Montag, 12. März 2012

Die "kleinen Schritte"


Immer wieder habe ich versucht, mit einem Menschen klarzukommen: die Macken zu ertragen oder mit Humor anzunehmen, auch nach den vielen Enttäuschungen wieder auf ihn zuzugehen. Und was war der Erfolg? Er hat sich nicht geändert. Einfach hoffnungslos! Siebenmal vergeben reicht nicht, mindestens siebenundsiebzigmal soll ich es versuchen. So sagt es Jesus. Ist das nicht übertrieben, an der Wirklichkeit unseres Alltags vorbei? Gott fordert von uns, von ganzem Herzen zu vergeben. Es ist wohl ein weiter Weg – ein Weg der kleinen Schritte. In einem Gedicht (Verfasser unbekannt) heißt es tröstlich:

Wir loben die kleinen Schritte:
den kleinen Mann, der das voreilige Wort nicht ausspricht,
die Stimme, die sagt: Pardon, ich bin schuld.
Die über den Zaun des lästigen Nachbarn gestreckte Hand.

Wir loben die kleinen Schritte:
die Faust in der Tasche;
die nicht zugeschlagene Tür;
das Lächeln, das den Zorn wegnimmt.

Wir loben die kleinen Schritte:
die Stunde am Bett des Kranken;
die Stunde der Reue,
die Minute, die dem Gegner recht gibt.

Wir loben die kleinen Schritte:
den kritischen Blick in den Spiegel;
die Hoffnungen für den Anderen;
den Seufzer über uns selbst.

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