Dienstag, 17. Januar 2012

Phil Bosmans gestorben


„ Wenn du müde bist, am Ende,
der Kopf tot wie ein Stück Holz
und das Herz ausgebrannt,
wenn alle Lichter ausgegangen sind
und du nicht mehr siehst,
wie es weitergehen soll,
wenn du gar nichts mehr siehst,
da kann ein Wort, ein Gedanke, ein Bild, eine Erinnerung
manchmal wie ein Stern in deiner Nacht aufleuchten ...“

Phil Bosmans


Phil Bosmans ließ viele Lichter im Leben der Menschen aufleuchten. Millionenfach sind seine Bücher gelesen und in viele Sprachen übersetzt worden. Licht, Güte, Liebe - diese einfache Grundmelodie durchzieht die Texte des flämischen Ordensmannes und Erfolgsautors Phil Bosmans, der am Dienstag, 17. Januar 2012, in einem belgischen Krankenhaus im Alter von 89 Jahren gestorben ist. Seine Bücher sind Vitamine fürs Herz - und verkauften sich millionenfach.

Rund zehn Millionen Mal sind seine Bücher - ganz ohne große Marketingstrategie - weltweit verkauft worden, vor allem in den 80er Jahren. Der Klassiker „Vergiss die Freude nicht“ erzielte zahllose Auflagen und rund eine Million verkaufte Exemplare allein in Deutschland.

Bosmans war Volksmissionar. Als Absolvent einer Ordensschule trat er 1941 in den Orden des Wanderpredigers Grignion de Montfort ein und wurde 1948 zum Priester geweiht. Er ging in die Arbeiterstädte Nordfrankreichs, zu Menschen, die mit der traditionellen Sprache der Kirche und mit Bürgerlichkeit nichts anzufangen wussten. Ab 1950 beteiligte er sich an der Volksmission in Belgien, zog mit einer mobilen Kapelle über Land, hielt Predigten und Versammlungen, fand Zeit für Hausbesuche.

Meister der Spruchkarten

Der Montfortaner wurde zum Meister der Spruchkarten, brachte Aphorismen und Texte heraus, die Markenzeichen für eine Lebenshilfe aus dem Geist des Evangeliums wurden. Mit Radioansprachen und „Hebelkarten“ - gedruckten Sinnsprüchen, die als geistiger Hebel dem Leben einen Impuls geben sollen - fing es an. Besondere Bekanntheit erlangte der Ordensmann aber durch die „Vitamine für das Herz“: Nachdem Bosmans über ein Jahrzehnt eine Art Telefon-Mission betrieben hatte, erschien eine Auswahl der Texte in Buchform. Das Werk wurde ein Bestseller.

Doch Bosmans war nicht nur ein Meister des Wortes: Er gründete die erste soziale Anlaufstelle in Belgien für Strafentlassene und Arbeitslose ohne Unterstützung, dann ein Haus für wohnsitzlose Frauen. In Deutschland ging 1988 aus der Organisation „Freunde schaffen Freunde“ ein deutschsprachiger „Bund ohne Namen“ hervor.
„Mein letztes Wort: Dankbarkeit“ 

1994 dann ein Schicksalsschlag: Durch einen Schlaganfall war Bosmans seitdem rechtsseitig gelähmt und an den Rollstuhl gefesselt. „Gott hat meinen Terminkalender durchgestrichen“, kommentierte er seine Behinderung, die ihn jedoch nicht verbitterte. Er lebte in den folgenden Jahren in einem kleinen Zimmer im Montfortaner-Kloster im belgischen Kontich. Es hing voller Clown-Darstellungen, die Bosmans so sehr liebte.

Das Schreiben hatte der Erfolgsautor schon in den vergangenen Jahren fast ganz eingestellt. Allerdings wurden noch weiter unveröffentlichte Texte von ihm veröffentlicht. Seine Werke wurden in 26 Sprachen übersetzt, er erhielt zahlreiche Preise und Auszeichnungen. 



In der vergangenen Woche wurde der 89-Jährige mit einer schweren Bronchitis und Fieber in das Sankt-Josefs-Krankenhaus im belgischen Mortsel aufgenommen. Rasch wurde klar, dass sein Zustand unumkehrbar war. Noch in den Dienstagsausgaben belgischer Zeitungen war zu lesen, dass jederzeit mit dem Abschied zu rechnen sein würde. „Mein letztes Wort: Dankbarkeit“ heißt der Satz, mit dem Bosmans sich von der Öffentlichkeit verabschiedete. Ganz im Geist seines jahrzehntelangen Wirkens.  
(Christoph Arens / kna)

1 Kommentar:

Izabella hat gesagt…

Mein Lieblingsautor Phil Bosmans begleitet mich in meinem Leben bereits seit über 20 Jahren.Für mich ein heiliger Mensch.Arzt für die Seele und das Herz,ohne welchen man nicht leben kann.In Seinen großen Werken für den Mensch bleibt unsterblich.Ich bin Ihm sehr dankbar.
Izabella,46,geboren in Warschau,lebt in Bonn.