Samstag, 18. Juni 2011

Gott ist Vater, Sohn und Heiliger Geist

Unzählige Male schon haben wir diesen dreifachen Namen Gottes gehört und gesprochen. Bei unserer Taufe wird er zum ersten Mal über uns ausgesprochen: „Ich taufe dich im Namen des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes“. Jeder Gottesdienst beginnt und endet mit diesen Worten.

Gott ist einer und zugleich dreifaltig. Im Laufe der Jahrhunderte wurde darüber tiefsinnig philosophiert. Der Dreifaltigkeitssonntag, den wir heute feiern, ist Einladung und Herausforderung, diese Kurzformel unseres Glaubens etwas näher zu beleuchten.
Fragten wir einen gläubigen Juden, wie sich die Juden Gott vorstellen, wären wir wahrscheinlich überrascht. Er wird uns sagen, das könne jeder Jude so halten, wie er wolle. Es gäbe keine jüdische Gotteslehre und auch keinen jüdischen Katechismus wie bei uns Christen. Jeder Jude könne über Gott denken, was er wolle. Es sei ja sowieso nicht möglich, Gott mit dem menschlichen Verstand zu erfassen und deshalb auch egal, was einzelne Menschen von ihm denken. Wichtig sei alleine sich an die Weisungen Gottes zu halten und ihn als den höchsten Herrn der Welt zu verehren. Dann sei man auf dem richtigen Weg, der Gott gefalle.

Die christlichen Theologen sind da weniger zurückhaltend, was das Geheimnis Gottes angeht. Sie wollen die „Wahrheit Gottes“, das Geheimnis Gottes möglichst exakt definieren und erklären. Doch - lässt sich die Wahrheit Gottes, das
Geheimnis Gottes wirklich mit dem Verstand erkennen und erklären? Von dem großen Kirchenlehrer Augustinus wird erzählt, er habe einmal Tage und Nächte über das Geheimnis der Dreifaltigkeit nachgedacht. Er kam aber zu keinem vernünftigen Ergebnis. Und so machte er ganz erschöpft eine Pause und ging am Meer spazieren. Da sieht er einen kleinen Jungen, wie er mit dem Sand am Strand spielt. Der Junge hat eine Grube in den Sand gebuddelt; in der rechten Hand hält er eine Muschel.

„Was hast du mit der Muschel vor?“ fragt Augustinus. Der Junge antwortet: „Ich will das Meer in meine Grube schöpfen.“ Augustinus lacht darüber; doch dann - so erzählt man - wird ihm auf einmal bewusst: Das ist doch genau seine Situation! Ist es nicht das Gleiche Unmögliche, wenn er meint, mit seinem begrenzten Verstand den unendlichen Gott erfassen zu können?
Und doch feiern wir in der katholischen Kirche heute das Fest der Hl. Dreifaltigkeit. Kann man so etwas überhaupt feiern - eine theologische Lehre, mit der die meisten Christen nicht viel anfangen können?

Wenn einer mich fragt, was wir heute in der Kirche feiern, dann würde ich ihm antworten: Wir feiern nichts mehr und nichts weniger als unseren Gott der für mich nicht irgend eine Philosophische Erkenntnis ist, sondern er ist wirksam in meinem Leben als mein Schöpfer und Herr. Zugleich ist er mein Bruder und Freund auf all meinen Wegen und als Hl. Geist erleuchtet, tröstet und ermutigt er mich.

Freitag, 17. Juni 2011

Gedanken zum Kirchweihfest

An diesem Wochenende feiern die Pfarren Aldringen und Dürler ihr Kirchweihfest. Unsere Vorfahren haben alles aufgeboten, um würdige Gotteshäuser zu schaffen. Aber nicht der Kunstwert macht die Kostbarkeit unserer Gotteshäuser aus, sondern was sie für uns bedeuten.

Denkmal

Unsere Kirche will zunächst ein Denkmal sein im ursprünglichen Sinn des Wortes: ein Mal zum Denken, zur Erinnerung.

Was soll durch das Gotteshaus wach bleiben in unserem Herzen? Nichts Geringeres als die Anwesenheit des unendlichen Gottes in der Endlichkeit unserer Geschichte und Zeit. Schon im Alten Testament hören wir das faszinierende Wort: “Macht mir ein Heiligtum! Dann werde ich in ihrer Mitte wohnen” (Ex 25,8). Das Johannesevangelium fasst die grundlegende Botschaft des Neuen Testamentes zusammen: “Das Wort ist Fleisch geworden und hat unter uns gewohnt” (Joh 1,14). Dieses Bauwerk erinnert uns an die Gegenwart Gottes in der Geschichte der Menschen.
Hier ist ein Haus, das uns Menschen auf Gott hin ausrichten will. Wir brauchen solche Orientierung, damit wir nicht verkümmern, damit wir nicht auf unser kleines Ich schrumpfen, damit wir vielmehr hineinwachsen in den Reichtum, den Gott uns gewährt, in das Umfassende unseres Lebens. Und jene Menschen, die den Weg zum Gotteshaus nicht mehr finden, verarmen; sie sind zu bedauern. Der russische Schriftsteller Solschenizyn schreibt einmal: “Das Läuten (vom Kirchturm) mahnte die Menschen, die kleinen Dinge ein wenig zu vergessen. Das Geläut sei ein Hinweis, unsere Stunden und Gedanken der Ewigkeit zu widmen. Die Kirche bewahrte so die Menschen, abzusinken auf vier Beine, also zu Tieren zu werden.”

Verheißung

Solange unsere Kirchen als steingewordene Glaubensbekenntnisse die Botschaft Gottes künden, so lange werden die Menschen, trotz aller Verweltlichung, nie ganz vergessen können, dass ein Gott ist, der sich um sie kümmert.
Doch das Gotteshaus ist nicht nur Denkmal an Gottes Heilshandeln in der Vergangenheit. Es trägt auch die Verheißung eines neuen Himmels und einer neuen Erde in sich. Die Verheißung, dass Gott unverhüllt unter uns wohnen wird, dass er alle Tränen von unseren Augen abwischen wird, dass kein Tod mehr sein wird, kein Leid und kein Schmerz, dass alles neu wird, der Himmel und die Erde (vgl. Offb 21,1-4). Deshalb hat man die Kirche nicht nur als Haus Gottes bezeichnet, sondern auch gerne als “Pforte des Himmels”. Besonders die Barockkünstler haben es verstanden, diesen Himmel in einzigartiger Weise bildhaft darzustellen.

Mitte der Gemeinde

Die Mitte unserer Kirche ist der Altar, der ja Christus versinnbildet. Hier wird das Heilshandeln Gottes, Christi Tod und seine Auferstehung, vergegenwärtigt. Hier wird die Verheißene Zukunft vorweggenommen im Mahl des Lammes. Hier erfährt der Mensch seine eigentliche Heimat: Der Altar ruft zur Zusammenkunft, er will das Gottesvolk sammeln. Der steinerne Bau weist darauf hin, dass die Getauften die auserlesenen, lebendigen Steine sind, aus denen das Reich Gottes erbaut wird (vgl.1 Petr 2,5). Die Sammlung um den Altar, um Christus in Gottesdienst und Gebet ist die erste und vornehmste Aufgabe einer christlichen Gemeinde.

Von dieser Mitte her erfährt sie dann zugleich ihre Sendung in die Welt hinein. Wie das Gotteshaus ins Land hineinragt, so darf unser Glaube nicht im Privaten stecken bleiben und in das
Innerste eingesperrt werden. Von dieser Mitte her werden wir immer neu gesandt in unseren Alltag und in die Welt von heute, damit wir Raum schaffen für Gott in uns und um uns, dass wir der Ordnung Gottes Geltung verschaffen, dass wir das Reich Gottes aufbauen helfen. Jede Eucharistie schließt mit der Aufforderung: “Gehet hin in Frieden” Geht, ihr seid gesandt in euren Alltag, in die Welt. Geht hin im Frieden und in der Freude Gottes, schafft Frieden, und bringt Freude!

Begreifen wir unser Gotteshaus wieder neu als Denkmal an Gott, als Verheißung unserer Vollendung und als Mitte unseres christlichen Lebens! Als Monument, das uns immer neu auf den Sinn und das Ziel unseres Lebens hinweist. Otto Schmid

Dienstag, 14. Juni 2011

Wort Gottes für den Tag, Mittwoch, 15. Juni 2011

Vom Spenden war gestern in der Lesung die Rede. Heute hören wir, dass Gott uns reich machen will, indem wir geben. Und er wird es umso mehr tun, je froher und großzügiger wir geben. Dessen ist sich Paulus ganz sicher. Geben soll aber aus Liebe geschehen und von Herzen kommen. Um sich darzustellen oder wichtig zu machen, sich darauf etwas einzubilden und Ansehen zu erhaschen, darum darf es nicht gehen.
Denkt daran: Wer kärglich sät, wird auch kärglich ernten; wer reichlich sät, wird reichlich ernten. Jeder gebe, wie er es sich in seinem Herzen vorgenommen hat, nicht verdrossen und nicht unter Zwang; denn Gott liebt einen fröhlichen Geber.

In seiner Macht kann Gott alle Gaben über euch ausschütten, sodass euch allezeit in allem alles Nötige ausreichend zur Verfügung steht und ihr noch genug habt, um allen Gutes zu tun, wie es in der Schrift heißt: Reichlich gibt er den Armen; seine Gerechtigkeit hat Bestand für immer.

Gott, der Samen gibt für die Aussaat und Brot zur Nahrung, wird auch euch das Saatgut geben und die Saat aufgehen lassen; er wird die Früchte eurer Gerechtigkeit wachsen lassen. In allem werdet ihr reich genug sein, um selbstlos schenken zu können; und wenn wir diese Gabe überbringen, wird sie Dank an Gott hervorrufen (2Kor 9,6-11).

Echtheit ist also gefragt. Auch bei uns. Mit dem Herzen glauben, leben, arbeiten, sorgen … Mit dem Herzen beten, wo und wie ist ganz egal. Mit dem Herzen auf die Mitmenschen schauen, auch wenn sie mich aufgeregt oder enttäuscht haben … Gönnen und sich den Neid sparen. Lieber klein und unbekannt und glaubwürdig, als ein Schauspiel aufführen.

Menschen, die uns kennen, begegnen und erleben, sind dankbar, wenn wir einfach für sie da sind, sie in unser Beten mit hinein nehmen und auch mal etwas für sie übrig haben. Ohne große Glocke, ohne Erwartung von Dankbarkeit, ohne später aufzurechnen. Herzlich eben …

Montag, 13. Juni 2011

Wort Gottes für den Tag, Dienstag, 14. Juni 2011.

Alle wollen an unser Geld. Diesen Eindruck haben wir wohl recht oft. Einmal gespendet – das löst in der Regel eine Flut von weiteren Bettelbriefen aus. „Leute, bin bin ich etwa ’ne Bank?“, so möchten wir manchmal fragen.

Doch wenn ich ehrlich bin: Viele dieser Anliegen sind berechtigt. Ich könnte auch oft helfen. Paulus bettelt in der heutigen Lesung bei den Korinthern. Er möchte, dass sie ihre Gabe als Werk der Liebe verstehen, einer Liebe, die um Geschwister weiß, die nicht einmal das Nötigste zum Leben haben:

Brüder, wir wollen euch jetzt von der Gnade erzählen, die Gott den Gemeinden Mazedoniens erwiesen hat.

Während sie durch große Not geprüft wurden, verwandelten sich ihre übergroße Freude und ihre tiefe Armut in den Reichtum ihres selbstlosen Gebens. Ich bezeuge,
dass sie nach Kräften und sogar über ihre Kräfte spendeten, ganz von sich aus, indem sie sich geradezu aufdrängten und uns um die Gunst baten, zur Hilfeleistung für die Heiligen beitragen zu dürfen. Und über unsere Erwartung hinaus haben sie sich eingesetzt, zunächst für den Herrn, aber auch für uns, wie es Gottes Wille war.
Daraufhin ermutigten wir Titus, dieses Liebeswerk, das er früher bei euch begonnen hatte, nun auch zu vollenden. Wie ihr aber an allem reich seid, an Glauben, Rede und Erkenntnis, an jedem Eifer und an der Liebe, die wir in euch begründet haben, so sollt ihr euch auch an diesem Liebeswerk mit reichlichen Spenden beteiligen. Ich meine das nicht als strenge Weisung, aber ich gebe euch Gelegenheit, angesichts des Eifers anderer auch eure Liebe als echt zu erweisen.

Denn ihr wisst, was Jesus Christus, unser Herr, in seiner Liebe getan hat: Er, der reich war, wurde euretwegen arm, um euch durch seine Armut reich zu machen. (2 Kor 8,1-9)

Unzählige Ausreden, ganz vernünftige sogar, kennen und finden wir, wenn es darum geht, das Geld in der eigenen Tasche zu lassen oder nur für sich und die „Eigenen“ zu verbrauchen.
Der Bettler verschafft sich ja sowieso wieder nur die nächste Flasche Alkohol, bei den Hilfswerken weiß man nicht, wie viel in der Verwaltung hängen bleibt und ob es die Bedürftigen wirklich erreicht. Die Bilder in den Medien, die Aufrufe in unseren Missionszeitschriften, das Betteln unserer Pfarrer für die eigene Gemeinde, stoßen meist auf den Eindruck: Da gibt es jemand, der mehr hat als wir selber, der mehr geben könnte, dem/der es nicht so weh tun würde wie mir …
Aber ob Liebe so denkt? Ob das Rechnen immer über die Sprache des Herzens siegen muss? Wir sind Weltmeister im Spenden, Gott sei Dank! Wir brauchen ja auch Spendenquittungen für die Steuererklärung, damit wieder etwas zurückfließt … Damit wir wieder Gutes tun können. Aber wir sitzen auch oft auf jedem Cent, erfinden Notszenarien für uns selber, flüchten in die Angst vor nicht ausreichender Altersversorgung. Alles gut und recht. Aber viele Menschen in unserer Welt leiden Not und brauchen dringend Hilfe, damit sie den heutigen Tag überleben. Eine strenge Weisung, dass wir helfen müssen, gibt uns Paulus nicht, aber an unsere Liebe appelliert er schon.
Vielleicht geben wir uns mal wieder einen Ruck ... Wenn wir unsere Gabe mit unserem Gebet begleiten, wird sie doppelt fruchten.

Sonntag, 12. Juni 2011

Vitus-Oktav vom 12. – 19. Juni 2011 in St. Vith

Die Vitusoktav, die in diesem Jahr schon zum 58. Mal stattfindet, möchte an den gleichnamigen Heiligen erinnern und setzt sich zum Ziel, diese besondere Woche zu einem intensiven Glaubenserlebnis werden zu lassen.
Start ist am Pfingstsonntag, 12. Juni. An diesem Tag steht das Sakrament der Firmung im Mittelpunkt.
Montag ist kein spezielles Programm vorgesehen.


Dienstag, 14. Juni: Betrachten wir das Sakrament der Ehe. Abends sind die Jubelpaare eingeladen ; Gottesdienst und anschließender Begegnungsabend mit Austausch.

Mittwoch, 15. Juni stehen die Kranken im Mittelpunkt; nachmittags Krankensalbung. An diesem Tag wird um 14.30 Uhr die Heilige Messe mit kranken Menschen gefeiert. Während des Gottesdienstes können die Anwesenden das Sakrament der Krankensalbung empfangen. Eine Krankensalbung findet zeitgleich im Krankenhaus statt. Diese Feier wird musikalisch vom Senioren-Singkreis begleitet und vom Belgischen Rundfung übertragen.

Donnerstag, 16. Juni schauen wir auf die Taufe.

Freitag, 17. Juni steht das Sakrament der Priesterweihe im Blickpunkt und
Samstag, 18. Juni das Sakrament der Buße.

Sonntag, dem 19. Juni am letzten Tag, betrachten wir das Sakrament der Eucharistie.

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Der heilige Vitus ist einer der 14 Nothelfer

Der jugendliche Märtyrer Vitus gehört als Schutzpatron und Nothelfer zu den beliebtesten Heiligen Europas. Er ist Landespatron von Sizilien, der Gebiete der alten Sachsen, d. h. von Westfalen und Niedersachsen, von Pommern, der Insel Rügen und von Böhmen. Über 1300 Orte besitzen den hl. Vitus als Haupt- oder Nebenpatron von Kirchen oder Kapellen, viele als namengebend für Dörfer und Städte, an 150 Orten werden Reliquien von ihm verehrt. Mit mindestens 34 Patronaten ragt er aus dem Kreis der einst hochverehrten Vierzehn Nothelfer heraus, angefangen als Schutzherr der Apotheker, Bierbrauer, Gehörlosen und Fallsüchtigen bis hin als solcher von Soldaten, Schauspielern und Winzern. Seit seiner Hinrichtung vor 1700 Jahren, vermutlich im Jahre 304/305 in Mazara del Valla an der Südwestküste Siziliens, ist sein Name bis heute trotz allen Wandels der kirchlichen und gesellschaftlichen Verhältnisse in lebendiger Erinnerung geblieben. Das erstaunt um so mehr, als über sein Leben außer der Tatsache, daß Vitus jung für Christus starb, kaum etwas historisch verbürgt ist.

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