Mittwoch, 14. Dezember 2011

Wort Gottes für den Tag, Donnerstag, 15. Dezember 2011


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Fürchte dich nicht, du wirst nicht beschämt; schäme dich nicht, du wirst nicht enttäuscht. Denn die Schande in deiner Jugend wirst du vergessen, an die Schmach deiner Witwenschaft wirst du nicht mehr denken.

Denn dein Schöpfer ist dein Gemahl, «Herr der Heere» ist sein Name. Der Heilige Israels ist dein Erlöser, «Gott der ganzen Erde» wird er genannt. Ja, der Herr hat dich gerufen als verlassene, bekümmerte Frau. Kann man denn die Frau verstoßen, die man in der Jugend geliebt hat?, spricht dein Gott.

Nur für eine kleine Weile habe ich dich verlassen, doch mit großem Erbarmen hole ich dich heim. Einen Augenblick nur verbarg ich vor dir mein Gesicht in aufwallendem Zorn; aber mit ewiger Huld habe ich Erbarmen mit dir, spricht dein Erlöser, der Herr.
(Jes 54,4-8)

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Liebesgeschichten sind eine spannende Lektüre! Vom Geheimnis eines Menschen, von seinem Innersten, wird darin offenbart. Wir schauen „hinter die Kulissen“, schauen unter die Oberfläche, ins Herz eines Menschen! Die Bibel scheut sich nicht, die Beziehung Gottes zu seinem Volk als eine Liebes- und Beziehungsgeschichte zu deuten! „Dein Schöpfer ist dein Gemahl“ hieß es in der Lesung, und: „Kann man denn die Frau verstoßen, die man in der Jugend geliebt hat?, spricht dein Gott.“



Hintergrund dieser Verheißung ist das babylonische Exil. Israel war von seinem Gott verstoßen wie eine untreue Frau von ihrem Mann. Aber der Zorn Gottes dauert nur einen Augenblick, seine erbarmende Liebe währt ewig. Gott schließt mit der zurückgerufenen Gemahlin einen Bund. In Vers 9-10 wird dieser Bund angesprochen, der mit dem Noach-Bund (Gen 9-11) verglichen wird:

Wie in den Tagen Noachs soll es für mich sein: So wie ich damals schwor, dass die Flut Noachs die Erde nie mehr überschwemmen wird, so schwöre ich jetzt, dir nie mehr zu zürnen und dich nie mehr zu schelten.

Auch wenn die Berge von ihrem Platz weichen und die Hügel zu wanken beginnen - meine Huld wird nie von dir weichen und der Bund meines Friedens nicht wanken, spricht der Herr, der Erbarmen hat mit dir.
 
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Uns Heutigen ist diese Betrachtungsweise der Beziehung Gott – Mensch  eher fremd, gar unangenehm. Ist nicht oft unser Bild von Gott geprägt von Distanz? „Ich glaube, dass es Gott gibt!”, sagen wir dann – aber eine persönliche Beziehung, gar Liebesbeziehung? Geht das nicht zu weit? Aber genau das drückt unser Christenglaube aus! Wir glauben an einen Gott, dem unser Los und Schicksal, dem unser Heil nicht gleichgültig sind. Der in Jesus Christus zu uns kommt, uns auf Augenhöhe begegnen will!



Das Fest der Geburt Christi drückt dies aus. Darauf gehen wir zu. Und er sendet gar einen Vorläufer, einen Wegbereiter, damit er auch wahrlich bei uns ankommt. Jesus hält es seinen Zuhörern damals vor, zitiert die prophetische Verheißung: „Ich sende meinen Boten vor dir her; er soll den Weg für dich bahnen.“



Bleibt für uns die Frage: Wo kann ich noch Hindernisse auf meinem Lebensweg ausräumen, damit Jesus Christus, unser Heiland, bei mir ankommen kann? Damit seine Liebesgeschichte mit mir verlebendigt oder neu geschrieben werden kann, seine Liebe mein Leben durchdringen kann?

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