Samstag, 14. Mai 2011

Gebet um geistliche Berufe, heute am 4. Ostersonntag

"Meine Schafe kennen meine Stimme; ich kenne sie, und sie folgen mir" (Joh 10,27). Darum geht es in einem Leben als Christ: sich auf die Stimme des Sohnes Gottes einzulassen, seinen Ruf zu hören und ihm zu folgen. Das gilt für alle, die getauft und gefirmt sind. Als Christen sind wir aufgerufen, auf Jesus zu hören, nach seiner Lehre zu handeln und seine Botschaft weiterzusagen. Jesus braucht Menschen, die für ihn verfügbar sind, durch die er wirken kann, die sich von ihm gebrauchen lassen; Freunde die sich, wie er, den Menschen zuwenden und ihnen Gott näherbringen, die sich bemühen die Welt in seinem Sinne zu gestalten.

Am heutigen Welttag der geistlichen Berufe denken wir besonders daran, dass es über diese Lebensaufgabe des einzelnen Christen hinaus Menschen geben muss, die aus ihrer Berufung zum Christ-Sein ihre Berufsaufgabe machen. Wir kennen alle das Gejammer, dass es immer weniger Menschen gibt, die zu einem Dienst in der Kirche bereit sind. Und dass die Priester immer älter und immer weniger werden, wissen wir auch - ebenso dass unsere Kirche auf den Dienst des Priesters angewiesen ist.

Aber die Art und die Zahl junger Menschen, die einen kirchlichen Dienst übernehmen ändert sich. Waren es früher ausschließlich Priester, so tun das jetzt Priester, Diakone und Laienhelferinnen und Helfer gemeinsam. Das kommt manchem von uns noch ungewohnt vor.
Alle sind gefordert, wenn es darum geht, die Stimme des Guten Hirten hörbar zu machen und auf die Stimme des guten Hirten zu hören. Wir brauchen das Gebet derer, die älter sind und nicht mehr so gut praktisch anpacken können. Wir brauchen das Lebenszeugnis von Männern und Frauen an ihrem Arbeitsplatz, im Alltag. Und wir brauchen Menschen, die sich darauf einlassen, einen geistlichen Beruf zu ergreifen.
Wir können Berufungen nicht einfach herstellen. Aber wir alle können dazu beitragen, ein Klima zu schaffen, in dem Berufungen wachsen und reifen können. Wir brauchen nur immer wieder zu versuchen, auf die Stimme des guten Hirten zu hören, seinem Wort Raum zu geben in unserem Leben und uns von ihm senden zu lassen.

Dienstag, 10. Mai 2011

Treffen der Alleinlebenden im Saal "Zur Brücke" in Lascheid

Alle Fotos: Ludwig Wirtzfeld

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Einmal im Jahr treffen sich die Alleinlebenden Frauen des Dekanats St. Vith-Süd zu einem gemütlichen Nachmittag. Die Organisation dieses Treffens liegt jeweils in Händen einer örtlichen Landfrauengruppe. Dieses Jahr waren es die Landfrauen aus Auel-Steffeshausen und aus der Pfarre Burg-Reuland, welche für die Organisation verantwortlich zeichneten. Etwa neunzig Frauen waren der Einladung gefolgt und durften ein kurzweiliges Programm genießen.


Anita Michaelis begrüßte die Anwesenden im Namen der Landfrauengruppen während Marie-Therése Kaut durch das Programm führte.

"Mehr als Teilen"

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Die Veranstaltung stand unter dem Motto "Mehr als Teilen", übrigens das Jahresmotto der Landfrauen. Sowohl Kaplan Hilger als auch Frau Gisela Cloodt, Regionalverantwortliche der Landfrauen, gingen in ihren Redebeiträgen auf dieses Thema ein.



Das Teilen hat eine große Bedeutung in unserem Glauben. So kennen wir alle die Fastenaktion „Miteinander Teilen“. Miteinander Teilen ist Eine-Welt-Aktion, an der sich katholische und evangelische Christen beteiligen. Sie sehen in der Kluft zwischen Nord und Süd, in der Existenznot von fast einer Milliarde Menschen eine tägliche Herausforderung.

Wenn wir Christen zusammen Eucharistie feiern, dann bricht der Priester das gesegnete Brot und teilt es aus. Das ist ein sehr wichtiges Zeichen, denn erst dann wenn wir teilen kommen wir Gott näher. Erst wenn wir unseren Reichtum teilen, kommen wir in Gottes Nähe. Mit diesem Reichtum ist nicht allein Brot oder Geld gemeint, sondern wir können vieles miteinander teilen.


Ein bekanntes Sprichwort sagt: Geteilte Freude ist doppelte Freude, geteilter Schmerz ist halber Schmerz. Und tatsächlich: Die Freude ist größer, wenn sich ein anderer mit mir freut und der Kummer wird weniger, wenn mir jemand zuhört und Trost schenkt.

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Teilen macht nicht arm, sondern reich ...


In keinem anderen Evangelium, wie in Matthäus 14, 13-21, wird wird uns so deutlich vor Augen geführt, dass wir durch das Teilen nicht ärmer werden, im Gegenteil:
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Wir sehen Jesus in einsamer Gegend. Viele Menschen sind ihm gefolgt. Es wird Abend. Frage der Jünger: "Wo sollen wir das Brot her holen, um all die Leute satt zu machen?" Es gibt aber da ein Kind, das hat fünf Brote und zwei Fiesche dabei ...

Jesus lässt sich die Brote und die Fische bringen. Er blickt zum Himmel und spricht den Lobpreis, bricht die Brote und gibt sie den Jüngern. Jesus, der den Menschen mit so viel Liebe begegnet, erfährt sich zunächst selber als Beschenkter. Mit offenen Händen lässt er sich von Gott, seinem Vater beschenken. Voll Vertrauen und Dankbarkeit lebt er ganz aus der Kraft seines Vaters. Und er gibt das weiter, was er empfangen hat. Die Jünger verteilen anschließend die Brote und die Fische – und es werden alle satt, und nicht nur das: Es bleibt sogar noch viel übrig.



Für mich ist diese Geschichte kein Zauberkunststück. Für mich eröffnet diese Geschichte eine neue Perspektive, nämlich: Wir sind alle von Gott Beschenkte. Und wenn wir uns dessen bewusst sind, dann können wir von der Kraft weitergeben, die wir empfangen haben. Wir können helfen, dass auch für andere neue Hoffnung entsteht, dass andere zu essen bekommen, manchmal im ganz direkten Sinne, manchmal im übertragenen Sinn. Wir können weiterschenken, weil wir selber Beschenkte sind.


--> Von fünf Broten und zwei Fischen werden 5000 Männer, dazu noch Frauen und Kinder satt. Diese wunderbare Brotvermehrung ist nicht das Ergebnis eines Lottogewinns. Diese wunderbare Brotvermehrung ist ein Zeichen für Gott, der uns in seiner Liebe mit so vielem beschenkt und unsere Hände füllt. Unser Dank für die erfahrenen Wohltaten Gottes sollen uns dazu verleiten das Empfangene zu teilen. Dadurch wächst bei uns Freude und wir erfahren: auch wenn wir teilen, werden wir nicht ärmer, sondern reicher, ja wenn wir teilen begegnen wir Gott in unserem Mitbruder und unserer Mitschwester.


Ein buntes Programm ließ keine Langeweile aufkommen, an diesem Nachmittag. Die Kinder des 2. Schuljahres der Paul-Gerardy-Schule aus Reuland gaben kleine Sketche zu Besten. Ebenso die Landfrauengruppen Auel-Steffeshausen und Burg Reuland.


Zum Ende gab es noch etwas für den Gaumen, so dass man sicherlich sagen kann: Ein gelunger Nachmittag, organisiert für die Alleinlebenden Frauen. Glückwunsch den Organisatorinnen!

Sonntag, 8. Mai 2011

Maria Maienkönigin

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Dieses Lied steht nicht im Stammteil des Gotteslobs, aber in unterschiedlichen Textfassungen in vielen Diözesananhängen. Hier eine davon:


Maien-Königin

Der Maimonat ist in besonderer Weise Maria als Königin im Himmel gewidmet. Diese ihre Würde spricht das Lied an.

König des Himmels ist Christus. Maria ist Königin im abgeleiteten Sinn, wie viele Bilder es richtig darstellen: Christus selbst krönt Maria im Himmel. Das ist keine kirchenamtliche Aussage, kein Dogma, sondem ein Bild der Frömmigkeit, eine poetische Ausdrucksweise.

Das letzte Gesätz des glorreichen Rosenkranzes heißt: “Der dich, 0 Jungfrau, im Himmel gekrönt hat”. Maria hat ihre Würde von ihrem Sohn Jesus Christus erhalten. Seinem Leben und Werk hatte sie sich zur Verfügung gestellt, daher erhält sie Anteil an der Königswürde ihres Sohnes. Es ist die Dankbarkeit des Sohnes für seine Mutter - und auch die Dankbarkeit von uns, die wir durch die Verdienste des Sohnes Gottes und die Fürbitte Marias Söhne und Töchter Gottes werden durfen. Denn wie Maria dürfen auch wir den “Siegespreis unserer himmlischen Berufung” (Phil 3,14) von Gott erwarten. So dürfen wir uns durch unsere Verehrung geistig der Krönung Marias anschließen.

Es grünt und blüht auf Erden

Der Monat Mai ist der Monat des Aufblühens, neues Leben ersteht und macht die Welt bunt und schön. Unsere Freude darüber befehlen wir Maria an. Man kann sagen: Das Grünen weist symbolisch auf das Erwähltwerden Marias hin, das Blühen auf ihre ständige Offenheit für Gottes Wirken an ihr; die Zier deutet hin auf ihre Verherrlichung bei ihrem Sohne.

Nicht nur die Natur grünt und blüht im Mai, im übertragenen Sinn “grünt und blüht” auch der Mensch. Der Mai ist auch der Monat der jungen Liebe, die wir Maria anbefehlen. Die Kostbarkeit der jungen Liebe wird nicht einfach hingenommen oder gar ignoriert, sondern geschätzt und gewürdigt.

Unser Lied würdigt den Maimonat als den Monat der Dichter und der Verliebten. Mit seinem Grün und seinen Blüten verweist er darauf, dass unser Leben wachsen und in Hoffnung aufblühen soll. Das Maiglöckchen steht als Symbol für die Reinheit Marias, und der Maibaum steht für die Hoffnung der Verliebten, er weist auf die reine Liebe hin, zu der Maria einlädt.

Gottes Garten

Aus der frohen Gestimmtheit, den Mai von Maria her als Zeit des Aufblühens des Lebens und der Liebe zu verstehen, erwächst die Bitte: Alles, was in der Natur und im Menschen aufblüht, moge eine “Himmelszier in Gottes Garten werden”. Der Garten Gottes ist der Himmel, er wirft seinen Glanz auf unseren irdischen Garten und lässt ihn zum Himmelsgarten emporwachsen. Der Garten auf Erden will gepflegt und behütet werden, damit er in Gottes Garten gelangen kann. Das aber ist ein Geschenk von oben; daher die Bitte: “Lass es eine Himmelszier in Gottes Garten werden”. Maria möge helfen, dass das, was in uns grünt und blüht, in den Garten Gottes kommt.

Die Hl. Schrift spricht öfter vom Garten, wo es um die Beziehung zwischen Gott und den Menschen geht. Der Garten ist ein abgeschlossener und gepflegter Bereich für Blumen, Pflanzen und Bäume. Der Garten Eden war das Paradies (vgl. Gen 3), wo Gott mit dem Menschen verkehrte. Dort verhielt sich der Mensch selbstherrlich und übersah Gott. So wurde der Mensch aus dem Garten Eden vertrieben. Mit Maria, der neuen Eva, die Himmelskönigin geworden ist, wird uns der Garten Eden wiedergeschenkt, durch Gottes Gnade und die Erlösung in Jesus Christus. Dafüir wird Maria uns als erste Zeugin vor Augen gestellt.

Die Welt, der irdische Garten, weist hin auf das Paradies, das verloren gegangen ist bzw. aus dem der Mensch durch seine Schuld vertrieben wurde. In Maria wird dieses Paradies wiedererlangt. So ist sie als Himmelskönigin die Königin des wiedergeschenkten Paradieses, der erwarteten und geschenkten heilen Zukunft, wo Leben grünt und blüht.