Samstag, 10. Dezember 2011

„Mitten unter euch steht einer“


Gedanken zum 3. Adventsonntag

Lesung: 1. Thessalonicherbrief 5,16-24

Evangelium: Johannesevangelium 1,6-8.19-28

Die Adventszeit ist allseits beliebt als Kerzenzeit, als Zeit der Lichter: Zu Hause zünden wir uns in dieser dunkeln Zeit gerne eine Kerze an. In den Geschäften und an den Häusern leuchten in diesen Wochen große und kleine Lichterketten.


Ich möchte heute aber unseren Blick weniger auf die Lichter lenken, sondern vielmehr auf die Dunkelheit, auf die Nacht. Nichts gegen die vielen harmlosen kleinen Lichtlein und Kerzchen überall, von Lichterketten und Lichterbäumen ganz zu schweigen. Trotzdem mein Einspruch: Die vielen Lichtlein wollen die Nacht ein bisschen erträglicher machen. Gut gemeint, aber die hübschen Lämpchen bringen uns um die Chance der Nacht. Mir scheint: Erst die Unerträglichkeit der Nacht bewegt uns nach einem Licht Ausschau zu halten. Erst die schmerzende Not der Finsternis treibt den Licht-Hunger an. Nur ein ehrliches Zulassen und Eingestehen der tatsächlichen Nacht, auch in uns selbst, schaut aus nach einem Morgenlicht. 

 Kurz um: Wir müssen uns erst der Dunkelheit bewusst sein, um das Licht als etwas Wohltuendes, als etwas Befreiendes zu erfahren. Daraus ergibt sich dann die Frage: Ist in uns Christen das Jesus-Christus-Wort noch präsent, das da sagt: ,,Ich bin das Licht der Welt? Und haben wir noch den Auftrag Jesu vor Augen, der da heißt: “Ihr seid das Licht der Welt”?

Mitten im Wahrnehmen unserer Dunkelheit, tritt im heutigen Evangelium ein
Lichtzeuge auf: Johannes der Täufer. Er ist nicht das Licht, auf das viele Menschen seiner Zeit warteten, das alle erhoffen die sich mit den Kernfragen ihres Lebens auseinander setzten und keine geeignete Antwort fanden. Johannes sagt es gleich vorweg: Er sei nur der Vorbote des kommenden Lichts, nicht das Licht selbst.

Die Lesungstexte des dritten Adventssonntages wollen in unsere unterschiedlichen Nacht-Erfahrungen ganz ausdrücklich das Licht-Zeugnis des Täufers rücken, damit in uns Christen die Freude aufkeimt über unseren Gott, der sein Licht in Jesus Christus aufgehen läst. Ihn müssen wir versuchen noch besser zu verstehen.

Johannes will in uns ein Gespür dafür entwickeln was wir wirklich brauchen, in einer Welt die künstliche Bedürfnisse produziert, die jeden Durst zu stillen verheißt und jede Nacht durch ihre künstlichen Lichter zu erhellen scheint. Johannes ruft uns auf, uns aus der Hand zu geben und die andere Hand ergreifen, die uns ins wahre Licht führen will. Christus soll unser Licht sein. Nicht die Lichterketten und grellen Weihnachtsbeleuchtungen helfen in den Dunkelheiten des Lebens, sondern Jesus Christus, das wahre Licht der Welt.

 „Mitten unter euch steht einer, den ihr nicht kennt” ruft Johannes den Menschen seiner Zeit zu. Vielleicht gelten diese Worte besonders uns. Wir wissen, dass mit diesem Einen Jesus Christus gemeint ist. Mitten unter euch steht Christus. Mitten unter euch brennt das Licht, ihr braucht es nur zu ergreifen.

Wenn wir es ergreifen kann uns die Dunkelheit nicht überwältigen. Niemals sind wir allein, Gott lässt uns nicht im Stich. Wenn uns Menschen verlassen, aufgeben oder niedermachen - Gott ist da. Wenn wir keinen Sinn sehen, wenn Beruf oder Familienleben uns aufreiben, wenn uns die Gesellschaft links liegen lässt - für Gott sind wir wertvoll. Wenn eine Ehe scheitert, wenn eine Krankheit uns niederringt, wenn Kinder auf die schiefe Bahn geraten, ja wenn der Tod einen lieben Menschen raubt - Christus schaut uns voll Liebe an und reicht uns seine helfende Hand.

Wo Christen heute, wie Johannes, Zeugen dieses Lichtes Gottes werden mitten in die Finsternis der Welt hinein, da leuchtet das Licht Gottes auf, von dem Johannes  gesprochen hat. Dieses Licht, das die Menschen in die Dunkelheit der Welt hineintragen, hin zu den Bedürftigen aller Art, dieses Licht leuchtet mehr als alle Adventskerzen und Lichterketten zusammen. Und es leuchtet auch noch dann, wenn die Lichterketten ausgeschaltet sind, oder wenn sie auf dem Speicher oder im Keller in der Kiste verstaut auf den nächsten Advent warten.

Nichts gegen Adventskerzen und Lichterketten. Aber sie selber sind nicht das Licht, das auf unserem Weg leuchtet, sondern sie wollen uns nur hinweisen auf das Licht, das an Weihnachten in die Welt kommt, um uns zu leuchten, Christus, der Herr! 

Donnerstag, 8. Dezember 2011

Der Bischof zu Besuch in unserer Kontaktgruppe

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Am 29. November 2011 besuchte unser Bischof Aloys Jousten die Kontaktgruppe des Pfarrverbands Reuland. Dass er uns besuchte lag an dem Umstand, dass in unserer Gruppe die Frage aufkam ob anlässlich eines Wortgottesdienstes die hl. Kommunion ausgeteilt werden dürfe oder nicht.

Da diese Frage sehr kontrovers diskutiert wurde entschlossen wir uns beim Bischof nach seiner Meinung zu fragen. Eine schriftliche Anfrage wurde seinerseits mit der Ankündigung seines Besuchs in unserer Gruppe, die aus Mitgliedern der Pfarren Reuland, Steffeshausen und Ouren besteht, beantwortet.

Dieser Meinungsaustausch mit dem Bischof war für die Mitglieder der Kontaktgruppe ein willkommener Anlass ihm nicht nur persönlich zu begegnen, sondern ihm auch Fragen aller Art zu stellen, die schon lange ‚unter den Fingern brannten’.

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Mittwoch, 7. Dezember 2011

Hochfest der ohne Erbsünde empfangenen Jungfrau und Gottesmutter Maria

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Früher: Fest der "Unbefleckten Empfängnis Mariens"


Am 8. Dezember feiert die Kirche ein Marienfest, das aus der Nähe zu Weihnachten oft missverstanden wird: das Fest der „Unbefleckten Empfängnis Mariens“. Das Fest hat nichts mit der Frage der Jungfrauengeburt zu tun; sondern mit der Empfängnis Mariens durch ihre Mutter Anna und dass Gott Maria vom ersten Augenblick ihres Daseins vor der Erbsünde bewahrte.

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Im sechsten Monat wurde der Engel Gabriel von Gott in eine Stadt in Galiläa namens Nazaret zu einer Jungfrau gesandt. Sie war mit einem Mann namens Josef verlobt, der aus dem Haus David stammte. Der Name der Jungfrau war Maria. 

Der Engel trat bei ihr ein und sagte: Sei gegrüßt, du Begnadete, der Herr ist mit dir. Sie erschrak über die Anrede und überlegte, was dieser Gruß zu bedeuten habe. Da sagte der Engel zu ihr: Fürchte dich nicht, Maria; denn du hast bei Gott Gnade gefunden. Du wirst ein Kind empfangen, einen Sohn wirst du gebären: dem sollst du den Namen Jesus geben. Er wird groß sein und Sohn des Höchsten genannt werden. Gott, der Herr, wird ihm den Thron seines Vaters David geben. Er wird über das Haus Jakob in Ewigkeit herrschen und seine Herrschaft wird kein Ende haben.

Maria sagte zu dem Engel: Wie soll das geschehen, da ich keinen Mann erkenne? Der Engel antwortete ihr: Der Heilige Geist wird über dich kommen, und die Kraft des Höchsten wird dich überschatten. Deshalb wird auch das Kind heilig und Sohn Gottes genannt werden. Auch Elisabeth, deine Verwandte, hat noch in ihrem Alter einen Sohn empfangen; obwohl sie als unfruchtbar galt, ist sie jetzt schon im sechsten Monat. Denn für Gott ist nichts unmöglich.
 
Da sagte Maria: Ich bin die Magd des Herrn; mir geschehe, wie du es gesagt hast. Danach verließ sie der Engel (Lk 1,26-38).


Erwählung Mariens


Gott sendet seinen Boten, seinen Engel zu Maria. Das heißt: Gott sucht ihre Nähe, er engagiert sich, redet sie an, spricht sich ihr selbst zu in seinem Mensch gewordenen Wort. Gott ist die Welt und sind die Menschen nicht gleichgültig. Er schaut dem Erdengeschehen nicht bloß interessiert aus der Distanz zu. „Du Begnadete“, so lautet des Engels Anrede für Maria, das bedeutet: „Du bist von Gott angesehen, geachtet, geehrt. Gott kennt dich, er will mit dir zu tun haben.“

Wenig wissen wir von der historischen Gestalt des Mädchens von Nazaret. Was wir als Glaubende von Maria heute bekennen, sind weitgehend Idealbildungen. Das heißt nicht, dass nicht wahr sei, was wir von Maria sagen und bekennen. Im Gegenteil: Alle Aussagen über Maria – und damit auch die Mariendogmen wie jenes, das wir heute feiern – sind Aussagen über Grund-Wahrheiten unseres Glaubens, die festgemacht sind an einem konkreten Menschen – Maria.

Im heutigen Evangelium ist nichts von besonderen Vorzügen Marias zu hören. Maria wird uns als ganz normale junge Frau vorgestellt, die ihre Lebenspläne schmiedet und sich gerade auf die Hochzeit mit ihrem Verlobten Josef vorbereitet. Das ist der erste entscheidende Punkt: Ein Mensch wird mit einer Erfahrung konfrontiert, die er nicht gemacht hat, mit der er nicht rechnen und auf die er sich schon gar nicht vorbereiten konnte.


Maria, die Empfangende


Nicht eigenes Planen und Können ist offensichtlich gefragt, weder auf das Machen noch auf das Leisten kommt es jetzt an, sondern genau auf das Gegenteil: still zu werden, hinhorchen zu lernen, fähig zu werden zu empfangen. Maria empfängt. Das Leben wird in ihr heranwachsen, ganz anders allerdings, als sie sich das als Frau, als Mutter erhofft hatte; aber: Maria lässt sich darauf ein, sie sagt Ja zu dem völlig Neuen und Undenkbaren, das da in ihr Leben einbricht. Das ist der zweite entscheidende Punkt dieser Geschichte: Der Mensch wird fruchtbar nur dann, wenn er empfangen kann. Das ist eine biologische Binsenweisheit.

Doch in uns und um uns herum ist viel lebendiger jener Adam, den wir aus dem Buch Genesis kennen. Die „Versuchung des Adam“, die Versuchung, sich selbst zu erlösen, sich selbst das Glück, das Heil schaffen zu können: sie steckt tief in uns. Diese Versuchung, diesen Hochmut haben wir uns nicht selbst eingebrockt, wir haben sie sozusagen „ererbt“ von unseren Eltern, unseren Vorfahren, unserer Gesellschaft. Das ist mit dem so missverständlichen Wort „Erb-Schuld“ gemeint: Es geht nicht um persönliche Schuld durch irgendein falsches Verhalten vor oder gegen Gott, sondern um jene Grund- Unfähigkeit, die heute mehr denn je um sich greift; jene Unfähigkeit, das Wirken Gottes im eigenen Leben und um einen herum wahrzunehmen, ja: sich überhaupt mit der Frage nach Gott zu beschäftigen. Vor dieser Sünde hat Gott Maria bewahrt.


Gott will das Heil eines jeden Menschen


Das Ideal-Bild Mariens will uns also zeigen, dass und wie wir alle heil werden können: indem wir offen bleiben für das, was uns widerfährt, für die Menschen, die uns begegnen, für die Gemeinschaft der Kirche, in die wir hineingetauft wurden; indem wir zulassen, dass auf all diesen Wegen das „Heil“ – Jesus Christus – in unser Leben tritt, vielleicht, ja: ganz sicher ganz anders, als wir es uns vorgestellt haben.

Wir werden dem Heil Gottes begegnen, wenn wir Jesus Christus bei uns seinen „Advent“, seine Ankunft feiern lassen.
Frank Peters

Dienstag, 6. Dezember 2011

7. Dezember: Gedenktag des hl.Bischofs Ambrosius von Mailand

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Wir gedenken heute des heiligen Ambrosius, des großen Bischofs aus Mailand, der im 4. Jahrhundert lebte. Nach einer oft dargestellten Legende träufelten Bienen über der Wiege dem Säugling Honig in den Mund und flogen davon, ohne es zu verletzen; aber sie hatten ihm die „honigsüße Sprache“ seiner späteren Schriften und Hymnen, besonders des „Ambrosianischen Lobgesangs“, vermittelt. 374 wurde er zum Bischof von Mailand gewählt und machte sich besonders verdient im Kampf gegen die Irrlehre des so genannten Arianismus und im Einsatz für die Lehre der Kirche. Heute wird er als einer der Kirchenlehrer verehrt. Das älteste uns überlieferte Weihnachtslied „Komm, du Heiland aller Welt“ (Gl 108), stammt von ihm.


Ambrosius: „Ein Mann des Volkes“

Einen großen Mann macht es aus, dass er bei aller Größe noch bescheiden bleiben kann. Dieser Satz könnte wohl am besten das Wesen des heiligen Ambrosius charakterisieren. Denn obgleich er ein exzellenter Theologe, ein begnadeter Prediger und Schrift-Gelehrter war, blieb er dennoch zeitlebens ein für alle Menschen zugänglicher Mann.



Das war es wohl auch, was die Menschen damals bewegte, ihn als Bischof von Mailand vorzuschlagen. Besonders die Auslegung des Wortes Gottes lag ihm am Herzen. Als Bischof war es ja eine seiner ersten Aufgaben zu predigen. Seine Predigt und seine Auslegung der heiligen Schrift kam bei den Leuten gut an. Er verstand es die Herzen der Menschen zu treffen. Er fand die richtigen Worte, so dass sie sich verstanden fühlten. So kommt es nicht von ungefähr, dass man von ihm sagte, seine Reden seien süß wie Honig gewesen.


Patron der Wachszieher und der Imker

Mit dem Honig und mit dem Imkern hat Ambrosius aber nie etwas zu tun gehabt. Vielleicht hat er ja gerne Honig gegessen, wir wissen es nicht. Aber fleißig wie die Bienen war er. Ich selber, der Verfasser dieser Zeilen bin mit Herz und Seele Imker. Wir wissen als Imker welchen Fleiß die Bienen an den Tag legen, wenn es irgendwo etwas zu ernten gibt. Unermüdlich sind sie dann unterwegs. Dieser Fleiß beschert uns Imkern dann eine reiche Ernte. Natürlich gehört auch der Fleiß des Imkers dazu, denn ganz ohne das Mitwirken des Imkers geht’s auch wieder nicht. Zuletzt aber verdanken wir eine reiche Ernte dem Segen Gottes.



Gott lässt wachsen und gedeihen, und beschert uns so eine reiche Ernte. Das ist auch der Anlass, warum am heutigen Tag, (oder an den kommenden Tagen), viele Imkervereinigungen ihr Patronatsfest begehen. Bei uns ist es so, dass wir uns am kommenden Freitag zu einem Gottesdienst versammeln. Wir ehren unseren Schutzpatron und wir danken Gott für die empfangenen Gaben, die Honigernte des vergangenen Sommers. Anschließend sind wir in gemütlicher Runde zusammen.



Heute möchte ich – aus gegebenem Anlass – Ihnen verehrte Leser dieses Blogs einen Einblick in das Leben der Bienen geben. Anlässlich des Besuchs einer Schulklasse entstanden die folgenden Fotos, die – wie so oft – Ludwig Wirtzfeld für Sie eingefangen  und mir zur Verfügung gestellt hat.

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Vorweg einige Erklärungen: Ich imkere nicht in einem Bienenhaus, sondern in freistehenden Styropor-Beuten. Diese Form des Imkerns hat sich in den letzten 20 Jahren etabliert und ist inzwischen anerkannt und bei vielen Imkern beliebt. Mein Bienenstand befindet sich direkt hinter meinem Pfarrhaus, daran angrenzend ein Garten in dem ich vorwiegend die einjährige Phacelia anbaue. Diese Gründüngerpflanze, die ein guter Bodenverbesserer ist, wird gerne von Bienen angeflogen. Sowohl Pollen als auch Nektar wird von den Bienen geerntet.


Winterruhe am Bienenstand




Frühjahr! Neues Leben erwacht, auch am Bienenstand 

Die Klasse des 4. Schuljahres medet sich zum Besuch 
des Bienenstandes mit ihrer Lehrerin an.



Bevor wir ein Bienenvolk öffnen 
gibt es erst einige Erklärungen zur Bienenhaltung.



Zu einem Besuch am Bienenstand
gehört die richtige Kleidung.

 Gut besetzte Wabe. Oben: voll verdekelte Honigwabe


Hier hat der Imker der Natur freien Lauf gelassen. 
Die Bienen haben viele Königinnenzellen angesetzt.
Das Ergebnis seht ihr im folgenden Bild.


Das Volk hat sich geteilt, ist geschwärmt



Das interessiert die Kinder besonders:
Eine KÖNIGIN! (weiß gezeichnet)

 
 

Der Besuch ist beendet, fast ...



Eine Kostprobe gehört dazu.
Besonders beliebt ist der bei uns in der Eifel geerntete
cremige Frühjahrshonig. 
Die gelbe Farbe verrät, dass ein großer Anteil 
an Löwenzahnblüten von den Bienen besucht wurde.



Wie bereits angesprochen, wird die Phaceliablüte
gerne von Bienen aber auch von Hummeln und vielen 
anderen Insekten angeflogen.  
Die phaceliapflanze ist für diese Tiere eine ergiebige Futterpflanze.

Montag, 5. Dezember 2011

Heut' ist Nik'laus Abend da

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„Er hat der Herzen Not geheilt, gefüllt die leeren Hände“. Diese Liedzeile aus dem „Gotteslob“ Nr. 612,3, beschreibt treffend den Heiligen, dessen wir heute gedenken: Bischof Nikolaus von Myra. Wenn wir auch kaum historisch Verbürgtes von ihm wissen, so lassen die zahlreichen Legenden doch das Bild eines Menschen entstehen, der Not wahrgenommen und den Notleidenden vielfältig geholfen hat. Sein Vorbild ist Auftrag für uns – wie Nikolaus im Hier und Jetzt die Not der Menschen zu heilen und ihre leeren Hände zu füllen, seelisch wie körperlich.

Eine der Legenden, die von Nikolaus erzählt werden, ist die folgende: In Myra herrschte eine große Hungersnot. Im Hafen lag ein mit Getreide beladenes Schiff. Nikolaus bat den Kapitän, den hungernden Menschen seiner Stadt Getreide abzugeben. Doch dies war für den Kaiser bestimmt, und der Kapitän fürchtete sich. Da versprach ihm Nikolaus, ihm werde kein Getreide fehlen, wenn er helfen würde. Und tatsächlich: soviel Getreide die Menschen auch vom Schiff nahmen, es blieb stets gleich voll. – Durch Glauben und Vertrauen von Nikolaus konnte das Wunder der Brotvermehrung auch in Myra geschehen und alle Menschen wurden satt.

Es gibt noch so viel interessantes über den heiligen Nikolaus zu erzählen. Lassen wir ihn lieber selber zu Wort kommen:


Das bin ich

Das wissen die Menschen vom heiligen Nikolaus   

Viel wissen die Menschen leider nicht von mir. Sie kennen mich als den "liebenswerten Nikolaus", als "Freund der Kinder", "Patron der Gefangenen" und als "Helfer in der Not". Und die Menschen haben Recht damit. Es gibt viele Geschichten, die von meinem Leben erzählen. Ihr kennt sicherlich einige davon.

Geboren wurde ich um das Jahr 280/286 in Patra, das ist eine Stadt die ungefähr 60 Kilometer von meiner späteren Bischofsstadt Myra entfernt ist. Früher war Patara eine kleine Stadt. Jeder kannte Jeden. Schon dort war ich sehr bekannt.

Um das Jahr 350 nach Christus war ich Bischof von Myra, dem heutigen Demre (oder auch Kale) in der Türkei. Heute stehen dort noch Reste einer alten und schönen Nikolauskirche.


Wie ihr wisst, geht das Leben der Menschen eines Tages zu Ende. So war es auch mit meinem Leben auf der Erde. Gestorben bin ich um das Jahr 351 in Myra in der Martyrionkirche. Dort war ich auch begraben. Viele Menschen sind zu meinem Grab gekommen und haben gebetet. Sie haben sich an die wunderbaren Dinge aus meinem Leben erinnert und baten um meine Hilfe. Diese Kirche war bald zu klein und die Menschen bauten eine größere und schönere Kirche, der sie meinen Namen gaben.

Meine Gebeine wurden aber im Jahr 1087 von Kaufleuten gestohlen und nach Bari in Italien gebracht. Dort liegen sie heute in einer schönen und großen Nikolausbasilika und viele tausende Menschen kommen jedes Jahr, um mein Grab zu besuchen. Auf den Bildern könnt ihr sehen, wie diese Kirche heute aussieht. Heute werden dort aber keine Gottesdienste mehr gefeiert. Sie ist heute ein Nikolausmuseum.


Wie Nikolaus aussieht

Obwohl er nachts kommt und ihn eigentlich nie jemand zu sehen bekommt, wissen die Kinder ganz genau wie er aussieht. Er trägt einen weißen Rauschebart, einen langen roten Mantel und einen dicken Sack mit Geschenken über der Schulter. Früher waren da Apfel, Nuss und Mandelkern drin. Damit lassen sich die Kinder heute nicht mehr gerne abspeisen. Dass der Nikolaus als Bischof im kirchlichen Ornat mit Mitra, Bischofsstab und goldenem Buch kommt, ist ganz normal, denn das ist sozusagen seine „Berufskleidung“ als Bischof.

in Deutschland und vielen anderen Ländern in den letzten Jahrzehnten immer mehr in Vergessenheit geraten.



Insignien

Insignien sind Zeichen, die ein Mensch trägt, damit man sieht, dass er eine besondere Würde hat. So trägt ein König eine Krone, ein Zepter und einen Reichsapfel. Eine Prinzessin trägt ein Diadem. In der Kirche gibt es auch heute noch Insignien. Auch der Nikolaus trägt Insignien, so kann man erkennen, dass er ein Bischof ist. Ich möchte Euch hier die Insignien des Nikolaus zeigen und erklären.

 
Bischof Aloys von Lüttich
Die Mitra
Am Auffälligsten ist sicherlich die Kopfbedeckung des Nikolaus, die Mitra.
Wahrscheinlich haben schon römische Würdenträger im Römischen Reich vor ungefähr 2000 Jahren Mitren getragen. Im Laufe der Zeit haben dann auch die Bischöfe der Kirche diese Kopfbedeckung übernommen.

Der Bischofsstab
In seiner Hand hält der Nikolaus den Bischofsstab. Er ist meistens zwischen 1,7 und 2 Metern hoch. Oben am Bischofsstab ist die sogenannte Krümme. Heute ist diese kunstvoll geschnitzt oder aus edlem Metall gemacht und mit kostbaren Steinen besetzt.
 
Der Bischofstab war ursprünglich ein Hirtenstab. Die Hirten trugen lange Stäbe mit sich, mit denen sie Schafe, die sich verlaufen hatten oder die sich vielleicht in einem Busch verfangen haben wieder zurückholen konnten. Gleichzeitig konnte sich der Hirte aber auch darauf aufstützen, wenn er vom vielen Laufen und Gehen müde geworden war.

Seit dem 4. Jahrhundert haben Bischöfe einen Hirtenstab als besonderes Zeichen dafür bekommen, dass sie auf ihre Herde aufpassen sollen. Zur Herde des Nikolaus zählen ganz besonders die Kinder, deshalb ist der Bischofsstab ein Zeichen dafür, dass der Nikolaus sich ganz besonders um die Kinder kümmert.
Der Nikolaus trägt den Bischofstab wie alle anderen richtigen Bischöfe (natürlich) in der linken Hand.  So bleibt die rechte Hand frei, um damit zu segnen oder um anderen Menschen mit seiner "Rechten" Gutes zu tun.



Das Brustkreuz
Viele Mädchen und Jungen tragen ein Kettchen mit einem kleinen Kreuz daran. Es erinnert uns immer daran, dass wir Freunde von Jesus sind. Das große Kreuz oder das Brustkreuz, das der Nikolaus trägt erinnert uns auch daran: Der Nikolaus ist ein Freund von Jesus.





Der Chormantel / 
Rauchmantel oder das Messgewand

Das Obergewand des Nikolaus kleidet den Nikolaus sehr festlich. Ihr kennt das doch sicherlich auch. Wenn man zu einer schönen Gelegenheit eingeladen ist oder wenn man ganz besonders ausgeht, dann zieht man sich besonders hübsch an.
 
Ein Bischof kleidet sich dann in ein prunkvolles Gewand, weil er im Gottesdienst Jesus begegnen will. Der Nikolaus trägt ein solch schönes Gewand, weil er die Kinder und Familien besucht - auch das ist ja dann ein besonders schöner Anlass, ein Fest für die ganze Familie.



Der Ring

Der Nikolaus trägt einen prächtigen Ring. Ihr habt doch sicher schon einmal gesehen, dass Mama und Papa auch einen Ring tragen. Das sind die Eheringe. Eure Eltern haben sich bei ihrer Hochzeit gegenseitig die Ringe an die Finger gesteckt. Damit haben sie gezeigt, dass sie zusammengehören. Der Ring erinnert daran, dass die beiden verheiratet sind.

Ein Bischof trägt einen Ring, weil er damit zeigt, dass er mit der Kirche und mit Jesus "verheiratet" ist. Er zeigt, dass er und die Kirche zusammengehören, so wie der Ring bei Mama und Papa zeigen, dass auch sie zusammengehören.


Das sagt man vom Nikolaus

Der Nikolaus ist (NICHT) der Weihnachtsmann

  


Das ist eine komische Sache, ich weiß, aber ich glaube, ich muss dazu noch einiges sagen. Es gibt Leute, die mich WEIHNACHTSMANN nennen, das bin ich nicht! Der Weihnachtsmann ist eine Erfindung aus dem vorletzten Jahrhundert. Die Menschen wussten nicht mehr so richtig was mit Weihnachten anzufangen. Sie kannten zwar die Berichte aus der Bibel, die uns von der Geburt Jesu erzählen, aber irgendwer musste ja schließlich die Geschenke bringen... So kam man auf die Idee mit dem Weihnachtsmann.

So, wie wir uns den Weihnachtsmann vorstellen, hat ihn in den 30er Jahren eine bekannte Getränkefirma aus Amerika entworfen. Mit einer roten Mütze, einer roten Jacke mit schwarzem Gürtel, einer weiten roten Hose und schwarzen Stiefeln. Und dazu natürlich ein großer weißer Bart. Vorher hatte ihn ein deutscher Zeichner für eine amerikanische Zeitschrift entworfen, um den Menschen, die im Krieg waren eine "väterliche" und "weihnachtliche" Figur zu zeigen, die den Menschen im Krieg Hoffnung geben sollte. Ähnliche Darstellungen gab es bereits schon im 19. Jh. 

Ihr könnt Euch sicherlich denken, dass die Menschen dadurch ganz schön durcheinander kamen, denn schließlich sah der Weihnachtsmann fast so aus, wie der Nikolaus. Viele Kinder stellen sich den Nikolaus deshalb genauso vor - wie man ihn in der Vorweihnachtszeit in der Fernseherwerbung sehen kann.

Natürlich habe ich viele Dinge zum Anziehen, und auch eine rote Jacke mit einem schwarzen Gürtel, aber ich bin trotzdem der Nikolaus und nicht der Weihnachtsmann! Es ist mir wichtig, das zu sagen, weil ich immer traurig bin, wenn mich die Kinder nicht erkennen.



Der Nikolaus bestraft keine Kinder


Da erzählen Euch die Erwachsenen manchmal komische Dinge. Wäre das nicht eine schlimme Sache, wenn der Nikolaus Kinder bestrafen würde? Nein, das liegt dem Nikolaus sehr fern. Ich bin doch nicht dazu da, alles, was die Eltern ihren Kindern nicht
Bischof Aloys segnet die Menschen
richtig beibringen können wieder gut zu machen. Wenn Euch ein Nikolaus bestrafen will, dann solltet Ihr lieber einmal ganz genau schauen, ob es auch wirklich der Nikolaus ist, der Euch da besucht... Vielleicht hat sich auch nur jemand verkleidet, der Euch im Auftrag Eurer Eltern bestrafen soll. Der echte Nikolaus tut so etwas nicht!

Ihr kennt doch sicherlich einige Nikolauslegenden, oder? Habe ich da Kinder bestraft? Nein. Ich möchte den Kindern helfen, gute Kinder zu werden. Dazu muss ich aber niemanden bestrafen. ... Vielleicht muss ich manchmal Dinge zu Euch sagen, die Euch nicht so gut gefallen, aber das ist doch nur eine winzige Nebensache. In erster Linie kommt der Nikolaus, um Euch Kindern eine Freude zu machen und vielleicht ein kleines Geschenk zu bringen.

Knecht Ruprecht, Hans Muff, oder der Krampus sind übrigens liebe Gesellen. Sie helfen dem Nikolaus manchmal beim Tragen der Geschenke. Aber sind nicht immer mit dem Nikolaus unterwegs. Manchmal besucht der Nikolaus die Kinder auch alleine oder mit einem Engelchen.

Anmerkung: Die Texte und (teilweise) die Fotos durfte ich mir von der Internetseite http://www.bischof-nikolaus.de „ausleihen“. Für diese freundliche Geste vielen Dank.