Samstag, 5. März 2011

Wort Gottes für den Tag, Sonntag, 2. März 2011


Die Debatten über das Kopftuchverbot, den Bau von Moscheen oder auch den Umgang mit dem Islam im Allgemeinen werden teilweise recht hitzig und mit den verschiedensten Argumenten geführt. Auffällig ist immer wieder das Argument der Angst, irgendwann vom Islam überrannt zu werden.

Ganz so dramatisch würde ich es nicht einschätzen, aber ich glaube, dass so etwas durchaus passieren könnte. Die Schuld dafür wäre allerdings nicht bei unseren muslimischen Mitbürgern zu suchen, sondern da müssen wir Christen uns schon an der eigenen Nase fassen. Was macht den Islam scheinbar so stark? - Es ist die Einstellung zum eigenen Glauben. Die Überzeugung von dem, was man bekennt, und den festen Willen, das, was man glaubt, im Leben umzusetzen und in der Öffentlichkeit zu dem zu stehen, was man glaubt. Da hat uns der Islam einiges voraus.

Natürlich möchte ich hier nicht einfach verschweigen, dass es im Zusammenhang mit dem Koran und den Muslimen einiges zu kritisieren gibt. Wir alle kennen die Fehlformen des Islamischen Glaubens und die Folgen die aus einer fehlgeleiteten Interpretation des Koran entstehen können. Wir sehen sie fast jeden Tag am Fernsehen. Aber wir müssen doch auch differenzieren und die Lage sachlich beurteilen. Nicht jeder streng gläubige Muslime trägt auch
gleichzeitig einen Sprengstoffgürtel um den Bauch. Ich glaube sogar, dass die Mehrzahl der Muslimen Gewalt ablehnen.

Wir könnten an ihnen aber etwas abschauen: Uns Christen täte ein wenig mehr Mut und Standfestigkeit manchmal ganz gut. Dazu will uns auch der heutige Lesungstext aus dem Buch Deuteronomium auffordern: „Diese meine Worte sollt ihr auf euer Herz und auf eure Seele schreiben. Ihr sollt sie als Zeichen um das Handgelenk binden. Sie sollen zum Schmuck auf eurer Stirn werden" (Dtn 11,18). Da gibt Mose dem Volk Israel den Auftrag, sich mit dem Wort Gottes zu schmücken. Und er meint das wirklich wortwörtiich. Sie sollen sich die zehn Worte JHWH‘s , wir sagen die zehn Gebote, auf Herz und Seele schreiben, sie sollen sie als Zeichen um das Handgelenk binden und die zehn Worte JHWH‘s als Schmuck auf der Stirn tragen, damit sie diese auf keinen Fall vergessen.

Fromme Juden nehmen diese Bibelstelle ganz wörtlich. Zum Gottesdienst binden sie sich kleine Kapsein mit Lederschnüren um das Handgelenk und auf die Stirn und in der Kapsel ist tatsachlich das Wort Gottes - nämlich ein Satz aus dem Alten Testament, in dem das Entscheidende der Bibel zusammengefasst ist: "Höre lsrael! Jahwe, unser Gott, ist der einzige Gott! Du sollst den Herrn, deinen Gott lieben mit ganzem Herzen, mit ganzer Seele und mit deiner ganzen Kraft!“ Daran soll man erkennen können, wohin dieser Mensch gehört: zum Volk Gottes und es wird deutlich, dass er seinen Glauben ernst nimmt und einen festen Standpunkt im Leben hat.

Das - so stellt Mose im Namen Gottes klar - bedeutet Segen. Wer das Wort Gottes hört und es im Herzen trägt, wer sich öffentlich dazu bekennt erfährt Segen. Wer das Wort Gottes aber ablehnt oder sich scheut im Alltag zu ihm zu stehen, und statt dessen Iieber anderen Göttern nachläuft, der zieht einen Fluch auf sich.

Das, liebe Christen, sind harte Worte für verwöhnte Westeuropäische Ohren. Aber sie stehen so in der hl. Schrift. Und anstatt Angst vor einem mächtigen lslam zu haben, sollten wir lieber prüfen, wie wir zum Wort Gottes stehen. lst es wirklich Richtschnur für unser Leben? Hat es eine Bedeutung für mich, oder geht es zum einen Ohr hinein und zum anderen wieder heraus?
Genau das will Jesus auch im heutigen Evangelium deutlich machen, wenn er sagt: ,,Nicht jeder kommt in das Himmelreich, der zu mir sagt: Herr! Herr! Sondern nur, wer den Willen meines Vaters im Himmel erfült!“ (Mt 7,21). Es braucht für den Eintritt in den Himmel gleichsam eine Art Ausweis, ein Zeichen, an dem ich erkannt werde. Und da genügt nicht ein frommes
Lippenbekenntnis nach dem Motto: ,,Ach, Iieber Jesus, wir waren doch immer die besten Freunde!“ Sondern da braucht es etwas wirklich Sichtbares, Vorzeigbares.

Die Liebe zu Gott muss gleichsam sichtbar geworden sein in unseren Taten: "Wer meine Worte hört und danach handelt, ist wie ein kluger Mann, der sein Haus auf Fels gebaut hat! (Mt 7,24) Gottes Wort will nicht nur fromm gehört sein nach dem Motto: zum einen Ohr rein und zum andern wieder heraus, sondern es muss sich in Taten verdichten. Dadurch erst entsteht ein solides Fundament. Unsere Taten sollen wie ein Brandzeichen sein, an dem jedermann erkennen kann, woraus wir leben, worauf wir unser Leben gegründet haben: auf die Liebe zum einzigen Gott und zu seinen Geschöpfen.

Freitag, 4. März 2011

Ostbelgische Jugendliche freuen sich auf den 26. Weltjugendtag
 in Madrid


Auch in Ostbelgien haben Jugendliche das Datum bereits seit langem in ihrer Agenda; genau seit Ende Juli 2008. Da wurde nämlich in Sydney bekannt, dass die nächste Etappe der Reise nach Spanien, genauer: nach Madrid führt, zum Weltjugendtag
Ein Bericht von Lothar Klinges


Zwei große internationale Jugendtreffen in Rom 1984 und 1985 entfachten so große Begeisterung, dass Papst Johannes Paul II die Weltjugendtage ins Leben rief. Alle zwei bis drei Jahre lädt seitdem der Papst zu einem internationalen Treffen ein. Zu Hunderttausenden pilgern junge Menschen aus der ganzen Welt in eine der Weltstädte, um gemeinsam den Glauben zu erfahren und zu feiern. Der letzte Weltjugendtag fand im Juli 2008 in Sydney in Australien statt. Mit 300.000 Teilnehmern war es das größte Event, das je in Australien stattgefunden hat. Auch die Euregio war mit 400 jungen Pilgern, darunter 30 Jugendliche aus Ostbelgien unter der Leitung von Pastor Joseph Keutgens, dabei.


Jeder Weltjugendtag wird unter ein biblisches Motto gestellt. Das Leitwort des 26. Weltjugendtages vom 16. bis 21. August 2011 stammt aus dem Kolosserbrief: „Verwurzelt in Christus und gegründet auf ihm, fest im Glauben" (vgl. Kol 2,7)

Das Logo 


Die Buchstaben des Weltjugendtag-Logos stehen für „Jornada Mundial de la Juventud”, die spanische Bezeichnung für Weltjugendtag. Der Gestalter des Logos, Jose Gil-Nogues, hatte den Angaben zufolge mit seinem Entwurf einen von der Erzdiözese Madrid unter der Leitung von Erzbischof Antonio Maria Rouco Varela, der auch bereits 1989, als Erzbischof von Santiago de Compostela den damals vierten Weltjugendtag ausgerichtet hatte, ausgeschriebenen Wettbewerb gewonnen. Jose Gil-Nogues erklärte, in der Krone sei ein “M” zu erkennen, das für Maria sowie für Madrid stehe. – Das Symbol stehe außerdem für die Krone der Jungfrau von Almudena, die als Stadtpatronin Madrids verehrt wird. Das Kreuz mache das Motto des Weltjugendtags deutlich: „Verwurzelt und gegründet in Christus, fest im Glauben.“ Der Gebrauch von warmen Farben (rot, orange und gelb) vermittelt unverwechselbare Wärme und Hitze, Kennzeichen einer Stadt wie Madrid, einem Land wie Spanien. Diese Farben spiegeln auch die „göttliche Wärme der dreifaltigen Liebe“ wider.


Euregio
Die Jugendpastoral „Euregio“ wird mit mehreren hundert Jugendlichen aus den Diözesen Luxemburg, Lüttich, Troyes, Langres und Trier im August 2011 am Weltjugendtag in Madrid dabei sein. Die Tage der Begegnung werden sie in der Diözese León verbringen. Für alle, die bereits mit dem Sparen anfangen wollen: Die Busfahrt zu den Tagen der Begegnung in León und den Weltjugendtagen in Madrid, inklusive Unterbringung in Gastfamilien bzw. Gemeinschaftsunterkünften und Schulen wird sich preislich voraussichtlich bei 600 Euro bewegen.


Tage der Begegnung 


Der Weg nach Madrid führt über León. Dieses Bistum liegt im Nordwesten Spaniens. Es hat seinen Sitz in León, dem einstigen Zentrum des christlichen Spaniens, welches heute wie ein Wachsoldat am Rande des großen kastilischen Kernlandes steht. Es ist die letzte große Stadt am Jakobsweg, bevor sich dieser nach Westen in die Berge hinaufwindet, die Kastilien von Galicien trennen. 

Eine Euregio-Delegation hat mit dem Verantwortlichen der Jugendpastoral in Leon, Juanjo, erste Kontakte geknüpft und sich über den Stand der Vorbereitungen in Leon informiert.

Ziel der „Tage der Begegnung“ vom 11. bis 15. August, die dem Weltjugendtag vorangehen, ist es, Einblicke in Kultur und Leben des Gastgeberlandes zu vermitteln. Deshalb wird das fünf Tage dauernde Programm in der nordspanischen Diözese durch Begegnungen zwischen Jugendlichen aus der Euregio, Spaniern und weiteren internationalen Gästen geprägt sein. Außer ihnen werden auch junge Menschen aus Kolumbien, England und Frankreich den ersten Teil ihrer Weltjugendtagsreise in León verbringen. Das Bistum León plant, insgesamt 2000 WJT-Pilger aufzunehmen.
Neben einer Erkundungsrallye, verschiedenen Workshops und einem Gottesdienst steht eine Tageswallfahrt auf dem Jakobsweg zur Wallfahrtkirche Virgen del Camino auf dem Programm.


Herzlich eingeladen zur Teilnahme sind alle Jugendlichen und jungen Erwachsenen aus den Diözesen Langres, Luxemburg, Lüttich, Trier, Troyes, Metz und Verdun. Das Alter für das Bistum Lüttich ist für die Teilnehmer/innen auf 17 bis 30 Jahre festgelegt.

Anmeldung bis zum 31. März bei Andreas Hock, Tel. 0472/887883, E-Mail: andreas@hock.be oder beim Jugenddienst des Bistums Lüttich, rue des Bruyères, 127, 4000 Liège, Tel. 04/2297937, Fax: 04/2297938, e-Mail: sdjliege@skynet.be, Web: www.sdjliege.be oder www.jmj-euregio.org/

Donnerstag, 3. März 2011

Mit der Weiberfastnacht nähert sich der Karneval seinem Höhepunkt




An den drei fetten Donnerstagen vor Karneval sind es besonders die Frauen, die sich in das närrischen Treiben stürzen. Als Möhnen verkleidet treten sie meist in Gruppen auf und haben eine Obermöhn quasi als ‚Vorsitzende’ oder ‚Präsidentin’. In vielen Ortschaften stürmten sie die Rathäuser, empfangen den Rathausschlüssel aus den Händen des Bürgermeisters und ziehen dann durch die Dörfer. Männer mit Krawatten sind ihre bevorzugten Opfer, denen der Schlips um einiges gekürzt wird. Autofahrer werden angehalten und um eine Spende gebeten.

Sehen Sie hier eine Fotonauswahl der diesjährigen Möhnensession aus Lascheid, Maspelt und Bracht.

Dienstag, 1. März 2011

Wort Gottes für den Tag, Mittwoch, 2. März 2011.


Von den ersten Plätzen
Vom Herrschen und vom Dienen

Da traten Jakobus und Johannes, die Söhne des Zebedäus, zu ihm und sagten: Meister, wir möchten, dass du uns eine Bitte erfüllst. Er antwortete: Was soll ich für euch tun? Sie sagten zu ihm: Lass in deinem Reich einen von uns rechts und den andern links neben dir sitzen.

Jesus erwiderte: Ihr wisst nicht, um was ihr bittet. Könnt ihr den Kelch trinken, den ich trinke, oder die Taufe auf euch nehmen, mit der ich getauft werde? Sie antworteten: Wir können es. Da sagte Jesus zu ihnen: Ihr werdet den Kelch trinken, den ich trinke, und die Taufe empfangen, mit der ich getauft werde. Doch den Platz zu meiner Rechten und zu meiner Linken habe nicht ich zu vergeben; dort werden die sitzen, für die diese Plätze bestimmt sind.

Als die zehn anderen Jünger das hörten, wurden sie sehr ärgerlich über Jakobus und Johannes. Da rief Jesus sie zu sich und sagte: Ihr wisst, dass die, die als Herrscher gelten, ihre Völker unterdrücken und die Mächtigen ihre Macht über die Menschen missbrauchen. Bei euch aber soll es nicht so sein, sondern wer bei euch groß sein will, der soll euer Diener sein, und wer bei euch der Erste sein will, soll der Sklave aller sein. Denn auch der Menschensohn ist nicht gekommen, um sich dienen zu lassen, sondern um zu dienen und sein Leben hinzugeben als Lösegeld für viele. (Mk 10,35-45)

Es handelt sich bei dem heutigen Evangelium um eine sehr aufschlussreiche Begebenheit. Hier werden uns die beiden Söhne des Zebedäus in all ihrer Menschlichkeit , mit all ihren Mängeln vorgestellt. Hand auf‘s Herz, liebe Mitchristen, wer von uns möchte schon gerne der Dritte, der vierte oder sogar der Letzte sein. Nein, ein Platz links oder rechts vom Ersten ist uns gerade recht.

Ich möchte diesen Gedanken aber jetzt nicht weiter ausführen, sondern euch auf etwas ganz anderes hinweisen was mir bei der näheren Betrachtung dieses Textes aufgefallen ist. Es liegt sozusagen etwas verborgen im Text und ist erst auf den zweiten Blick zu erkennen.

Die beiden bitten also darum, im Reiche Jesu die beiden Ehrenplätze einzunehmen. Bei allem Negativen, was wir jetzt mit dieser Aussage verbinden können, drücken sie damit aber auch aus, dass für sie schon zum damaligen Zeitpunkt feststand dass Jesus der Sieger sein werde. Für sie steht außer Zweifel fest, dass er aus dem Leiden, das ihm bevorsteht, und von dem er ihnen erzählte, als der Sieger hervorgehen wird. Er ist für sie schon zu diesem Zeitpunkt der Messias. Auch wenn sie sich dieses Reich noch sehr irdisch vorstellen, sind sie sich ihrer Sache sicher und glauben daran, dass Jesu Leben nicht im Tod enden wird, sondern in einem neuen Leben. An diesem neuen Leben möchten sie sich einen guten Platz sichern.

Jesus selbst hilft den beiden weiter indem er sagt:“ Ich habe diese Plätze nicht zu vergeben, dort werden die sitzen, für die diese Plätze bestimmt sind. Es kommt also nicht auf den Platz,
auf die Rangordnung an, sondern auf eine innige Lebensgemeinschaft mit Jesus Christus. Darum folgt auf die Ankündigung des Leidens der Aufruf zur Nachfolge. Zum Dienen, nicht zum Herrschen wird der Jünger berufen. Jesus hat seinen Weg ebenso verstanden: Als Dienst bis zur Hingabe des Lebens. „Wer mein Jünger sein will, der verleugne sich selbst, - nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach. - Denn wer sein Leben retten will, wird es verlieren; wer aber sein Leben um meinetwillen verliert, wird es gewinnen. (Mt 16,24-25)

Loslassen, sich öffnen, hergeben, Diener sein: Dazu fordert uns Jesus im heutigen Evangelium auf. All das fällt uns oft schwer und doch erahnen wir und spüren, wenn es einmal gelingt, welche Freiheit und welcher Reichtum gerade darin steckt. Diese neue Lebenskultur Jesu, die nicht auf Ansehen, Besitz und Macht baut, sondern allein auf Gott sein Vertrauen setzt, könnte die Welt verändern.

Montag, 28. Februar 2011

Neues im Pfarrverband Reuland im Monat März


Der Monat März im Überblick

Der März ist der dritte Monat des Jahres im Gregorianischen Kalender und ist der erste Frühlings-
monat. Schneeglöckchen, Narzissen, Krokusse und Tulpen werden von den Sonnen-
strahlen und den milden Temperaturen aus der Erde hervorgelockt und blühen um die Wette. In klimatisch begünstigten Gegenden blühen die ersten Obstbäume.

Auch die heimischen Tiere erwachen wieder aus ihrem Winterschlaf oder kehren aus ihren Winterquartieren im Süden zurück. Man kann die ersten Kraniche sehen und hören. Diese Tiere finden jetzt wieder genügend Nahrung bei uns und können so ihre Brutgebiete beziehen.

Die Insekten erwachen ab einer bestimmten Temperatur aus ihrer Winterstarre und suchen nach Nahrung und beginnen mit der Brut. Die Tiere in Feld und Wald werden sich nun auf Partnersuche begeben – und auch bei den Menschen kann man beobachten, dass sie irgendwie fröhlicher sind. „Frühlingsgefühle“ stellen sich ein. Der lange Winter drückte auf’s Gemüt. Nun reagiert der Körper auf die frische Luft, die zarten Sonnenstrahlen und die milde Luft.

Für den Monat März insgesamt, sowie für einzelne Tage des Monats erdachte der Volksmund einer überwiegend agrarwirtschaftlich geprägten Gesellschaft eine Vielzahl von Bauernregeln, die häufig kurz- bis mittelfristige Wetterprognosen für den nachfolgenden Zeitraum erstellen.
Der März soll wie ein Wolf kommen und wie ein Lamm gehen.
Ein fauler, feuchter März ist jedes Bauern Schmerz.
Märzgrün ist bald wieder hin.
Märzensonne – kurze Wonne.
Säst du im März zu früh ist’s oft vergeb'ne Müh'.
Gibt's im März zu vielen Regen, bringt die Ernte wenig Segen.

Und was geschieht während des Monates März in der Kirche ?

Es liegen gute Tage vor uns. Die Fetten Donnerstage“ oder „Möhnen-
donnerstage“ stimmen uns ein auf die drei tollen Tage Karnevalssonntag, Rosenmontag und Veilchendienstag. Prinzenproklamationen, Umzüge und buntes Treiben bestimmen das Bild unserer Dörfer und Städte.

Am Aschermittwoch ist dann „alles vorbei“. Es beginnt der vierzigtägige Weg nach Ostern. Dieser vierzigtägige Weg auf Ostern zu ist ein
Geschenk. In diesen Tagen können wir erfahren, wie gut es ist, dass wir immer wieder neu anfangen dürfen. Wir dürfen neu beginnen, Gott zu suchen; wir dürfen neu anfangen uns selbst und dem Mitmenschen zu begegnen - kurz wir dürfen anfangen wieder einfacher zu leben. Einfach leben heißt: Sich auf das Wesentliche konzentrieren. Lösen aus einer Abhängigkeit, die mich unfrei macht - von Dingen, von Genussmitteln oder sogar von einem anderen Menschen. Diese geistige Neuorientierung sollte einhergehen mit bewusstem körperlichem Fasten. So sind diese Tage bis Ostern gedacht als Tage des Heils, der Umkehr und des Neubeginns.

Dieses Jahr bietet der Pfarrverband Reuland allen Interessierten einen Glaubenskurs an „Unterwegs nach Emmaus“. Entlang der Sonntagsevangelien bewegen wir uns auf Ostern zu. Die entsprechenden Bibeltexte werden dabei unter zwei Aspekten betrachtet: Zum einen werden sie in ihrer Bedeutung für den eigenen Glauben, vor allem für die Weiterentwicklung der persönlichen Gottesbeziehung erschlossen. Ebenso wird auch der Frage nachgegangen, was uns diese Schrifttexte für die heutige kirchliche Umbruchssituation sagen können. Die Treffen finden statt im Pfarrheim in Oudler an folgenden Freitagabenden: 18. März;25. März; 1. April; 8. April; 15. April; 29. April, jeweils 20,30 Uhr. Herzliche Einladung!

Auf einen Heiligen möchte ich noch hinweisen. Am 19. März feiern wir den Gedenktag des hl. Josef. Viel wird von ihm nicht erzählt, er bleibt immer im Hintergrund der Heilsgeschichte, dieser Zimmermann Josef aus Nazaret. Josef war nach den biblischen Texten ein Mann des stillen, demütig vertrauenden Glaubens. Immer wieder greift Gott ein in sein Leben – immer wieder gilt es für ihn, Gottes Weisungen zu folgen, immer wieder aufzubrechen aus der kleinen Sicherheit. Josef geht seinen Weg, ohne Wenn und Aber, ohne Furcht, aus dem Vertrauen heraus, dass Gott ihn führt.

Er ist Bild des sorgenden Vaters, des liebenden Ehemanns, des Mannes, der auf Gottes Stimme hört und sie befolgt, gegen alle Bedenken und Berechnung. Wir wissen nicht, wie lange er gelebt hat, vieles von der Geburt des Gottessohnes ist fromme Erzählung. Josef hat den Willen Gottes erfüllt, Gottes Weisung im Glauben angenommen. Frage an uns: Lassen wir uns von Gott führen – suchen und erkennen wir den Willen Gottes in unserem täglichen Leben? Das ist nicht immer leicht, bei einigem Überlegen aber möglich. Meine persönliche Antwort lautet: Gott erwartet keine spektakulären Aktionen von uns, sondern unseren ganzen Einsatz da, wo er uns hingestellt hat. Nicht mehr aber auch nicht weniger. Josef kann uns da ein gutes Vorbild sein.

In der Nacht vom 26. Auf den 27. März werden die Uhren auf „Sommerzeit“ gestellt. Das heißt sie werden in der Nacht von 2,00 Uhr auf 3,00 Uhr vorgerückt. Eine Stunde weniger Schlaf also! Diese Stunde wird uns am 30. Oktober wieder zurückgegeben.


Alle Gottesdienste für den Monat März
Klicken Sie in die Scheibe

Sonntag, 27. Februar 2011

Wort Gottes für den Tag, Montag, 28. Februar 2011.

Was muss ich tun, um das ewige Leben zu gewinnen? Danach wird Jesus heute im Evangelium gefragt. Eine gute Frage, die auch die meinsten unter uns sicherlich interessiert. (Lies: Mk 10,17-27) Da kommt ein reicher Mann in Kontakt mit der kleinen Jüngergemeinde die sich um Jesus angesammelt hat und fragt sozusagen nach den Bedingungen, die Anrecht auf das ewige Leben geben. Er weiß anscheinend noch nicht, dass es vor Gott kein Tun gibt das ihm Recht und Anspruch auf den Himmel gibt.

Jesus antwortet zunächst wie ein Gesetzeslehrer: Du kennst doch die Gebote und nennt exemplarisch: Du sollst nicht töten, du sollst nicht die Ehe brechen, du sollst nicht stehlen, du sollst nicht falsch aussagen, da sollst keinen Raub begehen; ehre deinen Vater und deine Mutter! (Ex 20,12-16). Der Mann beteuert, alle diese Gebote von Jugend an befolgt zu haben. Jesus und darin eingeschlossen die Gemeinde reagieren positiv: er gewann ihn lieb. Der Mann ist willkommen.

Aber dann folgt der entscheidende Rat Jesu. Er antwortet dem jungen Mann nicht, was er tun muss, sondern was er lassen muss, nämlich alles: „Eines fehlt dir noch: Geh, verkaufe, was du hast, gib das Geld den Armen, und du wirst einen bleibenden Schatz im Himmel haben; dann komm und folge mir nach!“ (Mk 10,21) Jesus bietet ihm eine unvergängliche ‚Wertanlage’ bei Gott, die ihm niemand je wird nehmen können. Aber Kein Wunder, dass der Mann über Jesu Antwort erschrocken ist. „Er ging traurig weg; denn er hatte ein großes Vermögen.“ Dann setzt er doch lieber auf seinen Besitz als auf die Verheißungen Jesu. „Wie schwer ist es für Menschen, die viel besitzen, in das Reich Gottes zu kommen“ kommentiert Jesus den Abgang des Mannes.

Wie die Jünger damals wird das Wort Jesu die Christen aller Zeiten er
schrecken und bestürzen. Aber er nimmt es nicht zurück, sondern schärft es noch ein: Eher geht ein Kamel durch ein Nadelöhr als dass ein Reicher in das Reich Gottes gelangt.
Natürlich muss man sich dann fragen: Wer kann dann noch gerettet werden? Können wir dann noch vor Gott bestehen? Die Provokation bleibt. Jesus fragt alle Christen: Wie hältst du es mit deinem Besitz? Hast du ihn oder hat er dich? Wo hindert er dich an der Offenheit Gott und den Menschen gegenüber?
In dieser Spannung zwischen Festhalten und Loslassen sind wir alle herausgefordert, unsere persönlichen Entscheidungen zu treffen und uns zu fragen: Bin ich auf dem Weg, der zum Leben führt? Was ist mir wichtig? Wofür lebe ich? Wo setze ich meine Prioritäten? Was muss ich eventuell lassen, um das ewige Leben zu gewinnen? Fragen, die wichtig sind und die jede(r) für sich beantworten muss. Letzten Endes dürfen wir aber auf die Größe und die Güte Gottes zählen. Auch bei unserem Versagen ist er noch der absolut Gute. Denn „für Gott ist alles möglich“ (Mk 10,27).