Samstag, 22. Januar 2011

Berufen, das Reich Gottes zu verkünden

Der Beruf ist mehr als ein Job

Zur Identität eines Menschen gehört sein Beruf. Wir werden gelegentlich nach unserem Beruf gefragt, wenn offizielle Dokumente ausgefüllt werden müssen. Früher war der Beruf eines Menschen so wichtig, dass er zum Namen wurde. Heute noch heißen viele Müller, Bäcker, Zimmermann oder Schneider.
Das Wort Beruf kommt von Berufung. Der Beruf ist mehr als ein Job. Ein Job ist etwas was ich ausführe, um meinen Lebensunterhalt zu verdienen. Ich identifiziere mich nicht notwendiger Weise mit meinem Job. Beim Beruf ist das anders. Ich übe diese Tätigkeit aus, weil ich mich zu dieser Tätigkeit mehr hingezogen fühle als zu einer anderen. Sie erfüllt mich ganz, ich habe Freude daran, diesem Beruf nachzugehen. Es ist meine Berufung, dass ich das tue und nichts anderes. Berufung ist etwas ähnliches. Wenn sich jemand für einen kirchlichen Beruf entscheidet steckt darin die Vorstellung, dass jemand, ihn oder sie zu einer bestimmten Beschäftigung in der Kirche ruft. Letztlich steckt Gott dahinter. Er beruft.

Gott ruft Menschen in seinen Dienst,
nicht weil sie besonders würdig sind, sondern weil er sie will

Bei Priestern und Ordensleuten haben wir immer von Berufungen gesprochen. Zurückzuführen ist dies auf die Berufungen die wir von der Bibel her kennen. Dort können wir viele Berufungsgeschichten nachlesen. Im alten Testament beruft Gott vor allem Propheten, wie Amos, Jesaja oder Jeremia. Im Neuen Testament ist es Jesus der seine Jünger beruft.
Sie haben sich nicht selbst dazu gemacht. Das Evangelium des heutigen Sonntags (Mt 4,12-23) zeigt, wie Jesus bei der Berufung seiner Jünger vorging: Als er am See von Galiläa entlang ging, sah er dort einige Fischer. Sie waren mit ihrem Handwerk beschäftigt und dachten an nichts Weiteres als an ihre Arbeit. Jesus rief sie einfach: „Kommt her, folgt mir nach! Ich werde euch zu Menschenfischern machen.“ Und siehe da: Ohne Umschweife folgen ihm die Gerufenen.
Der Vorgang ist unglaublich. Hat der Evangelist die Zwischenstücke einfach ausgelassen? Gab es da nicht doch Bedenken und Zurückhaltung? Es gibt andere Stellen im Neuen Testament, wo von dem einen oder anderen Wenn und Aber die Rede ist. Einmal stand noch die Beerdigung des Vaters an oder wenigstens eine Verabschiedung von Verwandten und Freunden. Einmal konnte ein junger Mann wegen seines Reichtums nicht folgen. Davon lesen wir in der heutigen Bibelstelle nichts.
Interessant ist auch die Wahl seiner Berufungen. Er nimmt einfache Menschen aus dem Volk, Fischer und nicht die Gebildeten der damaligen Gesellschaft. Er hat wahrscheinlich geglaubt: Wer Fische fangen kann, der kann auch Menschen „fischen“, d. h. für das Reich Gottes gewinnen. Wichtig ist nur, dass sie seinen Ruf hören und ihm folgen. Den Rest besorgt Gott.

Berufungen gibt es viele, heute wie morgen.
Entscheident ist, dass Menschen den Ruf Gottes hören

Jesus brauchte nicht nur damals Menschen, die sich als Berufene in seinen Dienst nehmen ließen. Auch heute sind „Berufe“ wichtig. Wir nennen sie „Geistliche Berufe“ oder „Berufe der Kirche“. Die Art der Berufung ist heute nicht so viel anders als damals. Nur geht Jesus nicht mehr sichtbar am See von Galiläa entlang. Er geht auch nicht sichtbar durch die Straßen unseres Dorfes. Er ruft heute durch Menschen.

Da werden in einer Gemeinde Katecheten für die Vorbereitung der Kinder auf die Erstkommunion oder der Firmung gesucht. In den meisten Fällen ist es der Pastor der fragt, oder Katecheten, die andere für diese Tätigkeit gewinnen wollen. Sie fragen dann, wer dazu bereit sei, eine Gruppe von Kindern zu begleiten. Das Gespräch verläuft dann oft so: „Ich habe an Dich gedacht!“ „An mich?“ erwidert der oder die Angesprochene. Es folgt das eine oder andere Wenn und Aber. Es werden auch triftige Argumente vorgebracht, die hinderlich sein können. Etwa: „Ich habe einen anstrengenden Beruf und wenig freie Zeit. Ich habe eine Familie, die meine Zeit und Kraft in Anspruch nimmt“. Oder: „Ich kann das nicht“. Doch manchmal folgt die Antwort: „In Ordnung. Ich bin bereit!“ Diese Menschen treten dann nicht in einen geistlichen Stand ein, aber sie haben teil an den geistlichen Berufen.

Auch in Zukunft wird Jesus Menschen in seinen Dienst rufen. Menschenfischer braucht er auch in Zukunft. Die Formen der Geistlichen Berufe können sich ändern, der Inhalt aber bleibt der gleiche. Wir leben in einer Zeit, in der die Zahl der Priester- und Ordensberufe stark zurückgegangen ist. Mindestens kann man das für Europa sagen. Es gibt diesbezüglich bereits viel Ratlosigkeit und guter Rat ist auch hier teuer, wir sollten hier die Hoffnung aber nicht aufgeben. Um so wichtiger ist es, dass alle in der Kirche offen sind für Wege, die der Heilige Geist aufzeigen wird. Es wird so sein, dass der Priesterberuf der Zukunft anders aussieht als der heutige.
Berufungen gibt es viele, heute wie morgen. Und es ist immer derselbe Herr, der die Berufung ausspricht. Wenn wir ein Klima schaffen, in dem der Ruf des Herrn gehört werden kann, wird es auch in Zukunft für das Reich Gottes Menschenfischer geben in ausreichender Zahl.

Heilige Messe: "Kein spiritueller Schnellimbiss, sondern eine nachhaltige Bearbeitung der Seele"


Interview mit Bruder Paulus Terwitte zur Eucharistie

Bruder Paulus Terwitte ist Kapuzinermönch und leitet das Kapuzinerkloster Liebfrauen in Frankfurt am Main sowie den dortigen Franziskustreff, eine Hilfseinrichtung für wohnungslose Menschen. Als Buchautor, Referent, Fernsehmoderator und kompetenter Medienmann der katholischen Kirche ist es ihm ein Anliegen, den christlichen Glauben mit dem Leben der Menschen von heute in Verbindung zu bringen. Im Interview nimmt er Stellung zur Bedeutung der Eucharistiefeier.

Die Standardfrage vieler Kinder während der Messfeier lautet wohl: Wie lange dauert es denn noch? Wenn sie älter geworden sind, fragen sie nicht mehr – viele bleiben einfach weg. Weithin leere Kirchenbänke sind in vielen Gemeinden bei den Eucharistiefeiern zu beobachten. Bruder Paulus rät jungen Menschen, den Durchblick zu gewinnen, die Heilige Messe bewusst zu feiern, dann könne sie zur Nahrung für die Seele werden. Lesen Sie dazu folgendes Interwiew.

Bruder Paulus, Sie haben zusammen mit anderen ein Buch für junge Leute geschrieben, das den Titel trägt: „Mut zur Messe“. Was hat die Heilige Messe mit Mut zu tun?
Bruder Paulus: Wer die Messe mitfeiert, bekennt öffentlich, was er glaubt. Zudem: Wer die Heilige Messe mit Schwung mitfeiert, wofür ich in meinem Buch viele Anregungen gebe, wird verwandelt werden. Die Eucharistiefeier ist ja ein Haus aus Riten, in dem wir Jesus begegnen: Deswegen gehe ich immer mit ein wenig Herzklopfen in den Gottesdienst; wer weiß, was Jesus darin in mir verwandeln will.

Den Ablauf der heiligen Messe empfinden gerade Kinder und Jugendliche als langweilig. Was raten Sie ihnen?
Bruder Paulus: Den Durchblick zu gewinnen. Denn es gibt keine Feier in der Welt, die so voll von Bezügen zu geschichtlichen Ereignissen und Botschaften der Bibel ist. Der Kaiser von Rom spielt beim Kyrie eine Rolle. Die Kartoffeln der Bauern in Südfrankreich des 6. Jahrhunderts bei der Händewaschung. Die ägyptische Hofzeremonie beim Einzug von Ministranten und den anderen Liturgen. Freilich: Man muss schon selber mitdenken. Aber das sollte für junge Leute von heute ja kein Problem sein.

Was sagen Sie Menschen, die das Gefühl haben, die heilige Messe habe mit ihrem Leben nichts zu tun?
Bruder Paulus: Das hat ja eine Sauna auch nicht. Da muss ich schon reingehen. Und mir die Zeit nehmen. Viel Geduld braucht es, oft über Monate, bis man einen Effekt spürt. Die Messe ist kein spiritueller Schnellimbiss, sondern eine nachhaltige Bearbeitung der Seele, die dabei wort- und brotweise Stück um Stück genährt wird. Wer drei Monate jeden Sonntag wirklich gesagt hat: Und mit deinem Geiste! oder: Dank sei Gott! und das auch so meinte, wird schnell begreifen, dass fast ununterbrochen von den Lebensthemen Liebe, Versöhnung, Frieden, Leid und Erlösung die Rede ist.

Was bedeutet für Sie persönlich die Eucharistiefeier?
Bruder Paulus: Ich gehe wie gesagt mit einem gewissen Lampenfieber in die Messe. Als Vorsteher der Eucharistiefeier bin ich besonders verantwortlich, dass sich viele angesprochen fühlen, alle ihren Part mit Hingabe erfüllen und der Wechsel von Priester,- Diakon-, Lektoren-, Fürbittgestaltern-, Kantoren- und vielen anderen Einzelaufgaben mit der Gemeinde gelingt.

Wie könnte es Ihrer Meinung nach wieder gelingen, dass die heilige Messe zu einem Kraftort für die Menschen und die Pfarreien wird?
Bruder Paulus: Wenn wir in der Messe fröhlich „wohnen“ wollen, müssen wie in einer guten Ehe alle Gewohnheiten regelmäßig auf den Prüfstand. Was sich totgelaufen hat, muss man ändern. Vor jeder Messe sollte die ganze Gemeinde samt Priester und dem liturgischen Personal laut sagen: Wir wollen hier den Tod und die Auferstehung Jesu feiern! Denn daran mangelt es vor allem: Am Wollen, etwas Geschenktes zu feiern! Die vielfältigen Aufgaben in der Eucharistiefeier würden dann viel lieber und auch liebevoller wahrgenommen werden. Oft hindert ein Kleinkrieg, z.B. wer lesen darf, und warum denn nicht ein Lektor alles lesen soll, das sei bequemer für den Dienstplan, und vieles Andere eine lebendige Gestaltung. Es braucht endlich kleine Scholen aus Mitgliedern der Kirchenchöre, die die Gemeinde anfeuern mit Wechselgesängen. Wer fünfzehn ist, muss gefragt werden um eine Rolle als Lektor oder Lektorin. Als letztes nenne ich: Mut zur Stille. – Und wer dann sagt, dass die Messe auf diese Weise zu lange dauert: Hat man je einem, den man liebt, gesagt, es sei ja ganz schön gewesen, aber zehn Minuten zu lang?

Die Fragen stellte Elfriede Klauer, www.pfarrbriefservice.de

Donnerstag, 20. Januar 2011

Gewalt gegen Priester in aller Welt


Laut derzeitigem Stand wurden in den vergangenen 12 Monaten 23 Seelsorger ermordet: ein Bischof, 15 Priester, ein Ordensmann, eine Ordensfrau und drei Laien. “Unsere Welt wird weiterhin durch Gewalt gezeichnet, vor allem gegen die Jünger Christi” (Papst Benedikt XVI., 26. Dezember 2010). Wie jedes Jahr veröffentlichte die Nachrichtenagentur Fides zum Jahresende die Namen der im zu Ende gehenden Jahr 2010 ermordeten Priester, Ordensleute und Laienmissionare:

Aufgeschlüsselt nach Kontinenten ragt Amerika als “blutigster” Kontinent hervor. Dort mußten 15 Seelsorger sterben: 10 Priester, ein Ordensmann, ein Seminarist und drei Laien. Es folgt in der Blutstatistik Asien mit einem Bischof, vier Priestern und einer Ordensfrau. In Afrika wurden ein Priester und ein Seminarist ermordet.

Don José Luis Parra Puerto (50) wurde am Aschermittwoch, den 17. Februar 2010 bei einem Raubüberfall in Mexiko ermordet. Der aus Merida stammende Mexikaner war Vikar in Mexiko-Stadt und Kaplan der Kolumbus-Ritter.

Don Dejair Gonçalves de Almeida (32) wurde am 16. März 2010 auf dem Rückweg von einem Pfarrbesuch bei einem Raubüberfall rund 80 km außerhalb von Rio de Janeiro ermordet. Der gebürtige Brasilianer war Kanzler der Diözese von Darra do Pirai und zuständig für das Gebetsapostolat der Diözese. Bei dem Überfall wurde auch sein Begleiter Epaminondas Marques da Silva, (26), ermordet. Der ehemalige Seminarist war Koordinator der kirchlichen Gemeinschaft von Santa Cruz.

Luis Enrique Pineda SDB (57) wurde am 20. März 2010 in der kolumbianischen Hauptstadt Bogotà bei einem Raubüberfall ermordet, als der Salesianer auf dem Weg zu einem Besuch bei seiner Familie war. Der gebürtige Kolumbianer wirkte als Koadjutor seines Ordens in der Ordenseinrichtung von San Pietro Claver in Bogotà.

Die Leiche von Don Román de Jesús Zapata (51) wurde am 24. März 2010 im Pfarrhaus von Currulao 500 km von der Hauptstadt Bogotá entfernt, wo er Pfarrer war, ermordet aufgefunden.

Pater Esteban Robert Wood (68) wurde am 28. April 2010 im Bundesstaat Bolivar in Venezuela in der Nähe des Pfarrhauses zur Heiligen Familie, wo er Pfarrer war, bei einem Raubüberfall ermordet. Der aus Vancouver in den Vereinigten Staaten von Amerika stammende Priester, war seit 23 Jahren als Seelsorger in Venezuela tätig.

Pater Peter Bombacha (74) wurde am 28. April 2010 im von ihm gegründeten Ashram in Baboola in Indien ermordet, rund einen Kilometer von der Residenz des Bischofs von Vasai in der Nähe von Mumbai entfernt.

Pater Rubens Almeida Goncalves (35) wurde 20. Mai 2010 in seiner Pfarrei in der Stadt Campos Belos in der brasilianischen Diözese Porto Nacional ermordet. Der Pfarrer habe dem Mann, der ihn ermordete, einen Pfarrsaal verweigert.

S. Ex. Msgr. Luigi Padovese (63), Apostolischer Vikar von Anatolien und Vorsitzender der türkischen Bischofskonferenz, wurde am 3. Juni 2010 von seinem moslemischen Fahrer in Iskenderun ermordet. Der in Italien geborene Bischof aus dem Kapuzinerorden übte sein Hirtenamt in der Türkei seit 2004 aus. Während der Ermordung des Bischofs habe sein Fahrer ausgerufen: “So tötet ein Moslem!”

Mario Dayvit Pinheiro Reis (31), Seminarist der Diözese Sao Luis in Brasilien, wurde am 4. Juli 2010 vor dem Haus seiner Familie erschossen. Er befand sich mit seiner Großmutter im Auto, als sich zwei Räuber näherten.

Don Joseph Zhang Shulai (55), Generalvikar der chinesischen Diözese Ningxia und Schwester Maria Wei Yanhui (32) derselben Diözese wurden im katholischen Altenheim von Wuhai in der Inneren Mongolei am 6. Juli 2010 ermordet. Die Polizei verhaftete wenige Tage später einen ehemaligen Angestellten, der wegen Diebstahls entlassen worden war und sich mit den Morden rächen habe wollen.

Don Carlos Salvador Wotto (83), Pfarrer in der Pfarrei Maria Schnee im Bundesstaat Oaxaca in Süd-Mexiko, wurde am 28. Juli 2010 ermordet aufgefunden. Das Gebiet ist “Kampfgebiet” zwischen verschiedenen Drogenbanden.

Don Herminio Calero Alumia (36), Kolumbianer, Pfarrer der Pfarrei Santiago de la Atalaya in Bosa (Kolumbien) wurde nach einem Wortwechsel bei einer Polizeikontrolle von einem Polizisten erschossen.

Pater Linán Ruiz Morales OFM (80) wurde am 27. August 2010 in seinem Zimmer im Franziskanerkloster im Zentrum der peruanischen Hauptstadt Lima tot aufgefunden. Der Priester war erstochen worden. Der leblose Körper seines Mitarbeiters Annaias Aguila (26), wurde in der nebenan gelegenen Küche der Armenausspeisung gefunden. Die Polizei geht von einem Raubmord aus, da der Panzerschrank des Konvents aufgebrochen wurde. Pater Ruiz war gebürtiger Puertoricaner. Er wirkte seit 1978 in Peru für die kirchliche Bewegung Encuentros de Promocion Juvenil. Zuletzt wirkte er in der Armenausspeisung, die täglich 1200 Kinder und Erwachsene versorgt.

Julien Kénord (27), Mitarbeiter der Schweizer Caritas, wurde am 8. Oktober 2010 in Port-au-Prince auf Haiti bei einem versuchten Raubüberfall ermordet. Er hatte soeben bei einer Bank 2000 Dollar abgehoben, als er von bewaffneten Männern überfallen wurde.

Wasim Sabieh (29) und Thaier Saad Abdal (29), beide Priester der mit Rom unierten syrisch-katholischen Kirche, wurden am 31. Oktober 2010 während der Heiligen Messe bei einem Terrorangriff der irakischen Al-Kaida-Zelle auf die syrisch-katholische Kathedrale von Bagdad ermordet. Pater Thaier war Leiter eines Zentrums für Islamstudien, während Pater Wasim vor allem in der Armenseelsorge tätig war.

Don Christian Bakulene, Pfarrer von Kanyabayonga in Nord-Kivu in der Demokratischen Republik Kongo, wurde am 8. November 2010 ermordet. Auf dem Rückweg mit einem Mitarbeiter auf einem Motorrad in seine Pfarrei wurde er bei Mapere von einer Militärpatrouille angehalten. Die bewaffneten Uniformierten fragten, wer der Pfarrer sei. Als sich Bakulene zu erkennen gab wurde er erschossen. Sein Mitarbeiter wurde ausgeraubt. Nach Zeugenaussagen waren bereits vorher andere Motorradfahrer mit derselben Frage angehalten worden. Deshalb geht man von einem gezielten Mord aus.

Don Bernardo Muniz Rabelo Amaral (28), Vize-Pfarrer in der brasilianischen Stadt Humberto de Campos starb am 20. November 2010 im Krankenhaus, nachdem er von einem Mann, dem er eine Mitfahrgelegenheit geboten hatte, angeschossen und ausgeraubt worden war. Der Täter floh mit dem Auto des Priesters, 400 brasilianischen Dollars und dem Mobiltelefon des Geistlichen, der erst am 5. September dieses Jahres die Priesterweihe empfangen hatte.

Nicolas Eklou Komla SJ (25), Seminarist aus Togo, wurde am 5. Dezember 2010 auf den Straßen von Belair di Mont Ngafula am Rande von Kinshasa, der Hauptstadt der Demokratischen Republik Kongo ermordet. Der Seminarist war mit anderen Schülern des Jesuitenkollegs St. Petrus Canisius von Kimwenza auf dem Nachhauseweg, als sie von einem bewaffneten und maskierten Mann überfallen wurden. Auf die Reaktion der Schüler schoß der Täter mehrere Kugeln in die Gruppe, die den Seminaristen tödlich trafen. Nicolas Eklou Komla war 2008 in den Jesuitenorden eingetreten und hatte am 2. Oktober 2010 die ersten Ordensgelübde abgelegt. Erst zwei Monate vor seiner Ermordung war er nach Kongo gekommen, um dort sein Philosophiestudium aufzunehmen.

Pater Miroslaw Karczewski OFMcon (45), Pole, wurde am 6. Dezember 2010 im Pfarrhaus seiner Pfarrei St. Antonius von Padua in Santo Domingo de Los Colorados in Ekuador bei einem Raubüberfall ermordet. Der Priester war seit fünf Jahren Pfarrer im Ort. Ihm war der Computer und das Mobiltelefon gestohlen worden. Laut Polizeiangaben, sei der Priester bereits ein Jahr zuvor überfallen worden. Da er die Täter gesehen hatte, habe er später Morddrohungen erhalten, falls er sich an die Polizei wende. Quelle: (Fides/Giuseppe Nardi, Bild: Fides) www.katholisches

R. I. P.

Kalenderblatt 20. Januar 2011

Dienstag, 18. Januar 2011

Wort Gottes für den Tag, Mittwoch, 19. Januar 2011.


Die Heilung eines Mannes am Sabbat

Gesetze und Gebote sind da, um das Leben der Menschen in geordneten Bahnen laufen zu lassen. Sie sind da, damit Menschen gut und verantwortlich zusammenleben. Wenn Gesetze aber all zu kleinlich ausgelegt werden fehlt den Menschen bald die Luft zum atmen.

Solche Situation beschreibt uns das Evangelium. Jesus ist schon viermal mit den Gesetzeslehrern in Konflikt geraten. Weil er Sünden vergibt, weil er mit Sündern isst, weil er und seine Jünger nicht fasten und weil seine Jünger am Sabbat Ähren abreißen und essen. Das ist alles laut jüdischem Gesetz verboten.

Heute nun kommt es zu einem weiteren Konflikt: Als er ein andermal in eine Synagoge ging, saß dort ein Mann, dessen Hand verdorrt war. Und sie gaben Acht, ob Jesus ihn am Sabbat heilen werde; sie suchten nämlich einen Grund zur Anklage gegen ihn. Da sagte er zu dem Mann mit der verdorrten Hand: Steh auf und stell dich in die Mitte! Und zu den anderen sagte er: Was ist am Sabbat erlaubt: Gutes zu tun oder Böses, ein Leben zu retten oder es zu vernichten? Sie aber schwiegen. Und er sah sie der Reihe nach an, voll Zorn und Trauer über ihr verstocktes Herz, und sagte zu dem Mann: Streck deine Hand aus! Er streckte sie aus und seine Hand war wieder gesund. Da gingen die Pharisäer hinaus und fassten zusammen mit den Anhängern des Herodes den Beschluss, Jesus umzubringen (Mk 3,1-6).

Jesus macht den Pharisäern klar: Gesetze sollen nicht knechten. Sie müssen immer auch Spielräume lassen, die besondere Situationen einschließen. Jesus wollte, dass von Menschen gemachte Gesetze auch menschlich bleiben. Der Sabbat ist für den Menschen da, nicht der Mensch für den Sabbat. Denn in diesem Fall geht es nicht nur um die Heilung selbst, sondern darum, dass sie an einem Sabbat stattfand. Das ärztliche Tun wurde in der jüdischen Mentalität als Arbeit bewertet und durfte nach pharisäischer Anschauung am Sabbat nicht verrichtet werden, es sei denn bei Lebensgefahr.

In der Erzählung von dem Mann mit einer verdorrten Hand tritt noch etwas zum Vorschein: Die Spannung, die das Tun der jungen Kirche auslöst, weil sie sich im Gegennsatz zu den hergebrachten Bräuchen befindet. Diese Spannung wird stets spürbarer.

Die Aufmerksamkeit der Pharisäer richtet sich auf Jesus und auf sein Verhalten dem Behinderten gegenüber. Es herrscht eine gewisse feindselige Spannung: sie suchten nämlich einen Grund zur Anklage gegen ihn. Es ist gleichzeitig die Spannung, unter der die ersten Christen litten, die man ebenfalls argwöhnisch in ihrem Umgang mit Leidenden beobachtete. Die Christen richten sich nach dem, was ihnen Jesus vorgegeben hat: Er sagte zu dem Mann mit der verdorrten Hand: Steh auf and stell dich in die Mitte! Vermutlich hatte der behinderte Mann sich unauffällig im Hintergrund gehalten. Jesus ruft ihn aus der Unscheinbarkeit heraus und stellt ihn vor die Augen aller. Das ist eine eindrückliche Zeichenhandlung: der, der sich am Rande befand, wird in die Mitte gerückt. Aus der Sicht der christlichen Gemeinde ist damit ein neuer Anspruch gegeben: Die Leidenden stehen nicht am Rande, sondern im Zentrum, ein Anspruch, der bis heute seine Provokation nicht verloren hat.

Wir können diese Erzählung auch aus der Perspektive des Geheilten lesen. Er wird froh und dankbar für seine Wiederherstellung gewesen sein. Mit seiner Heilung verkörpert er gleichsam die Situation der Christen, die in irgendeiner Weise von Jesus geheilt wurden, nicht nur von Krankheiten oder unreinen Geistern, sondern innerlich in ihrer Seele von all dem, was ihr Leben bedrückte. Sie fühlten sich geheilt und befreit zu neuen Lebensperspektiven, zum Glauben an Gottes Güte und Verheißungen. In diesem Glauben liegt der letzte Grund für ihr Tun und für ihr Verständnis vom Sabbat, der das Leben nicht beschränken, sondern eröffnen soll.

Sonntag, 16. Januar 2011

Gebetswoche für die Einheit der Christen vom 18. bis 25. Januar 2011


„Zusammen glauben, feiern, beten“ (Apg 2,42)

Wie in jedem Jahr findet auch 2011 wieder eine Gebetswoche für die Einheit der Christen statt. Sie wurde dieses Jahr von palästinensischen Christen vorbereitet. Sie wählten als Thema Apg 2,42: „Sie hielten an der Lehre der Apostel fest und an der Gemeinschaft, am Brechen des Brotes und an den Gebeten”. Dieses Thema ist ein Ruf zurück zu den Ursprüngen der ersten Kirche in Jerusalem. Es ist ein Ruf nach Begeisterung und Erneuerung, eine Rückkehr zu den unverzichtbaren Bestandteilen des Glaubens. Es ist eine Aufforderung, sich an die Zeit zu erinnern, als die Kirche noch eine Einheit war. Apg 2,42 bekennt vier Kennzeichen der ersten christlichen Gemeinde, die für jede christliche Gemeinde und Kirche unverzichtbar sind: Das Festhalten an der Lehre der Apostel, die Gemeinschaft, das Brechen des Brotes (Eucharistie) und das Gebet.

Die Christen im Heiligen Land möchten diese vier grundlegenden Elemente in den Vordergrund stellen, wenn sie für die Einheit der Kirche überall auf der Welt beten. Sie laden ihre Schwestern und Brüder dazu ein, sich ihnen in diesem Gebet ebenso anzuschließen, wie im Einsatz für Gerechtigkeit, Frieden und Wohlstand für alle Menschen des Heiligen Landes.