Donnerstag, 29. Dezember 2011

Nachrichten aus der katholischen Kirche



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400.000 Gläubige bei Audienzen 2011

Insgesamt nahmen an den für jedermann frei zugänglichen Begegnungen mit dem Kirchenoberhaupt laut Radio Vatikan im abgelaufenen Jahr rund 400.000 Menschen
teil. In der ersten Jahreshälfte 2011 standen im Mittelpunkt der päpstlichen Ansprachen Heiligengestalten des 15. bis 19. Jahrhunderts wie Katharina von Genua, Alfons Maria von Liguori oder Therese von Lisieux. Danach widmete Benedikt XVI. seine Predigten den verschiedenen Formen des Gebets. Bei mehreren Begegnungen standen aber auch andere Themen im Mittelpunkt, etwa Berichte über Auslandsreisen, Betrachtungen zu Hochfesten oder Äußerungen zu aktuellen Vorgängen wie etwa dem Weltfriedenstreffen von Assisi. (rv/kna)




Sternsinger sammeln für Kinder in Nicaragua

In Mainz ist an diesem Mittwoch die 54. Sternsingeraktion gestartet. Die Aussendung der Sternsinger sei „eine der erfolgreichsten jugendpastoralen Aktionen, die wir jedes Jahr haben“, sagte der Präses des katholischen Jugenddachverbandes BDKJ, Simon Rapp, im Münchner Kirchenradio. Viele Mitglieder der Jugendverbände seien auch dieses Mal wieder als Sternsinger mit dabei. Man sei sehr stolz, darauf, dass man bei der Aktion, wo „die Jugend der katholischen Kirche eigenständig loszieht und für ihren Glauben wirbt“, dabei sein dürfe, so Rapp kurz vor dem Auftakt der bundesweiten Solidaritätsinitiative.

Unter dem Motto „Klopft an Türen, pocht auf Rechte!“, wollen die Sternsinger in diesem Jahr auf die Rechte von Kindern in Nicaragua aufmerksam machen. Damit wolle man deutlich machen, dass Kinder ein Anrecht auf Bildung und ein Zuhause haben. Kinder sollten sich selbst organisieren dürfen, um für ihre Rechte einzutreten, so Rapp. Mit Geldern aus der Sternsingeraktion würden Projekte finanziert, die Kindern eine ausreichende Schulbildung garantieren, „dass sie sich selber erfahren können, dass sie ins Erwachsenenleben in Ruhe einsteigen können und alles Rüstzeug bekommen, was sie später mal brauchen für eine gute Zukunft“.

Hintergrund
Die Aktion Dreikönigssingen wird vom Kindermissionswerk „Die Sternsinger“ und dem Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) organisiert. Bis in die ersten Januarwochen hinein ziehen bundesweit rund eine halbe Million Kinder und Jugendliche als Heilige Drei Könige verkleidet von Haus zu Haus. Sie sammeln Spenden und bringen den Segen „Christus mansionem benedicat“ (Christus segne dieses Haus). Bei der Aktion kamen bislang fast 800 Millionen Euro für Projekte in Afrika, Lateinamerika, Asien, Ozeanien und Osteuropa zusammen. (muenchner kirchenradio 28.12.2011 mg)


Meisner kritisiert Abtreibungen
Der Kölner Kardinal Joachim Meisner hat die Abtreibungspraxis in Deutschland massiv kritisiert. Die Gesellschaft dürfe sich nicht damit abfinden, dass jährlich eine Zahl von Kindern in der Größenordnung der Einwohnerzahl von Koblenz und Remscheid abgetrieben werden, sagte er in einem Gottesdienst am Mittwochabend im Kölner Dom. „Da stimmt doch etwas mit unserem Volk nicht mehr“, so der Kardinal wörtlich.

„Vor Gott gibt es keine Differenz zwischen „ungeboren“ und „geboren“, zwischen den ersten drei Monaten und den letzten sechs Monaten einer Schwangerschaft. Und darum stellt sich die Kirche vorbehaltlos vor die Kinder, namentlich vor die ungeborenen Kinder, weil sie oftmals die gefährdetsten sind. Das Kind darf nie Mittel zum Zweck werden, wenn es etwa der Familienplanung widerspricht, sodass man dann sein Leben auslöscht. Darum tritt die Kirche von Anfang ihres Bestehens an gegen jede Tötung ungeborener Kinder und natürlich auch der geborenen Kinder ein."

Kinder müssten „immer geschützt werden müssen vor den Interessen der Mächtigen, der Machthaber, der Klugen und der Erwachsenen“, so der Erzbischof von Köln. Jesus sei „deshalb als Obdachloser geboren worden, um sich mit allen ungeborenen und geborenen Kindern zu identifizieren, wo immer sie auch geboren werden mögen“. Deutschland sei ein „armes Volk“, weil in ihm die Zahl der Kinder „so massiv“ zurückgehe, „dass die soziale Sicherheit für unsere Bevölkerung verloren gegangen ist“.

„Und ich meine, wir haben wohl das Wissen verloren, dass ein Kind - geboren oder ungeboren - ein kleiner, vollwertiger Mensch ist. Wir wissen nicht mehr, woher er kommt, mit welcher Verheißung er gesegnet ist und welche unverzichtbare Aufgabe er in der menschlichen Gesellschaft hat... Christus hat sein Leben hingegeben, damit wir das Leben haben, und zwar in Fülle haben (vgl. Joh 10,10): das ungeborene, das geborene, das alt gewordene Leben, das eigentlich kein „Es“ ist, sondern ein „Du“, damit sie dieses Leben in Fülle haben: die ungeborenen Kinder, die geborenen Kinder, die alt gewordenen Menschenkinder. Für sie treten wir ein mit Christus vor dem Vater im Heiligen Geist, damit der Mensch nicht seine vornehmste Berufung vergisst, mitzuwirken am Schöpfungswerk Gottes: in Ehe, Familie und in der Sorge um unsere Kinder.“ (domradio 29.12.2011 sk)

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