Mittwoch, 15. Februar 2012

Wort Gottes für den Tag, 16. Februar 2012

Viele seiner Jünger, die ihm zuhörten, sagten: Was er sagt, ist unerträglich. Wer kann das anhören?

Jesus erkannte, dass seine Jünger darüber murrten, und fragte sie: Daran nehmt ihr Anstoß? Was werdet ihr sagen, wenn ihr den Menschensohn hinaufsteigen seht, dorthin, wo er vorher war? Der Geist ist es, der lebendig macht; das Fleisch nützt nichts. Die Worte, die ich zu euch gesprochen habe, sind Geist und sind Leben. Aber es gibt unter euch einige, die nicht glauben. Jesus wusste nämlich von Anfang an, welche es waren, die nicht glaubten, und wer ihn verraten würde. Und er sagte: Deshalb habe ich zu euch gesagt: Niemand kann zu mir kommen, wenn es ihm nicht vom Vater gegeben ist. Daraufhin zogen sich viele Jünger zurück und wanderten nicht mehr mit ihm umher.

Da fragte Jesus die Zwölf: Wollt auch ihr weggehen? Simon Petrus antwortete ihm: Herr, zu wem sollen wir gehen? Du hast Worte des ewigen Lebens. Wir sind zum Glauben gekommen und haben erkannt: Du bist der Heilige Gottes. (Joh 6,60-68)


Im Evangelium stellt Jesus seine Jünger vor die Entscheidung:
„wollt auch ihr gehen?“
Er Lässt den Gefragten die Freiheit der Entscheidung: Ihr könnt bleiben, ihr könnt gehen. Gott zwingt sich nicht auf, biedert sich nicht an, vergewaltigt nicht. Er will nicht Sklaven, sondern Liebende, er ist in Wahrheit der Gott der Freiheit und der Freien: "Für wen wollt ihr euch entscheiden?" - "wollt auch ihr gehen?"

Aber er fordert eine klare Entscheidung: Entweder für Jesus oder gegen ihn. Wer sich entscheidet, muss sich ganz entscheiden, denn unser Gott duldet keine anderen Götter neben sich, er teilt seine Herrschaft nicht, es gibt keine Koexistenz:
"Wer nicht mit mir ist, der ist gegen mich" (Mt 12, 30). Diese Entscheidung hat Konsequenzen: Wer sich für Gott entscheidet, muss das Tischtuch zu den anderen Göttern zerschneiden.

Bevor Gott diese Entscheidung fordert, gibt er sich zu erkennen als der Mächtige, als den, der sich auf die Seite des Menschen stellt, der für den Menschen da ist. Die Jünger
müssten es eigentlich wissen. Bei ihnen dürfte keine Diskussion aufkommen. Sie sind doch oft genug Zeuge geworden, von Jesu Heilshandeln an den Menschen. Den blinden Bartimäus hat er auf dessen Bitte hin geheilt, die Sünderin hat er vor der Steinigung bewahrt und ihr die Sünden vergeben, die Schwiegermutter des Petrus hat er geheilt und, und, und.

Jesus hat vor den Augen der Jüinger Zeichen gewirkt. Er hat sich erwiesen als der, der rettet, er hat sich erfahren lassen als der Mächtige und Treue, er hat in die Geschichte hereingesprochen und in ihr machtvoll gewirkt. Diesem Gott können wir also unser Vertrauen schenken.

Die Jünger Jesu - allen voran Simon Petrus - fällen ihre Entscheidung für Christus aufgrund ihrer Erfahrung:
„Du hast Worte des ewigen Lebens. Wir haben geglaubt und erkannt: du bist der Heilige Gottes.“ Und dann, ein weiteres Argument: Natürlich können sie gehen, aber wohin dann? Wo wäre zu diesem Christus, der Worte des Lebens spricht und Taten der Erbarmung setzt, eine Alternative?

Etwa bei den Pharisäern, die den Geist erstickt haben in Paragraphen und kleinlichen Vorschriften, die keinen Raum mehr lassen für Initiative und Freiheit? Die Jünger haben erkannt: Es gibt keine Alternative zu dieser Botschaft, die ihnen Jesus verkündet hat.




 

Für wen wollt ihr euch entscheiden - wollt auch ihr gehen?

Diese Frage steht fordernd im Raum. "Viele von seinen Jüngern verließen ihn und begleiteten ihn nicht mehr." Was damals geschah, geschieht heute in einer Weise, die uns beängstigt. Wohin gehen sie? Welche Götter locken sie? Ein Leben in Ungebundenheit und Freiheit? Es erweist sich allzu schnell als ein Leben in Leere und Sinnlosigkeit. Aber wir haben nicht nach den anderen und ihren Gründen zu fragen, sondern nach uns. Wollen auch wir gehen? Aber wohin? Kennen wir eine echte Alternative zu diesem Jesus und zu seiner Botschaft vom Reich der Gerechtigkeit, der Liebe und des Friedens?

Wohin wollen wir gehen, wenn wir Christus preisgeben? Es gibt keine Alternative zu dem, der für uns gestorben ist. Deshalb wandeln wir die Frage: „wollt auch ihr gehen?“ in die Bitte: „Herr, bleibe bei uns!“

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