Samstag, 2. April 2011

Gedanken zum Sonntagsevangelium


Unterwegs sah Jesus einen Mann, der seit seiner Geburt blind war. Er sagte zu ihm und den Umstehenden: Wir müssen, solange es Tag ist, die Werke dessen vollbringen, der mich gesandt hat; es kommt die Nacht, in der niemand mehr etwas tun kann. Solange ich in der Welt bin, bin ich das Licht der Welt. Als er dies gesagt hatte, spuckte er auf die Erde; dann machte er mit dem Speichel einen Teig, strich ihn dem Blinden auf die Augen und sagte zu ihm: Geh und wasch dich in dem Teich Schiloach! Schiloach heißt übersetzt: Der Gesandte. Der Mann ging fort und wusch sich. Und als er zurückkam, konnte er sehen.


Nicht sehen können! Vielleicht von Geburt an! Oder wenn ein Unfall oder eine heimtückische Krankheit das Augenlicht raubt! Wir, die wir sehen können, wissen alle zusammen nicht, was das bedeutet: Ständig in der Nacht leben müssen!

Darüber hinaus gibt es noch ganz andere Blindheiten, die weit verbreitet sind: Ich sehe beispielsweise nicht, welch hoher Wert die Gesundheit für mich ist. Erst die Begegnung mit einem Kranken oder eine eigene, schwerwiegende Krankheit öffnet mir da die Augen. Ich bekomme einen neuen Blick.

Und noch so eine „Blindheit“: Ich denke an jemand aus einem der Dörfer in denen ich arbeite einen Menschen, den ich bisher nur ganz oberflächlich kannte. Ich hatte große Vorbehalte ihm gegenüber. Ich ging nur von äußerlichen Gegebenheiten aus. Erst jetzt, als ich einmal näher mit ihm ins Gespräch kam, merkte ich, wie wertvoll er doch ist, wie viel in ihm steckt. Ich gestehe: Das war eine ganz unangenehme und gefährliche Blindheit bei mir.
Ich denke an die Blindheit der Menschen die glauben, dass alles machbar ist, dass es keine Grenzen gibt. In diesen Tagen und Wochen gehen uns die Augen auf. Wir sehen die Fehler die gemacht werden im Umgang mit der Atomenergie.

Und dann denke ich beim Thema „Blindheit“ auch an Menschen die groß geworden sind in einer Umgebung und Familie die ihnen nie die Chance gaben Zugang zum Glauben zu finden, wo die religiöse Dimension einfach fehlte. In den kommenden Jahren wird es immer mehr solcher Menschen geben, die auf keine Glaubenstradition in der Familie zurückgreifen können.

Trotzdem ist es möglich, dass sie zum Glauben an Jesus kommen. Denn Gott sucht die Menschen und er findet immer neue Wege zu ihnen. Im Evangelium wird das sehr deutlich. Der erste Schritt zur Überwindung der Blindheit wird nicht vom Blinden selber getan sondern von Jesus. Jesus erblickt den Blinden. Und ohne dass dieser Ihn darum gebeten hat, handelt Jesus: Er spuckt auf die Erde, macht mit dem Speichel einen Teig, streicht ihn dem Blinden auf die Augen. Und nicht nur das. Jesus fordert dann den Blinden auf: „Geh und wasch dich in dem Teich Schiloach!“.

Der Name ist wichtig, denn „Schiloach heißt übersetzt: Der Gesandte“. Der Blinde soll sich also – bildlich gesprochen – in Jesus waschen. Das Eintauchen in Jesus, in eine lebendige Verbundenheit mit Ihm wird ihn heilen. Er muss dafür aber zulassen, dass ihm dieser Teig aus Erde und Speichel auf die Augen gestrichen wird. Er muss Jesus ganz nahe an sich heranlassen – und er muss allein den Weg zum Teich gehen, allein im Vertrauen auf Jesu Wort. Der Blinde lässt sich auf all das ein. Er ist offen. Und deshalb lässt er Seltsames und Ungewohntes an sich geschehen. Er ist bereit sich ganz auf Jesus einzulassen, obwohl er diesen Jesus gar nicht kennt.
Wie der vormals Blinde, so sind auch wir gerufen, Jesus tiefer, auf persönlicher Ebene kennen zu lernen. Wir sind aufgerufen, aufzubrechen, unseren je eigenen Glaubensweg zu suchen und zu finden. Sonst bleiben wir blind und wir können nicht zu einem persönlichen Glauben kommen. Der vormals Blinde spürt das. Auf Jesu Frage: „Glaubst du an den Menschensohn?“ antwortet er: „Wer ist das, Herr? Sag es mir, damit ich an ihn glaube.“

Dies ist die entscheidende Frage – die Frage, mit der Jesus auch uns begegnet: „Glaubst du an den Menschensohn?“ Diese Frage Jesu ist zugleich eine Bitte, die Er an jeden von uns heranträgt: Glaub mir doch, vertrau mir doch und dein Leben wird sich ändern! Glaube, dass der Herr Dich reinigen möchte von allem was dich innerlich belastet. Von deinen Blindheiten, von dem was dich vom wahren Menschsein abhält. ER hat die Macht die ausreicht, mit einem einzigen Wort Tote aufzuerwecken, Blinde sehend zu machen und jede Sünde zu vergeben. Glaube allen Umständen zum Trotz! „Glaube nur und Du wirst gerettet!“

Freitag, 1. April 2011

Die Schöpfungsgeschichte etwas anders erzählt


Am Anfang

Am Anfang
schuf Gott eine Welt,
wo Leben, Liebe und Glück
den Menschen ein Zuhause sein sollten.
Gott segnete diese Welt,
denn er glaubte an den Menschen.
Und Gott sprach:
Das Kind soll von Anfang an Wärme
und Geborgenheit erhalten!
Und er schuf den Mutterschoß,
der das Kind während neun Monaten
umhüllen sollte.
Das war der erste Tag.
Und Gott sah, daß es gut war.

Das Kind aber sollte
in diese Welt geboren werden,
damit sie reicher werde an Liebe.
Und Gott sprach:
Geben wir ihm nach der Geburt
Hände, die das Kind umschließen
und es an den wärmenden Körper legen!
So schuf Gott die liebenden Arme der Mutter.
Das war der zweite Tag.
Und Gott sah, daß es gut war.

Hunger und Durst
überkamen das junge Geschöpf.
Es begehrte nach Nahrung.
Und Gott sprach:
Gebt ihm, nach dem sein Körper verlangt!
Und die Mutter nahm das Kindan ihre Brüste.
Das Kind stillte seinen Hunger und Durst
und lernte vertrauen.
Das war der dritte Tag.
Und Gott sah, daß es gut war.

Das Kind begehrte aber nach mehr
als nur nach Essen und Trinken.
Es sehnte sich nach Nähe.
Und Gott sprach:
Das Kind soll erfahren, daß es angenommen ist!
Und die Mutter sagte Ja zu ihm
und schaute ihm beim Stillen liebend in die Augen.
Das war der vierte Tag.
Und Gott sah, daß es gut war.

Das Kind öffnete immer mehr seine Augen.
Es sah viele Gesichter, dunkle und helle.
Und Gott sprach:
Schenken wir dem Kind Freude und Glück!
Und die Mutter lachte das Kind an, es lächelte zurück.
Und auf der Welt gab es von da an mehr Glück.
Das war der fünfte Tag.
Und Gott sah, daß es gut war.

Immer mehr fragte das Kind
nach dem Du, das ihm Nahrung gab,
es anschaute und anlachte.
Und Gott sprach:
Das Kind soll dem Du Du sagen können,
geben wir ihm die Kraft der Worte!
Und die Eltern redeten mit dem Kind.
Das Kind sagte Mama, Papa.
Eltern und Kind verstanden einander.
Das war der sechste Tag.
Und Gott sah, daß es gut war.

Am siebenten Tag sprach Gott:
Lassen wir das Kind immer mehr auf eigenen Füßen stehen!
Lassen wir es gehen, Schritt um Schritt,
damit es einmal - nach Jahren -
seinen eigenen Weg gehen kann!
Und die Eltern ließen es kriechen,
reichten ihm bald die Hand,
hielten es und ließen es los.
Das Kind lernte gehen.
Eltern und Kind waren glücklich.
Alle freuten sich über das gemeinsame Unterwegs.
Das war der siebente Tag.
Und Gott sah, daß der Anfang sehr gut war.

(Hans Kuhn-Schädler)

Donnerstag, 31. März 2011

April, April


Der April macht, was er will", heißt eine alte Bauernregel. Der April ist ein unbeständiger Monat: Sonnenschein wechselt mit Regen oder gar Schneefall. Von angenehmer Wärme fällt die Temperatur noch einmal auf winterliches Niveau. Ein wankelmütiger Monat, der April: Der Winter will sich noch nicht ganz verabschieden, aber der Frühling ist auch nicht mehr aufzuhalten. Altes muss weichen, damit Neues kommen kann. Der April ist eine Zeit des Umbruchs, geprägt nicht nur von Wetterkapriolen, sondern auch von Stimmungsschwankungen.

Aprilscherz

Erstmals überliefert ist die Redensart „in den April schicken“ in Deutschland 1618 in Bayern. Mit den europäischen Auswanderern gelangte diese Tradition auch nach Nordamerika. Wie es dazu kam, dass der 1. April zum Tag für besondere Scherze wurde, ist bislang unbekannt. Gesichert ist dem Theologen Manfred Becker-Huberti zufolge einzig, dass es schon im Volksglauben der Antike eine Vielzahl von angeblichen Unglückstagen gab (vergl. Freitar, der 13.), zu denen regelmäßig auch der 1. April zählte.

Was ist los im April?

Gottesdienstordnung für den Monat April:
Klicken Sie HIER

Es ist noch Fastenzeit

Kehrt um! Diese Aufforderung zieht sich als Grundton durch die gesamte Fastenzeit. Umkehren bedeutet: sich umwenden und zurückgehen oder -fahren bzw. etwas in die entgegengesetzte Richtung bringen. Das heißt also konkret, dass ich die bisher gegangenen Wege mit all ihrem Auf und Ab, mit all ihren Unwegsamkeiten, mit all meinen Fehlern und mit all meiner Schuld zurückgehe. Zunächst eine erschreckende Vorstellung – und dennoch: Wenn ich konsequent diesen Weg weitergehe, bedeutet das auch, zu meinem Ursprung, zu meinem Schöpfer, zu Gott zurückzukehren. Unter diesem Aspekt wird die Aufforderung „ Kehrt um!“ zu einer frohen und befreienden Botschaft.

4. Fastensonntag: „Laetare“

Wir stehen mitten in der österlichen Bußzeit und sind auf dem Weg hin zum Höhepunkt des Kirchenjahres, dem Osterfest, an dem wir Christi Tod und Auferstehung feiern. Dass diese Zeit nichts mit Verbitterung und Lebensverneinung zu tun hat, erkennen wir am Namen des vierten Fastensonntags: „LAETARE ‑ Freue dich!“ Wir dürfen uns freuen. Denn wir gehen auf ein gemeinsames Ziel zu, auf Ostern.

Freude lässt sich nicht verordnen. Freude wächst, wenn wir mit offenen Augen wahrnehmen, welche Fülle uns jeden Tag geschenkt ist.

Fastenkollekte „MITEINANDER TEILEN“

Freuen wir uns, dass Jesus uns das Gebot der Liebe gegeben hat, das uns über unseren eigenen Tellerrand hinweg schauen lässt zu denjenigen, die nicht über die materiellen Dinge verfügen, die wir als selbstverständlich hinnehmen.

Die Fastenaktion „MITEINANDER TEILEN“ lädt uns am 4. Fastensonntag zur Solidarität ein mit diesen Menschen. MITEINANDER TEILEN möchte auf die Menschen in den Elendsvierteln der großen Städte in Afrika, Asien und Lateinamerika aufmerksam machen und bittet um unsere finanzielle Unterstützung. Diese Menschen sind auf vielfache Weise bedroht: Ihnen fehlt ein sicheres Dach über dem Kopf. Die Wohnverhältnisse sind nach unseren Maßstäben unzumutbar, sauberes Trinkwasser ist eine Rarität. Eine hinreichende Gesundheitsversorgung ist der dringende Wunsch vieler Menschen. Kinder würden gerne zur Schule gehen wenn es denn eine gäbe oder wenn sie das Schulgeld bezahlen könnten; eine hohe Arbeitslosigkeit verschärft die Armut noch zusätzlich.

„Menschenwürdig leben. Überall!“. Mit diesem Motto stellt sich MISEREOR auf ihre Seite und rückt sie in den Mittelpunkt der Fastenaktion 2011. Diese Menschen kann MlSEREOR nur dank unserer großzügigen Hilfe bei ihren Anstrengungen für ein würdigeres Leben unterstützen. Herzliche Empfehlung!

10. April, der
5. Fastensonntag

Dieser trug früher den Namen Passionssonntag, weil uns die kommenden Tage zum Leiden und Sterben Jesu hinführen.

„Mein Los ist Tod, hast du nicht andern Segen?“ (GL 621,1) Der Mensch fürchtet den Tod, er möchte leben. Wir hören an diesem Sonntag vom Tod des Lazarus‘, des Bruders der beiden Schwestern Marta und Maria. Marta weiß, von wem sie allein noch Heil und Leben erwarten kann: von Jesus Christus. Alles, worum er Gott bittet, wird Gott ihm geben.

17. April: Palmsonntag

Ich wäre gerne dabei gewesen - damals in Jerusalem. Jesus kam in diese Stadt und viele hatten auf ihn gewartet. Er sollte den Frieden bringen. Die Menschen jubelten ihm zu wie einem König. Aber es war ungewöhnlich, dass dieser König nicht auf einem schönen Pferd saß, sondern auf einem jungen Esel ritt.

Jesus ist ein besonderer Mensch. Sein Leben ist beeindruckend, einzigartig und es endet tragisch. Wir feiern ab heute den letzten Teil seines Lebensweges. Wir gehen ihn mit und beginnen heute mit dem feierlichen Einzug Jesu in Jerusalem. Heute und in den Tagen der Karwoche spielen wir nicht den Leidensweg Jesu nach, sondern wir machen deutlich: Es ist auch unser Weg, ein Weg mit Jesus Christus auf den Tod zu, an dessen Ende wir die Auferstehung erhoffen.

Nach altem Brauch segnen wir an diesem Tag die Palmzweige, die wir nach dem Gottesdienst mit nach Hause nehmen um damit die Kreuze unserer Wohnungen zu schmücken.

21. April, Gründonnerstag

Dieser Tag erinnert an das Letzte Mahl Jesu und seiner Jünger am Abend vor seinem Tod. Die Freunde Jesu wussten damals in Jerusalem noch nicht, dass ihr Herr am nächsten Tag am Kreuz sterben würde und dass es das letzte gemeinsame Mahl mit Jesus war. Im Evangelium hören wir wie Jesus den Jüngern die Füße wäscht. Ihre Verwunderung darüber ist allzu verständlich. Ein Gastgeber, der seinen Gästen die Füße wäscht! Das ist doch allerhand! Vornehme Leute würden das ihre Dienstboten machen lassen. Wenn überhaupt ... Aber Jesus ist scheinbar nicht so vornehm. Er scheut sich nicht, den Jüngern zu zeigen, worauf es ankommt: Nämlich anderen in Liebe zu dienen, sogar - wenn man sich dafür klein machen muss. Nicht viel später macht er sich am Kreuz klein für die Fehler der Menschen. Erst von der Erfahrung des Karfreitags her haben die Jünger die Fußwaschung in etwa begriffen.

Sichtbares Zeichen für die liebende Hingabe Jesu am Kreuz wurden Brot und Wein. In der Lesung hören wir die Einsetzungsworte: "Das ist mein Leib" und "Das ist mein Blut". Machen wir uns heute neu bewusst welch großes Geschenk wir in jeder Eucharistiefeier empfangen, wenn wir die Hände öffnen und der Priester uns den Leib Christi reicht.

22. April, Karfreitag

Die Liturgie des Karfreitags ist keine Sterbeliturgie, sondern ein Fest des Lichtes und des Lebens. Wir können und dürfen Karfreitag feiern, weil wir fest daran glauben, dass Jesus den Tod besiegt hat und er für uns das Tor zum ewigen Leben ist. Daher sollen wir in stiller Bewunderung und in Dankbarkeit auf das Kreuz zu schauen. Jesus starb am Kreuz, weil er die Menschen lieb hat. Unter seinem Kreuz wollen wir auch aller Kreuze gedenken, die in unserer Weit aufgerichtet sind, die Menschen heute zu tragen haben.



Osternacht und Ostermorgen

Die Osternacht lädt Christen auf der ganze Erde ein, das Geheimnis der Auferstehung Jesu Christi zu feiern. Wenn wir diese Nacht als Nacht aller Nächte am Osterfeuer beginnen und die Osterkerze entzünden, dann können wir in diesem Zeichen dem nachspüren, was diese Nacht verheißt: Dem Sieg Jesu Christi über den Tod, der die begründete Hoffnung in sich birgt, dass er auch uns an diesem seinem Sieg über den Tod teilhaben lässt, weil er uns in der Taufe zu Kindern des Lichtes gemacht hat.

Frohe Ostern wünschen wir uns heute. Und als Christen freuen wir uns nicht nur über ein schönes Fest, ein gutes Essen und vielleicht über einen Ausflug: Der Grund unserer Freude ist die Auferstehung Jesu Christi von Toten, sein neues und unvergängliches Leben bei Gott. Denn daran haben auch wir Anteil; das Leben nach dem Tod ist auch uns zugesagt, wenn wir an ihn glauben. Nicht dass Leiden und sterbenmüssen uns erspart blieben – aber sie haben nicht das letzte Wort. Unsere Zukunft ist ein Leben, das uns auch der Tod nicht mehr entreißen kann.

Die Osteroktav (österliche Festwoche)

schließt sich an den Ostersonntag, in der jeder Wochentag wie der Ostertag selbst gefeiert wird, an. Der Ostermontag ist dabei ein staatlich geschützter Feiertag. Die Geschichte der Jünger auf dem Gang nach Emmaus (Lk 24, 13-35) ist das Evangelium des Tages. Die Evangelienstellen, die in der Osteroktav gelesen werden, haben alle die Begegnungen der Jünger Jesu mit dem Auferstandenen zum Inhalt. Diese Begegnungsgeschichten werden gleichsam als Beweis für das Ostergeschehen angeführt, so dass alle, die ihm begegnen, voller Freude jubeln dürfen: „ Der Herr ist auferstanden, ja er ist wahrhaft auferstanden!“


Firmfeier am Ostermontag

Am Ostermontag empfangen 42 Jugendliche aus dem Pfarrverband Reuland das Sakrament der Firmung durch unseren Bischof Aloys Jousten. Die Firmung vollendet die Taufgnade. Sie ist das Sakrament, das den Heiligen Geist verleiht, um uns in der Gotteskindschaft tiefer zu verwurzeln, uns fester in Christus einzugliedern, unsere Verbindung mit der Kirche zu stärken, uns mehr an ihrer Sendung zu beteiligen und uns zu helfen, in Wort und Tat für den christlichen Glauben Zeugnis zu geben. Taufe und Firmung gehören eng zusammen. Bei der sakramentalen Aufnahme Erwachsener in die Kirche werden Taufe und Firmung in einer Feier gespendet.

Mit dem Weißen Sonntag (1. Mai)

schließt die achttägige Osterfeier ab. Er hat seinen Namen von den weißen Taufkleidern, die in der Frühzeit der Kirche die neugetauften Mitchristen eine Woche lang trugen und am Sonntag nach Ostern wieder ablegten. Bis heute gehen in vielen Gemeinden die Erstkommunionkinder an diesem Sonntag zum ersten Mal zum Tisch des Herrn.



Mittwoch, 30. März 2011

Taufe – Berufung zum Mensch und Christsein


Die Taufe ist das Grunddatum eines jeden Christen. Hier macht Gott mit allen, die sich taufen lassen, einen Anfang und sagt: Du bist mein geliebter Sohn, du bist meine geliebte Tochter! In der Taufe geht es um eine grundsätzliche Ausrichtung des Lebens. Und weil das an uns – zumindest an den meisten von uns – als Baby geschah, gilt es, das Taufbekenntnis als Erwachsener immer wieder einzuholen, sich neu ins Bewusstsein zu rufen: Was bedeutet das Getauftsein auf den dreifaltigen Gott?

Zunächst kann dies Dankbarkeit in uns auslösen: Dankbarkeit darüber, dass Gott mich meint, dass Gott mich bei meinem Namen ruft, dass er mit mir eine einzigartige Beziehung eingehen will. Getauftsein ist somit ein Geschenk – die Theologen sagen: eine Gnade –, eine Gabe von Gott her.

Für uns Menschen ist das Getauftsein nicht nur eine Gabe, sondern auch eine Aufgabe; getauft werden hat Konsequenzen. Sehr drastisch bringt das der Täufer Johannes in seiner Predigt zum Ausdruck: Er verkündigte in der Gegend am Jordan Umkehr und Taufe zur Vergebung der Süden. Hier wird deutlich: Taufe und ein entsprechender Lebenstil gehören untrennbar zusammen. „Bringt Frucht hervor, die eure Umkehr zeigt.“ Und wir können ergänzen: Bringt Frucht hervor, lebt als Getaufte so, dass euer Getauftsein deutlich wird. Es geht schließlich um ein Pro und Contra, um ein Ja oder Nein, um das Widersagen oder Glauben.

Christsein, Getauftsein ist kein Selbstläufer. Als Getaufter habe ich kein automatisches Anrecht auf die Barmherzigkeit Gottes. Dies mahnt Johannes auch an, wenn er sagt: „Meint nicht, ihr könntet sagen: Wir haben ja Abraham zum Vater!“ Mit anderen Worten: Wir dürfen uns auch als Christen, als Getaufte und Berufene, nicht in einer falschen Selbstsicherheit wiegen. Es bedarf immer wieder der Umkehr und Erneuerung.

Als getaufter Christ geht es um eine letztgültige Entscheidung und Ausrichtung meines Lebens: Wozu stehe ich in guten und bösen Tagen? Wer oder was gibt meinem Leben letztlich Kraft, Halt und Sinn? Will ich mein Leben für Gott investieren, mich für meine Mitmenschen einsetzen? Meine Entscheidung ist da gefragt – im Kleinen wie im Großen. (Jens Maierhof)

Dienstag, 29. März 2011

Das Maß der Vergebung


Petrus trat an Jesus heran und sprach: Herr, wie oft soll ich meinem Bruder vergeben, der gegen mich sündigt? Bis siebenmal? Jesus antwortete ihm: Ich sage dir, nicht bis siebenmal, sondern bis siebzigmal-
siebenmal! (Mt 18,21-22)


Dass Menschen sich wieder miteinander versöhnen oder einen Ausgleich untereinander erreichen, ist gar nicht so einfach. Wie oft kommt es vor, dass die Brücke zwischen Freunden, Nachbarn, Kollegen oder sogar Verwandten abgebrochen ist. Keinen einzigen Schritt will oder kann man mehr aufeinander zugehen: Ohnmacht – Kälte – Funkstille. Wie sehr muss da Jesu Aufforderung zur Vergebung ins Herz treffen, entdecken wir doch angesichts seines Gebotes zur Aussöhnung unsere eigene Schuld oder unseren Mangel.

Im biblisch-semitischen Denken verbindet sich die Zahl Sieben mit der Fülle. Sieben Tage machen eine volle Periode aus, sieben Planeten waren bekannt. Die heilige Zahl Sieben und das Wort „Fülle“ werden im Hebräischen sogar mit dem gleichen Begriff ausgedrückt. Wenn Petrus heute vorschlägt, als Antwort auf seine selbst eingebrachte Frage nach der Vergebung, siebenmal zu verzeihen, dann meint er, dass er schon einen perfekten Vergebungswillen hat Die Maßstäbe des Reiches Gottes aber sind andere. Jesu Antwort bezieht sich auf die Vollkommenheit göttlicher Vergebung. Gott ist bereit, uns vollkommen zu vergeben, auch wenn wir es nicht verdient haben. Aber wem verziehen wird, der soll selbst zum Menschen möglichst vollkommener Verzeihung werden. Es ist geradezu ein Beweis gelingender Nachfolge, von Herzen vergeben zu können.

Um die durch Jesus vorgelebte göttliche Barmherzigkeit immer wieder verinnerlichen zu können, beten wir Christen im Vaterunser: „Vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern.“ Nach dem Maß, mit dem wir vergeben, wird auch uns vergeben
werden

Montag, 28. März 2011

Johannes Paul II. wird am 1. Mai selig gesprochen

Vatikanstadt (KNA) Papst Benedikt XVI. hat seine große Freude über die am 1. Mai bevorstehende Seligsprechung von Johannes Paul II. (1978-2005) bekundet. «Alle, die ihn kannten, die ihn geschätzt und geliebt haben, freuen sich mit der Kirche über dieses Ereignis», sagte er am Sonntag unter dem Applaus von mehreren Zehntausend Menschen bei seinem Mittagsgebet auf dem Petersplatz. Benedikt XVI. selbst wird, abweichend von der vatikanischen Praxis, die Seligsprechungszeremonie für seinen Vorgänger im Vatikan leiten.

Das Seligsprechungsverfahren für den
polnischen Papst war am Freitag mit der Unterzeichnung des erforderlichen Wunderdekrets nach nur sechsjähriger Dauer abgeschlossen worden. Als Datum für die Seligsprechung sei mit Bedacht der 1. Mai gewählt worden, erklärte Benedikt XVI. Sie finde somit am ersten Sonntag nach Ostern statt, den Johannes Paul II. selbst zum «Sonntag der Barmherzigkeit» proklamiert hatte. Am Vorabend dieses Tages habe der Wojtyla-Papst sein irdisches Leben beendet, erinnerte Benedikt XVI.

Französische Ordensfrau bekräftigt: Wurde durch Wunder geheilt

Die französische Ordensfrau Marie Simon-Pierre hat ihre unerklärliche und spontane Heilung von der Parkinson-Krankheit abermals als ein Wunder bezeichnet, das auf Fürsprache des 2005 verstorbenen Papstes Johannes Paul II. erfolgt sei. Vor Journalisten sagte sie am Montagabend in Aix-en-Provence, sie habe im Juni 2005 in der Nacht, als die Heilung erfolgte, keinerlei Stimmen gehört, wohl aber in sich eine Kraft gespürt, die ihr unbekannt gewesen sei. Von diesem Moment an sei sie nicht mehr dieselbe Person gewesen, so die Ordensfrau. Sowohl das durch die Krankheit verursachte Zittern als auch die Muskelstarre seien von einem Moment auf den anderen verschwunden. Papst Benedikt XVI. hatte am Freitag die kirchliche Anerkennung einer unerklärlichen Heilung auf Fürbitte Karol Wojtylas unterzeichnet. Dabei ging es um den Fall der französischen Ordensfrau. Damit vollzog Benedikt XVI. den letzten Schritt für die Seligsprechung seines Vorgängers.

Umfrage: Eine Million Polen will zur Seligsprechung nach Rom

Bei Seligsprechung von Papst Johannes Paul II. muss sich Rom auf mehr als eine Million polnische Pilger einstellen. 3,5 Prozent der rund 38 Millionen Polen wollen laut einer am Samstag in Warschau veröffentlichten Umfrage an der Zeremonie am 1. Mai im Vatikan teilnehmen. 43,5 Prozent gaben bei Befragung im Auftrag des staatlichen polnischen Rundfunks an, die Feier im Fernsehen verfolgen zu wollen. Weitere 31 Prozent planen, an parallelen kirchlichen Feierlichkeiten in Polen teilnehmen. 16 Prozent erklärten, die Seligsprechungsfeier interessiere sie nicht, 6 Prozent machten keine Angaben. Die Bekanntgabe der Seligsprechung des aus Polen stammenden Johannes Paul II. war am Freitag in dessen Heimatland mit Freude aufgenommen worden. Die Polnische Bischofskonferenz dankte Papst Benedikt XVI. für seine Entscheidung in einem Brief, den sie am Freitagabend veröffentlichte.

Sonntag, 27. März 2011

Wort Gottes für den Tag, Montag, 28. März 2011.

In der heutigen Lesung aus dem Buch der Könige hören wir, wie ein Fremder durch die Hilfe des jüdischen Propheten Elischa von seinen Leiden geheilt wird. Der Syrer Naaman, ein Feldherr des Königs Aram: (Lies 2 Kön 5,1-18) Naaman, der Feldherr des Königs von Aram, galt viel bei seinem Herrn und war angesehen; denn durch ihn hatte der Herr den Aramäern den Sieg verliehen. Der Mann war tapfer, aber an Aussatz erkrankt. Nun hatten die Aramäer bei einem Streifzug ein junges Mädchen aus dem Land Israel verschleppt. Es war in den Dienst der Frau Naamans gekommen. Es sagte zu seiner Herrin: Wäre mein Herr doch bei dem Propheten in Samaria! Er würde seinen Aussatz heilen.

Der König von Aram antwortete: So geh doch hin; ich werde dir ein Schreiben an den König von Israel mitgeben. Naaman machte sich auf den Weg. Er nahm zehn Talente Silber, sechstausend Schekel Gold und zehn Festkleider mit und überbrachte dem König von Israel das Schreiben. Es hatte folgenden Inhalt: Wenn jetzt dieser Brief zu dir gelangt, so wisse: Ich habe meinen Knecht Naaman zu dir geschickt, damit du seinen Aussatz heilst.

Bei Nahaman wird auf einmal sogar das interessant, was sich die Frauen in der Küche
erzählen. Da ist ein Mädchen, das bei einem Feldzug aus Israel verschleppt und mitgenommen wurde, das jetzt bei seiner Frau als Dienstmagd arbeitet. Und dieses Mädchen meinte nur: „Wenn mein Herr in Israel wäre, wüsste ich wohl Rat. Da gibt es den Gottesmann Elischa. Der heilt im Namen unseres Gottes JHWE“.

Wir würden von einem Spezialisten zum anderen pilgern, vielleicht sogar heimlich zum einen oder anderen Quacksalber oder Hellseher gehen, um Heilung zu erfahren. Denn, wer würde angesichts des drohenden Todes nicht nach jedem Strohhalm greifen? Bei Naaman ist es nicht anders. Auf das Geschwätz dieses Mädchens hin, sehen wir ihn, bepackt mit Silber und Gold und einem Empfehlungsschreiben seines Königs auf diplomatischem Kurs in die Hauptstadt Samarias im Norden von Israel.

Als der König von Israel den Brief gelesen hatte, zerriss er seine Kleider und rief: Bin ich denn ein Gott, der töten und zum Leben erwecken kann? Er schickt einen Mann zu mir, damit ich ihn von seinem Aussatz heile. Merkt doch und seht, dass er nur Streit mit mir sucht. Hier kommt es zu einer Verwechslung: Das Mädchen hat nicht gesagt, geh zum König, sondern sie sagte, geh zum Gottesmann Elischa, der heilt im Namen unseres Gottes JHWE.
Ein Feldherr geht nicht zu einem Propheten, außerdem hat er noch nie von diesem Gott Jahwe gehört. Der große Feldherr meldet sich beim König. Der König von Israel liest das mitgebrachte Schreiben des Königs von Aram und ist entsetzt. Er sieht darin eine politische Provokation. Wie soll er denn Aussatz heilen können? Die tödliche Krankheit Naamans droht zu einem internationalen Konflikt zu werden. Das hört zum Glück der Prophet Elischa. Er lässt dem König ausrichten: Schick den Mann zu mir! Und schon bald steht Naaman und sein Gefolge vor dem Haus des Elischa.

Doch was ihm dort vom Propheten Elischa angeboten wird, entspricht nicht seinen
Vorstellungen, wie eine Heilung vor sich gehen müsste. Es werden weder ein hoher Preis noch eine Buße gefordert. Dies wäre nach seiner Meinung für die Heilung einer schweren Krankheit angemessen. Doch der Prophet Elischa legt ihm lediglich auf, sich siebenmal im Jordan zu waschen.

Naaman wurde zornig. Er ging weg und sagte: Sind nicht der Abana und der Parpar, die Flüsse von Damaskus, besser als alle Gewässer Israels? Kann ich nicht dort mich waschen, um rein zu werden? Voll Zorn wandte er sich ab und ging weg. Doch seine Diener traten an ihn heran und redeten ihm zu: Wenn der Prophet etwas Schweres von dir verlangt hätte, würdest du es tun; wie viel mehr jetzt, da er zu dir nur gesagt hat: Wasch dich und du wirst rein. So ging er also zum Jordan hinab und tauchte siebenmal unter, wie ihm der Gottesmann befohlen hatte. Da wurde sein Leib gesund wie der Leib eines Kindes und er war rein. Wir sehen hier: der Stolz des Menschen lässt ihn hochnäsig werden, da vergisst er für einige Minuten, dass er auf der Todesliste steht, denn seine Krankheit ist tödlich. Schon bricht er voll Zorn auf, um empört nach Hause zurück zu kehren, da gelingt es einem seiner Adjutanten, ihn zu beruhigen: Hätte der Prophet etwas Schweres von dir verlangt, dann hättest du es gemacht. Warum tust du es nicht, wenn der Prophet etwas Leichtes von dir verlangt? Und Naaman legt seine Rolle eines groß inszenierten, stolzen Verhaltens ab, macht sich klein, er taucht siebenmal in den unscheinbaren Jordan und wird geheilt.


Erst spät erkennt Naaman die Güte Gottes, die ihm durch den Propheten zuteil wird. Gott schreibt auf krummen Zeilen gerade. Eine einfache junge Frau, verschleppt in ein fremdes Land, legt Zeugnis ab für ihren Gott. Der Prophet Elischa weist den Fremden nicht ab und Gott erweist ihm seine Gnade. Er wird geheilt. Gott handelt nicht nach menschlichem Ermessen. Oft entspricht dieses Handeln ganz und gar nicht unseren Vorstellungen. Wir haben uns ein Bild gemacht, so soll, so muss etwas laufen. Wir sind gewohnt, selbstständig zu handeln und alles zu bekommen. Doch wir können nicht alles aus uns heraus machen. Wir sind auf Gott verwiesen.

Was lernen wir nun aus dieser schönen Geschichte? Mir wird erneut bewusst: Gott
handelt mitten in dem, was unser Leben bestimmt. Er geht mit uns unsere Wege, oft jahrelang, unbemerkt. Oft muss aber etwas in unser Leben einbrechen, damit wir uns neu aufmachen Gott zu suchen. Dadurch lässt er uns erkennen, dass wir mit unseren Wegen in eine Sackgasse geraten sind, dass wir nicht mehr weiter wissen. Unser geprägtes Verhalten bringt uns dann nicht mehr weiter, unsere eigenen Kräfte, das, worauf wir uns gestützt und verlassen haben, zeigt uns auf einmal unsere Ohnmacht.

Wenn wir unsere Schwäche, unsere Abhängigkeit als Geschöpfe vor Gott dann nicht verdrängen, sondern anerkennen, dann kann Gott mitten in unserer Schwachheit als Gott des Lebens wirken. Er kann Großes an uns vollbringen. Denn gerade mitten in unserer Schwäche will Gott sich uns zeigen, als der Gott, der Heil für uns erwirkt. Vertrauen wir uns ihm an. Er wird uns auf unseren Weg führen – wohin er will.