Samstag, 27. August 2011

"Unser Kind soll es einmal besser haben"

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Von da an begann Jesus, seinen Jüngern zu erklären, er müsse nach Jerusalem gehen und von den Ältesten, den Hohenpriestern und den Schriftgelehrten vieles erleiden; er werde getötet werden, aber am dritten Tag werde er auferstehen. Da nahm ihn Petrus beiseite und machte ihm Vorwürfe; er sagte: Das soll Gott verhüten, Herr! Das darf nicht mit dir geschehen! Jesus aber wandte sich um und sagte zu Petrus: Weg mit dir, Satan, geh mir aus den Augen! Du willst mich zu Fall bringen; denn du hast nicht das im Sinn, was Gott will, sondern was die Menschen wollen. (Mt 16,21-23)

Im Evangelium hörten wir, dass Jesus seinen Jüngern von dem Schweren erzählt, das ihm bevorsteht. Gott schont auch seinen eigenen Sohn nicht. Er lässt auch Jesus das Schwere, das Kreuz tragen, das alle Menschen tragen müssen.
Ich möchte aus dem Leben eines Menschen erzählen. Ich nenne ihn Daniel. Daniel ist jetzt dreißig Jahre alt - und er ist ein Versager. Dabei hatte alles so gut angefangen. Seine Eltern hatten ihn abgöttisch lieb; er war so „ein süßer’Kleiner“. Die Eltern selbst hatten es in ihrer Kindheit nicht leicht gehabt. Darum sagten sie immer wieder: „Unser Daniel soll es besser haben!“ Jede Mühe nahmen sie ihm ab. Wenn Daniel einen Wunsch hatte, erfüllten sie ihm diesen Wunsch. Verzichten, das lernte Daniel nicht. Wenn es etwas zu tun gab, was Daniel selbst hätte tun können, taten es die Mutter oder der Vater für ihn. Wenn es neues Spielzeug gab: Daniel bekam es.
So ging das weiter. Daniel kam aus der Schule. Alles taten die Eltern für ihn. Durch die Beziehungen seines Vaters bekam er eine Stelle. Er leistete nichts, aber durch die Beziehungen seines Vaters verlor er die Stelle nicht. Er lernte nicht, sich zu helfen, mal einen Knopf anzunähen, mal eine Hose aufzubügeln, sich selbst mal ein Spiegelei in der Pfanne zu braten - oder Bratkartoffeln. Alles tat seine Mutter für ihn.
Obwohl Daniel einen „schönen Lenz schob“, ging es ihm nicht schlecht, denn seine Eltern taten ja alles für ihn. Aber nun war er dreißig. Seine Eltern waren krank geworden und konnten nicht mehr. Jetzt hätte er auf eigenen Füßen stehen müssen. Aber das konnte er nicht. Er hatte es ja nicht gelernt. Jetzt hätte er sich anstrengen müssen. Aber das hatte er ja nicht gelernt. Jetzt hätte er sein Geld selbst verdienen müssen. Aber das hatte er ja nicht gelernt. Jetzt hätte er selbst zum Arbeitsamt gehen müssen, selbst bei Betrieben um Arbeit fragen müssen. Aber das hatte er ja nicht gelernt.
Lebensuntüchtig war er geworden, der Daniel. Und warum? (- - nun -) Weil seine Eltern es gut mit ihm meinten, aber schlecht mit ihm machten. Er sollte es gut haben, er sollte es besser haben als sie. Aber jetzt hatte er es schlechter. Das gut gemeinte Wohlwollen seiner Eltern hatte ihn lebensuntüchtig gemacht.
Menschen mit Lebenserfahrung wissen um die Wahrheit dessen, was die Geschichte von Daniel berichtet. Sie will uns sagen: Es hätte Daniel gut getan sich selbst anzustrengen, um lebenstüchtig zu werde. Er hätte lernen müssen, zu verzichten, auch mal Schweres auf sich zu nehmen. Er hätte sich selbst „die Hacken ablaufen müssen, um eine Arbeit zu bekommen. Er hätte sich sein Taschengeld selbst verdienen sollen, usw. Vieles nicht so Angenehme, das im Augenblick schwerer gewesen wäre, hätte dem Daniel gut getan. Dann wäre er jetzt kein Versager. Dann wäre er jetzt nicht ratlos, weil er nicht weiß, was aus seinem Leben wird.
Wer einen Menschen lieb hat, der muss sich gut überlegen, was er diesem Menschen „Gutes“ tut. Manches Gute tut man, das in Wirklichkeit schadet. Wer einen Menschen wirklich gern hat, der mutet ihm auch Schweres zu, der lässt ihn manche Last auch wirklich tragen. Das ist eine Hilfe zum Gelingen des Lebens.
„Das soll Gott verhüten!“, so sagte Petrus vorwurfsvoll zu Jesus, als er seinen Freunden von seinem bevorstehenden Leidensweg nach Jerusalem erzählte. Habt ihr eigentlich einmal weiter gedacht, was denn geworden wäre, hätte sich Jesus von Petrus umstimmen lassen? Dann hätten wir keinen Grund, am Sonntag zusammen zu kommen und unsere Erlösung zu feiern.

Ich habe schon öfters von alten Menschen aus ihrem Leben erzählt bekom­men: „Diese und jene Entwicklung in meinem Leben oder in meinem Beruf - als sie damals vor der Tür stand, da habe ich mich furchtbar gegen sie gewehrt. Aber mit den Jahren habe ich gespürt, wie das Unerwartete, das zunächst von mir Abgelehnte, meinem Leben eine neue, eine gute Wendung gegeben hat.“
Hätten wir nicht alle so etwas zu erzählen? Ein Abschied, eine Trennung machte mich selbständiger, ein scheinbarer beruflicher Rückschlag ließ mei­ne Kräfte neu und größer werden, an einer Krankheit oder einem Schicksalsschlag bin ich gewachsen ... Was in ein Leben einschneidet, ist oft eine ungeahnte Hilfe. Es bringt oft mehr voran als das Leichte und Angenehme. Vielleicht können wir hinter ihm sogar die gute Hand Gottes entdecken, der mich führen will zu mehr Leben, zum Leben in Fülle.
Und so verstehen wir auch umso klarer einen Kernsatz aus dem heutigen Evangelium: »Wer sein Leben retten will, der wird es verlieren. Wer es aber um meinetwillen verliert, der wird es gewinnen für das ewige Leben.«
Unser Leben ist oft von schwierigen Wegstrecken gezeichnet. Sie bleiben keinem von uns erspart. Die Frage, warum Gott etwas zulässt, oder nicht zulässt ist nicht zu beantworten. Es gibt nur ein inneres Ringen. Es gibt nur das Vertrauen, dass bei Gott alles einen Sinn hat, auch wenn wir den im Augenblick nicht begreifen. Und es ist gut, dass es in diesen schwierigen Situationen Menschen gibt, die uns die Hand auf die Schulter legen und uns Mut machen und uns helfen durch dieses Unglück hindurch zu kommen damit wir trotzdem beten können: „Vater dein Wille geschehe“ oder wir beten vielleicht so: „Vater, hilf mir deinen Willen zu erkennen. Ich bitte nicht um eine kleinere Last, sondern um kräftigere Schultern.
Nach einer Vorlage von Heribert Arens, in: Der Prediger und Kathechet, Erich Wewel Verlag München, Heft 5/1987

Donnerstag, 25. August 2011

Wort Gottes für den Tag, Freitag, 26. August 2011.

Die Evangelien dieser Tage stehen ganz im Zeichen der Wachsamkeit. Das Gleichnis, von dem das heutige Evangelium berichtet, ist in diesem Zusammenhang das bekannteste. Es handelt von den klugen und törichten Jungfrauen.

Dann wird es mit dem Himmelreich sein wie mit zehn Jungfrauen, die ihre Lampen nahmen und dem Bräutigam entgegengingen. Fünf von ihnen waren töricht und fünf waren klug. Die törichten nahmen ihre Lampen mit, aber kein Öl, die klugen aber nahmen außer den Lampen noch Öl in Krügen mit.

Als nun der Bräutigam lange nicht kam, wurden sie alle müde und schliefen ein. Mitten in der Nacht aber hörte man plötzlich laute Rufe: Der Bräutigam kommt! Geht ihm entgegen! Da standen die Jungfrauen alle auf und machten ihre Lampen zurecht. Die törichten aber sagten zu den klugen: Gebt uns von eurem Öl, sonst gehen unsere Lampen aus. Die klugen erwiderten ihnen: Dann reicht es weder für uns noch für euch; geht doch zu den Händlern und kauft, was ihr braucht.
Während sie noch unterwegs waren, um das Öl zu kaufen, kam der Bräutigam; die Jungfrauen, die bereit waren, gingen mit ihm in den Hochzeitssaal und die Tür wurde zugeschlossen. Später kamen auch die anderen Jungfrauen und riefen: Herr, Herr, mach uns auf! Er aber antwortete ihnen: Amen, ich sage euch: Ich kenne euch nicht. Seid also wachsam! Denn ihr wisst weder den Tag noch die Stunde.

Wir alle wissen, wie überraschend der Tod für manche Menschen kommt. Glauben wir bloß nicht, dass es uns nicht so ergehen kann. Heutzutage hört man allerdings immer mehr Menschen, die sich freuen würden, wenn sie plötzlich sterben würden, um nicht leiden zu müssen, oder niemandem zur Last zu fallen. Das heutige Evangelium mahnt uns allerdings, Vorsorge zu treffen, damit wir nicht überrascht werden.
Das Evangelium mahnt uns - um das Bild des Evangeliums zu gebrauchen - Öl in der Lampe zu haben, wenn der Tag überraschend kommt. Das besonders bekannte Gleichnis von den klugen und törichten Jungfrauen, in dem Jesus ein festliches Hochzeitsmahl als Bild für das Himmelreich wählt, kann Anlass sein, über den Tod nachzudenken. Wie stellen wir uns unser Lebensende vor? Welches Bild haben wir vor Augen? Wie gehen wir damit um, dass der Tod manchmal plötzlich mitten in der Nacht kommt? Sind wir wirklich bereit, wenn der Ruf erschallt: “Der Bräutigam Kommt“?
Es hat einen eigenartigen Reiz, auf einem Friedhof entlang der Gräber zu gehen, die Namen zu lesen, an die bekannten und unbekannten Menschen zu denken die dort ihre letzte Ruhestädte gefunden haben. Die Stille dort ist wohltuend. Viele Friedhöfe haben einen alten Baumbestand, überall blühen Blumen und leuchten Lichter. Und wenn wir an dem Grab ankommen, mit dem unser Herz verbunden ist, verweilen wir dort.
Das Grab ist der Ort der Trauer. Hier dürfen wir traurig sein. Wir denken an den verstorbenen Menschen, den wir verloren haben. Was denkt ihr, was mit ihm geschehen ist? Wo ist er, der verstorbene geliebte Mensch? Habet ihr Hoffnung für euere Verstorbenen? Auf einem kleinen Friedhof sah ich ein Kreuz; auf dem Sockel ist eingraviert: “Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er stirbt“ (Joh 11,25).
“Ihr sollt nicht trauern wie die andern, die keine Hoffnung haben“, sagt der Apostel Paulus seiner Gemeinde in Tessalonich (1 Tess 4,12). Das ist echt paulinische Theologie. Kann Paulus euch damit trösten?
Die Gemeinde in Thessalonich sorgt sich um das Heil ihrer Verstorbenen. Die Menschen trauern ohne Hoffnung für ihre Toten. Sie stehen an den Gräbern und fürchten, dass die Entschlafenen die Ankunft des Herrn verpasst haben. Aber sie haben auch die Befürchtung, dass sie selbst bald sterben müssen und die Wiederkunft Jesu versäumen. Den eigenen Tod angesichts der Verfolgungen und Bedrängnis stets vor Augen! Das Heil aus den Augen! Von dem Kummer erfährt Paulus und antwortet mit einem trostreichen Brief: „Wenn Jesus - und das ist unser Glaube - gestorben und auferstanden ist, dann wird Gott durch Jesus auch die Verstorbenen zusammen mit ihm zur Herrlichkeit führen (1 Tess 4,14).“
Ich gehe in Gedanken wieder auf den Friedhof. Was hoffen wir, wenn wir am Grab unserer Verstorbenen stehen? Haben wir Hoffnung auf den Himmel? Was erwarten wir modernen Menschen für unsere Toten, für unser eigenes Ende? Neues Leben, wie es die Bibel verheißt? Unaufhörlich mahnt Paulus, die Hoffnung auf den Himmel nicht aufzugeben.

Mittwoch, 24. August 2011

Ludwig IX., der "Heilige"


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Im Festtagskalender der Kirche steht heute, am 25. August, der heilige Ludwig. Er wurde 1226 als Elfjähriger zum König von Frankreich gekrönt und regierte bis 1236 unter der Vormundschaft seiner Mutter, Königin Blanche von Kastilien. Ihr war es gelungen, politisch die Herrschaft ihres Kindes durchzusetzen. Von ihr hatte er seine Religiosität, bis ins Alter mischte sie sich in seine Privat- und Intimsphäre ein. Er heiratete Margarete von Provence und hatte elf Kinder.
Ludwig erwog mehrfach, dem Dritten Orden der Franziskaner beizutreten (Bettelorden), schließlich trat der dem Dritten Orden der Trinitarier bei; sein Privatleben glich mehr dem eines Ordensmannes als dem eines Königs, er war demütig und geduldig, ein liebevoller Vater, voller Zuneigung und Mitleid mit Armen und Kranken. Die Legende erzählt, wie er immer wieder von seiner Schüssel Essen austeilte. Frau und Kinder durften zur Fastenzeit weder Diadem noch Kränze tragen, er selbst kasteite sich und pflegte den Armen zur Osterzeit die Füße zu waschen. In der Armenpflege und im Spitalbau erwarb er sich Verdienste. Unter seiner Regentschaft wurde 1248 die Pariser Kirche "Notre Dame" geweiht.

Durch seinen Sieg über die Engländer 1242 und aufgrund seiner von England bis nach Byzanz - dem heutigen Ístanbul - beanspruchten Tätigkeit als Schiedsrichter in Konflikten steigerte Ludwig das Ansehen Frankreichs in Europa erheblich. Im Staat führte er bahnbrechende Reformen ein, verteidigte die Rechte des Staates gegenüber Machtansprüchen der Kirche und verurteilte kirchliche Missbräuche. Schon zu Lebzeiten als "ungekrönter Kaiser des Abendlandes" bezeichnet, war Ludwig eine große Persönlichkeit.

Ludwig unternahm zwei Kreuzzüge: Der erste, ab 1248, führte zur Eroberung von Damiette - dem heutigen Dumyat - in Ägypten und nach Palästina, wo er den dort bedrängten Kreuzfahrern half. Er endete aber mit seiner Gefangennahme und wunderbaren Errettung aus einem Schiffbruch 1250. Von diesem Kreuzzug soll er einen Nagel des Kreuzes Christi als Reliquie mitgebracht haben. Sein zweiter Kreuzzug nach Nordafrika 1270 führte noch zur Eroberung der alten Burg von Karthago - dem heutigen Vorort von Tunis in Tunesien bei Tunis -, dann vernichtete die Pest sein Heer, auch er selbst starb und ließ sich in Kreuzform auf Asche legen.

Ludwigs Überreste wurden nach St-Denis gebracht und dort bestattet, sein Herz wird in einer Urne im Dom von Monreale auf Sizilien aufbewahrt.
Über Neapel dehnte sich die Verehrung Ludwigs bald in ganz Italien aus, im 16. Jahrhundert erreichte sie Deutschland, dann Spanien. Die Jesuiten führen ihn in der Reihe ihrer Patrone auf. Die Kirchen der französischen Botschaften sind an allen Orten ihm geweiht. Papst Bonifazius VIII. sprach Ludwig schon 1297 heilig. Quelle: www.heiligenlexikon.de

Dienstag, 23. August 2011

Hopfen und Malz, Gott erhalt’s!

Kirche und Bierbrauen? Hildegard von Bingen verwies in ihrem Werk "Ursache und Heilung" mehrfach auf die heilende Wirkung von Bier und empfahl den gemäßigten Konsum als Medizin. Bier ist also schon im Mittelalter und auch in geistlichen Kreisen ein beliebtes und weit verbreitetes Produkt gewesen.

Um die Jahrtausendwende entdeckten Mönche das Bierbrauen für sich und nach einiger Zeit hatte sich die Qualität des Bieres von einer wässrigen Haferbräu zu einem vollmundigen Gerstensaft gemausert. Sie hatten nämlich festgestellt, dass Bier sich sehr gut als Nahrungszusatz eignete, vor allem zur Fastenzeit, wenn sie nur karge Mahlzeiten zu sich nahmen. So brauten sie zunächst Bier für den Eigenbedarf und waren ständig darauf bedacht die Rezeptur zu verbessern und verschiedene Sorten zu entwickeln, um Abwechslung und Genuss zu garantieren. Bier war für die Mönche also ein Nahrungsmittel und trug damals wie heute zur Aufwertung des alltäglichen Lebens bei.
In Deutschland gibt es noch recht viele Klosterbrauereien. Einige tragen nur ihre Wurzeln in Klöstern und sind durch den Säkularisierungsprozess Anfang des 19. Jahrhunderts verstaatlicht worden oder in private Hände gelangt. Andere sind nach wie vor fester Bestandteil eines Klosters. Eines haben aber alle Brauereien gemeinsam: Den Wunsch, die alte klösterlichen Brautraditionen zu bewahren, denn das Bier war schon im Mittelalter von hervorragender Qualität. Quelle: www.liborius.de
Hier eine kleine Auswahl einiger Klosterbauereien aus Deutschland:

Klosterbrauerei Ettal



Tradition: In diesem Jahr feiern die Ettaler Klosterbrauerei 400-jähriges Jubiläum. Zu diesem Anlass veranstalten die Brauereiinhaber auf dem Anwesen ein mehrtägiges Fest mit Musikbands, Spielen und Tänzen und jederzeit einem frisch gezapften Ettaler Klosterbier. Rechnungen früherer Zeiten belegen, dass bereits zu Anfang neben Bier auch Likör hergestellt wurde. Nach einer fast 100-jährigen Schließung des Klosters gelangte die Brauerei 1900 wieder in die Hände der Mönche, die sie bis zum heutigen Tag fortführen.
Das Bier: In der Brauerei werden fünf Biersorten traditionell nach bayrischem Reinheitsgebot hergestellt. Unter ihnen das „Ettal-Kloster-Edel Hell“, ein Bier, in dem sich die feinherbe Note des Hopfens mit einer angenehmen Süße vereint.
Die Liköre werden nach wie vor nach Rezepten der mittelalterlichen Klosterapotheken auf Kräuterbasis hergestellt. Der Ruf ihrer wohltuenden, heilenden Wirkung ist weit verbreitet.
Verkauf: Die Brauerei kann mit ihrer jährlichen Bierproduktion 24. 000 Fässer füllen. Die Brauerei schenkt ihr Bier nicht nur im eigenen Biergarten aus, sondern vertreibt es bei nationalen Verlegern und sogar bis in andere europäische Ländern wie Finnland, Frankreich und Italien.

Klosterbrauerei Andechs


Tradition: Die Klosterbrauerei Andechs wurde kurz nach der Entstehung der Benediktinerabtei im Jahr 1455 dem Anwesen hinzugefügt. Über Jahrhunderte führten die Mönche die Tradition der Bierbrauerei fort. Auf diese Weise bewahrt sich die ursprüngliche Form des Bierbrauens, allerdings kann von einem veralteten Betrieb nicht Rede sein: Erst kürzlich ersetzten sie das alte Brauhaus durch einen modernen Komplex, der über die modernsten Bierbrauverfahrens-
techniken verfügt.
Das Bier: Die Philosophie der Klosterbrauerei Andechs richtet sich allein auf die Qualität des Bieres. So wird die Einhaltung des Bayerischen Reinheitsgebots genauestens verfolgt.
Unter den sieben Biersorten gibt es Helles, Dunkles, und Weißbier. Als ein ganz besonderes Highlight gilt der „Andechser Doppelbock Dunkel“: ein starkes, süffiges Bier, das sich weltweiter Beliebtheit erfreut.
Verkauf: Jährlich werden an die 100.000 Hektoliter Bier produziert, von denen im „Brauerstübl“ des Klosters nur ein geringer Teil ausgeschenkt wird. Andechser Bier ist nicht nur deutschlandweit, sondern auch in weiteren europäischen Ländern erhältlich.
Internet: www.andechs.de

Klosterbrauerei Weltenburg



Tradition: Die Weltenburger Klosterbrauerei GmbH ist die älteste Brauerei der Welt. So um 1050 taucht sie zum ersten Mal in Dokumenten auf. In wunderschöner Lage, an den Ausläufen der fränkischen Jura im schmalen Flussbett der Donau, ist das Kloster mit seinem herrlichen Biergarten ein sehr beliebter Ausflugsort. Der Gerstensaft fließt durch eine Pipeline direkt aus den Lagerräumern der Brauerei in die Zapfhähne der Schenke.
Das Bier: Das Bier wird mit echtem Juraquellwasser und nach uralter Benediktinertradition gebraut. Das „Weltenburger Kloster Barock Dunkel“ liefert den Beweis für die erstklassige Bierqulität: Im Jahr 2008 erhält es auf dem World Beer Cup in San Diego die Goldmedaille in der Kategorie „Münchner Dunkelbier“.
Verkauf: Das Bier wird im Weltenburger Kloster gebraut und dann zum Abfüllen und für den Vertrieb in die Brauerei Bischofshof nach Regensburg transportiert.

Kreuzberger Klosterbier


Tradition: Im Jahr 1731 eröffnen die Franziskaner in ihrem Kloster auf dem Kreuzberg eine Brauerei. Schon damals pilgerten viele Menschen auf den Berg, um die Kirche zu besichtigen oder sich in der Klosterschänke niederzulassen. Bis 1920 schenkten die Wirte das Bier sogar kostenlos an die Pilger aus.
Das Bier: Das Wasser zur Herstellung des Bieres wird aus dem hauseigenen Brunnen aus 100 Meter Tiefe geholt. So enthält es wertvolle Mineralien, die dem Endprodukt seine besondere Note verleihen. In der Kreuzberger Brauerei werden vier verschiedene Biersorten gebraut: Helles, Dunkles und in den Sommermonaten auch Hefeweizen. Um die Weihnachtszeit gibt es dann einen ganz besonderen Höhepunkt: Der „Weihnachtsbock“ ist ein sehr starkes und würziges Starkbier, das dem „geübten Biertrinker“ vorbehalten bleibt.
Verkauf: Jährlich produziert die Brauerei 8500 Hektoliter. Einen Großteil davon konsumieren die Gäste der hauseigenen Schänke. Der Rest wird in Fässer abgefüllt und an Privatkunden verkauft.
Quelle und weitere Informationen: www.liborius.de

Montag, 22. August 2011

Gedenktag der hl. Rosa von Lima (1586–1617)


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Die heilige Rosa von Lima, geborene Isabel de Flores, im Jahr 1586 in Lima in Peru geboren, als „erste Blume der Heiligkeit in Südamerika“ bezeichnet, richtete ihr Leben ganz an Jesus aus. Sie kannte sowohl das Gefühl völliger Verlassenheit und der inneren Dürre, als auch von Zeiten der überschäumenden Freude und des Gefühls mystischen Vereint-Seins mit Jesus.

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Sie ist nicht nur Patronin Lateinamerikas, sondern auch des Landes Peru und dessen Hauptstadt Lima sowie von Westindien und den Philippinen. Sie war ungewöhnlich tapfer, genügsam, mystisch begabt und fromm. Häufig flehte sie in Gebeten zu Gott: „Herr, vermehre meine Leiden, aber auch meine Liebe“.

1606 schloss sich Rosa de Flores dem dritten Orden des heiligen Dominikus (um 1170–1221) an. Von da ab nannte sie sich „Rosa a Santa Maria“. Mit ihrer Arbeit am Webstuhl und als Gärtnerin trug sie zum Unterhalt ihrer Familie bei. Schon seit ihrer Kindheit betete sie dafür, dass das Wort Gottes dahin eile und die Welt erfülle. Besonders in Herz schloss sie den Franziskanermissionar Franziskus Solanus, der unter den Indios wirkte.
Als Terziarin des heiligen Dominikus hatte sich Rosa die heilige Katharina von Siena (um 1347–1380) zum Vorbild genommen, die wie sie Terziarin gewesen war. Sie baute im Garten ihres Elternhauses in Lima eine Bretterhütte, lebte darin, besuchte Arme und Kranke, gab sich dem Gebet hin, aß und schlief wenig.
Schwerste körperliche und seelische Schmerzen ertrug Rosa von Lima mit ungewöhnlicher Geduld. Wiederholt wurden ihr mystische Gnadenbeweise zuteil. Die bedeutende Mystikerin wies mutig auf die schädlichen Folgen der spanischen Eroberung hin und erntete damit heftige öffentliche Kritik. Durch ihr hartes Büßerleben wollte sie die Schandtaten ihrer spanischen Landsleute an den einheimischen Indios sühnen.
Weil es kein Kloster in Lima gab, in das sie gerne als richtige Nonne eingetreten wäre, beschloss Rosa, eines zu errichten. Unterstützung bei diesem Vorhaben erfuhr sie durch eine reiche Freundin, die Frau eines hohen Beamten.
Rosa von Lima starb am 24. August 1617 im Alter von nur 31 Jahren in Lima. Weil der Andrang der Menschen so groß war, die ihre Leiche noch einmal sehen wollten, musste die Beisetzung in der Dominikanerkirche zu Lima mehrfach verschoben werden. An ihrem Grab ereigneten sich immer wieder Wunder.
Das von Rosa herbeigesehnte Kloster öffnete erst 1623 seine Pforten. Papst Klemens X. (1590–1676) sprach sie 1671 heilig. Ihr Gedenktag ist der 23. August. In der Literatur wird Rosa von Lima als „Südamerikas erste Blüte der Heiligkeit“ bezeichnet.
Quelle: www.orden-online.de / Ernst Probst