Montag, 16. Januar 2012

Antonius "der Einsiedler"



Die Kirche gedenkt heute des Einsiedlers Antonius, der sich im 3. Jahrhundert in die Wüste Ägyptens zurückzog um Gott nahe zu sein. Gleichzeitig blieb er aber auch den Menschen nahe, denn er wurde von vielen gesucht und um Rat gefragt. Das Evangelium vom reichen Jüngling, dem Jesus den Rat gab, alles zu verschenken, hatte ihn in einem Gottesdienst so getroffen, dass er diesen Weg der Nachfolge Jesu wählte. So wurde er zum Vater des Mönchtums.

Von Reichtum und Nachfolge

Es kam ein Mann zu Jesus und fragte: Meister, was muss ich Gutes tun, um das ewige Leben zu gewinnen? Er antwortete: Was fragst du mich nach dem Guten? Nur einer ist «der Gute». Wenn du aber das Leben erlangen willst, halte die Gebote! Darauf fragte er ihn: Welche? Jesus antwortete: Du sollst nicht töten, du sollst nicht die Ehe brechen, du sollst nicht stehlen, du sollst nicht falsch aussagen; ehre Vater und Mutter! Und: Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst! Der junge Mann erwiderte ihm: Alle diese Gebote habe ich befolgt. Was fehlt mir jetzt noch? Jesus antwortete ihm: Wenn du vollkommen sein willst, geh, verkauf deinen Besitz und gib das Geld den Armen; so wirst du einen bleibenden Schatz im Himmel haben; dann komm und folge mir nach. Als der junge Mann das hörte, ging er traurig weg; denn er hatte ein großes Vermögen. (Mt 19,16-22).

Es war ein reicher Mann ...

Finanziell war Antonius gut abgesichert, seine Familie war wohlhabend. Doch als seine Eltern plötzlich starben, entstand für ihn eine gewisse Leere. Es stellte sich für ihn die Frage nach dem Sinn des Lebens - mehr als bisher. Er stellte fest, dass das Materielle allein nicht glücklich macht. Als er dann auch noch in der Kirche, während der Messe, das Evangelium vom 'reichen Jüngling' hörte war auf einmal alles klar für ihn.

In diesem Evangelium fragt bekanntlich ein junger Mann den Herrn Jesus was er tun müsse um das ewige Leben zu gewinnen. Jesus antwortet ihm mit einem Verweis auf die Gebote, die er halten soll. Instinktiv scheint der junge Mann aber gespürt zu haben, dass das Halten der Gebote noch keine endgültige Erfüllung bringt; darum hakt er gewissermaßen nach und fragt weiter, indem er sich die Gebote von Jesus aufzählen lässt. Dieser nennt sie ihm: Du sollst nicht töten, nicht die Ehe brechen, nicht stehlen, nicht falsch aussagen, Vater und Mutter ehren und den Nächsten lieben. Das scheint ihm aber nicht zu genügen, er weiß wie wichtig das Halten der Gebote für ein gelingendes Leben ist; er will von Jesus wissen, was er tun muss um das ewige Leben zu gewinnen. Er will sich einen Schatz im Himmel sichern, er will sicher gehen, dass er nach seinem Tod einen Platz bei Gott findet. Diese Sorge war ihm sehr wichtig.

Wir kennen die Antwort Jesu an den Jungen Mann: "Geh und verkaufe deinen Besitz, dann gib das Geld den Armen, dann komm und folge mir nach, dann wirst du einen Schatz im Himmel haben. Wir kennen auch die Reaktion des Jungen Mannes; er ging traurig weg, denn er hatte ein großes Vermögen, erzählt das Evangelium.

Antonius hat – nicht ohne Kämpfe – Gott auf den ersten Platz gewählt

Ganz anders aber die Reaktion des jungen Antonius, als er dieses Evangelium gehört hatte. Er hat das Evangelium ohne Zögern in die Tat umgesetzt. Er stellt Gott an die erste Stelle in seinem Leben. Seine kleine Schwester, für die er nach dem Tod der Eltern verantwortlich war, hat er gutmütigen Menschen anvertraut, dann hat er alles verkauft, und hat sich in die Wüste zurückgezogen um in der Stille, in der Einsamkeit und in einem ganz schlichten, einfachen Leben Gott zu suchen, um sich einen Schatz im Himmel zu sichern.

Gott bringt die eigenen Vorstellungen des Antonius zum Schweigen ...
Es gilt Gottes Willen zu erkennen!

Aber dann geschieht etwas merkwürdiges, was mich an diesem großen Heiligen, so fasziniert. Ursprünglich war es sein Bestreben gewesen, sein eigenes endgültiges Glück zu finden, seinen Platz im Himmel wollte er sich sichern. Er ist in die Wüste gegangen, um unter großen Entsagungen und Kämpfen mit sich selbst, Gott zu finden. Er hat ihn auch gefunden, aber er hat nach einiger Zeit erkannt, dass er nicht bei sich selbst stehen bleiben kann. Dass es gar nicht Gottes Wille ist, ausschließlich als Einsiedler zu leben, um sich sein eigenes Seelenheil zu sichern. Denn Gott hat es so gefügt, dass viele Menschen den Einsiedler in der Wüste aufsuchen gingen, um von ihm Rat zu erbitten. Seine Weisheit und Güte hatte sich schnell herumgesprochen. Den vielen Menschen, die ihn in der Wüste aufsuchten, hat er sich nicht verschlossen, sondern hat auch ihnen die genauso wie er, nach Sinn und Orientierung im Lebens suchten, weitergeholfen und auf ihre Fragen geantwortet.

Daraus können wir schließen: Wenn wir uns bemühen Gott zu suchen dann ist das keine Angelegenheit, die sich ausschließlich in der Wüste oder in unserem stillen Kämmerlein abspielt, sondern wirkliche Gotteserkenntnis zielt letztlich auf die Gemeinschaft mit anderen Menschen hin. Unser Gott ist ein Gott der Beziehung, wer ihm wirklich nahe kommt, den führt er automatisch zu den Menschen.

Gott kennt uns am Besten und weiß was gut für uns ist.

Je mehr wir danach streben, Gottes „Stimme“ in Einzelheiten zu hören, ihn dabei nicht auf bestimmte Kanäle festlegen, desto wirksamer wird unser Dienst und um so sicherer unser Weg sein, da man so unnötige Wegstrecken vermeidet, die vielleicht der eigentlichen Berufung entgegenstehen.
Das musste Antonius erst lernen. Das können wir von ihm lernen. Wir brauchen dafür nicht alles zu verkaufen, wir brauchen nur einiges loszulassen und an andere abzugeben. Das muss nicht unbedingt Geld sein, dass kann auch Zeit sein, denn wie das Sprichwort sagt, ist Zeit Geld. Es tun sich uns viele Möglichkeiten auf, das in unserer näheren Umgebung umzusetzen.

Heilige waren getaufte Christen, wie wir, und sind ihren Lebensweg gegangen konsequent gegangen mit allen Höhen und Tiefen. Ihr Leben war geprägt von einer tiefen Christusliebe und Christusnachfolge, was sie zu dem werden ließ, was sie geworden sind: Heilige.

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