Samstag, 25. Juni 2011

Kalenderblatt Sonntag, 26. Juni 2011



Donnerstag, 23. Juni 2011

Sein Name ist Johannes: 24. Juni, Hochfest Geburt Johannes des Täufers

Die Gestalt Johannes des Täufers berührt uns eigenartig. Jemand, der in der Wüste lebt, sich mit einem Kamelhaarmantel bekleidet und sich von Heuschrecken ernährt, kommt den Kindern, denen er in der Adventszeit begegnet, zumindest merkwürdig, wenn nicht sogar etwas gruselig vor.
Im Grund wissen wir nicht viel über ihn. Die Heilige Schrift berichtet nicht viel von ihm. Allerdings setzen sich eine Reihe von Schriftstellen mit seiner Person auseinander und zeigen, wie stark die Gestalt des Täufers die Menschen beschäftigt hat. Ausführlich wird im Lukasevangelium von seiner Geburt erzählt, aber gerade diese Texte sind stark geprägt durch die Absicht, Johannes als Vorläufer Jesu darzustellen. Sie sind geradezu parallel zu der Geburtsgeschichte Jesu redigiert. Dann hören wir von seinem Auftreten am Jordan, von seiner Predigt und davon, dass er Jesus tauft. Und es folgt noch die Erzählung von seinem Tod.

„Er muss wachsen, ich aber muss kleiner werden.“

Dieses Wort des Täufers aus dem Johannesevangelium hat viele Predigten über den letzten Propheten des Ersten Bundes geprägt. Das prägte die
Vorstellung einer Funktion des Johannes: der Vorläufer zu sein, der auf Jesus hinweist. Das ist sicherlich nicht falsch, aber es schmälerte die Bedeutung dieses Mannes.

Fragen wir uns deshalb nach der Bedeutung des Johannes, ohne ihn sofort nur in seiner Hinordnung auf Jesus zu sehen. Zunächst bleibt festzustellen: Dieser Johannes war auch im Judentum seiner Zeit eine außergewöhnliche Gestalt. Er gehört auf jeden Fall in die Reihe der Propheten. Er lässt sich nicht einfach den Mönchsgemeinden vom Toten Meer zuordnen, denn seine Taufe war keine rituelle Reinigung, sondern eine Taufe zur Umkehr. Auf jeden Fall gehört er zum Judentum, seine Gerichtspredigt enthält einen neuen Aspekt: Sie sagt nicht den bevorstehenden Untergang an, sondern sie lässt die Chance, durch Umkehr diesem zu entgehen. Seine Taufe ist etwas Besonderes. Sie ist nicht rituelle oder kultische Reinigung, sie enthält schon Aspekte eines Sakramentes, eines Zeichens, durch welches religiös etwas geschieht.

In seiner Kleidung und Nahrung nimmt er die Tradition der Wüstenwanderung Israels auf, er kleidet sich und ernährt sich wie ein Beduine. Und so gehört Johannes
voll und ganz in die jüdische Tradition und erinnert uns an die jüdischen Wurzeln des Christentums. Jesus ließ sich von ihm taufen und zitiert ihn. Man darf deshalb annehmen, dass Jesus eine Zeitlang zu seinen Schülern gehörte. Und die junge Kirche übernimmt von ihm die Taufe als das Zeichen, das die Umkehr, den Neubeginn, die Religion des Neuen Weges besiegelt. Denn in den Evangelien finden wir nirgendwo einen taufenden Jesus. Man kann deshalb vorsichtig sagen: Am Ursprung der Kirche, die Sakramente spendet, steht Johannes mit seiner Taufe. So gesehen, ist Johannes nicht nur ein bedeutender Prophet, sondern das wichtige Bindeglied zwischen Altem und Neuen Bund, zwischen Judentum und Christentum. (Günther Nörthemann)

Mittwoch, 22. Juni 2011

Gelobt und gebenedeit sei das allerheiligste Sakrament des Altares

In vielen Gegenden des deutschsprachigen Raumes feiern die Katholiken heute das Hochfest des Leibes und Blutes Christi - das Fronleichnamsfest. Wo dies nicht der Fall ist, wie hier bei uns in Belgien, wird das Fest auf den kommenden Sonntag verlegt.
Was wir an Gründonnerstag im Kirchenraum feiern, das bekennen wir heute in aller Öffentlichkeit: Jesus Christus Iebt fort in seiner Kirche, wenn zu seinem Gedächtnis Brot und Wein geteilt wird. Brot und Wein weisen nicht auf Jesus hin! In Brot und Wein, in diesen Zeichen ist er, Christus, selber da. Er ist da, er ist uns Nahrung fürs Leben geworden. Dieses unfassbare Geheimnis feiern wir an diesem Tag.

Sakrament des Altares

Vom Tisch singt das Festlied des heutigen Festes „Deinem Heiland deinem Lehrer“: Hier heißt es: „… der Tag hat sich genaht, da der Herr zum Tisch der Gnaden uns zum ersten Mal geladen und dies Mahl gestiftet hat.“

Es ist für das Wesen einer Religion bezeichnend, dass ein Tisch in ihrem Mittelpunkt steht. Denn der Altar ist der Tisch des Herrn, an dem wir das Mahl halten, die Eucharistie. Er die Mitte der Versammlung, wie gern gesagt wird. „Der Altar ist … Opfer und Mahltisch, an dem der Priester dasselbe tut, was der Herr getan hat und was er den Jüngern zu seinem Gedächtnis zu tun aufgetragen hat.

Der jungen Christengemeinde diente zunächst ein einfacher Tisch als Altar; er wurde jeweils vor der Feier der Eucharistie aufgestellt. Erst im Laufe der Zeit wurde daraus ein feststehender Altar wie wir ihn heute kennen.

Der Altar - ein geheimnisvoller Ort

Auf dem Altar vollzieht sich die Wandlung von Brot und Wein zu Leib und Blut Christi. Diese Wandlung hat der Altar auch mit einem Esstisch gemeinsam. Ohne Verwandlung gibt es kein Essen, aber kein Essen bleibt auch ohne Verwandlung. Erst durch die Verarbeitung der Lebensmittel und ihre Umwandlung werden die Kräfte frei, die in den Nahrungsmitteln stecken. Und der Tisch, an dem gespeist wird, macht aus einem bloßen Essen eine Tischgemeinschaft.


Den empfangenen Segen hinaustragen

Aus dieser Mahlgemeinschaft sollen wir leben und gleichzeitig den Segen weitergeben, der von diesem Tisch ausgeht. Denn der Tag soll nicht damit enden, dass die Monstranz wieder im Tabernakel verschwindet. Vielmehr sollen wir selber Brot und Wein werden, um die Welt mit der Nahrung des Glaubens, unseres eigenen Glaubens, zu verwandeln. Darum gehen wir mit der Gabe dieses Tisches nach draußen, um der Welt diesen Segen zu spenden, der aus unserem Tisch, dem Altar kommt und um uns zu unserem Glauben zu bekennen.
Die Eucharistie ist für die Kirche und für jeden Christen lebenswichtig. In ihr schenkt sich Christus für uns als die Kraft des Lebens. Eine Kraft, damit wir selbst wieder geben und schenken können. Dieses Brot verwandelt die Welt, es ist Trost für die Kranken, Wegzehrung der Sterbenden, Hoffnung für die Verzweifelten.

Indem Jesus die heilige Eucharistie einsetzte hat er uns eine Möglichkeit geschaffen ihn mit auf unseren Lebensweg zu nehmen als Stärkung, darum dürfen wir ihn in jeder Eucharistiefeier empfangen. Heute nehmen wir ihn zusätzlich mit in der Monstranz, gehen entlang der Felder und Häuser, dass er sie und uns segne. Er, der von sich gesagt hat: “Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben“.

Montag, 20. Juni 2011

Wort Gottes für den Tag, Dienstag, 21. Juni 2011

Die Seligpreisungen ( Makarismen ) sind die Bezeichnung für einen bekannten Abschnitt der Bergpredigt im Matthäusevangelium (5,3-12). Sie sind eine Reihung von 8+1 Mal „Selig sind“, mit denen im Matthäusevangelium Jesus seine Bergpredigt programmatisch einleitet. Dabei wird verschiedenen Gruppen von Menschen, die zu den Benachteiligten der Gesellschaft gehören, die Teilnahme an der Gottesherrschaft versprochen:

Jesus sagte: Selig, die arm sind vor Gott; denn ihnen gehört das Himmelreich. Selig die Trauernden; denn sie werden getröstet werden.
Selig, die keine Gewalt anwenden; denn sie werden das Land erben.

Selig
, die hungern und dürsten nach der Gerechtigkeit; denn sie werden satt werden.
Selig die Barmherzigen; denn sie werden Erbarmen finden.
Selig
, die ein reines Herz haben; denn sie werden Gott schauen.

Selig
, die Frieden stiften; denn sie werden Söhne Gottes genannt werden.

Selig
, die um der Gerechtigkeit willen verfolgt werden; denn ihnen gehört das Himmelreich.

Selig
seid ihr, wenn ihr um meinetwillen beschimpft und verfolgt und auf alle mögliche Weise verleumdet werdet.
Freut euch und jubelt: Euer Lohn im Himmel wird groß sein. Denn so wurden schon vor euch die Propheten verfolgt. (Math 5,3-12)

In der Bergpredigt finden wir die zentralen Aussagen der Gottesreich-Verkündigung Jesu. Denn das war von Anfang an Ziel seiner Botschaft und seines Lebens. Die Welt zu verwandeln. Aus der Welt eine Welt zu machen, wie Gott sie am Anfang geschaffen
und gewollt hat. Im Gottesreich stehen die Barmherzigen, die Sanftmütigen und Friedensstifter im Mittelpunkt. Die Seligpreisungen sind ein Juwel des Matthäus-
evangelium. Hierin werden die kleinen Leute gefeiert, in deren Leben die Wahrheit des Evangeliums aufscheint: Die Armen, die Trauernden, die Benachteiligten, die Verfolgten und Missbrauchten.


Aber: Ist das nicht alles „zu schön, um wahr zu sein“? Ist die Forderung Jesu nur eine romantische Utopie? Muss nicht jeder und jede auch immer wieder an sich selbst denken, um im „Kampf des Alltags“ zu bestehen? Geht es in den Seligpreisungen nicht zu sehr um eine Vertröstung in ein besseres „Jenseits“, die uns das Hier und Jetzt der Welt vergessen lassen will?

Es geht nicht um ein Vertrösten auf das Jenseits,
sondern um eine bessere Welt.

Der Evangelist Matthäus gebraucht die Seligpreisungen Jesu, damit wir immer wieder vor Augen haben, was eigentlich von Gott her gewollt ist. Um das zu erfahren, müssen wir die erste Seite der Bibel aufschlagen. Nicht umsonst steht in der Bibel die Schöpfungsgeschichte ganz am Anfang. Dort wird ausdrücklich gesagt, nachdem die Erde mit Pflanzen und Tieren bevölkert war: „Und Gott sah alles an, was er gemacht hatte: es war sehr gut“.

Und „Gott sah, dass es gut war“ (Gen 1,18)

Die Erde war gut gelungen. Es herrschte eine Harmonie zwischen den Geschöpfen. Das änderte sich, als Gott den Menschen in diese Welt hineinsetzte. Der Mensch ist egoistisch veranlagt und Neid vergiftet sein Herz. Das zeigt sich in den zwei folgenden Erzählungen, wenn Adam und Eva von der verbotenen Frucht essen und Kain seinen Bruder Abel umbringt. Die Vision Gottes von einer Welt, wo Harmonie herrscht ist zerstört. Diese Vision sprechen die Seligpreisungen an.

Man behauptet immer wieder, das Christentum habe versagt, die Welt sei durch die Botschaft Jesu nicht anders geworden. Für Mahatma Ghandi war das ein Grund, nicht zum christlichen Glauben zu wechseln. Er stellt fest: Trotz Evangelium seit 2000 Jahren ist die Ungerechtigkeit geblieben und die Kriege sind noch schrecklicher geworden und die Reichen prassen weiter und die Zahl der Armen, die verhungern, wird immer größer. Hat also das Christentum versagt?


Nicht die christliche Botschaft hat versagt, sondern die Christen selber, die wir die Seligpreisungen zwar hören, uns aber nach den Seligpreisungen dieser Welt richten.

Die Seligpreisungen wollen uns Wege aufzeigen, die ursprünglich von Gott gewollte Welt neu zu verwirklichen.

Das Bekenntnis zu Gott ist demnach wichtiger als allgemeine Anerkennung und Wohlwollen. Der Einsatz für die anderen Menschen, das Engagement für Gerechtigkeit und Frieden ist entscheidender als persönlicher Erfolg. Der „Lohn“, der aus diesem Verhalten erwächst, ist ein anderer als ihn Geld und Ansehen zu geben vermögen. Wer barmherzig ist, bei dem ist die Wahrscheinlichkeit größer, dass auch andere sich seiner erbarmen. Wer um der Gerechtigkeit willen Nachteile in Kauf nimmt, dem „gehört das Himmelreich“ er ist wahrhaft ein „Kind des Himmels“, weil er den gerechten und liebenden Gott in unsere Welt hineinträgt.

Wichtig ist darum, dass wir den „Maßstab“, den uns die Seligpreisungen vorgeben, ernst nehmen. die Seligpreisungen Jesu könnten uns den Weg weisen in eine Welt, in der sich wahrhaft wohnen lässt. Wo dieser Weg versucht wir, entsteht eine neue Schöpfung.