Montag, 2. Januar 2012

3. Januar: Heiligster-Namen-Jesu-Fest

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Nach den anstrengenden Fest- und Feiertagen sind wir nun wieder in den Alltag zurückgekehrt. „Zwischen den Jahren“ hatten viele von uns frei und doch zugleich ein aufreibendes Programm: Besuch bei der Oma und Essen der Weihnachtsgans bei den Schwiegereltern; Bescherung bei der Erbtante und Anstandskaffee bei der Großmutter. Und war da nicht noch etwas? Ach ja, das wichtigste hätte ich fast vergessen: Gott kam als kleines Kind auf die Welt! In einem Stall. Und die ersten die davon Kenntnis nahmen waren Hirten, die in der Nähe mit ihren Herden lagerten.

Schauen wir auf die Hirten!

Als der ganze Trubel verflogen war, als alles wieder ruhig wurde in dieser heiligen Nacht, da sagen sie: ,,Kommt, lasst uns nach Bethlehem gehen!“ Sie zeigen uns, wie es geht, worauf es wirklich ankommt, wenn man Gott finden will.

Man muss wach sein!. Aufmerksamkeit ist gefragt. Aufmerksamkeit für den Anruf Gottes mitten in der Hektik unseres Alltags. Trotz aller Hektik, trotz allem, was tagtäglich auf uns einströmt, was scheinbar so wichtig, so unaufschiebbar ist, aufmerksam zu bleiben, wo Gott uns begegnen will. Denn selbst wenn wir noch so besetzt sind, er kommt doch zu uns, er findet einen Platz, und wenn er sich mit einem zugigen, stinkenden Stall begnügen muss. Er findet auch in unserem Leben einen Platz. Deshalb ist es so wichtig, dass wir aufmerksam und wach sind, damit wir hören, wenn er kommt.
Heiligster-Namen-Jesu-Fest

Heute nun begeht die Kirche das Namen-Jesu-Fest. Auf Bitten Kaiser Karls VI. wurde es 1721 für die gesamte lateinische Kirche eingeführt. Es geht zurück auf die beiden heiligen Franziskaner Bernhardin von Siena und Johannes von Capestranco. Sie ließen sich wahrscheinlich inspirieren vom Evangelisten Lukas, der uns von der Namengebung Jesu berichtet: Die Hirten kehrten zurück, rühmten Gott und priesen ihn für das, was sie gehört und gesehen hatten; denn alles war so gewesen, wie es ihnen gesagt worden war. Als acht Tage vorüber waren und das Kind beschnitten werden sollte, gab man ihm den Namen Jesus, den der Engel genannt hatte, noch ehe das Kind im Schoß seiner Mutter empfangen wurde (Lk 2,19-21).

Ein Sprichwort sagt: „Nomen est omen“ – der Name drückt das Schicksal aus. Auf Geheiß des Engels haben Maria und Josef ihrem Sohn den Namen Jesus gegeben. Das war damals ein sehr gebräuchlicher Name, wie z. B. zu unserer Zeit Christoph. Man sah nichts Besonderes darin, obwohl es eigentlich ein sprechender Name ist. Aus dem Hebräischen übersetzt bedeutet der Name Jesus: „Jahwe rettet, ist Heil“.

Wenn wir heute im Evangelium davon hören dass Jesus beschnitten wurde, dann sagt uns das: Jesus war Jude, er gehörte zur Glaubensgemeinschaft der Juden. Sie beließen es aber nicht bei der Beschneidung, bei der bloßen Zugehörigkeit, sondern Jesus wurde durch seine Eltern mit den Riten und Gebräuchen seiner Religion vertraut gemacht, er ging mit zum Gottesdienst in die Synagoge, in den Gottesdienstraum der Juden. Als er größer wurde, las er in der Hl. Schrift und wurde so mit Gott immer vertrauter.


Seit deiner Taufe gehörst du zu mir!

Bei uns Christen gibt es etwas sehr ähnliches. Nach der Geburt ihres Kindes tragen die Eltern ihr Kind zur Kirche. Dort erhält es die Taufe und zugleich seinen Namen. Von nun an ist es nicht nur ein Kind Gottes, sondern gehört zur großen Familie der Christen. Mit der Taufe beginnt sein Glaubensleben als Christ/in. Die Eltern sind nun verantwortlich, dass aus dem kleinen Kind ein erwachsener Christ wird. Ihre Aufgabe wird es sein, zunächst dem Kind den Glauben vorzuleben, bis es dann, wenn es alt genug ist, auf eigenen (Glaubens)-Beinen stehen kann. Die Taufe ist – wie die Beschneidung – endgültig. Sie kann nicht rückgängig gemacht werden.

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