Freitag, 23. Dezember 2011

„Nun ist die Fülle der Zeit gekommen, da Gott seinen Sohn in die Welt sendet.“

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So lautet der Eröffnungsvers unseres Gottesdienstes heute, am Vortag der Geburt Jesu. Nun, endlich ist es so weit! Vielleicht sind unsere Kinder diejenigen, die uns durch ihr Verhalten und ihre Vorfreude am Schönsten zeigen, was diese Worte ausdrücken wollen. Gottes Kommen kaum erwarten können, sich herzlich freuen, dass ein lange gegebenes Versprechen eingelöst ist, unter denen sein, die schauen dürfen, was anderen verheißen, versprochen war, auf Hoffnung hin, das ist die Stimmung dieses Verses. Und jetzt: mit Händen Gottes Liebe greifen können. Das ist das Geschenk auf dessen Empfang wir uns vorbereiten.


Mit Zacharias, von dem wir heute im Evangelium hören, und seiner Freude wollen wir uns einstimmen, damit unser Herz wirklich zur Wohnung Gottes, zu seinem Tempel wird:

Für Elisabeth kam die Zeit der Niederkunft und sie brachte einen Sohn zur Welt. Ihre Nachbarn und Verwandten hörten, welch großes Erbarmen der Herr ihr erwiesen hatte, und freuten sich mit ihr. Am achten Tag kamen sie zur Beschneidung des Kindes und wollten ihm den Namen seines Vaters Zacharias geben. Seine Mutter aber widersprach ihnen und sagte: Nein, er soll Johannes heißen. Sie antworteten ihr: Es gibt doch niemand in deiner Verwandtschaft, der so heißt. Da fragten sie seinen Vater durch Zeichen, welchen Namen das Kind haben solle. Er verlangte ein Schreibtäfelchen und schrieb zum Erstaunen aller darauf: Sein Name ist Johannes. Im gleichen Augenblick konnte er Mund und Zunge wieder gebrauchen, und er redete und pries Gott. Und alle, die in jener Gegend wohnten, erschraken und man sprach von all diesen Dingen im ganzen Bergland von Judäa. Alle, die davon hörten, machten sich Gedanken darüber und sagten: Was wird wohl aus diesem Kind werden? Denn es war deutlich, dass die Hand des Herrn mit ihm war. Sein Vater Zacharias wurde vom Heiligen Geist erfüllt und begann prophetisch zu reden:

Nach seinem langen Stummsein singt Zacharias: Gepriesen sei der Herr, der Gott Israels! Denn er hat sein Volk besucht und ihm Erlösung geschaffen; er hat uns einen starken Retter erweckt im Hause seines Knechtes David. So hat er verheißen von alters her durch den Mund seiner heiligen Propheten. Er hat uns errettet vor unseren Feinden und aus der Hand aller, die uns hassen; er hat das Erbarmen mit den Vätern an uns vollendet und an seinen heiligen Bund gedacht, an den Eid, den er unserm Vater Abraham geschworen hat; er hat uns geschenkt, dass wir, aus Feindeshand befreit, ihm furchtlos dienen in Heiligkeit und Gerechtigkeit vor seinem Angesicht all unsre Tage. Und du, Kind, wirst Prophet des Höchsten heißen; denn du wirst dem Herrn vorangehen und ihm den Weg bereiten. Du wirst sein Volk mit der Erfahrung des Heils beschenken in der Vergebung der Sünden. Durch die barmherzige Liebe unseres Gottes wird uns besuchen das aufstrahlende Licht aus der Höhe, um allen zu leuchten, die in Finsternis sitzen und im Schatten des Todes,  und unsre Schritte zu lenken auf den Weg des Friedens. Das Kind wuchs heran und sein Geist wurde stark. Und Johannes lebte in der Wüste bis zu dem Tag, an dem er den Auftrag erhielt, in Israel aufzutreten.



… Es hatte ihm einfach die Sprache verschlagen. Er konnte beim besten Willen nicht glauben, was Gott ihm angedeutet und verheißen hat. Lange Zeit, neun Monate, hat es gedauert, bis es nur so aus ihm heraussprudelt, bis er im Lobpreis Gottes Heilshandeln erzählt, in Worte fasst, die mit seiner ganz persönlichen Geschichte hinterlegt sind …

Vieles geht ihm durch den Kopf. Ganz sicher ist er sich, dass dieses Kind, sein Sohn Johannes,  eine große Berufung hat, ein Vorbote sein wird, einer, der Gottes Heil ankündigt …

Und es freut ihn, dass Gott seine Barmherzigkeit gezeigt hat: Ihm, seiner Frau, Nachbarn und Verwandten. Ganz vielen Menschen, die von ihm und alldem hören, was da geschehen ist, wird er eine Hoffnungsfigur dafür werden, dass Gott nichts schuldig bleibt, dass er sein gegebenes Wort einlöst, dass er Zukunft im Sinn hat und Heil für die Menschen will … Vielleicht sogar durch uns, vielleicht als Frucht unseres Lebens, unseres Vertrauens in ihn, trotz allem … 



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