Mittwoch, 21. März 2012

Das Goldene Kalb


Der Herr sprach zu Mose: Geh, steig hinunter, denn dein Volk, das du aus Ägypten heraufgeführt hast, läuft ins Verderben. Schnell sind sie von dem Weg abgewichen, den ich ihnen vorgeschrieben habe. Sie haben sich ein Kalb aus Metall gegossen und werfen sich vor ihm zu Boden. Sie bringen ihm Schlachtopfer dar und sagen: Das sind deine Götter, Israel, die dich aus Ägypten heraufgeführt haben.

Weiter sprach der Herr zu Mose: Ich habe dieses Volk durchschaut: Ein störrisches Volk ist es. Jetzt lass mich, damit mein Zorn gegen sie entbrennt und sie verzehrt. Dich aber will ich zu einem großen Volk machen.

Da versuchte Mose, den Herrn, seinen Gott, zu besänftigen, und sagte: Warum, Herr, ist dein Zorn gegen dein Volk entbrannt? Du hast es doch mit großer Macht und starker Hand aus Ägypten herausgeführt. Sollen etwa die Ägypter sagen können: In böser Absicht hat er sie herausgeführt, um sie im Gebirge umzubringen und sie vom Erdboden verschwinden zu lassen? Lass ab von deinem glühenden Zorn und lass dich das Böse reuen, das du deinem Volk antun wolltest. Denk an deine Knechte, an Abraham, Isaak und Israel, denen du mit einem Eid bei deinem eigenen Namen zugesichert und gesagt hast: Ich will eure Nachkommen zahlreich machen wie die Sterne am Himmel, und: Dieses ganze Land, von dem ich gesprochen habe, will ich euren Nachkommen geben und sie sollen es für immer besitzen. Da ließ sich der Herr das Böse reuen, das er seinem Volk angedroht hatte.


Während Mose sich noch auf dem Berg Sinai aufhält, hat das Volk unten sich ein Gottesbild gemacht: das goldene Kalb. Das Urteil Gottes ist hart. ER will nicht mehr der Gott dieses Volkes sein: „dein Volk“, sagt er zu Mose. Jetzt wird Mose, wie einst Abraham, zum großen Fürbitter. Er wagt es, Gott an seinen Bund mit Abraham und seinen Nachkommen zu erinnern, wie einst Abraham ihn an seine Gerechtigkeit erinnert hat. Und Gott lässt sich umstimmen (Ex 25,7-14).

Kann Gott zornig werden? Kann Gott bereuen? Die Bibel spricht von Gott so, wie man in einer ähnlichen Situation von einem Menschen sprechen würde. Nur in Menschensprache kann sie uns sagen, wie groß Gott ist – in seinem Zorn und in seiner erbarmenden Liebe.

Es ist eine uralte und doch immer wieder aktuelle Geschichte: Der Tanz Israels um das Goldene Kalb. Bei uns wird zwar kein goldenes Kalb mehr angebetet, aber Dinge, die an die erste Stelle rücken und uns besetzen, gibt es auch heute. Die Frage, die uns auch in dieser Fastenzeit bewegen sollte, lautet: Was ist das Wichtigste in meinem Leben? Was nimmt mich vielleicht gefangen und macht mich unfrei? Welche Rolle spielt Gott in meinem Leben?

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