Samstag, 18. Februar 2012

Christen: Zur Freude berufen


An Karneval, wo viele Menschen ausgelassen feiern und sich freuen, wollen wir bedenken dass wir Christen allen Grund haben uns zu freuen. Nicht nur ein paar Tage lang, sondern das erste Ostern brachte den Aposteln und allen, die ihrer Botschaft glauben, eine neue Zuversicht und Freude, welche die Welt bis dahin noch nicht gekannt hatte und die sie niemals wieder verlieren wird. Der hl. Augustinus sagt deshalb zurecht, dass ein Christ vom Kopf bis zum Fuß ein lebendes “Alleluja”, ein lebendiger und überzeugender Lobpreis des auferstandenen Herrn sein sollte.

Die Freude am auferstandenen Herrn ist unsere Kraft und Stärke. In dieser Freude wollen wir leben nicht nur an Fasching, Fastenovend und Karneval.

Wer froh ist, ist ein König ...

Vielleicht kennt ihr den Kanon: „Froh zu sein bedarf es wenig, und wer froh ist, ist ein König“ (August Mühling 1786-1847). Es ist schön, wenn ich einem Menschen begegne, dessen Blick leuchtet und der mir ein frohes Lächeln schenkt. 
Ich meine nicht dieses unverbindliche aufgesetzte Lächeln, das bereits in den Mundwinkeln hängen bleibt. Ich meine die Freude und Wärme, die aus dem Herzen kommt. Eine Freude bei der ich sofort spüre, die Begegnung mit diesem Menschen tut gut, dieser Mensch nimmt mich mit offenen Augen wahr, er geht auf mich ein, dieser Mensch spornt mich an. Sein Lächeln steckt mich an und hebt auch meine Stimmung. Wir erleben solche Augenblicke als ein kostbares Geschenk, aber wir wissen auch, wie schnell sie wieder verfliegen können und in Vergessenheit geraten, wenn sich die Probleme des Alltags in den Vordergrund drängen.

Freude die aus Gott kommt trägt durchs Leben
Sowohl im Alten wie auch im Neuen Testament finden wir zahlreiche Stellen, in denen von der Freude gesprochen wird. Jesus ermutigt seine Jünger im Lukasevangelium; er sagt ihnen: „Freut euch darüber, dass eure Namen im Himmel aufgeschrieben sind“ Oder wie es der Beter des Psalms 33 formuliert: „Unsere Seele hofft auf den Herrn; er ist für uns Helfer und Schild. Ja, an ihm freut sich unser Herz, wir vertrauen auf seinen heiligen Namen.“ Und im Buch Nehemia heißt es: „Macht euch keine Sorgen, denn die Freude am Herrn ist eure Stärke.“ Aus diesen Worten schöpfen wir Zuversicht für unseren Alltag. Denn die Freude, die aus Gott kommt, ist; keine leere Vertröstung, sondern eine lebbare und erlebbare Möglichkeit hier und jetzt. Die Freude, die aus Gott kommt trägt auch durch schwierige Zeiten hindurch. Denn diese Freude erwächst aus dem Vertrauen, dass wir durch Gott getragen sind.

Wie finden wir zu dieser Freude?
Das kann mit alltäglichen Erfahrungen beginnen. Besonders in Situationen, in denen es in uns Dunkel ist, kann uns schon der Blick auf eine Blume helfen, unser Inneres wieder aufzuhellen. Oder ein kleiner Spaziergang durch den Wald kann uns wieder aufatmen lassen. Wir genießen besonders den Gesang der Vögel, die morgens und abends in den schönsten Tönen singen. Oder es ist schon einfach einmal ein Abendrot zu betrachten oder bei klarem Himmel nachts die Sterne zu beobachten. Im August sieht man oft zahlreiche Sternschnuppen, die in der Atmosphäre verglühen. Solche Momente lassen mich immer wieder von neuem über Gottes Schöpfung staunen und mich freuen.

Freude, die aus Gott kommt, ist auch in der Gefahr verschüttet zu werden.
Denn Freude können wir nur dann wirklich erfahren, wenn wir mit uns selbst im Einklang sind. Wir brauchen tägliche Rituale, die uns dabei helfen. Ob es das Gebet ist oder gerade das bewusste Wahrnehmen einer grünen Wiese. Und dabei gilt: Weniger ist oft mehr. Wenn wir zum Beispiel bei einem Gebet verweilen, kann das oft sehr viel tiefer wirken, als wenn wir zahllose Gebete aneinanderreihen. Eine Blume kann oft mehr sagen als ein großer Blumenstrauß.Wenn wir die Freude, die uns von Gott geschenkt ist nicht verlieren wollen, ist es wichtig, in allem das rechte Maß zu finden. Auch wenn es dem allgemeinen Trend entgegensteht: „Froh zu sein bedarf es wenig, denn wer froh ist, ist ein König.

Gebet um Freude.
Herr, du hast uns zur Freude berufen.
Die Arbeit allein kann uns nicht ausfüllen.
Darum gib du uns Sinn für die Freude, für Fest und Feier,
für Spiel und Erholung, für Bildung und Kunst,
für das Zusammensein mit Menschen, die wir lieben,
die uns erwarten, die unsere Nähe brauchen.
Herr, du hast uns zur Freude berufen,
vollende unsere Freude in dir. Amen





Keine Kommentare: