Samstag, 6. August 2011

Weltjugendtag 2011 Madrid: Bisher 440.000 Anmeldungen

Aus Deutschland reisen rund 16.500 Jugendliche und junge Erwachsene zum katholischen Weltjugendtag (WJT) in Madrid. Das teilte der Vorsitzende der Pastoralkommission der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Franz-Josef Bode, am Donnerstag (14.07.2011) in Köln mit. Weltweit hätten sich bislang rund 440.000 Teilnehmer angemeldet, davon 285.000 aus Europa. Papst Benedikt XVI. nimmt ab dem 18.08.2011 an dem Großtreffen teil, das vom 16. bis 21.08.2011 stattfindet. Zudem werden nach Angaben des Vatikan 14.000 Priester und rund 750 Bischöfe aus aller Welt erwartet.

"Fest der Jugend"
Bode griff die Kritik des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) am Sponsoring des WJT durch Großkonzerne auf. Man könne sich nicht mit dem Thema Globalisierung befassen, ohne sich der Verstrickung in den Konsum bewusst zu werden, betonte Bode. Es gebe nicht nur eine Globalisierung des Glaubens, sondern auch die Globalisierung des Konsums. Die Weltjugendtage bezeichnete Bode als "Meilensteine der Jugendpastoral" und als "Feste der Jugend". Hier würden "Übungsfelder des Glaubens aufgetan". Jugendliche bräuchten Halt und Orientierung in einer unsicheren Welt, so Bode. Zugleich dürfe man der Jugend zutrauen, in Zeiten von Krieg und Terrorismus "ein Netzwerk des Glaubens und der Liebe zu entwickeln".

Wasserversorgung in der Hitze sichergestellt
Der Leiter der deutschen Delegation und Beauftragte für Jugendseelsorge der Bischofskonferenz, Markus Etscheid-Stams, sagte, die größte Altersgruppe aus Deutschland seien Jugendliche zwischen 16 und 25 Jahren. Wegen der zu erwartenden Hitze in Madrid werden Veranstaltungen vom Nachmittag auf den Abend verlegt. Eine umfassende Wasserversorgung sei sichergestellt. Die Gesamtkosten des WJT betragen nach Angaben der spanischen Veranstalter 55 bis 62 Millionen Euro. Der WJT werde den spanischen Haushalt jedoch nicht finanziell belasten. Durch Umsätze im Zusammenhang mit dem Großereignis könne die Wirtschaft des Landes vielmehr mit Gewinnen von 100 Millionen Euro rechnen.

Weltjugenttag kostet 50 Millionen

Madrids Politiker rütteln am Euro-Rettungsschirm, 100.000 unzufriedene Bürger protestierten auf den Straßen, vier von zehn junge Spanier sind arbeitslos: Auch vor diesem Hintergrund findet in Madrid der Weltjugendtag statt – der allerdings die Staatskasse nicht belasten soll: Die Kosten von etwa 50 Millionen Euro werden zu 70 Prozent von den Teilnehmern getragen; für den Rest kommen 100 Sponsoren auf.

Rucksack für jeden WJT-Besucher
Der Papst hat sein "Gepäck" bereits erhalten
Madrid. Ob er auch das Weltjugendtags-T-Shirt anzieht? Papst Benedikt XVI. hat nämlich seinen offiziellen WJT-Pilgerrucksack bereits erhalten – und in dem steckt das gelbe Shirt. Wie bei vorherigen Weltjugendtagen erhalten alle angemeldeten Teilnehmer einen Rucksack. Die gelben und roten Farben spiegeln die Nationalfarben Spaniens wieder. Auch der beigelegte Fächer ist ein Zeichen für die Kultur der Iberer. Außerdem finden sich noch ein Rosenkranz, das Pilgerbuch, der WJT-Führer und der "Youcat" (Katechismus für junge Erwachsene) im Gepäck. Ganz wichtig außerdem: die Dauerkarte für die öffentlichen Verkehrsmittel in Madrid und der Pilgerhut gegen die starke Sonne. Außerdem erhalten die angemeldeten Teilnehmer mit ihrem Pilgerpass Zugang zu kulturellen Veranstaltungen aus Anlass des Großereignisses, vorrangigen Einlass bei allen Hauptveranstaltungen des Weltjugendtags sowie eine Unfallversicherung, die den Aufenthalt beim WJT abdeckt.
Quelle: http://kirchensite.de/aktuelles/schwerpunktthema/wjt-2011-spanien

Freitag, 5. August 2011

6. August: Verklärung des Herrn

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Besondere Momente in unserem Leben, wie eine gute Begegnung mit einem Menschen oder eine außergewöhnliche Erfahrung, möchten wir festhalten. Sie sollen nicht vorüber gehen, denn sie sind beeindruckend und schön. Aus ihnen schöpfen wir die Kraft für den Alltag. Von einer solchen Erfahrung erzählt auch das heutige Evangelium am Festtag von der Verklärung des Herrn: Jesus erstrahlt in hellem Licht. Der Himmel öffnet sich und Gott spricht aus dem Himmel zu ihm. Eine ungewöhnliche und tief beeindruckende Erfahrung, die die Apostel machen dürfen. Sie soll nicht enden.

Jesus nahm Petrus, Jakobus und dessen Bruder Johannes beiseite und führte sie auf einen hohen Berg. Und er wurde vor ihren Augen verwandelt; sein Gesicht leuchtete wie die Sonne und seine Kleider wurden blendend weiß wie das Licht. Da erschienen plötzlich vor ihren Augen Mose und Elija und redeten mit Jesus. Und Petrus sagte zu ihm: Herr, es ist gut, dass wir hier sind. Wenn du willst, werde ich hier drei Hütten bauen, eine für dich, eine für Mose und eine für Elija. Noch während er redete, warf eine leuchtende Wolke ihren Schatten auf sie und aus der Wolke rief eine Stimme: Das ist mein geliebter Sohn, an dem ich Gefallen gefunden habe; auf ihn sollt ihr hören. Als die Jünger das hörten, bekamen sie große Angst und warfen sich mit dem Gesicht zu Boden. Da trat Jesus zu ihnen, fasste sie an und sagte: Steht auf, habt keine Angst! Und als sie aufblickten, sahen sie nur noch Jesus. Während sie den Berg hinabstiegen, gebot ihnen Jesus: Erzählt niemand von dem, was ihr gesehen habt, bis der Menschensohn von den Toten auferstanden ist. (Mt 17,1-9)

Die Jünger sind betroffen und traurig über die Ankündigung des Leidens und Sterbens Jesu. In der Verklärung des Herrn dürfen sie etwas von der Verborgenheit Gottes in seinem geliebten Sohn erahnen. Hier kündigt sich an, was Jesus später in seinem Paschamysterium zuteil wird. Jesus konfrontiert die Jünger mit harten Wahrheiten. Was sie zu hören bekommen, ist ganz anders, als sie es sich vorgestellt hatten. Während die Jünger einen Messias erwarteten, der als politischer Befreier auftritt und sein Reich aufbaut, spricht Jesus über Selbstverleugnung, Kreuz tragen, von Leiden, Sterben und Auferstehung.

In der Verklärung auf dem Berg Tabor nehmen sie an einem Ereignis teil, bei dem ihnen Hören und Sehen vergeht. Die Stimme aus dem Himmel offenbart Jesus als den geliebten Sohn des Vaters.

So gerne sie sich auch in dieser Stunde der Gottesbegegnung und Gottesgewissheit einrichten wollen, sie können es nicht. Es gilt den Blick nach vorne zu richten, sich an diese Stunde zu erinnern und sich ohne Angst dem Sohn anzuvertrauen, der für sie Worte
ewigen Lebens spricht.

Dieses Geschehen auf dem Berg Tabor sollte den Jüngern Kraft geben, das eigene Kreuz zu tragen und die Hoffnung auf die ewige Verklärung wach zu halten. Und das gilt auch für uns.

Donnerstag, 4. August 2011

Weihetag der Basilika Santa Maria Maggiore in Rom

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„Gott ruft sein Volk zusammen rings auf dem Erdenrund“ (GL 640,1) dieses Lied singen wir oft, wenn wir uns zum Gottesdienst versammeln. Dass wir Volk Gottes sind, dürfen wir heute auf besondere Weise erleben. Die Kirche erinnert sich heute, am 4. August, auf der ganzen Erde an den Weihetag der Basilika Santa Maria Maggiore in Rom. Das Besondere an dieser Kirche: Sie birgt ein kleines Stück der Krippe von Betlehem. Ob dieses Holzstück echt ist oder nicht: Viel entscheidender ist, dass durch Maria aus Nazaret Gottes Sohn Mensch geworden ist! Maria hat Ja gesagt zum Plan Gottes.


Die Basilika Santa Maria Maggiore erinnert jeden Besucher an dieses Geheimnis. Und heute will der Weihetag die ganze Welt daran erinnern: Gott hat durch Maria Großes gewirkt an uns. Unweigerlich sind unsere Gedanken deshalb heute auf Weihnachten gerichtet. Das passt aber irgendwie nicht in unser Denken hinein. Weihnachten – das ist Kerzenlicht, Schnee und schöne Lieder. Doch bei diesem Wetter sind wir so gar nicht in Weihnachtsstimmung. Aber vielleicht ist es gut so, weil wir spüren dürfen: Die Geburt Jesu ist mehr als nur schöne Gefühle, mehr als Schnee und Geschenke verteilen. Jesus ist nicht dazu Mensch geworden, dass wir ein trautes Familienfest mehr haben. Seine Geburt, sein Leben, Leiden und Sterben haben einen viel tieferen Sinn und Zweck.

Das klingt auch an, wenn Jesus die Jünger fragt: „Für wen haltet ihr mich?“ Und Petrus gibt die Antwort, die das Entscheidende aussagt: „Du bist der Messias, der Sohn des lebendigen Gottes!“ (Mt 16,16) Das ist das Wichtigste, was auch an diesem Fest im Vordergrund steht: Jesus, der durch Maria Mensch geworden ist, ist der wahre und einzige Sohn des lebendigen Gottes.

Dienstag, 2. August 2011

Urlaub - freie Tage zum Menschsein

In diesen Tagen kann man in Schulen und Büros, in Fabrikhallen und Werkstätten den erleichterten Seufzer hören: Na endlich, es ist soweit, endlich Urlaub, endlich Ferien! Druck und Stress vieler Arbeits- und Schulwochen hören auf, es beginnen die Tage und Wochen der Erholung, der Entspannung, die Möglichkeit neuer Erlebnisse und Erfahrungen, der Erweiterung und Vertiefung des Horizonts unseres Lebens in Reisen und Fahrten, in Wandern und Erleben der Natur.
Abspannen

Das erste wird für viele von uns das Ausruhen und Abschalten sein, das Ausschlafen und sich Entspannen. Denn die Anspannung ist ja unser tägliches, oft hart und trocken gewordenes Brot: Arbeit, Mühe und Sorgen. Das Gejagt werden rund um die Uhr die Pflicht ruft, die Termine wollen eingehalten werden, das Arbeitssoll muss erfüllt sein. Und selbst der, der schon im Ruhestand ist oder ohne Arbeit, auch er ist eingespannt und angespannt: Tempo und Leistung sie halten uns unter steter Kontrolle, sie sind die Peitschenhiebe unserer Zeit und Gesellschaft.
Mein Sohn, lass dich warnen!

Ein tröstliches Wort der Bibel, aufgeschrieben vor gut 2000Jahren, mag uns zur Besinnung Anlass sein. In den letzten Versen des Buches Kohelet lesen wir: ,,Mein
Sohn, lass dich warnen! Es nimmt kein Ende mit dem vielen Bücherschreiben, und das viele Studieren ermüdet den Leib!" (Koh 12,12) Dieses Wort scheint zunächst dem Schriftsteller ins Stammbuch geschrieben, und dies zu einer Zeit, da es noch keine Frankfurter Buchmesse gab, wo man seine literarischen Produkte nicht in den Schaufenstern bewundern konnte und nicht um Bestsellerlisten wettgeschrieben wurde. Aber die Versuchung, in der je eigenen Arbeitsweit aufzugehen, in eine Beschäftigungsmanie zu verfallen, keine Zeit mehr zu haben für Menschen und Dinge, diese Gefahren bedrohen uns alle. Die viele Arbeit ermüdet den Leib, sie macht uns stumpf und lässt den inneren und den innerlichen Menschen verkümmern. Wir werden Oberfläche und Ziellosigkeit - es fehlen Tiefe und Richtung unseres Lebens.
Zeit zur Selbstbestimmung und Selbstfindung

Das ist nun die große Chance dieser Tage und Wochen, dass wir wieder zu uns finden, dass wir selbst über unser Leben bestimmen. Die große Gefahr liegt in der Versuchung, sich auch in der Freizeit wieder fremd bestimmen zu lassen: von Programmen und Orten, von Menschen und Dingen, von Uhr und Auto. Der Urlaub gibt uns die Möglichkeit, über uns selbst zu bestimmen, frei zu werden von Belastungen und Zwängen.
Aufbruch zum Ziel unseres Lebens

Wer so wieder neu zu sich findet, der kann sich auch wieder dem Mitmenschen
zuwenden; wer sich freigibt, erfährt die von Gott geschenkte Würde des Menschsein, tiefer. Er wird dadurch auch offener für den Grund seines Lebens, der uns trägt und hält, den lebendigen Gott. Ich wünsche Ihnen und mir, dass wir ferien- und Urlaubstage verbringen können, die uns dem Schöpfungsmorgen wieder näher bringen und uns zugleich reifer machen für unsere Vollendung in Gott, dass wir im Unterwegssein innehalten, um das Ziel unserer großen Fahrt wieder klarer zu sehen und bewusster in Freude und Zuversicht darauf zuzugehen.

Sonntag, 31. Juli 2011

Heiligengedenktage und sonstige Tage im Monat August

Der August wurde nach dem ersten römischen Kaiser Octavian Augustus (= lat. "der Erhabene") benannt. Alte deutsche Namen: Ernting, Ährenmonat, Sichelmonat (die Zeit zum Ernten, Sammeln und Einmachen). Neben dem Erntemonat ist der Monat August auch noch ein Ferienmonat. In Belgien fangen die Kinder noch einen ganzen Monat Ferien vor sich und viele Arbeitnehmer die im benachbarten Luxemburg arbeiten bekommen ihren Jahresurlaub.Wir hoffen alle auf warmes, sonniges Wetter, denn der Monat Juli hat uns nicht gerade damit verwöhnt. Viele Bauernregeln beziehen sich auf den August, der trocken und warm sein sollte, damit die restliche Ernte von Feld und Garten eingebracht werden kann: „Die Nächte kühl, die Tage schwül, so wird's des Erntesegens viel“. Auch der folgende Spruch weiß davon, dass der August ein „Warmer“ sein muss: „August muss Hitze haben, sonst wird des Obstbaums Segen begraben.“

Der „Laurentiustg (10. August) ist vielerorts ein sogenannter „Lostag“. Das heißt, dass das Wetter längere Zeit beständig bleibt, wie es sich an diesem Tag zeigt. So weiß der Volksmund: „Laurentius heiter und gut einen schönen Herbst verheißen tut.“

Als Hundstage sind die Kalendertage vom 23. Juli bis zum 23. August definiert. Das
ist die Bezeichnung für eine Schönwetterperiode, die nach dem Hundsstern Sirius benannt wurde. Der Sirius geht Anfang August mit der Sonne auf und unter. Durch Kalenderreformen liegen diese Tage jetzt zwischen dem 29. Juni und dem 24. August. Die Sonne steht in dieser Zeit in der Nähe des Sirius, den man auch den Hundsstern nennt. Oft treten in dieser Zeit Hitzeperioden auf, der Sommer befindet sich sozusagen in seiner heißesten Phase.
Der August beschert uns in der Kirche eine Reihe Heiligen - Gedenktage.

Wir beginnen am 3. August und wir schauen auf den Apostel Thomas. Für alle Zeit wird er das Etikett "der ungläubige" tragen müssen, obwohl er doch zum felsenfesten
Osterglauben gefunden und ihn der Legende nach bis nach Indien getragen hat. Jedenfalls nennen sich die Christen in Kerala, deren Tradition bis in die Frühzeit der Kirche zurückreicht, bis heute "Thomaschristen". Thomas gestand sich und den anderen seine Zweifel ein. Aber er beließ es nicht dabei, sondern ließ sich von seinen Fragen umtreiben - und fand Aufnahme in der frisch bekehrten Gemeinde. Hier konnte er dann das erlösende "Mein Herr und mein Gott!" sprechen.

Am Tag danach, am 4. August, legt uns der
Heiligenkalender - wie ein Kontrastbild - den Pfarrer von Ars, Johannes Maria Vianney, ans Herz. Menschlich gesehen hatte man Grund zu glauben, dass er nie ein guter Seelsorger werden kann, aber er erweckte eine verwahrloste Pfarrei und ihre Umgebung zu ungeahntem geistlichem Leben. Er hat vorgelebt, dass selbst eine bis ins Mark verlotterte Kirche reformierbar ist - mit Gottes Kraft und unbeirrtem Glauben! Das macht uns Mut.

Am Dienstag, 9. August feiern wir das Fest der heiligen Edith Stein (1891-1942), Sr. Benedicta a Cruce. Als jüngste von sechs Kindern in Breslau in
eine jüdische Familie geboren, studierte sie in ihrer Heimatstadt Geschichte und Germanistik, dann Philosophie in Göttingen und Freiburg.Schon früh bezeichnete sich die hochbegabte Edith als Atheistin. Bei Edmund Husserl promovierte sie, wurde als Frau jedoch nicht zur Habilitation zugelassen. Von 1922-1933 arbeitete sie als Lehrerin und Dozentin. Ihre leidenschaftliche Suche nach Wahrheit konfrontierte sie auch mit religiösen Fragen. Durch die Schriften der Teresa von Avila fand sie zum Glauben und ließ sich 1922 taufen. Ab 1933 durfte sie nicht mehr als Lehrerin tätig sein. Sie folgte der Sehnsucht ihres Herzens und trat in den Kölner Karmel ein. 1935 legte sie ihre ersten Gelübde ab. 1938 zog sie in den Karmel im niederländischen Echt um. Nachdem die holländischen Bischöfe in einem Hirtenbrief die Verfolgung der Juden angeprangert hatten, wurde sie mit 244 katholischen Juden nach Auschwitz deportiert und dort am 9. August 1942 vergast. 1998 wurde sie heiliggesprochen und (zusammen mit Birgitta von Schweden und Teresa von Avila) zur Patronin Europas ernannt.

Heute sagt Jesus im Evangelium: "Wenn ihr nicht umkehrt und werdet wie die Kinder, könnt ihr nicht in das Himmelreich kommen" (Mt 18,3). Edith Stein ist diesen Weg der Umkehr zur "Einfalt des Kindes" gegangen.

Donnerstag, 11. August: Die Lesung zum Fest der heiligen Klara (1194-1253) sagt prägnant, was diese Frau bewegt hat, alles zu verlassen: "Ich sehe alles als Verlust an,
weil die Erkenntnis Christi Jesu, meines Herrn, alles übertrifft" (Phil 3,8).

Ihr Leben übt bis heute große Faszination aus. Sie war eine starke Persönlichkeit mit einer leidenschaftlichen Liebe zu Gott und einer unbeirrbaren Treue zum Armutsideal des
heiligen Franziskus, dem sie seit ihrem 18. Lebensjahr gefolgt ist. Sie hat als erste Frau eine Ordensregel für Frauen geschrieben, die erstaunlich demokratische Züge trägt und die Eigenverantwortlichkeit jeder Schwester betont. Viele Frauen in Europa hörten von ihrer Lebensweise und ließen sich zu derselben Lebensform inspirieren, darunter so glänzende Namen wie Agnes, die Prager Königstochter, oder Elisabeth, die Landgräfin von Thüringen. Fasziniert von ihr war auch Papst Innozenz IV., der sie kurz vor ihrem Tod kennengelernt hatte und schon beim Begräbnis heiligsprechen wollte. Klara war eine mutige Frau und lebte in schwierigen Situationen unbedingtes Gottvertrauen: Als 1420 die Sarazenen Assisi angriffen und im Jahr darauf das kaiserliche Heer die Stadt belagerte, setzte sie das Gebet entgegen - und beide Heere zogen ab.Am 12. August sagt das Evangelium: "Manche sind von Geburt an zur Ehe unfähig, manche sind von den Menschen dazu gemacht und manche haben sich selbst dazu gemacht. Wer das fassen kann, der fasse es" (Mt 19,12).
Der selige Karl Leisner
,
dessen wir am 12. August gedenken, hat Christus mit seinem ganzen Leben und seiner ganzen Liebe gedient. 1915 am Niederrhein geboren und aufgewachsen, machte er 1934 sein Abitur und trat dann ins Priesterseminar ein. In sein Tagebuch schrieb er: "Christus - du bist meine Leidenschaft!" Der Bischof von Münster machte ihn zum Diözesanjungscharführer. Nach seiner Weihe zum Diakon 1939 stellte man bei ihm Lungentuberkulose fest. Zur Ausheilung kam er in ein Sanatorium im Schwarzwald. Aufgrund einer beiläufigen Bemerkung zum Attentat auf Hitler wurde er dort angezeigt und verhaftet. Vom Freiburger Gefängnis ging es zunächst nach Mannheim, dann ins KZ Sachsenhausen und zuletzt nach Dachau, wo 1942 die Tuberkulose wieder aufbrach. Ein französischer Bischof, der in Dachau interniert war, weihte ihn zum Priester. Am Stephanustag 1944 feierte Karl Leisner seine erste und einzige heilige Messe. Er überlebte das KZ, wurde am 4. Mai 1945 befreit und kam ins Sanatorium Planegg bei München, wo er aber am 12. August 1945 starb. Am 23. Juni 1996 wurde er in Berlin seliggesprochen.15. August - Mariä Himmelfahrt “Hoffentlich geht das gut aus!”, das wünschen wir uns auch für unser ganzes Leben. Dabei geht es nicht nur um Beruf und Gesundheit. Es geht um vielmehr. Das zeigt uns das Fest, das wir heute begehen. Nämlich das Fest der Aufnahme Mariens in den Himmel, also bei Gott. Da ist ein Leben an sein Ziel gekommen, es ist gut ausgegangen.

In Maria wird uns ein Mensch vor Augen geführt, die alles gibt, nicht indem sie alles aus sich herausholt, sondern indem sie Gott in sich wirken lässt, ihn ganz und gar in ihr Leben hereinholt. Er macht etwas aus ihr, so dass sie bekennen kann:
Großes hat an mir getan der Mächtige! Siehe von nun an preisen mich selig alle Geschlechter!

Maria - der offene Mensch, wie das Lukas -Evangelium uns vor Augen führt. Sie nimmt das Wort Gottes an, indem sie
vertrauensvoll antwortet: An mir geschehe, wie Du gesagt hast. Wahrscheinlich hat sie auch gedacht: “Hoffentlich geht das gut”. Aber sie hat sich nicht bange machen lassen, sondern hat voll auf Gott vertraut. Durch diese Offenheit kann Gottes Wort in ihr Fleisch werden, Gestalt annehmen, Mensch werden. Mit diesem Auftrag, mit dieser Berufung macht sie sich auf den Weg in das Bergland von Judäa, auf den Pilgerweg ihres Lebens mit seinen Höhen und Tiefen bis hinein in die Nacht des Todes am Karfreitag. Indem sie ihr Lebensschicksal an das ihres Kindes bindet, hat sie auch Teil an seiner Auferstehung, an der Siegesfreude des Ostermorgens. Dadurch erfüllt sich an ihr, was ihr Elisabeth prophezeit: Selig ist die, die geglaubt hat, dass sich erfüllt, was der Herr ihr sagen ließ. Indem Maria vertrauensvoll den Schritt des Glaubens wagt kommt ihr Leben an ein gutes Ziel.

Die heilige Helena, deren wir am 18. August gedenken, ist eine sehr schillernden Gestalt. Auf jeden Fall hat sie dazu beigetragen, dass viele Bewohner des Römischen Reiches sich im Christentum willkommen fühlten. So trifft auf sie der Aufruf des heutigen Evangeliums zu: "Das Hochzeitsmahl ist vorbereitet ... Geht also hinaus auf die Straßen und ladet alle, die ihr trefft, zur Hochzeit ein." Wann und wo genau Helena geboren wurde, ist ungewiss. Fest steht, dass sie aus niederem Stand war und in einer nicht legitimen Ehe zur Gattin des römischen Kaisers Konstantinus I. und Mutter von Konstantin dem Großen wurde. Bevor ihr Mann zum römischen Kaiser gekrönt wurde, verstieß er sie und heiratete Theodora, die Stieftochter des Kaisers Maximinianus. Doch Helena verdrängte Theodora und sicherte ihrem Sohn den Kaiserthron. 312 ließ sie sich taufen und förderte in jeder Hinsicht das sich ausbreitende Christentum, das ihr Sohn 313 im Edikt von Mailand zur Staatsreligion machte. Im Alter von 70 Jahren reiste sie nach Palästina, um die heiligen Stätten ausfindig zu machen und würdig zu gestalten. Dabei soll sie auch das Kreuz Jesu gefunden und nach Rom gebracht haben.
Am 23. August gedenken wir der heiligen Rosa von Lima. Sie ist neben dem hl. Hilarius Kirchenpatron von Maspelt. Rosa wurde als drittes von elf Kindern eines einfachen spanischen Wachmannes in der peruanischen Hauptstadt Lima geboren. Mit 20 Jahren wird sie Dominikaner-Terziarin; ihr Vorbild ist Katharina von Siena, die ebenfalls im "Orden für Weltleute" lebte.

Sie führt ein strenges Büßerleben, um die Schandtaten ihrer spanischen Landsleute an den Indios zu sühnen, betet gerne und hilft gerne: nimmt Dienstboten und Sklaven, die ihre Herrschaften verstoßen hatten, auf, pflegt Kranke, ohne auf ihre Herkunft zu achten: Spanier, Indios, Schwarze, Weiße und Mischlinge. Immer wieder kritisiert sie das Verhalten der Spanier und wird dafür heftig angegriffen. Ein großes Verlangen erfüllt sie, die Botschaft Christi bis in die entfernsteten Gebiete zu tragen. Aber als Frau ist ihr dies damals nicht gestattet. Sie tadelt die Dominikaner, ihre Zeit mit spitzfindigen Disputen zu vertun, statt Tausenden das Evangelium zu verkünden. Und sie macht von Jugend auf mystische Erfahrungen, erlebt tiefe Gottverbundenheit, aber auch finstere Gottesferne.

Am 24. August 1617 stirbt sie mit 32 Jahren. Sechs Jahre später öffnet das von ihr gegründete, erste kontemplative Frauenkloster Südamerikas seine Pforten. 1671 wird Rosa heiliggesprochen und zur Patronin Lateinamerikas und der Philippinen erklärt.

Mittwoch, 24. August: Wir das Fest des Apostels Bartholomäus. Man vermutet, dass er mit Natanael gleichgesetzt werden kann, dessen Berufung das Johannesevangelium (Joh 1,45-50) erzählt. Natanael soll ein Schriftgelehrter oder zumindest Schüler eines Schriftgelehrten gewesen sein. In den Evangelien wird - außer seiner Wahl in die Gruppe der Zwölf - sonst nichts von ihm erzählt. Nach der Auferstehung, so berichtet die Überlieferung, habe Bartholomäus in Indien, Mesopotamien und Armenien das Evangelium verkündet, wo er das Martyrium erlitten habe. Kaiser Otto III. ließ seinen Leichnam nach Rom überführen und auf der Tiberinsel beisetzen.
28. August: Augustinus „Gott schreibt auch auf krummen Zeilen gerade“ - dieses bekannte Wort passt ganz besonders zum Tagesheiligen des 28. August. Obwohl durch seine Mutter Monika (Gedenktag 27. August) christlich erzogen, entfremdete er sich dem christlichen Glauben völlig, gehörte zur gnostischen Sekte der Manichäer, einer halbchristlichen Lehre, und suchte Karriere zu machen als Rhetorik-Professor in Mailand.

Nach langem inneren Kampf gab Augustinus, im Alter von 33 Jahren seinen Lehrstuhl der Rhetorik an der Schule von Mailand auf und zog sich im Herbst 386 auf das Landgut des Verecundus, eines Mailänder Kollegen bei Cassiciacum zurück. Dort verbrachte er in Gemeinschaft mit seiner Mutter und einigen Freunden mehrere Monate in fruchtbarer geistiger und seelischer Tätigkeit. Dort lernte er den Bischof Ambrosius kennen, dessen Predigten und Unterweisungen ihn so faszinierten, dass er sich in der Osternacht 387 zusammen mit seinem Sohn Adeodatus und seinem Freund Alypius taufen ließ.

Die Erfahrung des gemeinsamen Lebens mit gleichgesinnten Gottsuchern zu Cassiciacum hatte in ihm die Überzeugung geweckt, daß er berufen sei, in Gebet und Arbeit in klösterlicher Stille Christus zu dienen. Mit diesem Ziel vor Augen kehrte er nach Afrika zurück. Doch in Ostia starb seine Mutter. Dadurch verzögerte sich seine Heimkehr ein ganzes Jahr. Er verbrachte dieses Jahr in Rom sehr nutzbringend damit das Klosterleben in Rom kennen zu lernen . Nach seiner Ankunft in Thagaste gegen 388 gründete er mit einigen Freunden auf einem Besitz, den er von seinen Eltern geerbt hatte, eine Gemeinschaft von Laienmönchen. Von Thagaste aus verbreitete sich der Ruf seiner Frömmigkeit und Gelehrsamkeit.

Bei einem Besuch in Hippo Regius (Nordafrika) im Jahre 391 verlangte die dortige Christengemeinde einstimmig, dass er für ihre Geschäfts- und Hafenstadt zum Priester geweiht werde. Er empfing vom bejahrten Bischof Valerius die Priesterweihe und drei Jahre später die Bischofsweihe. Er war zunächst Hilfsbischof des Valerius, nach dessen Tod, wahrscheinlich im Jahre 396, wurde er Bischof von Hippo.

Als hoch verehrter Kirchenvater beeinflusst seine Lehre bis heute die Theologie des gesamten Westens.



Die Heiligen der Kirche sind „Leuchtende Vorbilder“ für uns. Lassen wir sie nicht in den Kirchen verstauben, sondern lassen wir uns inspirieren von ihrem Leben. Jede und jeder von ihnen hat auf seine Weise das Evangelium gelebt.







Die ausführliche Gottesdienstordnung
für den Monat August finden Sie
HIER.