsstab
In seiner Hand hält der Nikolaus den Bischofsstab. Er ist meistens zwischen 1,7 und 2 Metern hoch. Oben am Bischofsstab ist die sogenannte Krümme. Heute ist diese kunstvoll geschnitzt oder aus edlem Metall gemacht und mit kostbaren Steinen besetzt.
 
Der Bischofstab war ursprünglich ein Hirtenstab. Die Hirten trugen lange Stäbe mit sich, mit denen sie Schafe, die sich verlaufen hatten oder die sich vielleicht in einem Busch verfangen haben wieder zurückholen konnten. Gleichzeitig konnte sich der Hirte aber auch darauf aufstützen, wenn er vom vielen Laufen und Gehen müde geworden war.

Seit dem 4. Jahrhundert haben Bischöfe einen Hirtenstab als besonderes Zeichen dafür bekommen, dass sie auf ihre Herde aufpassen sollen. Zur Herde des Nikolaus zählen ganz besonders die Kinder, deshalb ist der Bischofsstab ein Zeichen dafür, dass der Nikolaus sich ganz besonders um die Kinder kümmert.
Der Nikolaus trägt den Bischofstab wie alle anderen richtigen Bischöfe (natürlich) in der linken Hand.  So bleibt die rechte Hand frei, um damit zu segnen oder um anderen Menschen mit seiner "Rechten" Gutes zu tun.



Das Brustkreuz
Viele Mädchen und Jungen tragen ein Kettchen mit einem kleinen Kreuz daran. Es erinnert uns immer daran, dass wir Freunde von Jesus sind. Das große Kreuz oder das Brustkreuz, das der Nikolaus trägt erinnert uns auch daran: Der Nikolaus ist ein Freund von Jesus.





Der Chormantel / 
Rauchmantel oder das Messgewand

Das Obergewand des Nikolaus kleidet den Nikolaus sehr festlich. Ihr kennt das doch sicherlich auch. Wenn man zu einer schönen Gelegenheit eingeladen ist oder wenn man ganz besonders ausgeht, dann zieht man sich besonders hübsch an.
 
Ein Bischof kleidet sich dann in ein prunkvolles Gewand, weil er im Gottesdienst Jesus begegnen will. Der Nikolaus trägt ein solch schönes Gewand, weil er die Kinder und Familien besucht - auch das ist ja dann ein besonders schöner Anlass, ein Fest für die ganze Familie.



Der Ring

Der Nikolaus trägt einen prächtigen Ring. Ihr habt doch sicher schon einmal gesehen, dass Mama und Papa auch einen Ring tragen. Das sind die Eheringe. Eure Eltern haben sich bei ihrer Hochzeit gegenseitig die Ringe an die Finger gesteckt. Damit haben sie gezeigt, dass sie zusammengehören. Der Ring erinnert daran, dass die beiden verheiratet sind.

Ein Bischof trägt einen Ring, weil er damit zeigt, dass er mit der Kirche und mit Jesus "verheiratet" ist. Er zeigt, dass er und die Kirche zusammengehören, so wie der Ring bei Mama und Papa zeigen, dass auch sie zusammengehören.


Das sagt man vom Nikolaus

Der Nikolaus ist (NICHT) der Weihnachtsmann

  


Das ist eine komische Sache, ich weiß, aber ich glaube, ich muss dazu noch einiges sagen. Es gibt Leute, die mich WEIHNACHTSMANN nennen, das bin ich nicht! Der Weihnachtsmann ist eine Erfindung aus dem vorletzten Jahrhundert. Die Menschen wussten nicht mehr so richtig was mit Weihnachten anzufangen. Sie kannten zwar die Berichte aus der Bibel, die uns von der Geburt Jesu erzählen, aber irgendwer musste ja schließlich die Geschenke bringen... So kam man auf die Idee mit dem Weihnachtsmann.

So, wie wir uns den Weihnachtsmann vorstellen, hat ihn in den 30er Jahren eine bekannte Getränkefirma aus Amerika entworfen. Mit einer roten Mütze, einer roten Jacke mit schwarzem Gürtel, einer weiten roten Hose und schwarzen Stiefeln. Und dazu natürlich ein großer weißer Bart. Vorher hatte ihn ein deutscher Zeichner für eine amerikanische Zeitschrift entworfen, um den Menschen, die im Krieg waren eine "väterliche" und "weihnachtliche" Figur zu zeigen, die den Menschen im Krieg Hoffnung geben sollte. Ähnliche Darstellungen gab es bereits schon im 19. Jh. 

Ihr könnt Euch sicherlich denken, dass die Menschen dadurch ganz schön durcheinander kamen, denn schließlich sah der Weihnachtsmann fast so aus, wie der Nikolaus. Viele Kinder stellen sich den Nikolaus deshalb genauso vor - wie man ihn in der Vorweihnachtszeit in der Fernseherwerbung sehen kann.

Natürlich habe ich viele Dinge zum Anziehen, und auch eine rote Jacke mit einem schwarzen Gürtel, aber ich bin trotzdem der Nikolaus und nicht der Weihnachtsmann! Es ist mir wichtig, das zu sagen, weil ich immer traurig bin, wenn mich die Kinder nicht erkennen.



Der Nikolaus bestraft keine Kinder


Da erzählen Euch die Erwachsenen manchmal komische Dinge. Wäre das nicht eine schlimme Sache, wenn der Nikolaus Kinder bestrafen würde? Nein, das liegt dem Nikolaus sehr fern. Ich bin doch nicht dazu da, alles, was die Eltern ihren Kindern nicht
Bischof Aloys segnet die Menschen
richtig beibringen können wieder gut zu machen. Wenn Euch ein Nikolaus bestrafen will, dann solltet Ihr lieber einmal ganz genau schauen, ob es auch wirklich der Nikolaus ist, der Euch da besucht... Vielleicht hat sich auch nur jemand verkleidet, der Euch im Auftrag Eurer Eltern bestrafen soll. Der echte Nikolaus tut so etwas nicht!

Ihr kennt doch sicherlich einige Nikolauslegenden, oder? Habe ich da Kinder bestraft? Nein. Ich möchte den Kindern helfen, gute Kinder zu werden. Dazu muss ich aber niemanden bestrafen. ... Vielleicht muss ich manchmal Dinge zu Euch sagen, die Euch nicht so gut gefallen, aber das ist doch nur eine winzige Nebensache. In erster Linie kommt der Nikolaus, um Euch Kindern eine Freude zu machen und vielleicht ein kleines Geschenk zu bringen.

Knecht Ruprecht, Hans Muff, oder der Krampus sind übrigens liebe Gesellen. Sie helfen dem Nikolaus manchmal beim Tragen der Geschenke. Aber sind nicht immer mit dem Nikolaus unterwegs. Manchmal besucht der Nikolaus die Kinder auch alleine oder mit einem Engelchen.

Anmerkung: Die Texte und (teilweise) die Fotos durfte ich mir von der Internetseite http://www.bischof-nikolaus.de „ausleihen“. Für diese freundliche Geste vielen Dank.

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