Sonntag, 4. Dezember 2011

Wort Gottes für den Tag, Montag, 05. Dezember 2011

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Wenn wir ehrlich sind werden wir zugeben, dass sich in den letzten 2000 Jahren, seit der Ankunft Jesu in der Welt, nichts geändert hat. Die Geburt des Christus als Mensch hat die Welt nicht grundlegend verwandelt. Und was in der Vergangenheitsform gesagt wird, lässt sich auch auf Zukunft hin formulieren: Die Verhältnisse unserer Welt werden sich nie ändern, im Gegenteil. Es scheint noch immer schlimmer zu werden: Lug und Betrug, Korruption und Unterdrückung nehmen zu. Eine grundlegende Verwandlung von Welt und Leben ist nicht zu erwarten.

Dieser pessimistischen Auffassung steht heute die Ankündigung des Propheten Jesaja entgegen: Eines Tages wird Gott kommen und in das Leben der Welt eingreifen. Dann wird er aller Unterdrückung ein Ende bereiten und neues Leben ermöglichen. An uns liegt es Gott in die Welt hineinzulassen. Wo das geschieht verändert sich vieles, wo das nicht geschieht bleibt alles beim Alten.

Die Wüste und das trockene Land sollen sich freuen, die Steppe soll jubeln und blühen. Sie soll prächtig blühen wie eine Lilie, jubeln soll sie, jubeln und jauchzen. Die Herrlichkeit des Libanon wird ihr geschenkt, die Pracht des Karmel und der Ebene Scharon. Man wird die Herrlichkeit des Herrn sehen, die Pracht unseres Gottes.

Macht die erschlafften Hände wieder stark und die wankenden Knie wieder fest! Sagt den Verzagten: Habt Mut, fürchtet euch nicht! Seht, hier ist euer Gott! Die Rache Gottes wird kommen und seine Vergeltung; er selbst wird kommen und euch erretten.

Dann werden die Augen der Blinden geöffnet, auch die Ohren der Tauben sind wieder offen. Dann springt der Lahme wie ein Hirsch, die Zunge des Stummen jauchzt auf. In der Wüste brechen Quellen hervor und Bäche fließen in der Steppe.

Der glühende Sand wird zum Teich und das durstige Land zu sprudelnden Quellen. An dem Ort, wo jetzt die Schakale sich lagern, gibt es dann Gras, Schilfrohr und Binsen.

Eine Straße wird es dort geben; man nennt sie den Heiligen Weg. Kein Unreiner darf ihn betreten. Er gehört dem, der auf ihm geht. Unerfahrene gehen nicht mehr in die Irre. Es wird keinen Löwen dort geben, kein Raubtier betritt diesen Weg, keines von ihnen ist hier zu finden. Dort gehen nur die Erlösten. Die vom Herrn Befreiten kehren zurück und kommen voll Jubel nach Zion. Ewige Freude ruht auf ihren Häuptern. Wonne und Freude stellen sich ein, Kummer und Seufzen entfliehen. (Jes 35,1-10)

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Habt Mut, fürchtet euch nicht!“ So ruft uns die heutige Lesung zu. Dieses Wort aus dem Buch Jesaja will uns Hoffnung geben. Wenn wir bereit sind Gott in unsere Welt hineinzulassen werden wir die Auswirkungen mit allen Sinnen erfahren. Gottes Kommen verändert die Welt von Grund auf: Die Wüste wird blühen, in ihr brechen Quellen hervor, Bäche fließen in der Steppe; wo wilde Tiere hausten, gibt es nun Gras und Schilfrohr. Ein für die klimatischen Verhältnisse in Palästina sprechendes Bild dafür, was die Anwesenheit Gottes alles bewirken kann: Das Leben Bedrohende wird abgewendet, das Leben Schaffende aber im Überfluss gesetzt.

Die Wüste steht hier für alle menschliche Negativerfahrung, für die Dürre und Trockenheit menschlicher Not, die den Menschen auszuzehren vermag, das Wasser aber für das Leben selbst. Neue Lebensmöglichkeiten verheißt Gott, seine Nähe ermöglicht Leben im Übermaß.

Als Christen ist uns die Nähe Gottes in Jesus Christus zugesagt, er ist der, dessen Ankunft neue Lebensmöglichkeiten setzt. Es liegt an uns, die Dürre und Trockenheit unseres Herzens durch die neue Lebensfülle in Jesus Christus ersetzen zu lassen. Auffüllen möchte er unser Herz mit sich selbst und seinem Leben - nicht erst am Ende der Zeiten, sondern schon heute. Ankommen will er in unseren Herzen.

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