Montag, 19. Dezember 2011

Wort Gottes für den Tag, 20. Dezember 2011

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Der Advent ist weit vorangeschritten, das Weihnachtsfest steht schon bald vor der Türe. Es ist selbst eine Tür, die Himmel und Erde verbindet. Um sie zu öffnen, müssen wir den richtigen Schlüssel finden. An unserem Schlüsselbund finden wir oft viele verschiedene Schlüssel. Haben wir noch Zeit, alle nacheinander ins Schloss zu stecken und zu prüfen welcher denn wohl der richtige ist? Jesus Christus selbst ist dieser Schlüssel, der Schlüssel Davids: Er öffnet, und niemand kann schließen; er schließt, und keine Macht vermag zu öffnen. Er ist der Schlüssel des Lebens und der Menschwerdung – der Menschwerdung Gottes und der Menschwerdung des Menschen. 



Heute hören wir im Gottesdienst noch einmal das Evangelium (vom vergangenen Sonntag) von der Verkündigung des Engels an Maria.

In jener Zeit wurde der Engel Gabriel von Gott in eine Stadt in Galiläa namens Nazaret zu einer Jungfrau gesandt. Sie war mit einem Mann namens Josef verlobt, der aus dem Haus David stammte. Der Name der Jungfrau war Maria.

Der Engel trat bei ihr ein und sagte: Sei gegrüßt, du Begnadete, der Herr ist mit dir. Sie erschrak über die Anrede und überlegte, was dieser Gruß zu bedeuten habe. Da sagte der Engel zu ihr: Fürchte dich nicht, Maria; denn du hast bei Gott Gnade gefunden. Du wirst ein Kind empfangen, einen Sohn wirst du gebären: dem sollst du den Namen Jesus geben. Er wird groß sein und Sohn des Höchsten genannt werden. Gott, der Herr, wird ihm den Thron seines Vaters David geben.Er wird über das Haus Jakob in Ewigkeit herrschen, und seine Herrschaft wird kein Ende haben.


Maria sagte zu dem Engel: Wie soll das geschehen, da ich keinen Mann erkenne? Der Engel antwortete ihr: Der Heilige Geist wird über dich kommen, und die Kraft des Höchsten wird dich überschatten.

Deshalb wird auch das Kind heilig und Sohn Gottes genannt werden. Auch Elisabeth, deine Verwandte, hat noch in ihrem Alter einen Sohn empfangen; obwohl sie als unfruchtbar galt, ist sie jetzt schon im sechsten Monat. Denn für Gott ist nichts unmöglich.

Da sagte Maria: Ich bin die Magd des Herrn; mir geschehe, wie du es gesagt hast. Danach verließ sie der Engel.

Ich möchte nicht in der Haut Marias gesteckt haben, als der Engel zu ihr kam. Nichts ahnend wird sie aus dem Alltag gerissen und mit einer Botschaft konfrontiert, die ihr Leben völlig verändern wird. Maria hört geduldig zu, sie lässt sich nicht aus der Ruhe bringen, so unerwartet und unglaublich die Nachricht des Engels auch ist. Ganz pragmatisch fragt sie nach: Wie soll das geschehen? Sie ist nicht leichtgläubig, sondern möchte es genauer wissen, dass die Botschaft, die ihr Leben ja vollkommen umkrempeln wird, auch eine Basis hat. Maria erfährt, dass es Gottes Wille ist, der sich an ihr vollziehen soll; Gott selbst ist es, der sie, die einfache junge Frau, auserwählt hat, um Mensch zu werden. Da spricht sie das eine Wort, das die Welt verändert; das eine Wort, das den Lauf der Zeit neu ordnet; das eine Wort das Himmel und Erde, Gott und Menschen unwiderruflich verbindet. „Mit geschehe nach deinem Wort.“ 

Wie steht es mit uns? Sind wir, wie Maria bereit uns Gottes Willen hinzuhalten? Sind wir bereit, die Dinge, die an uns herangetragen werden, zu hinterfragen wie Maria? Ihr Vorbild zeigt uns, nicht alles vorschnell als gottgegeben anzunehmen, sondern nachzufragen, nachzudenken. Wo wir aber erkennen, was Gott von uns will, wo wir erkennen, was Gott Großes oder Kleines mit uns vorhat, da können wir von Maria lernen zu sagen: Mir geschehe nach deinem Wort – ich bin bereit, mich in deinen Dienst zu stellen, auch wenn ich nicht genau weiß, was auf mich zukommt. Auch wenn mein Leben vom Kopf auf die Füße gestellt wird oder umgekehrt, auch wenn ich ängstlich und unsicher bin … Die Antwort Marias macht Mut, sich auf Gottes Wort und das seiner Boten einzulassen.

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