Freitag, 21. Oktober 2011

EuGH-Urteil zur Stammzellenforschung: Die kommerzielle Nutzung des Körpers ist verboten



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Ein Patentverbot mit unklaren Folgen


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Kein Patent auf befruchtete Eizellen –
rechtlich handelt es sich bei ihnen bereits
um menschliche Embryonen .
 Der Europäische Gerichtshof hat entschieden, dass Verfahren nicht patentiert werden dürfen, bei denen Embryonen zerstört werden. Denn die kommerzielle Nutzung des Körpers ist verboten. 



Welche Folgen das Urteil für die Stammzellenforschung hat, ist ungewiss.

Von Katrin Brand, WDR-Hörfunkstudio Brüssel

Für Stammzellforscher Oliver Brüstle war es das Ergebnis, das er in seinen schlimmsten Träumen befürchtet hatte. "Ich bin sehr enttäuscht", sagte der sichtlich geschockte Endvierziger am Vormittag in Luxemburg. "Es ist ein sehr trauriges Signal für die vielen jungen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die sich diesem Bereich verschrieben haben."

Ganz anders äußerte sich Christopher Then. "Von einem schwarzen Tag für die Wissenschaft kann nicht die Rede sein", meinte der Gentechnik-Experte, der den Prozess für Greenpeace begleitet hatte. "Hier ist ja nicht Forschung verhindert worden, sondern hier ist der kommerziellen Nutzung menschlicher Embryonen der Riegel vorgeschoben worden."

Hintergrund

Embryonale Stammzellenforschung - Was ist das ? 


Die embryonale Stammzellforschung ist hoch umstritten. Ihre Gegner argumentieren mit der Menschenwürde, ihre Anhänger mit den vielfältigen Möglichkeiten der Zellen, durch deren Erforschung neue Therapien entwickelt werden könnten. Die Animation zeigt die Herstellung embryonaler Stammzellen.


 Sehen Sie eine Animation zur Erklärung. 




Körper darf nicht kommerziell verwertet werden


Tatsächlich folgte der Europäische Gerichtshof (EuGH) dem restriktiven Kurs, den sein Generalanwalt in seinem Gutachten schon vorgegeben hatte: Ein Verfahren, das die Zerstörung von Embryos nach sich zieht, kann nach europäischem Recht nicht patentiert werden. Denn eine Patentierung, darauf wiesen die Richter ausdrücklich hin, dient dazu, eine Erfindung kommerziell oder industriell zu nutzen. Der menschliche Körper aber darf nicht kommerziell verwertet werden, und zwar in allen Phasen seiner Entstehung und Entwicklung, so schreibt es die Biopatentrichtlinie der EU fest.

Konkret ging es in dem Verfahren um ein Patent, das der Bonner Stammzellforscher Oliver Brüstle schon vor mehr als zehn Jahren angemeldet hatte. Er will Nervenzellen aus menschlichen embryonalen Stammzellen gewinnen, um damit eines Tages Parkinson- oder Alzheimer-Kranke zu heilen. Das kann er aber als Wissenschaftler an der Hochschule nicht allein stemmen, dafür braucht er Partner in der Industrie. "Unternehmen werden nur dann in solche Bereiche gehen, wenn sie  in der Lage sind, ihre Erfindungen vor Kopierern zu schützen", sagte Brüstle in Luxemburg, "dazu braucht es Patente". Das bedeute, dass in Europa die Umsetzung von der Universität an die Unternehmen nicht stattfinden könne.



Ethisches Problem der Forscher

Die Kritiker der Stammzellforschung finden das gar nicht so bedauerlich. Um die begehrten Alleskönner-Zellen zu erhalten, braucht der Forscher nämlich wenige Tage alte menschliche Embryos, wie sie bei der künstlichen Befruchtung erzeugt werden. Bei der Entnahme der Zellen wird der Embryo zerstört. Einmal gewonnene Stammzellen lassen sich nahezu unbegrenzt vermehren. Dennoch: Das ethische Problem bleibe, meint zum Beispiel Greenpeace.

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EuGH-Urteil:  Ungeborenes menschliches Leben 

ist schützenswert





Die Umweltschützer brachten Brüstles Patent vor dem Bundespatentgericht zu Fall: Dieses schloss sich der Argumentation an, dass die kommerzielle Verwertung vom Embryos unethisch sei. Der daraufhin von Brüstle angerufene Europäische Gerichtshof folgte dem. "Offensichtlich will das Gericht hier auch eine Lenkungsfunktion haben", so interpretiert es Christopher Then für Greenpeace, "die Wissenschaftler sollen rausgehen aus den Bereichen, die ethisch besonders bedenklich sind". Und auf andere Weise Therapien und Forschung vorantreiben.


Tatsächlich wird an Verfahren geforscht, um Zellen erwachsener Menschen umzuprogrammieren. Aber, sagt Forscher Brüstle, embryonale Stammzellen seien nun mal der Gold-Standard. Er fürchtet, das heutige Urteil könne die ganze europäische biomedizinische Forschung umkrempeln. "Die Schäden sind weitaus höher für andere Mitgliedsstaaten", warnt er und verweist auf Großbritannien und Schweden, wo es bereits mehr als hundert Patente in Verbindung mit Stammzellen gibt. Auch Unternehmen seien betroffen.

Folgen sind noch nicht klar

Kein Patent auf befruchtete Eizellen - rechtlich handelt es sich bei ihnen bereits um menschliche Embryonen Welche Folgen das Urteil genau hat, müssen die Gerichte in den einzelnen EU-Staaten überprüfen. Tatsächlich lässt der EuGH den Ländern einigen Spielraum. So muss jedes EU-Land für sich entscheiden, welche Entwicklungsstufen des frühen menschlichen Lebens es konkret als Embryo bezeichnen will. Deutschland etwa hat die strengsten Embryonenschutzregeln, zum Beispiel wenn es um künstliche Befruchtung, Präimplantationsdiagnostik oder die Forschung geht.

Eine Ausnahme lassen die Luxemburger Richter zu: Soll mit dem Verfahren dem Embryo selbst geholfen werden, zum Beispiel bei einer Missbildung oder um seine Überlebenschancen zu verbessern, dann wäre eine Patentierung möglich. Quelle: http://www.tagesschau.de/ausland/stammzellen114.html 18.10.2011


Die deutschen Bischöfe begrüßen das Urteil des Europäischen Gerichtshofs zur Ablehnung der Patentierung von embryonaler Stammzellenforschung.

„Dieses Urteil freut mich außerordentlich. Es ist ein Erfolg für die Menschenwürde und ein deutliches Signal gegen den Machbarkeitswahn des Menschen.“ Das sagt der Augsburger Weihbischof Anton Losinger, der Mitglied im Deutschen Ethikrat ist. Der Richterspruch zeige, „dass die Würde des Menschen vom Beginn der Befruchtung an gilt“, so Losinger. „Das Urteil stärkt unsere Auffassung ‚Mensch von Anbeginn’. Vom Zeitpunkt der Befruchtung an kommt dem Embryo die Würde eines jeden Menschen zu.“ Gleichzeitig sei durch das Urteil „der Frage nach der Klonung eines Menschen zunächst ein weiterer Riegel vorgeschoben.“ Weiterhin positiv zu bewerten sei auch „die deutliche Absage an jede Form der Kommerzialisierung des Menschen“, die durch das Urteil klar werde. Denn die Frage nach der Patentierbarkeit menschlicher embryonaler Stammzellen habe „ihre Kommerzialisierung und wirtschaftliche Verwertung zum Ziel“. (pm)

Donnerstag, 20. Oktober 2011

Wort Gottes für den Tag 21. Oktober 2011

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 Jesus sagte zu den Leuten: Sobald ihr im Westen Wolken aufsteigen seht, sagt ihr: Es gibt Regen. Und es kommt so. Und wenn der Südwind weht, dann sagt ihr: Es wird heiß. Und es trifft ein. Ihr Heuchler! Das Aussehen der Erde und des Himmels könnt ihr deuten. Warum könnt ihr dann die Zeichen dieser Zeit nicht deuten? Warum findet ihr nicht schon von selbst das rechte Urteil?


Wenn du mit deinem Gegner vor Gericht gehst, bemüh dich noch auf dem Weg, dich mit ihm zu einigen. Sonst wird er dich vor den Richter schleppen und der Richter wird dich dem Gerichtsdiener übergeben, und der Gerichtsdiener wird dich ins Gefängnis werfen. Ich sage dir: Du kommst von dort nicht heraus, bis du auch den letzten Pfennig bezahlt hast. (Lk 12,54-59)



„Die Zeichen der Zeit erkennen“ – das ist ein geflügeltes Wort geworden; kaum jemand weiß, dass es ein biblisches Wort ist. Wer die Zeichen der Zeit erkennt, versteht Zusammenhänge, erkennt Entwicklungen und sieht, was wichtig für die Zukunft ist. Im Rückblick sagt sich leicht: Das konnte nicht gut gehen! Aber die Gegenwart zu deuten und an der Zukunft zu bauen, das ist tägliche Arbeit. Wir erleben heute manche ungute Entwicklung; den wunden Punkt zu erkennen und entsprechend zu handeln, das ist eine Herausforderung.

Was sind die Zeichen der Zeit? Im Hinblick auf die Person Jesu hatten die Menschen damals schon viele Zeichen gesehen: Kranke werden geheilt, Tote stehen auf, den Armen und Ausgestoßenen wird ihre Würde wieder gegeben. Er selbst bezieht schon zu Beginn seines öffentlichen Wirkens die Prophezeiung des Jesaja auf sich: „Heute hat das Schriftwort ... sich erfüllt.“ (Lk 4,21) Mit ihm hat das Reich Gottes begonnen und kann sich entfalten, wenn – ja, wenn die Menschen die Zeichen der Zeit erkennen und umkehren, um Jesus, seinem Wort und seinem Beispiel, zu folgen. 


Und heute: Nach wie vor ist das Reich Gottes nahe. Die Zeichen der Zeit aber geben Anlass zur Sorge: Die Umwelt ist in Gefahr, die Schere zwischen Arm und Reich geht weiter auseinander, die Würde des Menschen ist vielfach in Frage gestellt. Paulus bringt in der Lesung auf den Punkt, woran es fehlt: Nicht der Mensch ist das Maß aller Dinge, sondern „e i n Gott und Vater aller, der über allem und durch alles und in allem ist“. Welchen Platz geben wir Gott in unserer Welt und in unserem ganz persönlichen Leben?

Dienstag, 18. Oktober 2011

Papst Benedikt XVI. kündigt „Jahr des Glaubens“ an

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Zur Stärkung des Glaubens in den Ländern des Westens hat der Papst an diesem Sonntag ein „Jahr des Glaubens“ angekündigt. Benedikt XVI. beging im Petersdom eine Messe mit katholischen Kirchenvertretern aus aller Welt, die sich um eine Erneuerung des Glaubens bemühen – und zwar in Ländern, in denen das Christentum zwar Tradition hat, aber an Kraft verliert. Der Gottesdienst bildete den Abschluss einer internationalen Konferenz zum Thema im Vatikan, auf der sich Kurienvertreter sowie Mitglieder von über 30 nationalen Bischofskonferenzen und 115 Orden und christlichen Gemeinschaften über ihre Erfahrungen mit der Neuevangelisierung ausgetauscht hatten.

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Lesen Sie dazu einen Bericht, der vom Radio Vatikan über seinen Newsletter verbreitet wurde. Papst Benedikt XVI.: „Um der Verkündigung der ganzen Kirche einen erneuerten Impuls zu geben, dass sie die Menschen aus der Wüste, in der sie sich im Augenblick befinden, herauszuführt zum Ort des Lebens, der Freundschaft mit Christus, der uns das Leben in Fülle gibt, möchte ich in dieser eucharistischen Feier Folgendes bekannt geben: Ich habe entschieden, ein „Jahr des Glaubens“ zu verkünden, das ich in einem apostolischen Schreiben genauer erklären werde. Es wird am 11. Oktober 2012 beginnen, am 50. Jahrestag der Eröffnung des Zweiten Vatikanischen Konzils, und es wird am 24. November 2013, dem Christkönigsfest, enden. Es wird eine Zeit der Gnade und einer immer engeren Verbindung mit Gott sein, um unseren Glauben an ihn zu stärken und ihn mit Freude den Menschen unserer Zeit zu verkünden.“


Nach dem Paulusjahr im Jahr 2008/09 und dem Priesterjahr 2009/10 will Benedikt XVI. also mit einem Jahr des Glaubens die Mission der Kirche unterstützen. Denn die Sendung der Kirche bedeute ja „vor allem, von Gott zu sprechen, an seine Hoheit zu erinnern“, führte der Papst aus. Und sie bedeute auch, stets an die Wahrheit zu erinnern, so Benedikt XVI. mit Blick auf die bewegte Geschichte des 20. Jahrhunderts. Nach der „unheilvollen Zeit der totalitären Regime des 20. Jahrhunderts“ bräuchten die Menschen heute „einen umfassenden Blick auf die Welt und die Zeit“. Der Papst: „Einen wirklich freien Blick, einen friedlichen Blick, einen Blick, den das zweite Vatikanische Konzil in seinen Dokumenten überliefert hat, und den meine Vorgänger, der Diener Gottes Paul VI. und der selige Johannes Paul II. In ihrer Lehre gezeigt haben.“

Weiter unterstrich Benedikt XVI. in seiner Predigt die Bedeutung der kirchlichen Gemeinschaft für die Weitergabe und Stärkung des Glaubens: Alleine könne man nicht evangelisieren, erinnerte der Papst, der aus einem Brief des „größten Evangelisators aller Zeiten“ - des Apostels Paulus - zitierte. Für Paulus „moderne Nachfolger“ heißt das also in den Worten des Papstes: „Die neuen Evangelisatoren sind gerufen, vor allem diesen Weg zu gehen, der Christus ist, um dem Nächsten die Schönheit der frohen Botschaft zu zeigen, die Leben gibt. Und auf diesem Weg geht man nicht alleine, sondern in Gemeinschaft: Eine Erfahrung der Gemeinschaft und der Brüderlichkeit, die sich ereignet, wenn wir uns begegnen, um unsere Erfahrungen Christi und seiner Kirche zu teilen.“ (rv 16.10.2011 pr)



Päpstliches Motu Proprio: Porta Fidei - Tür des Glaubens


An diesem Montag stellt der Vatikan das am Sonntag angekündigte apostolische Schreiben Papst Benedikt XVI. zum Jahr des Glaubens vor, das am 12. Oktober 2012 beginnen wird. Stefan von Kempis hat das Motu Proprio für uns gelesen.

Worum geht es Papst Benedikt mit seinem „Jahr des Glaubens“?


Er weist in seinem Motu Proprio „Porta fidei“ selbst darauf hin, dass schon Paul VI. 1967 ein solches Jahr durchgeführt hat – und dass es damals um die Umsetzung des kurz zuvor beendeten Konzils ging. Auch Benedikt dem XVI. geht es bei seiner Initiative um das Zweite Vatikanische Konzil, darum startet sein Glaubensjahr zum 50. Jahrestag der Konzilseröffnung. Er fordert die Gläubigen dazu auf, sich die Konzilstexte anzueignen und sich vor allem mit – wie er schreibt – „einer der wichtigsten Früchte des Konzils“ zu beschäftigen, nämlich dem Weltkatechismus. Dieser war zu Anfang der 90er Jahre vom heutigen Papst zusammengestellt worden; Joseph Ratzinger war damals Präfekt der vatikanischen Glaubenskongregation. Also, es geht dem Papst wesentlich um eine Wiederaneignung von Glaubenstexten: „Nicht zufällig“, so bemerkt er, „waren die Christen in den ersten Jahrhunderten dazu angehalten, das Credo auswendig zu lernen.“

Was schlägt der Papst an Aktionen für das „Jahr des Glaubens“ vor?


Er äußert sich nicht konkret dazu, ob er – wie 1967 Papst Paul VI. – im Namen der Kirche ein feierliches Glaubensbekenntnis verfassen und vorlesen wird. Stattdessen verweist er auf die Bischofssynode zur Neuevangelisierung, die genau zum Start des Glaubensjahres im Vatikan stattfindet, und lädt alle Bischöfe dazu ein, das Jahr in einer, wie er schreibt, „würdigen und fruchtbaren Weise“ zu begehen. Er schlägt den Bistümern, Pfarreien und katholischen Gruppierungen weltweit ein „öffentliches Bekenntnis des Credo“ vor in der Form, die sie für richtig halten, und kündigt an, dass es bald konkrete Vorschläge aus der Glaubenskongregation zum „Jahr des Glaubens“ geben wird. Wichtig ist dem Papst aber nicht nur das öffentliche Glaubensbekenntnis von Einzelnen und Gruppen: Die Menschen sollen dem Glauben „ihre Herzen öffnen“ und ihn auch in der Öffentlichkeit leben.


Die Öffentlichkeit in den westlichen Ländern wirkt aber nicht sehr offen für das Zeugnis von Glaubenden...


Das erwähnt Benedikt XVI. in seinem Motu Proprio auch. Es werde heute oft geleugnet, dass der Glaube „eine offensichtliche Voraussetzung für das Zusammenleben“ sei; die „Glaubenskrise“ sei weitverbreitet. Aber er wolle nun einmal „nicht akzeptieren, dass das Salz schal wird und das Licht unter den Scheffel gestellt wird“: „Auch der Mensch von heute“, so der Papst wörtlich, „kann von neuem das Bedürfnis spüren, wie die Samaritanerin zum Brunnen zu kommen, um Jesus zu hören... Wir müssen den Geschmack wiederfinden, uns vom Wort Gottes und vom Brot des Lebens zu nähren“.

Steckt hinter dem Glaubensjahr die Vorstellung, dass die Katholiken einfach mal wieder öffentlich zeigen müssen, wer sie sind?

„Nicht nur – Benedikt ruft in seinem Motu Proprio auch nach einer „Erneuerung der Kirche“. Aber die gebe es eben vor allem – so wie er das auch bei seiner Deutschlandreise betont hat – „durch ein erneuertes Zeugnis des Lebens bei den Gläubigen“. Darum wünscht sich der Papst allem voran „eine authentische und erneute Umkehr zum Herrn“, einen „Glauben, der durch Gelebtwerden stärker wird“. Und davon ausgehend dann ein neuer Elan der Kirche, damit auch andere „wiederdie Freude am Glauben entdecken“. Er zeigt übrigens wieder mal seinen tiefen Respekt vor allen, die nicht glauben, aber auf der Suche nach dem Sinn des Lebens sind. Diese Suche nennt er „eine echte Präambel zum Glauben“. Übrigens betont der Papst auch, dass er im „Jahr des Glaubens“ auf eine intensivierte Caritas hofft – das gehört für ihn nämlich zum Glauben mit dazu."

Es gab unter Benedikt XVI. schon ein Priester- und ein Paulusjahr, jetzt also ein Jahr des Glaubens. Was kommt danach?

„Das weiß man noch nicht. Allerdings darf man wohl zu diesem Glaubensjahr, womöglich auch schon vorher, mit einer Enzyklika Benedikts zum Thema Glauben rechnen. Und der Papst betont, dass es mit einem Glaubensjahr von gut 13 Monaten – es endet ja erst Ende November 2013 – nicht getan ist: Wer die „Tür des Glaubens“, die immer offenstehe, durchschreite, der sei „auf einem Weg, der das ganze Leben dauert“. (rv 17.10.2011 sk)

Montag, 17. Oktober 2011

Steffeshausen gedachte des Neubaus seiner Pfarrkirche und der Kapelle von Auel vor 75 Jahren

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Pfarrkirche von Steffeshausen
Am 2. Oktober feierte der Weiler Steffeshausen den 75. Jahrestag der offiziellen Einweihung seiner Pfarrkirche. Dieses Jubiläum war den Pfarrverantwortlichen um Kirchenfabrik-Präsident Aloys Dries Grund genug, am Sonntag mit der gesamten Dorfgemeinschaft die bewegte Kirchengeschichte Revue passieren zu lassen.

Kapelle von Auel

Wenngleich die offizielle Einweihung der Kirche in Steffeshausen auf den 21. September 1936 zurückgeht, gab es laut Dorfchronist Michel Dhur bereits Jahrhunderte zuvor eine rege Kirchenaktivität im äußersten Südzipfel der Gemeinde Burg-Reuland. Allerdings gehen die Meinungen der Heimathistoriker gerade in diesem Punkt recht weit auseinander.

Steffeshausen
1571 wurde Steffeshausen zusammen mit Harspelt und Lützkampen erstmals schriftlich in Urkunden erwähnt. Dr. Minke sieht eine Gründung der Pfarre
Kapelle von Auel
Steffeshausen im 12. bis 13. Jahrhundert durchaus als real und belegt dies durch eine Nennung im sogenannten Armenregister des Jahres 1497«, so Michel Dhur. Wenngleich die Meinungen der Historiker was die Gründung der Pfarre anbelangt weit auseinander gehen, scheint ein früher Kirchenbau dennoch als erwiesen. Im Jahre 1214 beispielsweise wird eine Eigenkirche oder Kapelle der Herren von Steffeshausen erwähnt. Als erster Pfarrer gilt Jacques Rellick, der das Seelsorgeramt von 1560 bis 1582 inne hatte. 1565 ist ein Kirchenumbau belegt, während 1776 eine Sakristei angebaut wurde. 1820 hatte die Kirche bereits eine Gesamtlänge von 45 Metern, während 1891 der Westseitengiebel um drei Meter und zwei Türmchen erweitert wurde. Die ursprünglich im romanischen Baustil gehaltene Petruskirche in Steffeshausen ist den beiden Heiligen Petrus und Sebastianus geweiht.


Wegen scheinbar mangelhafter Bausubstanz strebte der Dorfpfarrer Ludwig Lejoly
Hochaltar der Pfarrkirche
Anfang der 1930er Jahre einen kompletten Kirchenneubau an. Hierbei stieß der junge Geistliche auf harsche Gegenwehr seines Vorgängers Heinrichs Diederichs, der nach 24 Jahren Tätigkeit in Steffeshausen und Auel nach Rocherath gewechselt hatte. Lejoly setzte sich schließlich durch und ließ die Kirchen in Steffeshausen und Auel neu erbauen. Baubeginn war jeweils der Sommer 1935, die Einweihungen fanden im Herbst des folgenden Jahres stattfanden. Während die Kirche in Steffeshausen quasi an gleicher Stelle wieder aufgebaut wurde, wurde in Auel ein kompletter Neubau in zentraler Lage vorgesehen.

Was die Inneneinrichtung anbelangt, so beherbergt die Steffeshausener Kirche noch den aus dem Jahre 1717 stammenden Hauptaltar von Pastor Stouppertz, in dessen Mitte ein Gemälde der Muttergottes auf dem Berge Carmel und die Überreichung des Skapuliers an den Heiligen Simon Stock dargestellt ist. Beide Kirchenbauten in Auel und Steffeshausen erfreuen sich einer soliden Baustruktur. Als Seelsorger fungieren Pastor Willy Kessel und Kaplan Ludwig Hilger.


»Wir müssen tagtäglich am lebendigen Gotteshaus arbeiten«


Das 75-jährige Pfarrjubiläum wurde am Sonntag, dem 2. Oktober, mit der gesamten Dorfbevölkerung gefeiert. Zunächst zelebrierten am Morgen die beiden diensttuenden Geistlichen Willy Kessel und Ludwig Hilger eine Dankesmesse, die vom lokalen Kirchenchor gesanglich untermalt wurde. In seiner Festpredigt lobte Pastor Willy Kessel die Dynamik der Auel-Steffeshausener Pfarrgemeinde, warnte aber gleichzeitig vor den Problemen der heutigen Gesellschaft, in der die Kirche meist nur eine untergeordnete Rolle spiele. »Wir als Christen haben die Pflicht, dem Herrn zu danken, denn Menschen ohne Dank können auch nicht mehr denken und haben ihr Menschsein im Grunde verloren«, so Willy Kessel. 

So gelte es, wichtige und unbequeme Fragen nach dem Sinn und Zweck von Kirche innerhalb einer Dorfgemeinschaft zu stellen. »Spärlich besuchte Messen und auch der andauernde Priestermangel sorgen dafür, dass die Gotteshäuser regelrecht verwaisen. Häuser müssen aber bewohnt werden, damit sie nicht verkommen. Daher müssen wir tagtäglich am lebendigen Gotteshaus mitarbeiten, in dem die Menschen ein- und ausgehen und Sinn und Inhalt des Lebens für sich neu entdecken«, so der Geistliche abschließend.

Der Chronist Michel Dhur
Nach einem geschichtlichen Vortrag von Michel Dhur, der vor allem die Jugend dazu aufforderte, das Erbe der Vorfahren auch in Zukunft zu wahren, sowie weiteren Begrüßungsworten durch Präsident Aloys Dries überbrachte Bürgermeister Joseph Maraite der Festgemeinde die Glückwünsche der Gemeinde. Als Geschenk zum Jubiläum überreichte der Bürgermeister im Namen der Gemeinde zwei Gedenktafeln. Nach dem offiziellen Teil versammelten sich die beiden Dorfgemeinschaften im Saal Eintracht in Auel, wo das Jubiläumsfest bei einem Umtrunk in kurzweiliger Runde beschlossen wurde. Text und Fotos Von Gerd Hennen / Grenz-Echo


Sonntag, 16. Oktober 2011

Nur noch Heute: Ausstellung religiöser Bücher 2011 in Schönberg

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Zahlreiche Lesehungrige auf der Buchausstellung

Text und Fotos von Lothar Klinges

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Es heißt zwar, dass das Christentum eine „Beziehungsreligion“ sei, in deren Mitte die Person Jesu Christi steht. Trotzdem gehört zum christlichen Glauben dass er sich wesentlich durch das niedergeschriebene und gelesene Wort ausgebreitet hat. Das Buch hat den großen Vorteil, dass es den Leser ohne direktes Gegenüber in einen geistigen Prozess eintreten lässt. Es nimmt den Leser gefangen, der sich aber auch wieder davon lösen kann und überlässt ihm das eigene Urteil. Das Christentum ist eine kritische Religion geworden, weil es das Lesen zum Selber-Denken nutzt. Beim Lesen kann man alles in Ruhe abwägen und hinterfragen.

Sehr zufrieden mit der Resonanz auf die diesjährige Buchausstellung in der "Freizeithalle" von Schönberg zeigte sich Pfarrer Claude Theiss, der die Expo religiöser Bücher vor elf Jahren in Schönberg initiiert hat: „Menschen fanden den Weg zu dem großen Ausstellungsraum in Schönberg, um mit sichtlicher Freude in den neuesten religiösen Büchern zu schmökern.“ Die Buchausstellung, bei der Muster aller Medien, egal ob Buch, Spiel, Kassette oder CD, in Augenschein genommen und bestellt werden konnten, war nach Auskunft des veranstaltenden Teams wieder ein voller Erfolg.


Viele Besucher(innen) aus der Eifel schätzen inzwischen die jährliche Ausstellung, die längst zu einem unentbehrlichen Bestandteil im Angebot der ostbelgischen Regionalkirche geworden ist. 


Die Ausstellung zeigte aktuelle Neuerscheinungen und beliebte Kinder- und Jugendbücher für jedes Alter. Ergänzt wurde das Angebot durch CDs und Kalender, Bastelbücher und Erziehungsberater. Das Sortiment wurde in der Eifel wieder von Pfarrer Claude Theiss aus Schönberg und seinen zwanzig Mitarbeitern zusammengestellt. 

Die Ausstellung
ist noch heute, Montag 17. Oktober,
von 15,00 bis 21,30 Uhr geöffnet.