Samstag, 26. Februar 2011

Worte die gut tun - Worte zum nachdenken und glücklichsein

Freitag, 25. Februar 2011

"Wir sind auch ganz normale Leute" - Leben mit Behinderung

„Ich finde das unerhört, wenn man uns nicht ernst nimmt.“ – „Behindert heißt doch, jemand meint, ich wär ein Arsch, und das finde ich nicht in Ordnung.“ Diese Aussagen stammen von erwachsenen Menschen mit geistiger Behinderung, die sich zu Wort melden. Sie wollen kein Mitleid, sondern – wie andere behinderte Menschen auch – in ihrer Andersartigkeit Anerkennung und Respekt. Was es heißt, mit Behinderung zu leben, wollen die nachfolgenden Texte beleuchten. Vielleicht sind sie Anstoß für Sie sich mit diesem Thema einmal auseinanderzusetzen. Die Texte laden dazu ein, vor allem das Miteinander von behinderten und nicht behinderten Menschen in den Blick zu nehmen.

Was ist geistige Behinderung?



Es ist gar nicht so leicht zu definieren, was eine geistige Behinderung ist. Jedenfalls ist es keine Krankheit, wie oft geglaubt wird. Geistige Behinderung bedeutet in erster Linie eine intellektuelle Beeinträchtigung, welche die Gesamtentwicklung und Lernfähigkeit mehr oder weniger stark beeinflusst.

Ursachen für geistige Behinderung


Die Ursachen für geistige Behinderung sind vielfältig und häufig noch immer nicht klar auszumachen. Es gibt genetisch bedingte, angeborene geistige Behinderung wie zum Beispiel das Down-Syndrom, früher Mongolismus genannt. Hier liegt das Chromosom Nr. 21 dreimal statt zweimal vor. Viele andere, weniger bekannte Syndrome, die zum Teil erblich bedingt sind, gehen ebenfalls mit einer geistigen Behinderung und nicht selten auch mit körperlichen Beeinträchtigungen einher. Einige Stoffwechselkrankheiten und Sauerstoffmangel sowie andere Komplikationen während der Geburt können geistige Behinderung verursachen. Früher führten auch Impfschäden häufig dazu, was heute kaum noch der Fall ist.
Quelle: Wir sind auch ganz normale Leute. Menschen mit geistiger Behinderung in unserer Gesellschaft. Broschüre der Bundesvereinigung Lebenshilfe für Menschen mit geistiger Behinderung. 2. überarb. Auflage, November 2006.


Wenn Sie Menschen mit Behinderung begegnen:

· Menschen mit Behinderung wollen kein Mitleid, sondern Respekt.
· Gehen Sie offen und selbstverständlich mit behinderten Menschen um.
· Wenn Sie Menschen mit Behinderung helfen möchten, zum Beispiel über Treppenstufen, ist es besser, sie vorher zu fragen.
· Scheuen Sie sich nicht, in Bus und Bahn neben behinderten Menschen Platz zu nehmen.
· Schauen Sie nicht weg, wenn behinderte Menschen verbal oder gar körperlich angepöbelt werden! Stehen Sie ihnen bei!
· Wenn in Ihrem Urlaubshotel behinderte Gäste wohnen: Signalisieren Sie ihnen, dass sie gern gesehen sind.
· Lassen Sie Ihre Kinder oder Enkel mit behinderten Kindern zusammen spielen.
· Geben Sie gegenüber behinderten Menschen ruhig offen zu, wenn Sie unsicher sind und Berührungsängste haben.
· Manchmal können geistig behinderte Menschen nicht abschätzen, wieviel Nähe ihr Gegenüber zulassen will. Scheuen Sie sich nicht, Ihre Grenze deutlich zu machen.


Jeder Moment mit meinem behinderten Sohn ist ein Geschenk

Mein Name ist Simone Ahrens. Ich bin 34 Jahre alt und von Beruf Diplom-Mathematikerin (FH). Mein Sohn Kevin ist am 21.11.1990 in Berlin geboren und kam mit einer schweren Hirnschädigung zur Welt. Er hatte vor der Geburt aufgrund einer Verdickung der Arterie zur linken Hirnhälfte einen Schlaganfall erlitten. Meine Tochter Laura Ann ist ein Jahr später am 24.12.1991 zur Welt gekommen. Ich bin seit April 1992 allein erziehend und habe zusammen mit meiner Mutter die letzten 15 Jahre gemeistert. Seit 1999 habe ich einen Freund (Partner), der auch im Rollstuhl sitzt. Er ist seit einem Unfall vor 17 Jahren querschnittsgelähmt.

Ich möchte mit meinen Worten wiedergeben, welche Freude und welche Kraft mir mein Sohn gegeben hat. Ich möchte auch betonen, wie schön das Leben trotz Behinderung sein kann. Es ist lebenswert und jeder Moment mit meinem behinderten Sohn ist ein Geschenk. Wir haben bestimmt nicht nur schöne Zeiten durchlebt. Manche Träne ist geflossen, doch mit jeder Träne bin ich auch stärker geworden und habe begriffen, worauf es wirklich ankommt. Heute sind wir glücklich. Wir leben in der Gegenwart, und Liebe ist ein wichtiger Bestandteil unserer Familie.

„Mein lieber Kevin, nun bist Du schon fast 16 Jahre alt und wir hatten es sicherlich nicht immer leicht auf unserem gemeinsamen Weg. Doch das, was ich in diesen Jahren mit Dir erleben durfte, empfinde ich als das schönste Geschenk meines Lebens. Ich danke Dir für Dein mitreißendes Lachen, Dein herzerweichendes Lächeln, Deine Lebensfreude, Deine Kraft und die Geborgenheit, die Du mir gibst.

Du bist der Mittelpunkt meines Lebens und der Mittelpunkt unserer kleinen Familie. All unser Denken und Handeln ist auf Dich abgestimmt. Du hast uns gelehrt, nicht nach den Sternen zu greifen, sondern das kleine, das "wahre" Glück zu erleben und zu genießen. Es muss nicht Reichtum und es muss nicht Karriere sein, um ein erfülltes Leben zu haben.
· Du bist die Geborgenheit, der Frohsinn und der Kämpfer.
· Du liebst ohne Vorurteile.
· Du bringst uns zum Lachen, auch wenn uns gar nicht danach zumute ist.
· Du bist so unbekümmert und rein in Deinem Herzen.
· Du lebst in den Tag hinein, ohne Dir Gedanken über die Zukunft zu machen.
· Sollte nicht jeder Mensch ein Stück weit so sein wie Du?“
Simone Ahrens
Quelle: "In mir ist Freude" ISBN 978-3-9810623-0-4, Doris-Verlag, Doris Stommel-Hesseler, Mittelsaurenbach 3, 53809 Ruppichteroth Tel. u. Fax. 02295/903658

Quelle: Pfarrbriefservice.de




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Themen

Donnerstag, 24. Februar 2011

Wort Gottes für den Tag, Freitag, 25. Februar 2011.


Und es begab sich, als er nach Jerusalem wanderte, dass er durch Samarien und Galiläa hin zog. Und als er in ein Dorf kam, begegneten ihm zehn aussätzige Männer; die standen von ferne und erhoben ihre Stimme und sprachen: Jesus, lieber Meister, erbarme dich unser!

Und als er sie sah, sprach er zu ihnen: Geht hin und zeigt euch den Priestern! Und es geschah, als sie hingingen, da wurden sie rein. Einer aber unter ihnen, als er sah, dass er gesund geworden war, kehrte er um und pries Gott mit lauter Stimme und fiel nieder auf sein Angesicht zu Jesu Füßen und dankte ihm. Und das war ein Samariter.

Jesus aber antwortete und sprach: Sind nicht die zehn rein geworden? Wo sind aber die neun? Hat sich sonst keiner gefunden, der wieder umkehrte, um Gott die Ehre zu geben, als nur dieser Fremde? Und er sprach zu ihm: Steh' auf, geh' hin; dein Glaube hat dir geholfen.(Lk 17,11-19)

Vergiss das Danken nicht!

Ob jemand Erfolg hat oder Misserfolg, hängt in vielen Bereichen von der Quote ab. Musiker und Politiker können ein Lied davon singen, was es heißt, zum Erfolg verurteilt zu sein. Ausschlaggebend sind für sie Einschaltquoten, Verkaufszahlen und Umfrageergebnisse. Stimmen die Zahlen, ist die Welt in Ordnung, wenn nicht, dann haben sie ein Problem.

Wenn wir ,Erfolg‘ zum Maßstab nehmen und auf die Heilung der zehn Aussätzigen durch Jesus anwenden, dann sieht es nicht gut aus. Sicherlich können wir lesen, dass er alle zehn rein gemacht hat, also eine 100%ige ,Heilungsquote‘ hatte. Aber wenn wir weiterlesen, müssen wir feststellen: Nur einer „kehrte um, als er sah, dass er geheilt war und lobte Gott mit lauter Stimme.“ Das bedeutet, dass Jesus in gewisser Hinsicht nur eine 10%ige ,Erfolgsquote‘ hatte. Verständlicherweise fragt Jesus in dieser Situation: „Wo sind die übrigen neun?“

Auf den ersten Blick könnte man meinen: Jesus ist enttäuscht, ja wütend wegen der offensichtlichen Undankbarkeit der Neun. Vielleicht ist er das auch, aber davon sagt das Evangelium uns nichts. Es will vielmehr unseren Blick auf die unterschiedliche Haltung der Geheilten lenken: Neun von ihnen haben nichts begriffen. Sie machen aus dem Rabbi Jesus einen Wunderonkel, der schnell und ohne großen Aufwand eine Heilung vollbringt. Dann soll er Ruhe geben. Die Heilung selbst bringt die Geheilten nicht zum Nachdenken, wer denn dieser mit heilenden Kräften Begabte sein könnte.

Nur einer kommt ins Grübeln. Dem Samariter wurde bewusst, dass Jesus nicht der schnelle Wunderonkel sein will. Ein kurzes Flehen genügt nicht. Rettung und Heil verlangt mehr, verlangt herzlichen Lobpreis, tiefen Dank und ein gläubiges Vertrauen, ein ganzes Leben lang.

Und wir Heute? Sind wir nicht gerade deshalb eine unfrohe, frustrierte, gelangweilte Gesellschaft geworden, weil wir trotz allen Wohlstands verlernt haben, zu danken? Weil wir es wie Kinder tun, die immer nur sagen "ich will das und das ...", aber nie gelernt haben "danke" zu sagen. Und die Kinder verhalten sich so, weil sie dieses Verhalten von den Alten gelernt haben. Wir wollen mehr und immer mehr und haben versäumt, für das, was wir schon erreichen durften, zu danken. Wir rufen in Stunden der Not: "Herrgott, hilf !" Und wenn die Krankheit überwunden ist, gehen wir zur Tagesordnung über.

Wir haben mehr erreicht, als Menschen sich jemals erträumen konnten. Aber sind wir darüber froher, glücklicher geworden? Oder haben wir uns nicht vielmehr selbstsicher und verbissen in den Slogan geflüchtet: "das steht mir zu !" Alles steht uns zu, und so brauchen wir niemandem mehr zu danken. Dabei sind wir eine freudlose, weil danklose Gesellschaft geworden.

Achtet einmal darauf, wenn mehrere Menschen beisammen sind, wie das Gespräch verläuft. Da wird sehr oft darüber geschimpft, wie schlecht es uns geht. Das Wetter ist schlecht, die Ärzte sind schlecht, die Politiker tun nichts für uns, usw. Sehr selten klingt Dank oder Freude an. Selten, aber immerhin! Ja, es gibt zum Glück einige wenige, die nicht einfach nur fordern, sondern sich bewusst sind: Ich werde beschenkt, ich werde geliebt, ich darf danken ! Sie stehen für den einen Geheilten im Evangelium. Eins zu zehn ist im Evangelium die Quote. Eins zu zehn schätze ich, wird sie auch in unserer Zeit sein.

So kann uns dieses Evangelium wachrütteln bewusst auf das zu achten was wir an schönem und Gutem jeden Tag geschenkt bekommen. Teils durch andere, teils durch unser eigenes Bestreben. Wer länger überlegt, wird vielleicht feststellen, dass es doch einige Dinge gibt, für die er danken kann: für ein gutes Wort, für die Anteilnahme der Mitmenschen bei einem Sterbefall in der Familie, für einen Händedruck, der mehr sagte als viele Worte, für einen gelungenen Abend, den wir selbst, oder andere organisiert haben, für das Licht des neuen Tages, für das gute Gespräch mit einem Freund, das schon lange zurückliegt, mir aber noch als kostbare Erfahrung in Erinnerung ist.

Vielleicht sind es ja nur wenige Augenblicke des Glücks gewesen. Es muss nicht immer die Heilung von einer schweren Krankheit sein. Immerhin, wir können davon erzählen - und leben. Sind diese Erfahrungen unser Werk, unsere eigene Leistung? Vielleicht ist uns aufgegangen: Das habe nicht ich gemacht; das ist im Grunde gar nicht zu machen. Es ist ein Geschenk des Himmels! Achten wir einmal bewusst auf solche großen und vor allem die kleinen Erfahrungen des Glücks und vergessen wir das Danken nicht.

Mittwoch, 23. Februar 2011

Zeuge gesucht - Wahl des Matthias zum Apostel Jesu

„Nicht ihr habt mich erwählt, sondern ich habe euch erwählt und dazu bestimmt, dass ihr euch aufmacht und Frucht bringt und dass eure Frucht bleibt“, heißt es im Johannes-
evangelium. Die Apostelgemeinschaft will nach dem Ausscheiden von Judas den Zwölferkreis wieder schließen. Sie spüren: Die endgültige Entscheidung für einen Nachfolger zu treffen, liegt nicht in ihrer Macht allein. Und es gibt Kriterien: Er muss zum erweiterten Jüngerkreis gehören und er muss Zeuge der Auferstehung sein können.


Wie der Herr sich selbst seine Jünger ausgesucht hat, so lassen sie sich bei dieser Wahl vom Geist Gottes leiten, der sich für Matthias als Nachrücker in den Apostelkreis entscheidet.
Suchen wir nach Quellen der Verehrung des Apostels Mathias steht die neutestamentliche Überlieferung in Apg 1, 5-26 sicher an erster Stelle. In den Tagen nach der Aufnahme Jesu in den Himmel, noch vor dem Pfingstfest, rief Petrus die Jünger Jesu zusammen und forderte sie auf, anstelle des zum Verräter gewordenen Judas Iskariot einen anderen aus ihrem Kreis zum Apostel nachzuwählen. Die Bedingung für den Kandidaten lautet: ,,Einen der Männer, die bei uns waren in der ganzen Zeit, da der Herr Jesus bei uns aus- und einging.“

Der Überlieferung nach gab es zwei Kandidaten, welche würdig zu sein schienen, nämlich Josef, genannt Barsabbas, und Matthias. Und so sollte, das Los entscheiden. Es fiel auf Matthias, der darum als Ersatzapostel den noch lebenden elf Aposteln beigezählt wurde. Mehr wissen wir nicht über diesen Apostel der jetzt dem Zwölferkreis hinzugerechnet wird. Weder über sein persönliches Schicksal, noch über seine Tätigkeit, wissen wir nichts historisch Gesichertes.
Nach der Legende soll Matthias in Äthiopien gewirkt und das Martyrium erlitten haben. Seine Reliquien wurden im Auftrag der Kaiserin Helena nach Trier gebracht; dort werden sie in der Abteikirche St. Matthias verehrt, die im Mittelalter das Ziel vieler Wallfahrten war.

Dienstag, 22. Februar 2011

Ohne Großeltern geht es nicht - Großeltern beteiligen sich in erheblichem Maße an der Betreuung der Enkelkinder

von Lena Kaufmann


Oma und Opa spielen im Leben junger Familien eine große Rolle. Das Klischee von der Strümpfe strickenden Großmutter und vom Großvater, der im Ohrensessel Pfeife raucht, ist längst überholt. Viele Großeltern stehen oft selber noch mitten im Berufsleben. Sie haben ihre eigenen Hobbys und Interessen, sind aber auch gern bereit, sich für ihre Enkelkinder einzusetzen.

Schöne Erinnerungen an Oma und Opa

Den Duft von Omas Apfelkuchen habe ich immer noch in der Nase.“ – „Mein Opa kannte die lustigsten Geschichten. Ich habe sie bis heute nicht vergessen.“ – „Dass ich so naturverbunden bin, verdanke ich meiner Oma. Denn die hat mich in besonderer Weise für Pflanzen und Tiere sensibilisiert.“ Diese Aussagen stehen stellvertretend für viele andere und liefern den Beweis: Auch erwachsene Enkel, die selber vielleicht schon Eltern oder sogar Großeltern sind, erinnern sich noch Jahrzehnte später gern an ihre Omas und Opas. Ganz gleich, wie alt die Enkel sind: Sie bleiben Oma und Opa in den meisten Fällen eng verbunden – auch wenn diese längst verstorben sind. Dies ist das Ergebnis einer Studie, in deren Rahmen die Psychologin Dr. Sabine Hoier, Universität Kassel, etwa 1800 Erwachsene nach ihrer früheren Beziehung zu Oma und Opa befragte. „Über 90 Prozent hatten überwiegend positive Erfahrungen mit den Großeltern gemacht“, sagt Dr. Hoier.

Die Erklärung liegt auf der Hand: Oma und Opa tragen nicht die Verantwortung für die Erziehung der Enkel. Sie müssen sich auch nicht mit den tausend kleinen Alltagsdingen herumplagen, die in der Summe oft zu Stress und Frustrationen bei Eltern und Kindern führen: Streit unter Geschwistern, zerrissene Hosen, Ärger mit der Lehrerin, der ewige Zank ums Fernsehen, das Mäkeln am Essen, die endlose Trödelei der Kinder am Morgen, wenn eigentlich alle pünktlich das Haus verlassen sollten.
Von all dem bleiben Großeltern in den meisten Fälle verschont. Sie können alles mit mehr Abstand sehen und sind gelassener. Und sie dürfen das Enkelkind hin und wieder auch verwöhnen – am besten mit viel Zeit. Eltern sollten dabei kein schlechtes Gewissen haben. Denn es tut ihren Kindern einfach gut, einen Ort zu haben, an dem sie einmal auftanken und die Regelmäßigkeiten des Alltags vergessen können. Einmal mit Oma und Opa bis spät in die Nacht aufbleiben und einen alten Film anschauen oder den ganzen Nachmittag mit Klönen und Kartenspielen vertrödeln: Das sind Vorzüge, die Kinder nur bei den Großeltern genießen. Eltern können unbesorgt sein. Denn schon kleine Kinder lernen sehr bald, dass bei Oma und Opa andere Gesetze gelten als zu Hause.

Omas und Opas: ein starkes Team

Doch Großeltern müssen sich in den meisten Fällen die Gunst der Enkelkinder mit den anderen Großeltern teilen. „Eifersüchteleien sind da ganz normal“, meint Dr. Sabine Hoier. „Es kommt sehr auf die Eltern an, wie gut das Verhältnis zwischen den beiden Großelternpaaren ist. Sie tragen da die Verantwortung.“ Dazu gehört, dass sie mit den Kindern achtsam und voller Respekt über beide Großelternpaare reden. „Wichtig ist auch, dass die Großeltern untereinander Kontakt haben“, meint die Psychologin. „Auch wenn es Menschen sind, mit denen man sonst nicht viel gemeinsam hat: die Liebe zu den Enkelkindern ist ein starkes Band.“ Und den Enkeln tut es allemal gut, wenn ihre beiden Omas und Opas sich gut verstehen.

Auch mal an sich denken

Auch wenn die heutigen Großeltern nicht mehr in das typische Oma-Opa-Rollenklischee passen wollen und – ganz im Gegenteil – jung und dynamisch wirken: „Die Enkelfürsorge ist für alle Befragten der bedeutungsvollste Aspekt des Lebens“, hat Dr. Sabine Hoier bei ihrer Befragung erfahren. „Großmüttern war diese Fürsorge immer schon wichtig. Aber die Großväter haben hier enorm aufgeholt.“ Da wird selbst der früher durch den Beruf sehr gestresste und genervte Vater zum fürsorglichen Großvater, für den Zeit mit den Enkeln höchste Priorität hat.

Großeltern sollten andererseits aber auch ihr Leben wegen der Enkel nicht total umkrempeln. „Es ist wichtig, dass sie ihre Aktivitäten beibehalten“, rät Dr. Sabine Hoier. „Wenn Großeltern nämlich ständig ihre eigenen Bedürfnisse vernachlässigen, schleicht sich auf Dauer Unzufriedenheit ein.“ Ganz wichtig für Kinder ist, dass Großeltern Geschichte erfahrbar machen. Sie sind Zeugen einer Zeit, die Kinder sonst nur aus Erzählungen kennen. Enkelkinder hängen gebannt an Omas und Opas Lippen, wenn diese aus Mamas und Papas Kindertagen erzählen. Oder wenn die Zeitreise noch weiter geht und bis in die Kindheit der Großeltern führt. Quelle: http://www.katholisch.de

Montag, 21. Februar 2011

Fest der "Kathedra Petri" am 22. Februar

„Du bist der Messias, der Sohn des lebendigen Gottes!“ (Mt 16,16). Damit bekennt sich Petrus als erster zu Jesus als dem Sohn Gottes. Das aber ist kein Ergebnis seiner rein menschlichen Erfahrung und Überlegung. Jesus sagt: „Nicht Fleisch und Blut haben dir das offenbart, sondern mein Vater im Himmel“ (Mt 16,17). Der Glaube, zu dem Petrus gefunden hat, ist im Letzten ein Geschenk Gottes.

Jesus bestätigt den Glauben seines Apostels Simon und gibt ihm einen neuen Namen: „Ich aber sage dir: Du bist Petrus, der Fels, und auf diesen Felsen werde ich meine
Kirche bauen, und die Mächte der Unterwelt werden sie nicht überwältigen“ (Mt 16,18). Dieser Felsendienst des Petrus soll in den Augen Jesu mehr sein als nur ein Symbol. Denn Jesus sagt weiter: „Ich werde dir die Schlüssel des Himmelreiches geben; was du auf Erden binden wirst, das wird auch im Himmel gebunden sein, und was du auf Erden lösen wirst, das wird auch im Himmel gelöst sein“ (Mt 16,19). Die Schlüsselgewalt bedeutet Macht und Ehre, aber noch mehr stellt sie die Last der Verantwortung dar: Dem Petrus ist der Dienst der Einheit aufgetragen. Er soll das sichtbare Fundament der Gemeinschaft sein, in dem die Kirche ihre Festigkeit gewinnt. In jeder Eucharistiefeier wird für den Nachfolger des Petrus gebetet. Nur im Vertrauen auf den Heiligen Geist kann er den Platz auf der Kathedra Petri einnehmen.
Kathedra Petri heißt das Fest, welches die Kirche am heutigen Tag, dem 22. Februar, feierlich begeht. Kathedra Petri bedeutet so viel wie ‚Stuhl des Petrus'. Das Fest dient in der katholischen Kirche heute aber dem Gedenken an die an die Übertragung des besonderen Hirtenamtes, des Papstamtes, an Petrus und an die Errichtung des Bischofsstuhles in Rom durch Petrus, es ist in Rom schon Mitte des 4. Jahrhunderts bezeugt. So dürfen wir heute der 264 Bischöfe von Rom gedenken, die dem Petrus als Päpste im Dienst an der Kirche Jesu Christi nachgefolgt sind.
Die Kirche wird aber nicht nur repräsentiert durch den Bischofsstuhl von Rom, sondern wir alle sind Steine, mit denen Jesus seine Kirche aufbaut und in der er lebt. Und als „petri“ Steine haben wir die Verpflichtung sein Werk, das er begonnen hat, fortzuführen. Das soll unsere persönliche Aufgabe als Christen sein. Dazu hat uns Jesus berufen und darüber lässt uns das Fest Kathedra Petri nachdenken.