Samstag, 28. Mai 2011

Wort Gottes für den Tag, Sonntag, 29. Mai 2011.

Auch wenn ihr um der Gerechtigkeit willen leiden müsst, seid ihr selig zu preisen. Fürchtet euch nicht vor ihnen und lasst euch nicht erschrecken, sondern haltet in eurem Herzen Christus, den Herrn, heilig! Seid stets bereit, jedem Rede und Antwort zu stehen, der nach der Hoffnung fragt, die euch erfüllt; aber antwortet bescheiden und ehrfürchtig, denn ihr habt ein reines Gewissen.Dann werden die, die euch beschimpfen, weil ihr in (der Gemeinschaft mit) Christus ein rechtschaffenes Leben führt, sich wegen ihrer Verleumdungen schämen müssen.

Es ist besser, für gute Taten zu leiden, wenn es Gottes Wille ist, als für böse.

Denn auch Christus ist der Sünden wegen ein einziges Mal gestorben, er, der Gerechte, für die Ungerechten, um euch zu Gott hinzuführen; dem Fleisch nach wurde er getötet, dem Geist nach lebendig gemacht. (1 Petrus 3,14-18)


Der Verfasser des 1. Petrusbriefes richtet sich an Christen, die am Ende des 1. Jahrhunderts verstreut in einer nichtchristlichen Umwelt lebten. Diese wurden misstrauisch angesehen, verdächtigt und diskriminiert. In dieser Situation ermutigt der Briefschreiber seine Leser zu dem zu stehen, was für sie zum Lebensinhalt geworden ist: Der Glaube an Jesus Christus. Nicht aufgeregt und wichtigtuerisch sollen sie auftreten. Ganz gelassen können sie sein, weil sie sich nichts vorzuwerfen haben.

Eine Ermutigung und gleichzeitig ein Anspruch!


"Seid stets bereit, jedem Rede und Antwort zu stehen, der nach der Hoffnung fragt, die euch erfüllt!" Wir können uns gut vorstellen, dass das nicht so einfach gewesen ist. Es steckt ein hoher Anspruch hinter dieser Aufforderung, jedem Rede und Antwort zu stehen betreffend den Glauben. Manchmal spüren auch wir die Anforderung, wenn wir von unserer nichtchristlichen Umwelt auf unseren Glauben angesprochen werden. Da werden dann plötzlich Fragen gestellt: Warum heiratet ihr noch in der Kirche? Warum lauft ihr denn jeden Sonntag in die Kirche? Seid ihr so fromm? Was soll das? Ist Kirche nicht eher etwas für alte Leute? Nein, das wäre nichts für mich, wenn du das brauchst, na meinetwegen... Die Umwelt kommt dann häufig auch noch mit großen Ansprüchen daher. Sie hat hohe Erwartungen an diejenigen, die sich Christen nennen, meint sie müssten sich wie Heilige benehmen. Es wird erwartet, das sich der verkündigte Glaube mit dem gelebten Glauben deckt. Dagegen ist nichts zu sagen. Das ist verständlich. Und darum bemühen sich Christen ja auch immer wieder.
Christen sind auch nur Menschen ...

Aber ist es nicht auch ein bisschen einfach zu sagen: Ihr glaubt doch an Gott und an Jesus Christus, da müsst ihr doch wie Strahlemänner durch die Welt laufen. Wir müssen bedenken: Auch Christen müssen jeden Tag ihr Leben bestehen und da gibt es nicht nur zu lachen. Unser Glaube ist keine Maschine! Oben kommt der Glaube hinein, unten kommt der glückliche Mensch wieder heraus. So einfach ist das leider nicht. Gerade auch Glaubende wissen, welche Versuchungen sie zu bestehen haben, wie nahe Glaube und Anfechtung beieinander liegen, warum Gott manchmal so verborgen zu sein scheint. Und Glaubende wissen auch darum, dass sie immer wieder schuldig werden.
Hoffnung, die uns hält ...
Christlicher Glaube löst nicht alle Probleme auf dieser Welt. Christlicher Glaube kann aber eine Hoffnung lebendig halten, die Gott uns schenkt - in aller Not. Die Qualität der christlichen Hoffnung liegt darin, dass sie Mut und Geduld verleiht für die Gegenwart. Sie hilft uns Christen die Probleme der Gegenwart zu bestehen, indem wir auf den Herrn schauen, von dem wir ein besseres Morgen warten. Diese Hoffnung, deren Mitte in Christus liegt, hat die Kirche in der Verfolgung und Not durch die Zeiten getragen. Es ist eine Hoffnung, die Angst zerstört und Pessimismus in Optimismus verwandelt: Wenn ich auch vieles nicht verstehe, so darf ich darauf vertrauen, dass Gott meine Vergangenheit, meine Gegenwart und meine Zukunft in seinen Händen hält. Ich darf mich darauf verlassen, dass nichts mich von seiner Liebe trennen kann, dass ich im Leben und im Sterben in seiner Liebe geborgen bin.
Glaube ist Geschenk

Wenn ich über meinen Glauben nachdenke wird mir immer mehr deutlich: Das, was mich wirklich trägt, ist Geschenk. Ich kann mir meine Sicherheiten letzten Endes nicht erkaufen, nicht durch Leistung erwerben. Das, was meinem Leben Sinn verleiht, ist Geschenk, über das ich nicht verfügen kann. Diese Hoffnung aber ist zerbrechlich. Nicht, dass Gott uns im Stich ließe das nicht, aber wir Menschen brauchen immer wieder die Zusage: Du bist Gottes geliebtes Kind. Du bist wichtig. Dein Leben hat Sinn. Du bist nicht allein, selbst, wenn du dich manchmal so verlassen fühlst.

"Seid stets bereit, jedem Rede und Antwort zu stehen, der nach der Hoffnung fragt, die euch erfüllt!" Eine Ermutigung und ein Anspruch! Für mich ist es in erster Linie eine Ermutigung. Wenn unser Herz voll ist, brauchen wir keine Sorge mehr davor zu haben, was wir sagen sollen. Wir werden davon erzählen können, was uns erfüllt. Es geht dann nicht um das richtige Zitieren von Glaubenssätzen. Es geht um das, was uns im Innersten tröstet und stärkt. Genau das ist auch das, wonach andere Menschen fragen. Das ist das, was andere interessiert.


Seien wir also stets bereit, jedem Rede und Antwort zu stehen. Erfüllt von Gottes Geist wird uns einfallen was wir sagen sollen.

Donnerstag, 26. Mai 2011

Das ist mein Gebot: Liebt einander, so wie ich euch geliebt habe.

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Es gibt keine größere Liebe, als wenn einer sein Leben für seine Freunde hingibt. Ihr seid meine Freunde, wenn ihr tut, was ich euch auftrage. Ich nenne euch nicht mehr Knechte; denn der Knecht weiß nicht, was sein Herr tut. Vielmehr habe ich euch Freunde genannt; denn ich habe euch alles mitgeteilt, was ich von meinem Vater gehört habe. Nicht ihr habt mich erwählt, sondern ich habe euch erwählt und dazu bestimmt, dass ihr euch aufmacht und Frucht bringt und dass eure Frucht bleibt. Dann wird euch der Vater alles geben, um was ihr ihn in meinem Namen bittet. Dies trage ich euch auf: Liebt einander! (Joh 15,12-17)

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„Liebt einander, so wie ich euch geliebt habe“, das ist ein großartiger Auftrag für die Jünger damals und für uns Christen heute. Und es gibt wirklich keine größere Liebe, als wenn einer sein Leben für seine Freunde hingibt, wie es Jesus für uns getan hat.

Wir stehen in unserem alltäglichen Leben wahrscheinlich nie vor der Herausforderung, gleich unser ganzes Leben hingeben zu müssen. Das Wort Jesus kann für uns bedeuten, dass wir zumindest bereit sind, etwas von unserem Leben für andere herzugeben. Es geht nicht um egoistischen Rückzug in mein Wohlbefinden und meine Bequemlichkeit.

Das Leben hingeben, etwas von seinem Leben geben, kann heißen, anderen zu helfen, sich engagieren in einem Verein oder in der Pfarrgemeinde. Es kann heißen, dass ich offen bin für Kinder, denen ich als Eltern dann wahrlich viel von meiner Zeit, von meiner Kraft, von meinem Leben geben muss. Und wo ich gebe, empfange ich auch viel: Anerkennung, Gemeinschaft, ein sinnerfülltes Leben.

Wir sind wir gesandt, den Glauben zu bezeugen, weniger durch große Worte und spektakuläre Aktionen, als vielmehr durch unsere alltägliche Lebensweise, durch unseren Umgang mit den Menschen nach dem Wort Jesu: Liebt einander, wie ich euch geliebt habe.

Dienstag, 24. Mai 2011

Wort Gottes für den Tag, Mittwoch, 25. Mai 2011.

Als Jesus die vielen Menschen sah, hatte er Mitleid mit ihnen; denn sie waren müde und erschöpft wie Schafe, die keinen Hirten haben. Da sagte er zu seinen Jüngern: Die Ernte ist groß, aber es gibt nur wenig Arbeiter. Bittet also den Herrn der Ernte, Arbeiter für seine Ernte auszusenden.



Wer sich für die Medizin, für Krankheiten und Heilungsmethoden interessiert, der wird wissen, oder dem ist zumindest aufgefallen, dass in den letzten Jahren eine Tendenz festzustellen ist, hin zum Ganzheitlichen Heilen.

Unter ganzheitlicher Heilung versteht man das Bemühen des Arztes, einen Kranken nicht nur nach einzelnen Krankheitsbildern und Einzelbefunden zu behandeln, sondern man versucht den Gesamtzustand des Patienten zu erfassen und zu heilen. Anders ausgedrückt: In Ärztekreisen kommt man zunehmend zu der Erkenntnis, dass es nicht immer genügt ein einzelnes krankes Körperteil mit Medikamenten zu behandeln, sondern man versucht herauszufinden, ob nicht tiefer liegende Ursachen Schuld an der Erkrankung sind.

Ein einfaches Beispiel kann das vielleicht besser erklären: Wir kennen alle die Redewendung: “Das ist mir auf den Magen geschlagen“. Wenn jemand das sagt, dann meint er, es hat eine Situation gegeben, die hat mich derartig mitgenommen, dass ich Magenkrämpfe habe, obwohl der Magen an sich gar nicht krank ist. Es genügt nun nicht mit Medikamenten dagegen anzugehen, sondern eine Besserung der Situation wird erst dann eintreten, wenn das eigentliche Übel beseitigt ist.

Vor diesem Hintergrund bekommt der heutige Evangelientext einen unerwartet aktuellen Klang: “Als Jesus die vielen Menschen sah, hatte er Mitleid mit ihnen“, wird uns da gesagt und etwas weiter hören wir, wie er ihnen Vollmacht gibt alle Krankheiten und Leiden zu heilen und am Ende heißt es noch einmal: “geht und heilt Kranke, weckt Tote auf, macht Aussätzige rein“. Die Jünger sollen das weiterführen, was der Meister begonnen hat.

Ein wichtiger Bestandteil der Tätigkeit Jesu war eben, dass er Kranke heilte. Das Sakrament der Krankensalbung, das der Priester spendet, geht auf diese Tatsache zurück und ist noch heute ein Zeichen dafür, wie hautnah Gott den Menschen sein will.

Das kurze Gebet, das der Priester bei der Salbung spricht, macht wiederum sehr deutlich, was ich vorhin schon sagte: Wenn der Priester spricht “Der Herr schenke dir Linderung deiner Schmerzen und die Verzeihung deiner Sünden“ will er sagen: Heilung geht nicht nur den Körper an, sondern auch die Seele.


Diese innere Heilung, die Heilung der Seele ist manchmal ein langer und schmerzhafter Prozess. Da gilt es zuerst einmal sich selbst zu erkennen und anzunehmen. Ganzheitlich heil können wir Menschen nur werden wenn wir die wunden und dunklen Punkte unseres Lebens nicht verdrängen und verstecken. So wie der Arzt, kann auch Gott mich nur heilen, wenn ich offenlege, wo's weh tut.

Heilung durch Gott geht meist nicht im Schnellverfahren und auch nicht schmerzlos ab. Das neue Wissen heute, um die Zusammenhänge zwischen körperlichen und seelischen Leiden, kann uns dafür den Blick öffnen. Auch dort genügt es nicht auf die Schnelle ein Medikament zu verschreiben, sondern man sucht nach den tiefer liegenden Gründen.

Es besteht kein Zweifel, dass Jesus schon zu seiner Zeit diese Zusammenhänge erkannt hat. Machen auch wir uns diese Erkenntnisse immer mehr zu eigen dann kann uns das zu einem erfüllten und glücklichen Leben verhelfen.

Sonntag, 22. Mai 2011

Ein Leben im Dienst der Menschen Amazoniens

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Brasilien-Missionar Ludwig Kaut noch bis 19. Juni in Alster / Seit fast 30 Jahren schlägt sein Herz für die Kirche Brasiliens

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Von Lothar Klinges

Noch bis zum 19. Juni hält sich Missionsbruder Ludwig Kaut bei seinem Bruder Mathias und seiner Schwägerin Monika Rauw in seinem Heimatdorf Alster auf, ehe er dann wieder in seine neue Heimat, Brasilien, zurückkehrt, wo er seit 30 Jahren im Dienste der Einwohner des Amazonas-Gebietes steht. Es war im Jahr 1982, als er erstmals brasilianischen Boden betrat und dort seine Missionstätigkeit aufnahm.

Seit Januar 1980 wirken die Steyler Missionare, offiziell Gesellschaft des Göttlichen Wortes, im Gebiet des Amazonas. Ludwig Kaut stieß zwei Jahre später zu dieser Gemeinschaft hinzu. „Wir leben dort in einer einerseits höchst exotischen und andererseits extrem problematischen Umwelt“, beschreibt er sein Arbeitsfeld.

Regenwald

Das Amazonasgebiet ist die Region mit der niedrigsten Bevölkerungsdichte. Auf Zweidrittel des brasilianischen Territoriums leben nur sieben Prozent aller Brasilianer und die meisten der rund zweihundert indianischen Völker des lateinamerikanischen Landes. Heute sei die Vielfalt dieser Kulturen und Traditionen genauso bedroht wie der Artenreichtum im Pflanzen- und Tierreich, bedauert Ludwig Kaut. „Die Bundesregierung in Brasilia und die multinationalen Großkonzerne arbeiten gegen die Interessen der Einheimischen“, sagt der 57-jährige Missionar. Leider werde dieser Missstand von den Medien wenig beachtet. Die Katecheten versuchen zusammen mit den Steyler Missionaren auf die Gefahren hinzuweisen, welche die Zerstörung des Regenwaldes durch Roden und Abbrennen mit sich bringt.


Märtyrer

Amazonien hat im letzten Jahrhundert viele Märtyrer hervorgebracht, die wegen ihres Einsatzes für soziale Gerechtigkeit ihr Leben gelassen haben, wobei der Bundesstaat Para im Amazonasgebiet die traurige Liste der Gewaltverbrechen mit sozialem und politischem Hintergrund anführt.

Angesichts dieser sozialen Konfliktherde steht die Pastoralarbeit vor großen Herausforderungen, erklärt Ludwig Kaut. „Wir sind verpflichtet die Frohe Botschaft zu bezeugen, zu leben und zu verkünden.“ Dabei fühlt sich der Missionsbruder mit seinem Mitarbeitern den Indianervölkern sehr nahe und sucht den Dialog mit den Afro-Brasilianern (meist Nachkommen entflohener Sklaven), den Caboclos (Menschen, die in kleinen Dorfgemeinschaften entlang der unzähligen Flüsse wohnen) und den Migranten, die aus anderen Teilen des Landes (vor allem aus dem Nordosten und Süden Brasiliens) kommen.

Ein besonderes Anliegen ist ihm die Aus- und Fort-
bildung der Laien, „denn von ihrem Einsatz hängt die Lebendigkeit und Glaubens-
freude der Gemeinschaften ab.“ Sie treten ein für die Menschenrechte und sind deshalb vielfach in Gewerkschaften, Bürgerinitiativen, Sozialprojekten und in der Gemeindekatechese tätig. „Die Fortbildungskurse in unseren Pfarreien dienen dazu, immer wieder nach Wegen zu suchen, die zu mehr Gerechtigkeit und Frieden unter den Menschen führen.“

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Missionar Ludwig Kaut gibt zu, dass es manche Zweifel und Ungewissheiten gibt, „aber die Hoffnung und Zuversicht sind doch vorherrschend.“ Neben der missionarischen Bereitschaft sei vor allem „Bescheidenheit“ angesagt, „denn Gottes Wort hat in Brasilien schon vor der Kolonisierung Wurzeln gefasst.“ Er fühlt sich vor allem als „Mitgestalter dieser Geschichte, die uns immer wieder über unseren eigenen Horizont hinausführt.“ Besonders freut es ihn, dass zahlreiche engagierte Laien ihre vielfältigen und kreativen Ideen in Projekte einbringen. Solidarität, Inkulturation und Einsatzfreude seien die wesentlichen Charakterzüge der Menschen „seiner“ Ortskirche, die in diesem Sinne ausgesprochen „missionarisch“ handeln. Im Einsatz für Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung, durch Bibelarbeit, Kommunikation und Bewusstseinsbildung möchte Ludwig Kaut vor allem verstärkt Akzente im „prophetischen Dialog“ unter den Laien fördern, „damit unsere Welt als Gottes Schöpfung das gemeinsame Haus aller werden kann.“