Samstag, 19. März 2011

Worte die gut tun - Worte zum nachdenken und glücklichsein






Freitag, 18. März 2011

Hl. Josef: Gott in seinem Leben Raum geben

Mitten in der österlichen Bußzeit feiert die Kirche am 19. März das Fest des hl. Josef. Wie das Evangelium berichtet, war er mit Maria verlobt. An Maria war die Verheißung ergangen: Du wirst einen Sohn gebären, dieser wird Sohn des Allerhöchsten heißen. Josef und Maria - zwei junge Menschen, in deren Schutz und Geborgenheit Gott seinen Sohn gibt. Maria erkennt ihre Aufgabe, dem Kind Mutter zu sein. Josef erkennt seine Aufgabe darin, das Kind und seine Mutter zu beschützen und zu ernähren.


Josef ist nicht ein Mann der großen Worte, er ist ein Hörender.

Es ist uns nicht ein einziges Wort überliefert, das er gesprochen hat. Josef war ein Mann der Taten. Er machte nicht viele Worte, aber er bewegte etwas. Von ihm können wir lernen, genau hinzuhören was Gott, oder auch Menschen uns sagen. Wenn wir diesen Aspekt aus dem Leben des heiligen Josef betrachten, dieses gut zuhören können, dann wird seine Zugehörigkeit zum Königshaus Davids sichtbar.

Wir wissen dass Josef ein direkter Nachkomme des Königs David war. Von Davids Sohn Salomo wird uns berichtet, dass, als er noch sehr jung König wurde, er einen Traum hatte. Er träumt, dass er bei Gott einen Wunsch frei hat. Er darf eine Bitte äußern. Sein Wunsch ist für den eines Königs verblüffend. Er bittet weder um den Tod seiner Feinde, noch um träumt er von Reichtümern. Nein, Salomo lobt Gott und gesteht vor ihm seine Unfertigkeit und Bedürftigkeit ein. „Ich bin noch sehr jung“, sagt er, „und ich weiß nicht, wie ich mich als König verhalten
muss“. Und er wünscht sich von Gott ein „hörendes Herz“, damit er das Volk gut regiert und das Gute vom Bösen zu unterscheiden versteht. Das gefällt Gott. Er gewährt Salomos Bitte und gibt ihm sogar noch mehr dazu: Reichtum, Ehre und ein langes Leben.
Ein „hörendes Herz“ zu haben, heißt, ein Mensch zu sein, der in seinem Da-sein ein Hörender ist, der aufmerksam, liebevoll, empfindsam ist. Empfindsam für das was Menschen uns sagen und empfindsam für das was Gott uns sagen will. Solch ein Hörender war Josef. Er hat erkannt, dass er ein hörendes Herz haben muss, um zu hören, was für Maria und das Jesuskind gut war. Wenn wir genau hinhören und hinschauen werden wir entdecken: Auf Gott hören heißt, immer einen neuen Anfang wagen. Aus altgewohnten Gleisen herausgerissen werden, aus lieb gewonnenen Sicherheiten in eine ungewisse Zukunft geführt werden.

Donnerstag, 17. März 2011

Wort Gottes für den Tag, Freitag, 18. März 2011.

Wenn du deine Opfergabe zum Altar bringst und dir dabei einfällt, dass dein Bruder etwas gegen dich hat, so lass deine Gabe dort vor dem Altar liegen; geh und versöhne dich zuerst mit deinem Bruder, dann komm und opfere deine Gabe (Mt 5,23-24).

Das heutige Evangelium stellt die Ernsthaftigkeit unseres Glaubens sehr konkret in Frage. Denn wer zum Altar tritt, aber weiß oder spürt, dass er mit einem Mitchristen im Streit liegt, soll sich erst versöhnen.
Aber sieht die Wirklichkeit in unseren Gemeinden nicht häufig anders aus? Da setzt man sich nicht neben diesen oder jenen, um ihm ja nicht zum Friedensgruß die Hand reichen zu müssen. Oder Verwandte, die zerstritten sind, gehen im selben Gottesdienst zur Kommunion. Müsste sich nicht in unserem Verhalten manches radikal ändern, wenn wir Jesu Wort ernst nehmen?

„Geh und versöhne dich zuerst mit deinem Bruder“ - „Schließ ohne Zögern Frieden mit deinem Gegner!“ Jetzt, heute ist die Gelegenheit, damit anzufangen. Jetzt ist die Zeit, selbst den ersten Schritt auf den Anderen zu zumachen. Jetzt ist die Stunde, das auszuräumen, was zwischen mir und meinem Bruder, meiner Schwester steht.

Mittwoch, 16. März 2011

Barmherzigkeit: Ein Stück Himmel auf Erden


Barmherzigkeit ist als Wort aus der Mode gekommen, als Tat aber wohl nie. Barmherzige Menschen gab und gibt es immer und überall. Sie machen die Welt menschlicher und Gottes Liebe erfahrbar. Was hat es mit diesem unmodernen Wort auf sich?

Stichwort: Barmherzigkeit

Die Barmherzigkeit (von lat. misericordia) ist eine Eigenschaft des menschlichen Charakters. Eine barmherzige Person öffnet ihr Herz fremder Not. Sie gilt als eine der Haupttugenden und wichtigsten Pflichten der monotheistischen Religionen Judentum, Christentum, Islam, Bahai sowie anderer Religionen wie Buddhismus und Hinduismus.

Barmherzigkeit im Christentum

Zunächst und zuerst ist Barmherzigkeit keine Eigenschaft des Menschen oder
Forderung an den Menschen, sondern eine Eigenschaft Gottes, von der der Mensch abhängig ist. Schon im Alten Testament gilt Gott vor allem als der "Barmherzige und Gnädige" und wird immer wieder dafür gelobt (z.B. Psalm 103,8). Jesus beschreibt Gott in seiner Geschichte vom verlorenen Sohn (Lukas 15, 11-32) als überaus großzügigen und vergebungsbereiten Vater und beschreibt so, was Barmherzigkeit meint: eine unverdiente, großzügige Zuwendung. Der Apostel Paulus betont immer wieder die Abhängigkeit des Menschen bzw. des Christen von Barmherzigkeit. Aus Barmherzigkeit rettet Gott die Menschen aus der Verstrickung in ihre Schuld (z. B. Eph 2,4-5).

Die von Gott her erfahrene Barmherzigkeit wird dann zur Aufgabe des glaubenden
Menschen. Man nennt „Barmherzigkeit” in diesem Sinne auch Nächstenliebe, Menschenliebe oder Humanität; die lateinische Bezeichnung ist caritas (daher die katholische Organisation Caritas). Jesus Christus hat viele Gleichnisse erzählt, die von der Barmherzigkeit handeln, z. B. das Gleichnis vom barmherzigen Samariter (Lukas 10, Vers 25–37 – der nun gerade kein „Rechtgläubiger“ war und so die frommen Hörer des Gleichnisses beschämt und an ihre Verpflichtung erinnert), und die Krankenheilungen (Markus 1, Vers 16–20; Lukas 8, Vers 1–3; Markus 7, Vers 31–37). Auch in der Bergpredigt ist von der Barmherzigkeit die Rede: „Selig sind die Barmherzigen, denn sie werden Barmherzigkeit erlangen.“ (Matthäus 5,7). Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Barmherzigkeit

Stichwort: Werke der Barmherzigkeit


Im Christentum unterscheidet man verschiedene Werke der Barmherzigkeit. Sie sind eine beispielhafte Aufzählung von Handlungen, in denen sich Nächstenliebe äußert. Ihre Aufzählung geht auf biblische Quellen zurück. Der Katechismus der katholischen Kirche unterscheidet zwischen

"sieben geistlichen Werken":
  • die Unwissenden lehren
  • die Zweifelnden beraten
  • die Trauernden trösten
  • die Sünder zurechtweisen
  • den Beleidigern gern verzeihen
  • die Lästigen geduldig ertragen
  • für die Lebenden und Verstorbenen beten

und "sieben leiblichen Werken":

  • Hungrige speisen
  • Obdachlose beherbergen
  • Nackte bekleiden
  • Kranke besuchen
  • Gefangene besuchen
  • Tote begraben
  • Almosen geben
Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/


Notwendigkeit der Barmherzigkeit in der Moderne


Trotz der festen Verankerung des Sozialstaates im politischen System moderner Staaten kommt die Gesellschaft auch heute nicht ohne Barmherzigkeit aus. Auch wenn das „soziale Netz“ die größte Not auffängt, gibt es viele, die durch dessen Maschen fallen. Nur die „behördlich erfassten Fälle“ sind in die staatliche und kommunale Sozialhilfe eingebunden. Daher muss Barmherzigkeit eine neue Dimension der Wahrnehmung anregen und erfahren. Barmherzigkeit ist der Quellgrund der sozialen Gerechtigkeit. Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Barmherzigkeit

Dienstag, 15. März 2011

Wort Gottes für den Tag, Mittwoch, 16. März 2011

Hört dieses Wort, die ihr die Schwachen verfolgt und die Armen im Land unterdrückt. Ihr sagt: Wann ist das Neumondfest vorbei? Wir wollen Getreide verkaufen. Und wann ist der Sabbat vorbei? Wir wollen den Kornspeicher öffnen, das Maß kleiner und den Preis größer machen und die Gewichte fälschen. Wir wollen mit Geld die Hilflosen kaufen, für ein paar Sandalen die Armen. Sogar den Abfall des Getreides machen wir zu Geld. Beim Stolz Jakobs hat der Herr geschworen: Keine ihrer Taten werde ich jemals vergessen (Am 8,4-7).
Stellt euch vor ein Pfarrer würde so von der Kanzel reden, wie wir es eben vom Propheten Amos gehört haben. Einige würden wahrscheinlich unter Protest die Kirche verlassen, andere würden sich nach der Messe per Telefon beschweren. Andere würden sagen, ich gehe nicht zur Kirche, um eine Drohbotschaft zu hören, sondern eine frohe Botschaft. Was ist also dran an der Botschaft des Amos?
Um sie zu verstehen müssen wir uns zurückversetzen etwa um das Jahr 760 v. Christus. Vor dem Tempelportal von Bet-El hatte sich der Prophet Amos postiert. Viele Pilger kamen dorthin, um mit großem Aufwand ihre festlichen Gottesdienste zu feiern. Damals erlebte die Wirtschaft des Landes einen mächtigen Aufschwung, weil seit vierzig Jahren Friede im Land herrschte, und das war für damalige Verhältnisse eine Seltenheit. Handel und Verkehr blühten auf. Dementsprechend ist auch die Lebensweise der Menschen. Berauschende Feste werden gefeiert, mit allem was dazugehört. Kurzum, es waren vierzig Jahre schönes Leben.
In diese Welt hinein spricht nun die Stimme des Propheten Amos. Er spricht die wirtschaftlichen und religiösen Missstände im Land an, denn bei allem Reichtum: dieser Reichtum beschränkte sich auf eine gewisse Oberschicht im Lande. Die kleinen Leute haben davon kaum etwas abbekommen. Im Gegenteil: Die Reichen wurden immer reicher und die Armen immer ärmer. Und die breite Volk gehörte eben zu den Armen. Eine richtige Ellenbogen-
gesellschaft hatte sich herausgebildet. Für gegenseitige Unterstützung blieb wenig Sinn. "Eine böse Zeit, sagt Amos .

Ich will nicht dramatisieren, aber ich sehe durchaus Parallelen in unserer Zeit. Übertragen wir diese Rede des Amos ins heute, dann müssen wir allerdings auch sozusagen international denken, dann ist mit den üblen Geschäftemachern, die ihre Waage manipulieren, das Maß kleiner und den Preis größer machen, nicht der Laden um die Ecke gemeint, oder der Händler vom Mittwochsmarkt, nein, dann sind die Multis gemeint, die weltweit agieren, und deren Geschäftspraktiken für den Durchschnittsverbraucher immer undurchsichtiger werden.
Großkonzerne jonglieren regelrecht mit ihren Mitarbeitern. Wer bereits Geld hat, verdient leichter weiteres hinzu als jener, der nur auf seine Arbeit angewiesen ist. Die Schere von Arm und Reich geht immer weiter auseinander. Verdienen die Konzerne nicht mehr genug, dann wird kurzerhand ein ganzer Betrieb geschlossen und nach Thailand oder in ein anderes Billigland verlegt und die Ware dort produziert, notfalls sogar durch Kinderarbeit.
Amos sagt: “Wann ist das Neumondfest vorbei, wir wollen Getreide verkaufen. - Das Neumondfest war ursprünglich ein Dankfest, ähnlich unserem Erntedankfest. Heute ist es ähnlich. Wie damals wird jeder Tag, an dem die Geschäfte geschlossen sind und die Maschinen stillstehen, geheim oder offen beklagt. Der Sonntag muss weg, sonst können wir nicht mehr mithalten und konkurrieren. Unsere Maschinen sind so schnell und so modern, dass wir sie unmöglich sonntags ausschalten können, sonst fahren wir Verluste ein. Dass dadurch immer mehr Menschen gezwungen werden, an einem seit tausenden von Jahren bestehenden Ruhetag arbeiten zu müssen, interessiert nicht, Hauptsache die Kasse stimmt. Die Marktriesen diktieren den Preis und machen die Kleinen kaputt. Wir lesen täglich davon in der Zeitung. Und dass selbst mit Müll noch satte Gewinne zu machen sind, das war schon zur Zeit des Amos so.
Die Rede des Amos ist sehr hart. Er sagt am Schluss, im Namen seines Gottes, der ihn als Prophet gesandt hat “Keine ihrer Taten werde ich jemals vergessen“. Nicht umsonst wurde dieser Prophet als Aufrührer verfolgt. Er hätte es sicher leichter gehabt, wenn er gesagt hätte: „Natürlich gibt es manche Missstände, aber irgendwie haben wir doch alle unsere Fehler und brauchen deshalb Nachsicht und Vergebung.“
Wir lieben unseren Trott, unsere eingefahrenen Gleise, unsere Gewohnheiten. Da haben es Propheten schwer. Vergessen wir den Schwur Gottes nicht, den Amos ausspricht: Ich werde ihre Taten nicht vergessen. Wer sich auf Kosten der Armen bereichert, lebt im Widerspruch zu Gott. Denn er steht auf der Seite der Schwachen. Tun wir was uns möglich ist.

Montag, 14. März 2011

"Hungertücher": Fasten für die Augen...

"Fasten der Augen" - das ist der Leitgedanke der zahlreich in der Fastenzeit gebräuchlichen Hungertücher. Die Gläubigen sollen durch das Verhüllen der prächtigen Hochaltäre zur Anteilnahme am Leiden Christi herangeführt werden. Archivarische Untersuchungen, vor allem die Durchsicht von Kirchenrechnungen und Inventaren, lassen den Schluss zu, dass früher wohl jede Pfarrkirche ein Hungertuch besaß. Wertvolle historische Hungertücher sind im Bistum Münster noch heute erhalten: In Telgte gibt es ein Hungertuch aus dem Jahr 1623, in Freckenhorst aus dem Jahr 1628 und in Everswinkel sogar aus dem Jahr 1614.

Leidensgeschichte in Form einer "Bilderpredigt"

Die Hungertücher zeigen zumeist Darstellungen aus der Leidensgeschichte Jesu. Sie sind auf Einzelfeldern oder in einer über das gesamte Tuch gehenden Darstellung abgebildet. Gelegentlich werden auch die Leidenswerkzeuge gezeigt: Hammer und Zange, Geißelsäule, Geißel und Rute, drei Nägel sowie eine Leiter mit Lanze und Schwamm. Die Tücher sollen so die Gläubigen an die Leiden Christi erinnern und damit zur Buße aufrufen. Der "Schmachtlappen", wie die Hungertücher auch genannt werden,wird somit zu einem Sinnbild für Trauer, Buße und Umkehr. Foto links: Auf 30 Quadratmetern sind 33 Bildfelder mit Szenen aus der Passionsgeschichte zu sehen, die mit ebenso vielen schlichten Leinenfeldern schachbrettartig kombiniert sind. Als "Bilderpredigt" erläuterte das Tuch den früher Lese-Unkundigen die Ereignisse um den Tod Christi.
Quelle: http://kirchensite.de
Text: Norbert Göckener | Foto: Michaela Kiepe, Archiv


Misereor-Fasentücher

An die alte Tradition knüpft die Bischöfliche Aktion "Misereor" an. Das Hilfswerk bietet Hungertücher an, die zumeist von Künstlern aus Entwicklungsländern entworfen wurden. Sie greifen die Situation in der so genannten Dritten Welt auf und ziehen Parallelen zu biblischen Erzählungen.

Das MISEREOR Hungertuch 2011
"Was ihr dem Geringsten tut"



Ich war durstig und ihr habt mir zu trinken gegeben

Die dynamische und kraftvolle Frau zieht mit aller Kraft einen schweren Karren ins Zentrum, der mit einem Kanister voll frischen Wassers beladen ist. Sauberes Wasser ist Mangelware in Slums. Sauberes Wasser kann den Durst der Menschen löschen. Aber die Frau schafft es nicht alleine - zwei Kinder drücken den Karren mit aller Kraft vorwärts. Nicht das frische Wasser steht im Zentrum der Szene, sondern die sich abmühenden Menschen.

Ich wollte spielen, aber ihr habt mir nichts zum Spielen gegeben
Solange Kinder arbeiten müssen, damit ihre Familien überleben können und nicht Kind sein dürfen, solange keine Zeit für Schulbildung bleibt, haben sie keinerlei Perspektive für ihr weiteres Leben. Sie bleiben im Teufelskreis der Armut gefangen. Das Recht auf Spielen und auf Bildung. Kinder unten rechts, die spielen. Spielzeug, kreativ, selbstgebaute Dinge. Das Kind links repariert sein Fahrrad. 
Die Kinder haben ein Recht auf eine Lebensperspektive und auf Bildung. Sokey Edorh hat rechts eine Schule abgebildet, in der die Kinder unterrichtet werden. 
Ganz oben links am Rand, man sieht es kaum, haben Jugendliche ein kleines Areal gefunden, auf dem sie Fußball spielen und sich austoben können, Kinder sein dürfen. Wer keine Schuhe hat, spielt schon längst mit Socken, denn unter den bloßen Füßen hält man den sich aufheizenden, sandigen Belag des Platzes nur bis zum späten Vormittag aus. 



Ich war krank und ihr habt mich besucht

Über der Frau ist eine Person gezeigt, krank und elend, die von mitleidigen Menschen gepflegt wird. Eine organisierte Krankenversorgung und Gesundheitsvorsorge existiert in Slums nicht. Die Verhältnisse sind vielmehr krankmachend: unzureichende Hygiene, mangelnde Bildung, ungenießbares Wasser, Hunger, keine Kanalisation, eine Toilette muss für einhundert, manchmal eintausend Menschen reichen. Immer wieder versuchen Menschen, sich selbst zu helfen und geben nicht auf: dieser Kranke hier erfährt liebevolle Zuwendung. Schräg links daneben findet vor den Hütten eine Unterweisung in Gesundheitsthemen statt, damit die Hilfe organisiert und strukturiert werden kann.


Der Strand – Weggehen und Ankommen


Wir gehen schräg nach oben rechts. 
Wir blicken an den Geschäftszentralen internationaler Konzerne hoch, die in den Himmel aufragen und sich in die Viertel der Armen hinein drängen. Ein Bagger ist schon angerückt und beginnt, die armseligen Hütten niederzureißen.
Zwangs-
umsiedlungen sind an der Tagesordnung, die Abfindungssummen, wenn überhaupt gezahlt, lächerlich niedrig. 
Logos internationaler Konzerne sind auf den alten Fässern zu lesen, die den Armen als Behausungen dienen: Esso, Shell, Total, Elf, Lehman Brothers. Die Namen beanspruchen keine Vollständigkeit: zu nennen wären noch viele andere.

Bis heute erleidet Afrika Rassismus und Herablassung sowie brutale Ausbeutung. 
Schwarze Ziegen klettern vor den Banken auf den Hüttendächern herum – geschieden von den weißen Schafen, die rechts am Himmel grasen und die das ewige Leben erhalten werden (Mt 25,31f).


Zwischen die Hochhäuser zwängt sich ein kleines Kirchlein: Wie gehen wir als Kirche mit den Herausforderungen der modernen, globalisierten und von marktradikalen Ideen beherrschten Welt um? 
Rechts am Rande wieder Hütte neben Hütte, immer neue Menschen flüchten vom Land in die Städte. Die Slums wachsen rasant an. Andere wählen die Migration. 


Ich war fremd und ihr habt mich aufgenommen

Wir sind am Strand angekommen und sehen Migranten in kleinen Booten auf dem Meer treiben, einer ungewissen Zukunft entgegen. Viele überleben die Flucht nicht. 

Eine Schlüsselszene des Bildes ist die merkwürdig anmutende Szene in der rechten oberen Ecke: Zwei archaisch wirkende dunkelhäutige Menschen kommen hinein in das Bild. Woher sie kommen ist nicht klar. Sie kommen von irgendwoher. Aber jemand erwartet sie: Sie werden von einer ebenso dunklen, aber bekleideten Frau empfangen, die sie mit einer Gabe in der Hand bewirtet. Zwei Boote liegen ruhig am Strand. Im Meer treiben einige Personen in rot-weißen Rettungsringen auf den Strand zu. Auch sie sind Ankommende. Flüchtlinge aus irgendeinem Land dieser Welt. Wahrscheinlich haben sie ähnliche Verhältnisse hinter sich gelassen.
Mit diesem Hungertuch greift MISEREOR eines der zentralen Themen christlicher Lebenspraxis auf. Wie sollen wir uns heute in unserer globalisierten Welt verhalten. Wir haben gelernt, wie verwoben die Dinge miteinander sind. Was sich irgendwo auf der Welt tut, hat weiterreichende Folgen, unter Umständen für das Ganze. Was sagt uns in einer solchen Zeit Jesu grundsätzliche ethische Anleitung für das Leben und Überleben: "Was ihr für die geringsten meiner Brüder und Schwestern getan habt, das habt ihr mir getan." "Was ihr für sie nicht getan habt, das habt ihr mir nicht getan."?

Auskünfte und weitere Informationen bei MISEREOR