Freitag, 25. März 2011

Mensch, ich hab dich gern



Donnerstag, 24. März 2011

25. März : Verkündigung des Herrn

Neun Monate vor dem 25. Dezember liegt, mitten in der Fastenzeit, ein Fest, das eigentlich zu Weihnachten gehört: Verkündigung des Herrn. Die "Verkündigung des Herrn" wird von Lukas als Begegnung des Erzengels Gabriel mit der Jungfrau Maria geschildert (lies: Lk 1,26–38). Das Kind wird sie durch Herabkunft des Geistes Gottes empfangen. "Der Heilige Geist wird über dich kommen, und die Kraft des Höchsten wird dich überschatten. Deshalb wird auch das Kind heilig und Sohn Gottes genannt werden." (Lk 1,35)

Maria wird als Jungfrau Mutter. Der Engel redet Maria in besonderer Weise an. "Sei gegrüßt, du Begnadete, der Herr ist mit dir." (Lk 1,28) Aus diesem Gruß des Engels ist das "Gegrüßet seist du Maria…" entwickelt, das den Rosenkranz prägt. Weil Maria im Mittelpunkt der Verkündigung des Engels steht, wird das Fest auch Mariä Verkündigung genannt.

Manchmal kommt es ganz anders als geplant.
Wir sind es gewohnt, am liebsten nach Plan zu leben. Wir planen Arbeit und Freizeit, Familien werden heute geplant und berechnet. Wir überlassen nichts so einfach dem Zufall. Wir wollen uns auch nicht gern stören lassen in unserer Sicherheit. Wir richten uns gut ein in unserer kleinen Welt: Hauptsache, alles ist in Ordnung. Die Ankunft Gottes unter uns Menschen wurde zum Störfall. Und das, obwohl ein ganzes Volk auf den Messias gewartet hat. Die Verkündigung der Menschwerdung Gottes, wie sie Lukas erzählt, war wohl gar kein so erbauliches und frommes Geschehen. Da wird eine junge Frau auf einmal ganz von Gott ergriffen, da wird sie aus ihrer kleinen Sicherheit herausgeholt, da muss sie Ja sagen zu einem Geschehen, das sie mit dem Verstand allein nicht begreifen kann. „Sie erschrak über die Anrede“ des Engels, schreibt Lukas.

Gottes Handschrift in unserem Leben wieder lesen lernen

Wenn Gott einen Menschen anredet, und das ist im seltensten Fall durch einen Engel, manchmal ist es ein Ereignis, das da ins Leben einbricht, wenn Gott einen Menschen anredet, dann ist das beunruhigend, erschreckend. Denn dann sind auf einmal menschliche Pläne nicht mehr viel wert, dann heißt es, das Leben neu in die Hand zu nehmen, oder besser, das Leben aus der eigenen Hand zu geben und es bewusst in die Hand Gottes legen.

Wenn wir auf diese Geschichte mit Maria und dem Engel schauen, wäre eigentlich manches im Leben ein wenig einfacher. Nur Ja sagen zu dem, was Gott mit einem Menschen vorhat, nur offen sein auch für das Unerwartete, das ist zwar zunächst abenteuerlich, aber führt zur Erfahrung, dass Gott auch unsere
Heilsgeschichte schreibt, auf seine Weise, oft so ganz anders, als wir sie schreiben würden. Denn Gott, das dürfen wir einfach glauben, hat mit jedem Menschen Großes vor. Jeder Mensch ist erst einmal ein Geschenk an die Welt. Es ist an uns, wie wir dieses Geschenk annehmen, wie wir miteinander umgehen. Er gibt jedem Menschen etwas von seinem Geist, er gibt jedem Menschen Fähigkeiten, mit denen er die Welt bereichern und verändern kann. Wir müssen nur diese Fähigkeiten entdecken, sie fördern und etwas daraus machen.

Gott kommt zur Welt – durch Maria – durch uns Menschen, durch jeden, der Ja sagt zu seinem Willen und der sein Leben aufbricht aus kleinen und engen Sicherheiten;
durch jeden, der sich stören lässt in seiner kleinen Welt; in jedem, der noch etwas erwartet, der ahnt, dass immer noch etwas kommen kann, dass noch lange nicht alles schon fertig und vollendet ist. Gott kommt immer noch zur Welt, wenn wir ihn in uns, durch uns ankommen lassen.

Manchmal kommt eben alles anders, so ganz anders. Hat da nicht Gott seine Hand im Spiel? Wir müssen nur einmal genauer hinschauen. (Hans Würdinger, 2007)

Mittwoch, 23. März 2011

Gott auf die Spur kommen - Von der Schwierigkeit Gott im eigenen Leben zu erfahren

Immer wieder fragen mich Menschen, wie sie denn Gott erfahren könnten. Sie geben sich nicht damit zufrieden, nur an Gott zu glauben. Sie wollen ihn spüren. Sie wollen Gott und seine Liebe erleben, in eine personelle Beziehung zu ihm treten.

Es genügt ihnen nicht, nur über Gott reden. Allzu oft haben sie die Worte über Gott als leer empfunden, von keiner Erfahrung gedeckt und daher, bei ihnen, auch keine Erfahrung hervorrufend. Manche ärgern sich über das allzu schnelle Argumentieren mit Gott weil, wie sie meinen, man sonst nicht mehr weiter weiß. Es stellt sich die Frage: Wie können wir angemessen von Gott und Gotteserfahrung sprechen? Eigentlich ist jede menschliche Gottesrede unangemessen, denn Gott ist und bleibt der Unaussprechliche. Von Gott zu reden, wäre also die Kunst, das Unaussprechliche anwesend sein zu lassen, das Unerklärliche zu erklären. Das können eher die Dichter, und Komponisten, für die es darum geht, in der Sprache der Poesie oder der Musik das Unaussprechliche auszudrücken.

Gottesbeweis und Gotteserfahrung sind zwei verschiedene Ereignisse
Gotteserfahrung hat etwas mit unserer Lebensgeschichte zu tun und ist etwas ganz anderes als Gottesbeweis. Der Beweis will andere überzeugen. Wenn andere Menschen uns Gott beweisen wollen müssen wir uns in Acht nehmen. Sie wollen uns wahrscheinlich nur ihr eigenes Gottesbild aufdrängen. Gotteserfahrung dagegen ist etwas sehr persönliches und beschreibt wie Menschen Gott in ihrem Leben erfahren haben und das auch nur mehr oder weniger bewusst. Sie erzählen uns dann von ihren eigenen Erlebnissen und können in uns dadurch Erfahrungen hervorlocken oder uns an Erfahrungen erinnern, die wir gemacht haben, die uns aber nicht mehr bewusst sind oder die wir als solche nicht erkannt haben. Es liegt an uns, wie wir das, was wir mit den Sinnen erfahren, deuten und verstehen wollen. Wir können Gott nicht durch Experimente beweisen. Aber wir können das, was wir erleben, auf das Hintergründige hin prüfen auf das, was durchscheint. Und dann kann - manchmal, aber nicht immer - Gott selber aufleuchten. Wir sind Geschöpfe Gottes und Gott hat einem und einer jeden von uns die Möglichkeit ins Herz oder in die Seele gelegt ihn zu erkennen.

Gott in der Schönheit der Natur entdecken

Wir sind umgeben von einer reizvollen Natur, von Pflanzen und Tieren. Diese Dinge können uns helfen, Gott und sein Wirken zu entdecken oder zumindest zu erahnen. Betrachten wir die Natur: den Kosmos, die Erde, betrachten wir die Pflanzen, die Tiere und uns Menschen! All das wird uns faszinieren, und wir werden Gottes Handschrift darin entdecken!
Es braucht für diese Art Gotteserfahrung Achtsamkeit und Langsamkeit. Und es braucht das Überschreiten einer Schwelle. Ich kann Gott nicht im Vorbeigehen erfahren. Ich muss in den Raum des Heiligen hinein schreiten. Dort kann ich Gott nicht mit den Händen greifen und nicht mit den Augen sehen. Aber es können sich in meiner Seele Räume öffnen, die mir ein Gespür für Gott ermöglichen.

Ich kann Gott nicht einfach erklären wie eine Sache. Ich kann in diesem Falle ebenfalls Gott nicht beweisen. Ich kann nur versuchen, Räume zu öffnen, die sich in jeder Seele auftun, wenn wir sie nur zulassen. Räume, die Gott anwesend sein lassen, ohne ihn in
unsere menschliche Enge einzuzwängen.

Wer Augen hat zu sehen, der entdeckt Gott in seiner Schöpfung. Sie lädt ein, nicht nur über die Schöpfung zu staunen, sondern über den Schöpfer, der hinter ihr steht. Sie lädt ein, nicht einfach nur dankbar zu sein, sondern Gott zu danken.
"Geh aus, mein Herz" müssten wir uns deshalb von Zeit zu Zeit, wenn nicht jeden Tag sagen, Denn: Wer etwas entdecken will, muss ausgehen, muss sich auf den Weg begeben. Wer zu Hause bleibt, entdeckt nichts, zumindest nichts Neues. Das gilt auch geistlich. Es gilt auch für das Herz: "Geh aus, mein Herz. Mach dich auf." "Geh aus, mein Herz, und suche Freud". Was findet man, wenn man sich aufmacht, nicht nur äußerlich, sondern auch innerlich? Man entdeckt, dass das Leben immer wieder Grund zur Freude bietet.

Montag, 21. März 2011

Schönberger Passionsspiele suchen Schauspieler und Statisten

Von Lothar Klinges


In zwölf Monaten beginnen die Schönberger Passionsspiele. Wenn auch die Planungen bereits seit eineinhalb Jahren laufen, so beginnt nunmehr die Phase der konkreten Vorbereitung, erklärte am Freitag Marlene Backes bei der Pressekonferenz zu „Passio 2012“ in St.Vith.



Am Samstag, dem 9. April, findet ein erstes Treffen aller Mitspieler(innen) im Freizeitzentrum Schönberg statt. Bis dahin suchen die Verantwortlichen Darsteller(innen), die bereit sind, in irgendeiner Form bei den Passionsspielen mitzumachen. Die Organisatoren sind sich dabei bewusst, dass es nicht einfach sein wird, etwa achtzig Personen zu mobilisieren.


Bei der Suche nach Schauspielern begrenzen sich die Verantwortlichen bewusst nicht auf die Pfarre Schönberg-Mackenbach, und sie würden sich freuen, wenn wieder – wie bei den Passionsspielen 2007 – junge und ältere Menschen aus allen Gemeinden der Deutschsprachigen Gemeinschaft und auch darüber hinaus aktiv auf der Bühne mitmachen würden.



Ein erster Aufruf, der vor etwa zwei Monaten gestartet wurde, hat noch nicht das erhoffte Echo gebracht. So werden einerseits etwa fünfzig Personen gesucht, die als „Statisten“ mitwirken. Hierzu sind
lediglich drei Proben und eine Kostümprobe vorgesehen. Bei den Aufführungen könnte der eine oder andere auch schon mal fehlen, wenn zum Beispiel ein Familienfest ansteht, sagte Alfons Velz, der zum dritten Mal als Regisseur die Passionsspiele begleitet. Interessant wären auch Personengruppen, die als Familie oder Großfamilie quer durch alle Generationen daran teilnehmen könnten, so dass sie bei den Proben und Aufführungen diese Erfahrung gemeinsam erleben könnten. Besonders verweisen die Verantwortlichen auf die Gemeinschaft, von der man sich bei den Passionsspielen getragen weiß und auf die Atmosphäre und Stimmung, die durch die Teilnahme erfahrbar wird. 


Eine zweite Personengruppe von etwa 20 bis 30 Spielern wird gesucht, die eine besondere Rolle verkörpern. „Ideal wäre natürlich eine Doppelbesetzung“, meinte hierzu Alfons Velz, die es aber bei den vorherigen Spielen auch nicht gegeben hat. Für diese Darsteller ständen ein bis zwei Proben pro Woche im kommenden Winter auf der Agenda, wobei einige Proben auch ganztags an einem Samstag stattfinden könnten. Auch ältere Leute werden für verschiedene Rollen gesucht, wie z. B. Hohepriester oder Mitglieder des Hohen Rates (Sanhedrin), für die die Proben während des Tages stattfinden können.


Regisseur Alfons Velz, der seit 1973 an der Bischöflichen Schule St.Vith unterrichtet, betonte, dass jeder, der mitmachen möchte, auch wirklich eine Aufgabe auf der Bühne übernehmen wird. „Wir schließen niemanden aus, der zu uns kommt.“ 



Im September beginnen konkret die ersten Proben, die zunächst in Form von Improvisationsübungen gestaltet sind, bei denen Situationen gespielt werden, die auf den ersten Blick womöglich wenig mit der Passionsgeschichte zu tun haben. Allmählich kommt es zur Rollenverteilung, wobei jeder Spieler seine eigene Rolle aus eigenem Erleben und mit seinen eigenen Erfahrungen erarbeiten kann.


Für die Teilnahme an den Passionsspielen bedarf es keiner biblischen Vorkenntnisse. „Man muss also nicht bibelfest sein“, unterstrich Pfarrer Claude Theiss und Alfons Velz fügte hinzu: „Es bedarf auch keiner vorherigen Erfahrung im Theaterspiel“. Jeder Mensch habe die Fähigkeit, an den Passionsspielen teilzunehmen, da man allmählich in seine Aufgabe hineinwachse. Es genüge lediglich, ein im Glauben suchender Mensch zu sein. Die Passionsspiele könnten eine Chance sein, sich mit dem Glauben auseinanderzusetzen, meinte dazu Claude Theiss. Man bekomme auch keinen Text „übergestülpt“, sondern arbeite sich in seine Rolle hinein, so dass sie authentisch rüberkomme und den Zuschauer auch wirklich anspreche.





Sonntag, 20. März 2011

Wort Gottes für den Tag, Montag, 21. März 2011.

Vom Richten
Seid barmherzig, wie es auch euer Vater ist! Richtet nicht, dann werdet auch ihr nicht gerichtet werden. Verurteilt nicht, dann werdet auch ihr nicht verurteilt werden. Erlasst einander die Schuld, dann wird auch euch die Schuld erlassen werden.

Gebt, dann wird auch euch gegeben werden. In reichem, vollem, gehäuftem, überfließendem Maß wird man euch beschenken; denn nach dem Maß, mit dem ihr messt und zuteilt, wird auch euch zugeteilt werden. (Lk +6,36-38)

Die Zeit vor Ostern will uns ermutigen zu einem neuen Lebensstil. Das steckt hinter der Forderung nach Umkehr. Wir sollen uns an Gott selbst ausrichten, auf dessen Bild hin wir ja geschaffen sind. Und dieser Gott ist ein menschenliebender, barmherziger Gott, der ja zu uns sagt. So kann Jesus uns heute auch sagen: Seid barmherzig, wie es auch euer Vater ist! Das sollen wir uns vornehmen – nicht nur für diese Zeit, sondern grundsätzlich.

Es ist ein hohes Ziel, aber wieviel Gutes für uns und die Menschen um uns herum steckt darin: Seid barmherzig.
Seid barmherzig, wie es auch euer Vater ist! (Lk 6,36) Diese Weisung soll allem Umgang miteinander zugrunde liegen. Die Christen sollen in allem so sein, wie der himmlische Vater zu ihnen ist. Diesen Zusammenhang kannte schon das Alte Testament, wenn es heißt: Seid heilig, denn ich, der Hem euer Gott, bin heilig (Lev 19,2).

Im Evangelium geht es um eine Grundhaltung. Richten und Verurteilen sind in einem
Sinn gemeint, der nur Gott zusteht, nicht aber Menschen, die weder die Liebe noch die Einsicht Gottes aufbringen. Wir können und müssen sicherlich Ansichten und Taten beurteilen und wohl auch verurteilen. Etwas anderes aber ist es, einen Schuldig gewordenen endgültig zu verurteilen und ihm quasi vor Gott und den Menschen keine Chance mehr zu lassen. Es kommt auf die Haltung an, in der wir anderen begegnen, die sich verfehlt haben: in gnadenloser Strenge, die ein gewisses Rachegefühl befriedigt, oder mit der Bereitschaft der Vergebung, die verlangt, dass ich dem anderen helfe.

Seid barmherzig, wie es auch euer Vater ist!
In der Konsequenz des Gebotes, nicht zu richten und nicht zu verurteilen wird dieser Satz gleichsam umgedreht: Ihr werdet das Maß der Barmherzigkeit Gottes erhalten, das ihr anderen gewährt habt. Die Hoffnung der Christen kann dann nur sein, dass die Barmherzigkeit Gottes noch einmal das Maß der menschlichen Barmherzigkeit übersteigen wird.
Hier zeigt sich ein deutlicher Verweis auf das Vaterunser: Erlasst einander die Schuld, dann wird auch euch die Schuld erlassen werden. Dieser Verweis macht deutlich, dass es nicht darum geht, Dinge unter den Teppich zu kehren oder zu verharmlosen. Schuld bleibt Schuld und eine mehr oder Weniger große Störung der Beziehung zu Gott und unter den Menschen. Aber wir sollen, besser: dürfen damit umgehen, wie Gott damit umgeht, großzügig und nicht engherzig.
Gott gibt dem Gebenden wie ein hochherziger Bauer: mit reichem, vollem, gehäuften, überreichen Maß, und nicht wie ein Geizhals,der das Maß flach streicht. Ein plastisches Bild, mit dem wir unseren Umgang mit anderen bemessen können.